20.03.2017 - Levato

Diese 3 Programme kosten unnötig Geld

Es gibt eine Tatsache, die man sich immer wieder vor Augen führen muss: Wenn Sie einen Computer kaufen, dann ist er fertig. Bereit zum Starten und zum Nutzen.

Es gibt nichts, was zwingend zusätzlich getan, gekauft oder gemacht werden muss, damit man den Computer anschalten und mit ihm arbeiten kann. Ein Computer ist also wie ein Auto. Wenn es gekauft wird, setzt man sich rein beziehungsweise dran und es kann los gehen.

Wer diesen Gedanken im Hinterkopf hat, dem fällt es leichter, die kostenpflichtigen Programme zu ignorieren, die uns immer wieder angeboten und angedreht werden. Denn diese kostenpflichtigen Programme wollen uns vermitteln, es sei unbedingt und dringend notwendig und unverzichtbar, dass wir sie kaufen und installieren.

Wenn Sie also das nächste Mal auf ein Programm stoßen, das behauptet, es muss installiert werden, weil Ihr Computer sonst nicht mehr sicher oder nicht mehr schnell genug sei, dann denken Sie an den Autovergleich. Stellen Sie sich vor, Sie ständen an der Tankstelle oder auf einem Parkplatz und jemand käme auf Sie zu und will Ihnen ein beliebiges Autozubehör verkaufen mit der Begründung, ohne dieses Autozubehör wäre Ihr Auto ab heute nicht mehr sicher oder nicht mehr schnell genug.

Wir stellen Ihnen heute drei Programmkategorien vor, die sehr gerne für kostenpflichtige Zusätze werben, auf die Sie aber guten Gewissens verzichten können.

1. Virenscanner

Ein Virenscanner sollte auf jedem Computer installiert sein. Was viele nicht wissen: Es ist bei den neuen Windows-Versionen, allen voran Windows 10, bereits ein Virenscanner installiert! Wenn Sie also einen Computer mit Windows 10 kaufen, besitzen Sie bereits einen Virenscanner. Er heißt “Windows Defender”. Der Defender ist sicher nicht der beste Virenscanner auf dem Markt und seine Bedienung mag möglicherweise nicht jedem direkt verständlich sein. Aber der Fakt, zu wissen, dass es bereits einen vorab (ab Werk!) installierten Virenscanner gibt, das dürfen Sie ab heute sehr gerne abspeichern. 

Zusätzliche Virenscanner, die den Windows Defender abschalten, sind oftmals eine gute Wahl. Diese Virenscanner werden von Firmen hergestellt, deren Spezialisierung die Viren und Trojaner sind, sodass diese Virenscanner häufig nochmal besser als der Windows Defender funktionieren.

Jetzt kommt das grosse Aber:

Wie der Windows Defender auch, sollten diese Virenscanner kostenfrei sein. All die Zusatzdienste (Premium, Deluxe, Internet Security, Abofallenschutz, Spam-Schutz, etc.), die von den Herstellern der Virenscanner zusätzlich angeboten werden, benötigen Sie nicht. Diese Zusatzdienste sind fast allesamt kostenpflichtig. Und diese Kosten können Sie sich guten Gewissens sparen. Viele der Programme versuchen, Ihnen das Gefühl absoluter Sicherheit zu verkaufen. Doch dies ist schlichtweg unmöglich. Und in der Form, wie es einige der Hersteller bewerben, regelrecht unseriös. Ein kostenfreier Virenscanner, der auf dem aktuellen Stand ist, reicht für den Heimgebrauch völlig aus.

