Lasst mich bitte schnell noch mal ein paar Gedanken loswerden. Nein ich sitze nicht am Computer und mein Hirn sendet über die Nervenbahnen auch keine Impulse an meine rechte Hand, die früher gewöhnlich als Schreibmaschine benutzt wurde...
Nein, ich sitze gemütlich in meinem Ohrensessel mit meinem Bildschirm und der grossen Touchscreen-Tastatur auf dem Schoss und brauche nicht mal meine Brille, um das, was ich grad schreibe, auch zu sehen. Ich würde das jetzt nicht machen - oder nur mit Widerwillen und Pflichterfüllung - wenn ich an einem sogenannten Arbeitsplatz sitzen müsste, um meinen Schreibverpflichtungen nachzukommen.
Ich bin ein unbegabter unwilliger Pflichtenmensch, seit Geburt. Erfinder und Kreativ-Profis müssen von Natur aus Unruhestifter sein, ständig alles verbessern, den Alltag querdenken, die Pflicht gegen das Lustvolle austauschen, sonst funktioniert das nicht.
Habt ihr schon mal eine Katze über Tage und Wochen hin beobachtet? Hat die einen festen Platz für ihre Arbeit des Müssiggangs? Sicher nicht, denn sie bevorzugt mal da... mal woanders zu liegen. Das habe ich jetzt im Alter mit den neuen Technologien und Werkzeugen endlich auch hingekriegt:
Mal arbeite ich als sogenannter Couch-Potato, zu deutsch "Sesselpupser" wie z.B. jetzt, wo ich diese Zeilen aus meinem Hirn auf die iPad-Tastatur sende. Mal sitze ich auf einem anderen Sessel oder im Liegestuhl auf dem Balkon. Und brauche noch nicht mal den Ort zu wechseln, um die Nachrichten im Fernsehen mir anzuschauen. Denn mein Monitor, auf dem ich schreibe, bietet mir auch die wichtigsten Fernsehprogramme wie natürlich auch die Nachrichten und neuesten Meldungen aus der Wirtschaft.
E-Learning sollte meines Erachtens von ganz anderen Voraussetzungen ausgehen. Es braucht keine Computer mehr, um sich im Netz auszutauschen und zu vergnügen. Man muss keine Programme lernen, um auf Seniorweb was zu lesen oder zu schreiben. Man braucht keinen Arbeitsplatz für den PC, die Tastatur, die Maus. Alles viel zu umständlich und einengend. Wo Du auch immer gerade sitzt - auch unterwegs auf der Parkbank - da bist Du mit der Welt verbunden...
Nein und nochmals nein!!! Ich bin kein Verkäufer und auch kein Werber für Apple und sein iPhone oder iPad. Ich bin einfach mit meinen knapp 70 absolut begeistert, wie diese neuen Hightech-Werkzeuge meine Lebensqualität steigern und ich endlich keinen Unterschied mehr darin sehen muss zwischen arbeiten, leben und relaxen. Das ist bei mir kein "Entweder-Oder" sondern ein überzeugtes "Sowohl-als-auch". Vielleicht gibt es ja Nachahmer und ich helfe gerne dabei, wenn Ihr Näheres über diese Möglichkeiten wissen wollt.
Wenn doch alles so einfach ist, wenn der Anwender kein Programm mehr lernen muss. Warum soll da noch jemand mehr Infos nötig haben. Das Gerät kaufen, noch besser schenken lassen und los gehts.
Ah das Gerät benötigt auch noch Strom. Zu dumm ich wollte unabhängig sein, frei. Ich wollte auch in meinem "Reduit" nicht auf Kommunikation verzichten.
Gruss jubi
Zwischen Zwingli und Müssiggang
Ich bewundere Dich, dass Du quer denken kannst und nicht nur das, sondern auch querliegen. Du siehst Deiner Katze zu, die nur tut, was ihr passt, die nie am gleichen Ort ihre Pfoten reckt. Katzen gehorchen nicht. Katzen sind nicht einmal auf Menschen fixiert, sondern allenfalls auf Jagdgebiete vulgo Haus und Garten.
Hunde sind anders. Es gibt nichts Reaktionäreres als Ehegatten und Hunde. Ein Hund schmöckt jeden Tag am selben Baum. Er hat seine Vorlieben, zu liegen, nämlich dort, wo wir es ihm verboten haben. Aber auch ein Gehör, das ihn weckt, wenn ich nachts aus dem Schlafzimmer aufs Hüsli muss. Dann steht er schon in der Stube und von seinem Hingefläztsein auf der Chaise longue zeugen nur noch die zurückgebliebenen Haare.
Jeder Hund und jeder Mann sind auf Tage verloren, wenn die Hausfrau etwas in der Wohnung umstellt. Dann schleichen Hund und Herr sozusagen mit eingezogenem Schwanz durch die traurig ungemütlich gewordene Wohnung und trauern unsern Gewohnheiten nach.
Nein, ich halte mich an meinen Hund und an Zwingli, aus dessen Kirche ich schon in meiner Adoleszenz ausgetreten bin. Ich muss arbeiten, ich brauche zum Arbeiten Arbeitsdisziplin und keine Ablenkung.
Alles andere wäre Müssiggang und der ist bekanntlich aller Laster Anfang.
Unsere Familie lebt auf relativ engem Raum zusammen. Wir beiden über-Siebziger lieben es, bei besonderen Anlässen die ganze Familie um uns zu haben. Bei der Beerdigung von Wolfgang waren wir zeitweise zu neuzehnt und zu einundzwanzigst in unserer Stube versammelt. Bei Häfeli-Kabis und Kürbisauflauf.
Nun überlegen wir uns, ob wir unser Wohnzimmer nicht ausbauen sollten. Denn Enkelin Lisa könnte uns zu Urgrosseltern machen. Bei Zwillingen wären das schon 23 Personen. Und dann an Weihnachten, wenn noch die Basler dazukommen?
Das Hotel Bären in Kölliken wird am 4. Dezember endlich wieder eröffnet. Eigentlich hätten wir es in Pacht nehmen sollen, unsere Famile wäre dann unsere beste Gastig!
Aber eben, dann ist der Hznd wieder nicht zufrieden. Und ich streife traurig durch mir ungewohnte Räume.
Lassen wir es bei der heutigen Wohnstube. 23 Personen bringen wir schlimmstenfalls auch noch herein!