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Aarau – eine durchaus sehenswerte Stadt!

Aarau – eine durchaus sehenswerte Stadt!

Sie mag vielleicht gegenüber anderen reizvollen Städten unseres Landes ein wenig im „Schatten“ stehen. Die Rede ist von der Stadt Aarau. Wenn man aber etwas genauer hinschaut, stellt man fest, dass die Hauptstadt des Kantons Aargau doch einiges zu bieten hat. Genau davon wollten sich die Rüeblistämmler überzeugen, und deshalb organisierte das Leitungsteam eine geführte Stadtbesichtigung.

Wie üblich: Beginn mit gemeinsamen Mittagessen

Am Dienstag, 22. Juni trafen sich die Mitglieder des Rüeblistammes zum monatlichen Gruppentreffen.

Das erste „Bundeshaus“ der Schweiz befand sich in Aarau!                                                                                                       Dieser Titelhinweis ist vermutlich für die meisten Leserinnen und Leser Neuland. Es ist aber so, doch davon später. Um 14 Uhr war es dann soweit, das heisst rund 20 freudig eingestimmte Rüeblistämmer wurden auf dem Schlossplatz von Stadtführerin Priska Ott herzlich begrüsst. Bevor es losging gab es eine kurze Einführung in die Stadtgeschichte. Aarau wurde als Stadt um 1248 von den Grafen von Kiburg auf dem weit in die Aare-Niederung vorgeschobenen Felskopf gegründet. Schon drei Jahrzehnte später erlosch das Geschlecht der Kiburger als neue Landesherren folgten ihm die Habsburger. Unter ihnen wurde die Stadt erweitert und mit einem zweiten Mauerring versehen. Details zur Stadtgeschichte siehe www.aarauinfo.ch.

Die erste Station der Stadtbesichtigung war das „Schlössli“, wie es von den Aarauern liebevoll genannt wird. Der Turm, aus mächtigen Aarekieseln und Findlingen erbaut, weist im Erdgeschoss Mauerstärken bis zu 3.70 m auf. Er dürfte im 11./12. Jahrhundert entstanden und das älteste erhaltene Gebäude der Stadt sein. Der letzte private Eigentümer, Emil Rothpletz, schenkte 1930 das Bauwerk der Stadt Aarau. Heute befindet sich im Schlössli das Stadtmuseum.

Und weiter gings zum „Haus zum Schlossgarten“. Ja, dieses Haus, 1721 als privater Gartensitz unmittelbar vor den Toren der Stadt gebaut, ist nicht nur eine stilvolle Gebäulichkeit, sondern es hat auch eine ganz spezielle Geschichte vorzuweisen! Es diente 1798 während rund sechs Monaten als erster Schweizerischer Regierungssitz und beherbergte das Helvetische Direktorium. Damals war unter französischer Vorherrschaft ein gesamtschweizerischer Einheitsstaat, die Helvetische Republik, errichtet worden. Somit stellt dieses Haus, etwas fantasievoll ausgelegt, tatsächlich das erste „Bundeshaus“ der Schweiz dar.

Ebenfalls in Aarau: Höchster Stadtturm der Schweiz!                                                                                                                             In zügigem Schritt ging es weiter dem Graben entlang (Infos darüber auf der Homepage der Stadt) bis zum Oberen Tor mit dem markanten Oberen Turm. Der untere Teil des Turms wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert gebaut. Ein paar hundert Jahre später wurde er um drei Stockwerke zum Wachturm erhöht. Die markante Dachform des Turmes konnte bis heute erhalten bleiben. Von der Strasse bis zur Spitze misst der Turm 61,24 m und er ist damit tatsächlich der höchste Stadtturm der Schweiz. Auch hier die Frage: „Wer hat das gewusst?“ Weiter wurden wir darüber informiert, dass hoch oben im Turm eine Räderuhr mit Pendel aus dem Jahre 1532 tickt. Diese wird noch heute jeden Tag von Hand (von einem pensionierten Buschauffeur) aufgezogen.

