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Società

Menschenwürde und Arbeit mit Jugendlichen

Menschenwürde und Arbeit mit Jugendlichen

Die TERTIANUM-Stiftung verleiht den diesjährigen Preis für Menschenwürde an Robert Schmuki, Gründer und Geschäftsleiter der "Midnight Projekte Schweiz". Damit wird sein 10-jähriges Engagement für Kinder und Jugendliche geehrt.

Seit 2006 vergibt die TERTIANUM-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank und dieses Jahr auch mit Lista Office einen Preis für Menschenwürde, dotiert mit CHF 10'000.-, an eine Person oder Institution, die sich aktiv und ideell für Menschenwürde einsetzt.

Peter Luginbühl, Marktgebietsleiter der Zürcher Kantonalbank, stellte in seiner Laudatio den Preisträger und sein "Midnight Projekt" vor: Dem jungen ETH-Architekten Robert Schmuki lag neben der Gestaltung von Räumen auch ihre Belebung am Herzen, zumal er selbst sehr gern Sport treibt. Ihm ging es um die Jugend zwischen 12 und 18 Jahren in Quartieren mit hoher Anzahl einkommensschwacher Familien und wenig Freizeitangeboten, schon gar nicht am Samstagabend. Er wollte der Gefahr entgegenwirken, dass Jugendliche nur "herumhängen".

Spiel, Sport und Bewegung gegen öde Samstagabende open_sunday.jpg

Den Ausdruck "Geht nicht" gibt es in Schmukis Wortschatz nicht. Die "Midnight Projekte" nutzen leerstehende öffentliche Anlagen. Seit Beginn musste er sich in zäher Kleinarbeit gegen uneinsichtige Gemeindebehörden, Turnhallenwarte und politische Kritiker durchsetzen; seit sich der Erfolg einstellte, auch gegen Versuche, die Projekte kommerziell zu vereinnahmen.

Foto rechts: 
Spiel am "Open Sunday"  (© Midnight Projekt)

Vor 10 Jahren wurde die erste Turnhalle in Zürich-Sihlfeld geöffnet, inzwischen sind es über 80 Hallen, in denen Kinder und Jugendliche spielen, tanzen, rappen, diskutieren. Die Betreuer kommen zum Teil aus ihren eigenen Reihen - die beste Gelegenheit zu üben, gewaltfrei und fair miteinander umzugehen.

In der deutschen Schweiz sind die Standorte inzwischen gut verteilt, in der französischen und der italienischen Schweiz befinden sie sich in der Entwicklung. Neben diesem Projekt ist in den letzten Jahren das Projekt "Open Sunday" nach den gleichen Grundsätzen entstanden.

Foto unten:
Die Moderatorin des Abends Alenka Ambroz im Gespräch mit Robert Schmuki

schmuki__ambroz.jpgIn seinen Dankesworten zeigte sich Robert Schmuki sehr berührt von der Anerkennung. Der Preis mache ihn stolz auf das Projekt und sein Team, betonte er: "Meine einzige Leistung besteht nur darin, dass ich den Jugendlichen vertraue." Es habe ihn im Laufe der Jahre immer wieder enorm irritiert, wie negativ die angesprochenen Verantwortlichen auf sein Anliegen reagierten. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Bei ca. 5'500 Veranstaltungen in 10 Jahren gab es insgesamt vier Eskalationen, ein abgerissenes Basketballnetz und eine kaputte Bank.

Menschenwürde heute

Prof. Helmut Bachmaier, Präsident des Stiftungsrates der TERTIANUM-Stiftung, zog in konzentrierter Form die Geschichte der Idee der Menschenwürde nach. - Gerade nach den Ereignissen der letzten zwölf Monate steht sie stärker denn je im öffentlichen Diskurs. Dieser Wert darf keinesfalls mangels differenzierter Argumente zum abgegriffenen Schlagwort werden.

Robert Schmuki hat durch seine Initiative Räume geöffnet, wo Jugendliche angeregt werden, aktiv zu lernen, was Menschenwürde bedeutet, sich selbst in eigener Verantwortung Regeln zu geben und Respekt voreinander zu üben. Damit hat er eine höchst erfolgreiche Aktion zur Gewalt- und Drogenprävention ins Leben gerufen. Durch die Midnight Projekte kann in der Öffentlichkeit ein positiveres Bild der Jugend entstehen. Robert Schmuki handelt damit im gleichen Sinne wie die TERTIANUM-Stiftung: die Korrektur des Bildes von der Jugend resp. vom Alter als blossem "Kosten- oder Risikofaktor".

"Von beiden Seiten arbeiten wir für ein differenzierteres gegenseitiges Verständnis der Altersgruppen, wir suchen generationenverträgliche Lösungen", stellte Helmut Bachmaier fest.

Die brillant dargebotenen musikalischen Beiträge von Giovanni Bria (Klavier), Michael Reid (Klarinette) und David Schneebeli (Fagott) trugen wesentlich zum festlichen Rahmen im Lake Side Zürich bei. Die Musiker interpretierten zum Anlass passende Stücke von Ludwig van Beethoven bis Francis Poulenc. Die schwungvolle, witzige Musik drückte die Lust der Jugend an Spiel und Bewegung aus.

Über die beiden Projekte, die Robert Schmuki ins Leben gerufen hat, können Sie sich hier informieren:

Midnight Projekt  und Open Sunday 

Die TERTIANUM-Stiftung hat auf ihrer Webseite 10 Thesen zur Menschenwürde veröffentlicht.

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Informazioni

Articolo
30.11.2009 - 23:00

Attribuzione

Categoria
Società
Argomenti
generationen, intégration

Autore

Maja Petzold

Voto

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