Leben

Der Stress mit den SBB-Automaten (1)

Der Stress mit den SBB-Automaten (1)

 

Als Rentner und "Neuling" im Bahnfahren bin ich erbost über die Behandlung als "potentieller Straftäter" und möchte die Sachlage hier kurz schildern:

OK. Es ist bereits nahe zwei Jahre her. Die Buse habe ich nie bezahlt. Als Senior muss man hier hart bleiben, wenn man sich im Recht fühlt. Psychisch hat mich das über lange Zeit ganz schön mitgenommen. Noch heute rastet das Erlebnis ein, wenn der Kontrollör auf mich zu kommt...

Beschwerde

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf die Ankündigung einer Buse vom heutigen Tag, ausgestellt von der Person U164758 um 15:33 mit Zug 7760 von Nidfurn-Haslen Richtung Netstal.

Als Rentner und "Neuling" im Bahnfahren bin ich erbost über die Behandlung als "potentieller Straftäter" und möchte die Sachlage hier kurz schildern:

Eine befreundete Person schenkte mir im Februar 2008 eine Mehrfartenkarte NIDFURN-HASLEN NETSTAL, wohlwissend, dass ich Mühe habe mit dem Ticket-Automaten. Ich bin seit mehr als 20 Jahren kaum mehr Zug gefahren - und wenn, dann in Begleitung meiner Pflegetochter, die sich jeweils um die Fahrausweise kümmerte.

Heute nun wollte ich diese Mehrfahrkarte erstmals nutzen. Ich kam etwas spät weg von meinem Zuhause und schaffte es gerade noch in den fast wieder losfahrenden Zug in Haslen. Einen Entwertungsautomaten konnte ich im Zug nicht entdecken. Schwer atmend und dampfend vom Rennen auf den Zug sass ich denn guten Gefühls im Wagen - als ein paar Minuten später eine Ticketkontrolleurin den Zug betrat. Ich ging davon aus, dass sie - wie das immer so war - meinen Fahrschein entwerten würde. Stattdessen musste ich feststellen, dass ich von ihr wie ein "Straftäter" - ja womöglich cleveren "Wiederholungstäter" behandelt wurde.

Die Dame Nummer U164758 hörte überhaupt nicht zu. Es schien sie nicht zu interessieren und sie meinte schlicht: Es könne ja sein, dass ich mit dieser Masche quasi bis 2011 (also bis zum Verfall der Karte) reisen würde, wobei mir in der Tat darauf die Worte fehlten. Sie brauchte geschlagene 10 Minuten, bis sie meine Daten aufgenommen hatte. Nur widerwillig unterschrieb ich, weil ich mich absolut zu unrecht behandelt fühlte.  Ich hatte schliesslich ein Billet und ging fest davon aus, dass ich dieses Billet im Zug entwerten kann. So wie ich das aus dem Tramfahren kenne in Zürich- wenngleich ich da auch schon ein halbes Jahrzehnt nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es absolut unvorstellbar, dass - wenn man mit gültigem Ticket in den Zug steigt - automatisch zum Straftäter wird.

Auf der Rückfahrt zum Bahnhof Haslen habe ich nun das abgespeckte "Kundencenter der Bahn" einmal genauer studiert - so aus der Situation heraus, wenn man wie ich aus Richtung Schwanden an den Bahnhof kommt und entsprechend Zeit hätte, sich mit dem Automaten-Counter näher zu befassen.  Die Überprüfung der Situation am Bahnhof Haslen aus meiner persönlichen Sicht:

Die Position des Entwerters am Bahnhof sollte m.E. neben dem Ticketautomaten sein - das wäre für mich logisch. Und ein wenig warnenden oder informierenden Hinweistext sollte es am Ticketentwerter doch auch geben. Nämlich, dass diese Gerätschaft überhaupt ein Ticketentwerter ist - und dass man im Zug keine Chance mehr hat, sein Ticket zu entwerten und damit mit 80 Franken gebüsst wird. Es ist wirklich unglaublich, was sich die Bahn hier einfallen lässt. Oder eben unterlässt. Denn man muss schon Insider sein, um diese Regeln zu verstehen.

Ich möchte hierzu Ihre schriftliche Stellungnahme und kündige jetzt schon an, dass ich in meiner Funktion u.a. als freiamtlicher Redaktor der Südostschweiz diese Sachlage in die Öffentlichkeit bringe. Bahnfahren sollte auch für Rentner attraktiv gemacht werden - meinen Sie nicht auch?

Mit freundlichem Gruss

David McLion

Wie ging es weiter? Da ich nicht weiss, wie man ein PDF anhängt, werde ich einen zweiten Artikel draus machen...