Billige Textilien für Konsumenten – armes Leben für Näherinnen
Die Textilien hierzulande sind billig. Im Ausverkauf noch billiger. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind immer auf Schnäppchenjagd und "posten" wie wild günstige Kleidungsstücke, die sie häufig nur wenig tragen und schon bald der Altkleidersammlung übergeben.
Billige Textilien in den Läden sind aber nur möglich, weil in Ländern wie China, Indien, Sri Lanka, Bangladesch usw. Näherinnen zu nicht existenzsichernden Hungerlöhnen und zu miserablen Arbeitsbedingungen angestellt sind.
Immer wieder versprechen Textilindustrie und Handel Verbesserungen. Und Konsumentenorganisation appellieren immer wieder und mit wenig Erfolg an uns Käuferinnen und Käufer, Textilien aus Billigfabrikationen zu meiden.
Die Erklärung von Bern (Evk) hat soeben eine neue Kampagne gestartet, um das Problem nicht nur zu thematisieren, sondern auch wirklich Nägel mit Köpfen zu machen. Nämlich mit jede Woche wechselnden Protesten an die Adresse von Firmen, die keine Existenzlöhne bezahlen.
Mehr Informationen zu dieser Kampagne gibt es auf www.zehnrappen.ch
So heisst die Kampagne, weil nur 10 Rappen mehr Lohn pro T-Shirt entscheiden, ob eine Näherin einen Existenzlohn erhält oder nicht, ob sie also in Würde oder in Armut lebt. 10 Rappen mehr pro T-Shirt, das ist ziemlich wenig angesichts der Millionen-Boni, die in der Schweiz an Manager und Verwaltungsräte ausbezahlt werden…
Bild: Maik Pflaum, CIR/Clean Clothes Campaign