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Le paradis du train miniature - Miniatur Wunderland

FR In der prächtig renovierten Speicherstadt Hamburgs lohnt sich der Besuch der weltgrössten Modelleisenbahnanlage unbedingt. Die Begeisterung wird weniger durch die Dimensionen und die eindrücklichen Kennzahlen als durch den unermessliche Detailreichtum und die umwerfende Ideenvielfalt geweckt.
Auteur: 
Jean-Pierre Guenter

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Einige Kennzahlen

Um einen ersten Eindruck der Dimension der Anlage zu vermitteln, kommt man nicht umhin, einige Kennzahlen aufzuführen : Der Bau der Anlage, initialisiert von den heute 40-jährigen Zwillingsbrüdern Braun, begann Ende 2000 und soll gemäss heutiger Planung im 2015 ein vorläufiges Ende erreichen. Auf der momentan bebauten Fläche von 1’200 m2 fahren 960 Zügen mit 13'000 Waggons über 13 km Geleise mit 2'500 Weichen und 1’200 Signalen. Dies wurde von 160 Mitarbeiter in 775'000 Arbeitstunden im Massstab 1:87 gebaut.

Struktur der Anlage

Über zwei Stockwerke verteilt, gliedert sich die Anlage in 7 geografische Abschnitte, u.a. Hamburg, Amerika, Skandinavien und als eben eröffneter Abschnitt – vielleicht lasen Sie Anfang 2008 davon in der Presse – die Schweiz. Jeder dieser Abschnitte zeigt typische Highlights. Die ganze Anlage ist extrem besucher- und kinder-freundlich gestaltet, man ist sehr nahe an den Bauten und ein durchgehendes Geländer mit Trittstufe erlaubt auch den Kleinen den Blick auf die Wunderwelt. Am Geländer finden sich über 150 kleine Druckknopf-Kästchen, mit denen einzelne Elemente der Anlage aktiviert werden können.

Detailreichtum der Anlage

Eisenbahnanlagen, auch grosse, finden sich auf der ganzen Welt. Der bleibende Eindruck, den dieses Wunderland hinterlässt, wird durch die unbeschreibliche Vielfalt der Details hervorgerufen. Man kann sich kaum sattsehen und entdeckt bei jedem Hinschauen laufend neue und überraschende Einzelheiten. Die Landschaften sind bevölkert von 200'000 menschlichen und tierischen Figuren, welche in 4’700 Häusern leben, in 7’000 Autos fahren und unter 265'000 Bäumen liegen. Und es bewegen sich beileibe nicht nur die Züge durch diese Welten. Ein revolutionäres Carsystem steuert Autos, Lastwagen und Busse über Autostrassen und durch Dörfer. Unterschiedlichste Bergbahnen erschliessen die Berge. Auf Jahrmärkten drehen sich antike Karussells und halsbrecherische Bahnen. Mächtige Feuerwehrwagen rasen mit Martinshorn und Blaulicht zu einem Einsatz, der realistisch mit Flammen und Rauch inszeniert wird. In einem 33'000 Liter fassenden Echtwasser-Becken mit 6-minütigem Rhythmus von Ebbe und Flut navigieren grosse Schiffe und löschen ihre Ladung

Einige Beispiele des Detailreichtums

  • Aus dem Grand Canyon kriecht ein endlos langer Güterzug, gezogen von zwei mächtigen „Big Boy“-Dampfloks. Die Schlote rauchen synchron zur Fahrgeschwindigkeit und dasselbe gilt für das typische Dampflok-Stampfen – dies fällt besonders realistisch beim Abbremsen zur Einfahrt in den Bahnhof Las Vegas auf.

  • Ein Bus nähert sich einer Haltestelle. Er blinkt rechts, die Bremslichter leuchten auf, er hält an. Danach blinkt er links, die Bremslichter erlöschen, der Bus fährt los und fädelt sich korrekt in den Verkehr. (Auszug aus der Beschreibung des Carsystems : „Das Computer-Programm hat derzeit für jedes Fahrzeug einen Prozess, der 20mal in der Sekunde die gesamte Situation für das jeweilige Fahrzeug durchrechnet“).

  • Jede Viertelstunde wird es Nacht im Wunderland. 350'000 Lichter gehen dynamisch und den unterschiedlichen Rhythmen seiner Bewohner angepasst an und aus. Dabei werden die einzelnen Lämpchen der Räume in den Häusern, der Bahnen und der Fahrzeuge gezielt angesteuert, wie in der „echten“ Realität. An der Fassade eines Hochhauses liest man die letzten Schlagzeilen mittels Leuchtlaufschrift. Auf dem Strip in Las Vegas blinkt’s by night dank 30'000 Lämpchen wie im realen Zockerparadies.

  • Im Abschnitt Schweiz wurde die Porta Alpina bereits realisiert, zwar im Matterhorn, aber dies ist die künstlerische Freiheit. DJ Bobo tritt auf einer riesigen Open-Air-Bühne mit seinem Vampir-Spektakel auf. Eine kleine Schokoladenfabrik produziert laufend echte Minitafeln für die Besucher.

  • Die Benzinpreis-Anzeige der Jet-Tankstelle im Abschnitt Knufflingen zeigt immer und automatisch den wirklichen Tagespreis.

  • In der Modellspeicherstadt im Abschnitt Hamburg, im 4.Stockwerk eines Speichers, steht im Maßstab 1:9000 die kleinste Eisenbahn der Welt und dreht auf Knopfdruck munter ihre Runden.

Noch einige Details gewünscht ?

Es wurden folgende Materialien verbaut : 25'000 kg Gips, 2'500 m2 Drahtgewebe, 20'000 kg Stahl und 5'200 km Kabel.

Zur Steuerung der gesamten Anlage werden 47 Computer eingesetzt und die Software wurde grösstenteils selbstentwickelt.

Wissen Sie, wie ein dänischer Briefkasten aussieht ? welche Farbe eine schwedische Mülltonne hat ? wie gross eine schweizerische Telefonzelle ist ? dies ist eine winzige Auswahl der Fragen, die beim Bau des Miniatur Wunderlands beantwortet wurden.

Praktisches

Die erfolgreichste Freizeit-Touristenattraktion Deutschlands ist an 365 Tagen im Jahr offen. An Wochenenden und in der Ferienzeit können sich wegen des Andrangs Wartezeiten ergeben. Auf der Homepage sind Wartezeitenprognosen einsehbar und die Reservation wird empfohlen. Als Mindestdauer für einen Besuch sollten 5 Stunden gerechnet werden.

Die Eintrittspreise sind sehr human, € 10 für einen Erwachsenen. Ein kleines Restaurant erlaubt eine willkommene Pause mit Stärkung. Verschiedene Führungen geben einen vertieften und „unterirdischen“ Einblick hinter die Kulissen.

Die fantastische Homepage http://www.miniatur-wunderland.de/ bietet eine Unmenge von Informationen mit Bildern, Fotogalerien, Videos, Livebilder ab Webcams, Podcasts, Aufzeichnungen von MiWuLa-TV und Datenbanken.

Lassen Sie sich verzaubern, besuchen Sie das Miniatur Wunderland in Hamburg!