Gesellschaft

Wochenthema vom 6.3.2011 bis 13.3.2011

Wochenthema vom 6.3.2011 bis 13.3.2011

'Exgüsi !' das ich mit dem neuen Wochenthema erst jetzt, am Montag daher komme, die Tage vergehen manchmal wie im Flug ....

Schreiberinnen und Schreiber kennen sie, den einen ist es ein wares Schreckgespenst, den anderen nur eine kleine Gedankenschlaufe die daraus heraus gemacht werden muss --- die Angst vor den leeren, noch unbeschriebenen schneeweissen Papier. Da beginnen die Gedanken zu drehen, Sätze werden zusammengedacht, umformuliert, mit neuen Gedanken ergänzt, gekürzt, in ihrer Aussage von allen möglichen Seiten angeschaut, orthografisch hergerichtet und, wenn's dann soweit ist, auf's Papier gebracht.

Vielleicht kannst du von deiner 'Angst' vor dem leeren Blatt etwas schreiben --- das ist unser Thema dieser neuen Woche. Es darf ganz ernsthaft, oder auch lustig, schalkhaft oder spielerisch sein. Vielleicht hast du ja sogar ein Rezept wie du dich davor rettest ?

Gute Woche an euch alle       Hannes

 

Kommentare

Bild des Benutzers Gisa

'Angst' vor dem leeren Blatt

Zum Abschied in meine Pension schenkten mir die jungen Frauen ein schönes schwarzes Buch mit weissen unbeschriebenen Seiten. Es ist in Leinen gefasst und hat einen feinen Nadelstreifen. Sehr edel.

Die ersten zwei Jahre schaute ich es immer wieder an, blätterte in den leeren Seiten. Da flüstert doch etwas: “ Bitte nimm deinen schönen Stift und lasse ihn über unsere Blätter fliessen“. Aber vielleicht habe ich mir das auch eingebildet, denn was soll ich in das schöne Buch schreiben? Da es ein besonderes Buch ist, umhüllte ich es auch mit transparenter Folie, ich möchte es schützen. Eine Schleife schmückte und hielt die vielen Seiten zusammen.

Jetzt waren schon drei Jahre vergangen und nichts stand im Buch drin, warum nur? Wieder hörte ich die Seiten flüstern: „ Schreib, schreib, wir warten doch so sehr“. Als was soll ich es benutzen? Ein Tagebuch, habe ich bereits, einen Roman, dann ist das schöne Buch bald hinfällig oder was?

Endlich, aber es sind jetzt fast fünf Jahre vergangen. Vieles ist passiert, ich musste Altes loslassen, Neues annehmen. Mein ganzes Berufsleben“ frei-geben“, viele Personen dazu, jetzt ist jetzt es eine innere Befreiung. Nun konnte ich auch wieder mein ehemaliges Atelier besuchen. Danach nahm ich das schöne Buch in die Hand und wieder hörte ich ganz feine Stimmen, sie flüsterten: „Komm, schreib endlich, du hast so schöne Stifte, nimm einen in die Hand und beginne“. Da begann ich zu schreiben, zuerst zaghaft, dann immer lebhafter. Jetzt ist es mein Erlebnis-Buch, alle meine Unternehmungen, besondere Erlebnisse, alles steht da drin, mit und ohne Foto oder Bild, ich liebe das Buch.

Bald ist es voll und dann?

Bild des Benutzers ulla

Angst vor......

Zwar kenne ich die Angst vor dem „weissen Blatt“ kaum. Ich schreibe stets gerne, spontan und manchmal – es sei gestanden – auch etwas kopflos. Schreiben ist für mich, da kein Muss mehr, reine Entspannung, gar spielerisches Tun.

Und doch ist sie mir nicht fremd – nämlich die Blockade, das Zurückschrecken oder vielleicht der Respekt vor der Reinheit einer Leinwand, die in ihrer Blösse danach ruft, von mir gstaltet, bemalt zu werden. Ich wage es kaum, den ersten Pinselstrich oder Klecks anzubringen. Sie erscheint mir so rein und erhaben. Wie kann ich da über sie herfallen und ihr Gewalt antun? Am liebsten möchte ich sie so bewahren, weiss belassen und mich daran – an diesem doch so vollkommenen Nichts – erfreuen. Schliesslich greife ich erneut zu den Pinseln, tue mir dies an, diesen schwierigen Prozess, der nie vollauf zufriedenstellend ist. Ich habe mich oft gefragt: WARUM? Ganz einfach, weill ich es nicht lassen kann und immer wieder hoffe, gerade dieses Mal von der Muse geküsst zu werden.