2. Bereinigungsprogramme

Schnell bekommt man über die Monate und Jahre das Gefühl, der eigene Computer sei nicht richtig aufgeräumt. Es sammeln sich alte Dateien an, Bilder und heruntergeladene Programme, Installationen und Ordner … es wird gefühlt “immer mehr”. Und dieses Gefühl führt dazu, dass man wie im eigenen Haushalt gerne einmal aufräumen würde. Und dann entsteht noch über die Zeit hinweg der psychologische Computer-Effekt, dass man glaubt, der PC würde immer langsamer werden. Dieser Effekt kommt zustande, weil man als Nutzer in der Bedienung der Programme die als nächstes erscheinenden Fenster bereits erwartet. Diese Warten-Haltung lässt die Zeit gefühlt langsamer vergehen.

Aus diesem Gefühl des langsamen und unaufgeräumten Computers heraus ist man sehr schnell in der Versuchung, Bereinigungsprogramme zu installieren. Diese versprechen, den Computer aufzuräumen und zu beschleunigen. Beides ist zu gewissen Maßen sogar möglich, allerdings sind die Auswirkungen hiervon für den Nutzer kaum bemerkbar. Die Bereinigungsprogramme an sich scheitern also meist an Ihren eigenen Ansprüchen. Die Nutzung von solchen Programmen (wie beispielsweise dem CCleaner) ist also keineswegs verkehrt, aber nicht unbedingt notwendig.

Jetzt kommt das grosse Aber:

Immer dann, wenn ein Bereinigungsprogramm Geld von Ihnen sehen will, damit die Bereinigung durchgeführt wird oder angebliche Fehler behoben werden können, gibt es eine ganz klare Handlungsempfehlung. Die Ansage lautet: Finger weg. Das Geld sollten Sie sich sparen. Zudem tummeln sich insbesondere im Bereich der Bereinigungsprogramme sehr viele schwarze Schafe, die gar nicht erst bereinigen, sondern nur Geld verlangen, ohne aktiv zu werden.

3. Treiberscanner

Der problematischste Fall kommt zuletzt: Treiberscanner. Diese Programme werden oft auch anders genannt, beispielsweise Driver Updates oder Driver Scanner. Sie suchen nach Treibern auf Ihrem Computer, die veraltet sind und aktualisiert werden können. Die Betonung liegt auf “können“. Denn das Programm will uns nun weiß machen, dass diese Treiber aktualisiert werden “müssen“. Meist gegen eine Zahlung. Wenn dies nicht geschehe, drohe eine Sicherheitslücke im Computer oder eine starke Verlangsamung der Rechenleistung. Bitte vertrauen Sie diesen Programmen nur nach doppelter und dreifacher Kontrolle, informieren Sie sich gut und zahlen Sie für diesen Dienst kein Geld. Das Herunterladen von Treibern ist kostenfrei und ein Programm, das hierfür eine Zahlung verlangt, ist zu hinterfragen. Weiterhin sind äußerst viele dieser Programme, die angeblich automatisch Treiber aktualisieren, unseriöse Werbeprogramme.

Was sind eigentlich Treiber?

Ein Treiber (englisch: Driver) ist ein kleines Programm, das dem Computer die Kommunikation mit den verschiedenen Bauteilen ermöglicht. Jedes Bauteil hat seinen eigenen Treiber, denn jedes Bauteil stammt von einem anderen Herstellen und funktioniert ein klein wenig anders als andere Bauteile anderer Hersteller. Bekannt sind Ihnen die “Treiber” vermutlich vor allem vom Drucker. Wenn ein Drucker neu gekauft wird, muss auf dem Computer erst ein Treiber installiert werden, damit der Computer den neuen Drucker “erkennt und versteht”. Treiber sind kostenfrei und werden vom Hersteller des jeweiligen Bauteils im Internet zum Download angeboten. Meist gibt es alle 1-2 Jahre eine Aktualisierung eines Treibers. Das Aktualisieren eines Treibers ist aber in den allermeisten Fällen keine Notwendigkeit zum einwandfreien Funktionieren des Computers.

Dieser Beitrag wurde bereitgestellt von unserem Kooperationspartner Levato. Weitere Hilfestellungen zu Computer, Internet und Smartphone finden Sie auf www.levato.de (link is external) (link is external)

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