Alterspolitik

Hinweise und Diskussionen über altersrelevante Anliegen, Projekte und Initiativen sowie Kooperationen mit lokalen, kantonalen und nationalen Alters-Organisationen.

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Der grosse Dienst der Grosseltern

4 risposte [Ultimo messaggio]
22. luglio 2010 - 11:00
Roberto Binswanger


„Sie arbeiten gratis. Dabei ist ihre Hilfe Gold wert: 2 Milliarden Franken das Enkelhüten, 3 Milliarden das Pflegen von Verwandten oder Bekannten“,

das schreibt der „Tagesanzeiger“ in der heutigen Ausgabe. Und weil die älteren Menschen meistens sorgsam mit ihrem Geld umgehen und häufig gespart haben, spülen sie dem Staat als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weitere Milliarden Franken in die Kasse.

 http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-grosse-Dienst-der-Grosseltern-/story/25110191 

Schön wäre es, wenn der grosse Beitrag unserer Generation an die Gesellschaft ab und zu gewürdigt würde.

Answers

wels

aa

Roberto, die Liste liesse sich deutlich verlängern. Ich erwähne nur die Milliarden, die wir dem Gesundheitswesen abliefern und damit die halbe Welt im Gesundheitssektor beschäftigen und entlöhnen.

Brigitte Poltera

Ja zur Würdigung, nein zur Verpflichtung!

Ich bin auch der Meinung, die unentgeltlichen Leistungen der älteren Generation fürs Enkelhüten und für die Pflege der Hochbetagten dürften wohl etwas besser wahrgenommen werden. Mit einer solche Würdigung darf allerdings keine  Verpflichtung zu solchen Leistungen verknüpft werden.

Gerade am ersten Anlass GrossmütterRevolution im Kiental  habe ich erfahren, dass Frauen, die ins Pensionsalter kommen, sich davor  fürchten, nun vor allem mit der Pflicht behaftet zu werden, für ihre Enkel und für ihre betagten Eltern oder andere älteren Menschen zu sorgen - ein Arbeitsfeld, das ihnen eben niemand streitig macht.

Zudem lernen wir an sämtlichen Kursen übers moderne Kinderhüten, verantwortlich für Fütterung, Bekleidung, Erziehung der Kinder seien die Eltern, die Grossmutter sollte besser schweigen. Na ja, wenn dann die Tochter der Grossmutter noch beiläufig erklärt,  Fachleute seien heute eben sie, die Vertreter der jungen Generation, dann ist auch für mich klar, dass es um eine Rückversetzung meiner Generation  ins zweite Glied geht.

Kommt dazu, dass es den meisten Müttern heute wesentlich besser geht, als uns heutigen Grossmüttern damals, wo wir uns noch pro Woche  7 mal 24 Stunden am Tag unserem Nachwuchs verpflichtet fühlten und dazu zu Hause bleiben mussten: Unsere Töchter und Schwiegertöchter können sich bezahlte Spielgruppen und Kinderkrippen leisten und sie nehmen sich das Recht heraus auf freie Abende, auf ein Nachtessen mit alten Freunden, auf einen freien Shoppingtag - das Geld dazu fehlt nicht.

Denoch hüte ich gerne in einer gewissen Regelmässigkeit meine Enkel, ich freue mich, dass ich zu ihnen eine Vertrauensbasis aufbauen, an ihrer Entwicklung teilhaben und hin und wieder meine Werte einfliessen lassen kann. Ich habe auch gelernt, zu schweigen - auch wenn mir das manchmal schwer fällt (es ist wohl besser so)..

Allerdings möchte ich selbst bestimmen, wie oft ich hüte - es ist heute nicht mehr so schlimm, wenn ein Kleinkind einige Tage in einer Krippe verbringt. Ich habe  ein Recht darauf, mein Eigenleben zu pflegen und zu bewahren.

Die GrossmütterRevolution greift um sich

Bernhard Schindler

Schreib lieber "Grosseltern-Revolution"!

Liebe Brigitte

Zwei Milliarden Franken sparen wir Grosseltern dem Staat und unseren Kindern mit Kinderhüten. Das ist eine grossartige und nicht selbstverständliche Leistung. Aber bitte, Brigitte, nimm uns Grossväter ruhig auch dazu: Wenn ihre Frauen aufgehen in ihrer Rolle als Grossmama, bleiben die Opas auf ihren wahren Bedürfnissen sitzen, Natürlich gibt es Grossväter, die sich genau so um den Nach-Nachwuchs kümmern wie ihre Frauen. Aber vielleicht fühlen sie sich abends, nach einem langen, anstrengenden Tag mit den Enkeln, weniger erfüllt...

Ich bin der Auffassung, dass es selbstverständlich ist, dass wir Grosseltern einspringen, wenn es mal notwendig ist. Dass wir aber auch Nein sagen dürfen, wenn es uns für einmal nicht passt.

Und gelegentlich dürften sich ja unsere Kinder auch einmal erkenntlich zeigen für unseren Dienst an ihrer Familie.

Übrigens habe ich mich mal ziemlich mit meiner Tochter verkracht, als sie beim Schoppen-Machen für ihre erste Tochter Glas und Schnuller auskochte. Ich fragte sie scheinheilig, ob sie auch ihren Daumen auskoche, bevor sie ihrem Töchterchen den herausgelaufenen Brei wieder in den Mund schob.

Grosse Genugtuung dann beim zweiten Kind, das  icht halb so steril aufwachsen musste wie sein Schwesterchen. Der dritte war dann schon ein richtiger Dreckspatz, der Hauswände ablutschte und immer mit dreckigen Händen zum Mittagessen erschien.

Er war der Gesundeste aller meiner Emnkel.

 

Bernhard

Brigitte Poltera

Grossväter sind ebenso wichtig

Ja, Bernhard, du hast recht - ich habe mich von der falschen Seite her  in das Thema verbort: Der Grossvater ist sehr wichtig. Wir haben nun vier Enkel im Alter von 1/2, zwei, drei und fünf Jahren, je zwei aus zwei Familien. Da ich mich nicht mehr gewohnt bin im Umgang mit Kleinkindern, die davon rennen, noch nicht sicher sind im Strassenverkehr oder die mit dem Like-a-Bike, einem Velo ohne Bremsen, herumkurven, bin ich dankbar, dass ich meist mit dem Grossvater zusammen hüten kann. Und der Grossvater, der als Vater kleiner Kinder oft keine Zeit hatte, sich tagsüber mit ihren Anliegen zubefassen, geniesst den Umgang mit den Kleinen und staunt auch über ihre Entwicklung.

Ich meine, unsere Gesellschaft darf aus der Studie nicht den Schluss ziehen "als Grosseltern seid ihr verpflichtet, eure Enkel so oft wie möglich zu hüten". Andererseits erfahre ich heute, dass es eine sehr gute Beziehung zu den Enkeln gibt, wenn man sie als Kleinkinder regelmässig hütet, in meinem Fall also z.B.einen Tag pro Woche. Die Kinder fühlen sich dann bei uns wirklich daheim, haben volles Vertrauen zu uns und gehen wie selbstverständlich bei uns ein und aus - das ist schön. Und auch wenn ich selbst bestimmen möchte, wann ich hüten will oder nicht - schliesslich brauchen mich die Mütter, wenn sie zum Zahnarzt, zum Arzt oder weiss ich was immer wohin gehen wollen - sonst nütze ich ja nicht viel. Es ist also sicher richtig, wenn man das zusammen besprechen kann.