Stell dir vor du kommst nach Hause und dein Zuhause ist ein einziger Rauch- und Russklumpen. Oder all deine sorgsam gehüteten Habseligkeiten schwimmen im Wasser. Deine Notizbücher, dein Tagebuch, all deine Versicherungspapiere, all das, was nachweislich deine Identität ausmacht ist verschlammt, verbrannt und du stehst vor dem Nichts, einem einzigen Chaos.
"Na und" würde ich sagen, wenn mir das passieren würde. „Na und?!“ Denn all meine wichtigen Daten, alles was ich an geistigem Besitz gesammelt habe, ist gerettet. Mit einem einzigen lässigen Griff an meinen Gürtel kann ich zur nächsten Polizeidienststelle gehen und mich ausweisen. Oder zu meinem Verleger gehen und ihm das Manuskript für mein nächstes Buch übergeben. Ja ich brauche deswegen noch nicht mal zu ihm hinfahren sondern schicke ihm einfach einen Link zum BLOG wo ich es aufbewahre. Quasi von der halb angesengten Bank gegenüber meiner Hausruine.
Und wenn ich eines Tages das Zeitliche gesegnet habe und meine Bücher längst nicht mehr im Buchhandel zuvorderst stehen - und noch nicht einmal mehr im Brocki zu finden sind - dann braucht man bei Google nur meinen Namen einzugeben - und schon hast du Zugriff auf mein gesamtes Lebenswerk.
Diese Zeilen übrigens schreibe ich im Seedammcenter in Pfäffikon. Es sind Leute um mich herum, ich bin mitten im Zeitgeschehen drin, muss nicht zuhause hocken in der Einsamkeit, weil Frau und Tochter für ein paar Tage ausgeflogen sind. Alles was es braucht ist meinen iPad. So bin ich immer mit der Welt verbunden - und nur 3 Sekunden von Seniorweb entfernt. Und glaubt ja nicht, dass ich nicht einer von Euch bin. Mit meinen bald 70 Jahren reize ich alles aus, was mir zu weiterer Unabhängigkeit gereicht.
Und ganz wie von selbst bedankt sich mein Hirn, dass es immer was zu tun hat, nicht nur im Vergangenen rumschwelgen muss sondern herausgefordert wird, das Letzte und immer wieder das Letzte aus sich herauszuholen…