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Kürzlich teilte ich mein Bahncoupe mit drei jungen rosigen Glarnerinnen, alle kurz vor der LAP. Eine erzählte offen und laut, wie sie nach einem Fest angetrunken im Bett eines Kollegen gelandet sei, dann im Detail wie sich die zwei nach ein bisschen Schlaf näher gekommen sind, was der junge Mann da alles getan und wie er dann plötzlich damit aufgehört habe. "So fies", meinte die Freundin. Darauf schilderte die Erzählerin ein Abenteuer mit einem supersüssen Blonden, allerdings Vater eines Kleinkindes, aber ansonsten der absolut ideale Tipp. "Lass die Hände von dem", empfahl die Freundin. Alle Fahrgäste konnten an der Unterhaltung teilhaben.
Parallell dazu stand im Abend-Blick, das ältere prominente Paar XX habe erklärt, es wolle keinen Sex mehr haben. Sollten die beiden ihren Entscheid ändern, so muss das wohl gerechterweise auch wieder im Blick publiziert werden.
Also ehrlich, ist denn Intimität heute ein so total veralteter Begriff?
Answers
Das lernen die Kinder in der modernen Schule
Weil's grad' so schön passt, hier ein Zitat eines Lehrers aus der aktuellen Presse:
" «Kuschel-Pädagogik» ist das Stichwort. «Ich muss ständig aufpassen, was ich sage, während sich die Schüler alles rausnehmen können und kaum Konsequenzen fürchten müssen.» Dieses Missverhältnis sei schwer zu ertragen. Den Maulkorb hätten sich die Lehrer jedoch selber verabreicht: durch eine zunehmende Psychologisierung der Pädagogik. Man müsse für alles und jeden Verständnis haben.
Ein Turnlehrer erzählt von einem Bewerbungsgespräch. Dort musste er sich in eine Problemsituation versetzen. «Was tun Sie, wenn sich ein Kind weigert, an einer Sportübung mitzumachen?» Seine Antwort: «Ich weise den Schüler zurecht. Mit klaren Worten und in klarem Ton.» Ob er denn nicht zuerst mit ihm reden wolle? «Nein. Zuerst musst du sagen, wo es langgeht. Reden kann man später immer noch, wenn es bei der Verweigerung bleibt.» Fazit: Er hat den Job nicht bekommen. ..."
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Wir sollen verständnisvoll und tabufrei über alles reden (inklusive zB. Onanieren oder "röllele-röllele"). Aber beim Schulsportanlass dürfen Schüler am Spielfeldrand einer siegreichen Mannschaft (pardon, neu: "Team") nicht mehr zujubeln. (Weil sich sonst die Schwächeren zurückgesetzt fühlen könnten, und es müssen ja alle gleiche Chancen haben.)
Das wird übrigens tatsächlich an Zürcher Schulen von unseren Plauderpädagogen unter Anleitung der Oberlehrerin Aeppli (SP) so verlangt.
Warum Brigitte...
.... hast du dich als ältere und erfahrene Frau nicht in die Diskussion eingemischt, die ja für jedermans Ohren bestimmt war? Hättest ja kurz die Frage ins Abteil werfen können, ob man auch deine Erfahrungen im Sexleben hören möchte, du könntest nur schon alterswegen von weit mehr interessanten Sexabenteuern berichten. Deren Antwort hätte ich dann gerne gehört.
Warum Zwirbel
Bei Deinem Vorschlag bin ich mir fast sicher, dass die jungen LAP Damen bei Deinem Vorschlag an Brigitte zugestimmt hätten. Ahem, ja, und was antwortet man dann, wenn man seine Intimität wahren möchte? Mit einer witzigen Antwort? Dabei muss einem schon was einfallen!
Ich glaube, selber hätte ich den Jungen wohl eher freundlich erklärt, dass ihre Intimitäten nicht unbedingt die übrigen Zugpassagiere interessiere.
@dummy
Zitat:Ich glaube, selber hätte ich den Jungen wohl eher freundlich erklärt, dass ihre Intimitäten nicht unbedingt die übrigen Zugpassagiere interessiere.
Mit dieser Antwort wärst du garantiert zur Lachnummer abgestempelt worden (bei mir übrigens auch). Die Antwort hätte überlegt (dazu war genügend Zeit) und verblüffend sein müssen. Die Wahrheit über mein Sexleben hätte ich den Gören mit Sicherheit nicht unterbreitet (komische Idee und Gedanke). Mit wäre eine gute Antwort schon eingefallen.
Ich wett, das mich nomol öpper echli gärn hätt
Danke für die Vorschläge. Ich hätte spontan sagen können, ich sei froh, dass es sich nicht um meine Söhne handelt (die wohnen nicht im Glarnerland und sind für die Backfische auch ein bisschen zu alt).
Mit sexuellen Abenteuern könnte ich nicht aufwarten, denn die vermehren sich nicht automatisch mit der Anzahl Lebensjahre. Hingegen braucht der Zustand von "nackt und bloss" eine gewisse Geborgenheit, meiner Meinung nach in jedem Alter und besonders in meinem doch recht hohen. Den Hinweis auf die vielen Zipperlein wie Krampf im Bein und Arthrose im Hüftgelenk vertrage ich eigentlich nur kombiniert mit Humor.
Und gerne halte ich mich an die Aussage eines einfachen Mannes, der im Fernsehen beim Casting für eine Brautschau, nach dem Grund gefragt, warum er sich eine Partnerin suche, erklärte: "Ich wett eifach, dass mich nomol öpper echli gärn hätt." Ich hoffe, dass er jemanden gefunden hat.
Dummheit - auch in sexuellen Belangen - ...
...ist Menschenrecht.
Ich denke, ich hätte die jungen Damen reden lassen und darauf verzichtet, ihnen irgend einen Kommentar abzugeben.
Wenn man in aller Öffentlichkeit seine intimsten Erlebnisse und Gedanken breitschlägt, so beweist man, dass es einem sowohl an der Kinderstube als auch an Intelligenz und Unterscheidungsvermögen fehlt zwischen dem, was in den privaten und was in den öffentlichen Bereich gehört.
Jetzt musste ich grad' schmunzeln
(Zitat Brigitte) "Kürzlich teilte ich mein Bahncoupe mit drei jungen rosigen Glarnerinnen, alle kurz vor der LAP. Eine erzählte offen und laut, wie sie nach einem Fest angetrunken im Bett eines Kollegen gelandet sei, dann im Detail wie sich die zwei nach ein bisschen Schlaf näher gekommen sind, was der junge Mann da alles getan ..."
Drum heisst es doch "öffentlicher Verkehr".
öffentlicher Verkehr
Ich bin mir nicht sicher, Brigitte, ob ich mich hätte zügeln können. Vermutlich hätte ich ein "oh, das ist aber schon noch interessant! Und dann...?" herausgelassen - und nachher meinen roten Kopf eingezogen...
Su
Abhanden gekommene Intimität ?
Liebe Brigitte
Nur weil da ein junges Mädchen in der Pubertät seinen Kolleginnen (und damit leider auch den anderen Zugspassagieren) 'Eindruck' machen wollte, ist die Intimität noch lange nicht gefärdet. Und dass ein in's Senium gekommener Ehepartner in der Presse über seinen nicht ausgeübten Sex plaudern muss, wird der gesunden Intimität auch nicht schaden. Es geht um die persönlich Reife eines Menschen, im ersten Fall noch nicht erreicht, im zweiten offenbar verloren gegangen. Das persönlich Leben wird heute eben offenbar gerne auf dem Präsentierteller gezeigt.