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Eine kleine Nachtgeschichte.

Es war eine dunkle Nacht. Es war so dunkel, dass sich die Nacht in ihre fünf Buchstaben zurück zog. Und der Morgen wusste noch nicht, dass er in drei Stunden geboren wird.

Da geschieht Ungeheuerliches. In einem Wohnzimmer am Rande der Stadt. Ein Licht geht an. Es ist kein helles Licht. Nur gerade so, dass man alle Konturen sehen kann. Eine kleine Frau im rosa Bademantel sitzt auf ihrem schwarzen Ledersofa. Sie ist allein. Allein mit zwei Männern. Der eine ein Hühne mit über zwei Metern Grösse. Der andere nur zehn Zentimeter kleiner. Und die kleine Frau mit nur einem Meter und fünfzig Zentimetern. Kann das gut gehen? Die Spannung liegt zäh in der Luft. Die kleine Frau vergisst fast das Atmen. Immer wieder schlagen die beiden Männer auf einander ein. Der eine hat eine Schramme am Auge, der andere blaue Flecken. Die kleine Frau kann nicht einschreiten. Sie will auch nicht. Und was könnte sie auch ausrichten? Nachts um 04.30 Uhr im rosa Bademantel. So sitzt sie atemlos da und sieht zu.

Das blaue Licht des Fernsehers erlischt. Die kleine Frau schlüpft mit einem seligen Lächeln und einer Tasse heisser Schokolade im Bauch ins Bett zurück. Mein Held hat den Boxkampf gewonnen, seufzt sie glücklich  und schlummert dem Tag entgegen.

Kommentare

Bild des Benutzers Monika Eichmann

Fernseh-Syndrom

Auch so kannst Du teilhaben an solch "brutalen" Sendungen.

Bild des Benutzers erweig

Wirklich spannend

Da habe ich aber Angst um dich bekommen, liebe Sonja. Zum Glück hat sich die Sache bald aufgelöst.

Gut geschrieben!

Liebe Grüsse Erwin

Gruss Erwin