Als der Vertreter einer möglichst lebenslangen Kür bin ich bekannterweise stets auf der Suche, mir die Pflichten zu versüssen. Ein Lebenskünstler versucht sich ja nicht um die Pflichten herumzudrücken (?) sondern diese so schmackhaft anzureichern, dass sie zur Kür werden - quasi, dass man Bock auf diese Pflichten hat.
So pendelt der Geist im „Zwischen“ dem Einen und dem Einen. Bitte über diesen Satz erstmal nachdenken. Zeit nehmen, das zu verstehen. Aufhören diagonal zu lesen. Wir alten KnackerInnen haben doch endlich Zeit und Muse während des Lesens uns wieder einmal zurückzulehnen… zu schmunzeln, wenn uns ein Gedanke gefällt.
Leben hat mit Atmen zu tun... einatmen... ausatmen. Um das Leben in Schwung zu halten gilt es immer wieder Abstand zu nehmen, loszulassen, den Zwang rauszunehmen.
Kolumnenschreiber sind arme Schweine. Nicht wenn es um die tägliche Berichterstattung geht, denn da gibt es Stoff in Hülle und Fülle. Vielmehr wenn es um lebenstaugliche Themen geht. So wie ich mal die Kolumne "Lebenskunst im Alter" bediente. Das hält man auf Dauer nicht durch. Eben, weil es sehr stark mit dem Abstand nehmen zu tun hat. Da muss man wieder raus, denn man kann die Kunst des Lebens ja nicht täglich neu erfinden.
Lieber Bernhard Schindler... recht so! Hast Dich ein Berufsleben und darüberhinaus „geschunden“. Jetzt aber mal wieder raus an die frische Luft. Und tief durchatmen. Ein... und wieder aus... Und raus aus dem Kolumnenkäfig. Rein in die Kür. Nur schreiben wenn es wieder sprudelt und überzulaufen droht. Du hast es geschafft. Du hast Dich befreit vom reinen Pflichten. Wir sind stolz auf Dich... :-) David