Gesundheit

„Wie wir ticken“

„Wie wir ticken“

Die Bedeutung der Chronobiologie für unser Leben. Eine Buchbesprechung.

 

„Stimmung, körperliches Befinden, Arbeitsabläufe, Lernfähigkeit: Unsere innere Uhr beeinflusst unser Leben vielfältig“, schreibt der führende Chronobiologe Till Roenneberg, in seinem Buch: „Wie wir ticken“.

In diesem erzählt uns der Autor eine lange Reihe unterschiedlicher Fallbeispiele mit anschliessendem wissenschaftlichen Hintergrund. Die Fallgeschichten zeigen auf, wie und wann die innere Uhr uns in unzähligen Situationen einen Strich durch die Rechnung macht. Und sie zeigen auch: Wir sind alle verschiedene Chronotypen.

Es geht, wie gesagt, um die biologische Uhr, die in unserem Körper tickt, entstanden in einem langen Evolutionsprozess. Diese innere Uhr besitzen alle Lebewesen; vom Menschen bis zur einzelnen Zelle. Und manchmal besitzt so ein Lebewesen gleichzeitig sogar verschiedene innere Uhren. Roenneberg zeigt in vielen Beispielen auf, was geschieht, wenn die Chronozeit mit der Echtzeit kollidiert.

Wir wissen es alle aus eigener Erfahrung, dass, wenn wir ein Leben gegen die innere Uhr führen, dieses uns auf Dauer wenig bekommt. Ein Beispiel ist der bekannte Jetlag wenn wir uns von Kontinent zu Kontinent fliegen lassen. Es ist also bestimmt zum Vorteil, mehr darüber zu wissen. In vielen Fällen dankt es uns der Körper mit mehr Wohlbefinden oder weniger Stress.

Die Geschichten sind spannend zu lesen; weil, die soziale Zeit, nach der wir Menschen leben, nicht identisch ist mit unserer ganz persönlichen innern Uhr. So schafft sie manchmal sehr ungewöhnliche Situationen.

 

Till Roennebergs Interesse an diesen inneren Vorgängen wurde wie zufällig in jungen Jahren im Familien- und Freundeskreis geweckt. Dieser Kreis blieb ihm bis in die Erwachsenenjahre erhalten und nährte seinen Wissensdurst. Roenneberg studierte Physik, wechselte, unbefriedigt, zur Medizin. Neugierig wollte er unbedingt alles über den Menschen erfahren und landete schliesslich in der Biologie. Er las „Berge von wissenschaftlichen Artikeln und Büchern“, die damals noch gar nicht zum Anfangsstudium der Biologie gehörten. Bald jedoch wandte er sich der Labortätigkeit zu. Er war endlich auf ein grosses Feld gestossen, das ihn später via die Photobiologie, Neurophysiologie und Hirnforschung zur eigentlichen Sache, der Chronobiologie zurückführte.

In der Einleitung zum Buch – ein eigentlicher kurzer Lebenslauf – bekommen wir alles zur Hand, um uns als Leser mit Interesse hinter die diversen Fallbeispiele und ihre wissenschaftliche Erklärung zu machen.
 

Till Roenneberg, geboren 1953 in München, studierte an der Universität München und dem University College London und forschte mehrere Jahre an der Harvard University. Er ist heute Professor am Institut für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Autor erforscht als einer der ersten Wissenschaftler die Chronotypen des Menschen.

Das Buch ist im Dumont Verlag erschienen zum Preis von CHF 30.50.