08.08.2017 - Redaktion Seniorweb

Neun von zehn bezahlen zu viel

Schweizer Autofahrer lassen mehr als 1 Milliarde Franken jährlich auf der Strasse liegen.

Jährlich schenken wechselfaule Automobilisten ihren Versicherern 1,1 Milliarden Franken. Das sind im Durchschnitt 254 Franken pro Versichertem. Würden sie sich aktiv um das günstigste Versicherungsangebot kümmern, könnten sie diesen Betrag einsparen. Allerdings fehlten den Versicherungsgesellschaften dann bis zu 20 Prozent ihrer gesamten Motorfahrzeugprämieneinnahmen. Das zeigt eine Auswertung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch.

Analysten des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch haben knapp 350'000 Motorfahrzeug-Versicherungsvergleiche im Zeitraum von Januar 2016 bis Juni 2017 analysiert und dabei ein Sparpotenzial von rund 254 Franken pro Versichertem errechnet. Umgelegt auf alle Schweizer mit einer Autoversicherung ergibt das eine Summe von rund 1,1 Milliarden Franken, die bei Motorfahrzeugpolicen jährlich eingespart werden könnte. Harry H. Meier, Automobilexperte bei comparis.ch, stellt diese Zahl ins Verhältnis: «Bei einem Prämienvolumen von rund sechs Milliarden Franken macht das einen Anteil von fast 20 Prozent an dem gesamten Motorfahrzeugversicherungsgeschäft aus.»

Noch immer bezahlen 90 Prozent der Versicherten zu viel

Bereits 2002 hat comparis.ch das Sparpotenzial bei Autoversicherungen untersucht. Dazumal hat die Auswertung von rund 700'000 Prämienberechnungen ergeben, dass 19 von 20 Autobesitzern zu viel für ihre Autoversicherung bezahlen. Die aktuelle Auswertung der Comparis-Datenspezialisten zeigt, dass auch heute immer noch fast 18 von 20 Versicherten zu teuer versichert sind und ihr Sparpotenzial nicht ausschöpfen.

Freude am Autokauf, Nachlässigkeit bei der Versicherungswahl

Um schnell und unkompliziert an das Nummernschild für das neue Auto zu kommen, überlassen viele Autokäufer die Versicherungsfrage dem Autohändler. Oder sie wenden sich direkt an ihren langjährigen Versicherungsberater, statt sich selber mit der optimalen Wahl des Angebotes auseinander zu setzen. Hierin ist für Meier auch der Grund dafür zu suchen, dass viele Automobilisten nicht die für sie günstigste Versicherung wählen: «Für viele Menschen ist der Autokauf ein hochemotionaler Akt. Da möchten sich nur wenige in Versicherungsfragen vertiefen. Diese Nachlässigkeit bezahlen sie allerdings mit einem substanziellen Aufpreis in Form einer überhöhten Prämie».

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