Beim Weitermarsch (zwischen den Toren) machte Frau Priska Ott ein paar Angaben über die Kiburgermauer und die Habsburgermauer. Genaueres darüber kann hier leider nicht wiedergegeben werden, weil der Berichterstatter zu wenig aufgepasst hat! Kann halt passieren zwischendurch.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Rathaus, Stadtkirche, Turm Rore                                                                                                      Weiter ging es durch die Rathausgasse zur Strassenkreuzung Kronen-/Kirchgasse. Hier befand sich früher der Pranger, dass heisst, Leute welche etwas verbrochen hatten, wurden stunden- oder sogar tagelang an den Pranger gestellt und so dem Gespött und der Verachtung vorbei laufender Menschen ausgesetzt.
Kurz noch ein Blick zum Städtischen Rathaus. Der Mittelteil des Hauses, ursprünglich gotisch, wurde 1762 barock umgebaut. Bemerkenswert ist der Turm Rore, welcher auf drei Seiten des Rathauses eingebaut ist. Dieser Turm wurde bei der Stadtgründung als kleine Burg des Stadtherrn errichtet.

Begleitet von regem Geplauder wurde die gut gelaunte Rüeblistamm-Gruppe zur Stadtkirche geführt. Auf dem Kirchplatz machte uns Frau Ott auf den Gerechtigkeitsbrunnen mit einer barocken Justitia  aufmerksam. Dieser schöne, munter plätschernde Brunnen stand bis 1905 auf der Strassenkreuzung Kronen/Kirchgasse.

Die Stadtkirche, vom Zug aus von Olten her schon von weitem sichtbar, war zum Glück geöffnet und so konnten wir noch eine Weile dem Organisten beim Üben zuhören. Die Stadtkirche wurde 1471 bis 1479 als dreischiffiges Gotteshaus an der Stelle einer Vorgängerkirche erbaut. Der barocke Turmaufbau wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Beachtenswert der Orgelprospekt, welcher aus dem Jahre 1756 stammt. Ursprünglich für die französische Kirche in Bern gefertigt, wurde er später durch die „Gnädigen Herren von Bern“ der Stadt Aarau geschenkt. Die Kirchenfenster sind modern und stammen von den einheimischen Künstlern Felix Hoffmann (Chor) und Roland Guignard (Schiff).

Petrus sei Dank: Trockene Sicht Richtung Westen!                                                                                                                           Dann wieder hinaus auf den Kirchplatz, wo man eine schöne Sicht Richtung Westen geniessen kann. Frau Ott machte uns auf eine paar erwähnenswerte Punkte aufmerksam wie das Halden- und Schachenquartier, die verschiedenen Sport- und Freizeitanlagen und natürlich das in der Ferne dampfende Kernkraftwerk.

Zum Abschluss führte uns Frau Ott durch ein kleineres Hinterhofquartier und wir erfuhren dabei, dass es dort bis 1856 keine Kanalisation und auch keine geordnete Abfallbewirtschaftung gab. Spontan kam dabei der Gedanke auf, wie gut wir es heute eigentlich haben. Alles schön organisiert, und alles ist so selbstverständlich!

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Aare und zur 1949 eingeweihten Aarebrücke, welche eine hundertjährige Kettenbrücke ersetzte. Zurück am Ausgangspunkt Schlossplatz bedankte sich Leitungsteam-Mitglied Beatrice Strub, ganz herzlich bei Frau Priska Ott für ihre kompetente und gut verständliche Führung.

Den Schlusspunkt des gelungenen Rüeblistamm-Nachmittages bildete der traditionelle gemeinsame Schlusstrunk, welcher dieses mal im nahe gelegenen Restaurant Laterne eingenommen wurde.

                                                Duri Danuser

 Diashow  von Jakob Zimmermann und Friedrich Kühnold