Kultur

Wochenthema vom 27.3. bis 3.4.2011 VERLÄNGERT bis 10.4.2011

Wochenthema vom 27.3. bis 3.4.2011 VERLÄNGERT bis 10.4.2011

Das neue Wochnthema heisst :  "Mein erster Kontakt mit dem Ausland"

Das ist ein Vorschlag den Ulla gemacht hat. Dazu können sicher fast alle etwas schreiben, wo und wann war das, wie ist es dir dabei ergangen, die Vorbereitungen, die Reise, die Vorfreude ... Flugangst, Reise-Stress, ... kleine und grosse Überraschungen am Zielort, und so weiter.

Ferien, Studienaufenthalte, Städtereisen ... was kommt dir dazu in den Sinn ?  Schreibe deine Eindrücke hier auf !

 

Kommentare

Bild des Benutzers Gisa

"Mein erster Kontakt mit dem Ausland"

Zwei Austauschschüler aus Frankreich waren bei einer Familie in der Strasse, wo wir lebten. Ich selbst war vielleicht so 12 Jahre alt, für heutige Zeiten „weit hinter dem Mond“. Da würden die jetzigen jungen Mädchen sich eins lachen. Die smarten  Franzosen suchten den Kontakt zu uns, sie waren ca. 2-3 Jahre älter. Waren wir doch  fast noch kindlich.

Sie waren charmant, sehr sogar und spritzig. Einer versuchte, zu mir Kontakt zu finden, das schmeichelte mir natürlich. Ich war begeistert, wie „ nett“ er Deutsch sprach, aber auch skeptisch, denn dieser junge Ausländer war so anders als die Buben in der Gegend. Lange Rede, kurzer Sinn, eben dieser junge Franzose versuchte mir einzureden, dass nur Franzosen gut küssen können. Und das in einem reizenden Tonfall!

Ja, das war mein erster Kontakt mit dem Ausland.

Bild des Benutzers Ruth Suter

Sprachaufenthalt in England

Mein erster Auslandaufenthalt war auch mit dem ersten Flug verbunden. In London wurden wir von der Schule in Bournemouth am Flughafen mit einem Kleinbus abgeholt und direkt vor die Haustüre der Gastfamilie gefahren. Ich wohnte bei den Hendy's, einem älteren Ehepaar, in der Acland Road. Praktisch die ganze Strasse waren Backsteinhäuser, nur das Haus "Windyridge" war ein Bungalow. Die Landlady zeigte mir mein Zimmer und servierte mir bald das erste Menu: Ein Lammkotelette mit grasgrünen Erbsen! Der Landlord war ein netter kleiner Mann, der gerne im Garten arbeitete. Die Frau hatte im Haushalt das Sagen.  In der Stube zwitscherte ein Wellensittich. Dieser konnte zeitweise frei im Zimmer herum fliegen. Er flog den Menschen gerne auf den Kopf und pickte sie ins Ohr. Ich hoffte immer, dass er andere dafür aussucht, doch kam ich hie und da auch dran. Am Montag fuhr ich mit dem Bus in die Sprachschule. Wir wurden unseren Kenntnissen entsprechend in verschiedene Klassen eingeteilt. Mein Englisch war noch in den Anfängen. Montag- bis Freitagmorgen hatten wir Unterrricht und dazu noch am Nachmittag vom Montag und Mittwoch. Ich lerne bald Renate, eine deutsche Frau, kennen. Wir kauften uns alte Fahrräder und schwänzten am Nachmittag hie und da den Unterricht. Bournemouth liegt am Meer und in den Sandbanks war es angenehmer als im Schulzimmer. Meine Landlady half mir bei den Schulaufgaben. Sie lernte Deutsch und schrieb sich die Worte auf einen Zettel, den sie während des Abwaschens immer wieder ansehen konnte. - Renate und ich wollten möglichst viel von England sehen und so fuhren wir jeweils mit dem Bus oder Zug am Wochenende in den New Forest, nach Cornewall, Portsmouth, Brighton usw. Alles machte auf mich einen tiefen Eindruck und so füllte ich Reise- und Tagebücher mit Fotos, Theaterbilletten, Eintrittskarten von Ausstellungen usw.  Die Schüler kam sich blöd vor untereinander Englisch zu sprechen, waren doch die meisten aus der Schweiz, aus Deutschland oder Oesterreich.  Nach einem halben Jahr konnte ich mich zwar etwas besser verständigen als am Anfang. Renate und ich beschlossen vor unserer Rückreise ins Heimatland einen Abstecher nach Schottland zu machen. Auf der Hinreise fuhren wir von London bis Edinburgh mit dem Car. In der Nacht gab es für alle eine Wolldecke. Nebst Edinburgh besuchten wir auch Glasgow und sahen ab und zu Männer in Schottenröcken. Die Rückreise nach London erfolgte per Bahn. Wir unternahmen zusammen noch eine Stadtführung und Renate fuhr nach Frankfurt a/M. Bis ich aufs Flugzeug musste, konnte ich mir den Film über das Leben von Glen Miller in einem grossen Kino ansehen. - Die Engländer erlebte ich als freundliche und nette Menschen. Ungewohnt war ihr Anstehen in Kolonnen vor Kinos, Theater oder vor Abfahrt des Buses.  Twiggy, der Minirock, die Beatles, die Rolling Stones usw., dies alles kam viel später...

Bild des Benutzers Hannes Kohler

Thema bis 10. April verlängert !

Liebe Schreiberin, lieber Schreiber

Das Thema "Mein erster Kontakt mit dem Ausland" könnte doch noch mehr 'hergeben'.  Gerne hoffe ich, dass mir niemand Vorwürfe macht wenn dieses Thema noch einmal eine Woche bestehen bleibt !

Vielleicht ist es auch der Einen oder dem Anderen so gegangen wie mir, habe ich doch eigentlich einen Beitrag dazu im Kopf, bin ich nur 'noch nicht dazu gekommen (!?)' den auch hier anzufügen. Also, nüt verunguet, dieses Thema bleibt aktuell. Wenn jemand ein neues Wochenthema beginnen möchte, dann einfach machen bitte !

Allen eine schöne Woche      Hannes  :o)

Bild des Benutzers Brigitte Poltera

Es ist anders als du denkst ..

Zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs bin ich zum ersten Mal aus der Schweiz gereist, um in Manchester als Au-Pair-Mädchen in einer Familie Englisch zu lernen, nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre und einem Jahr Berufsarbeit  in Neuchâtel. Mein Vater begleitete mich bis London. Ob er mir die Reise allein nicht zutraute oder ob er selbst einen Grund suchte, um ins Ausland zu reisen?

Trotzdem ich nie daran zweifelte, dass ich die Arbeit bewältigen könnte, verlangten mir die ungewohnte Hausarbeit und das Kochen für eine sechs-, später siebenköpfige Familie viel ab. Ich arbeitete sechs Tage in der Woche und bekam dafür £ 2 1/2 Lohn, der mir für meine Bedürfnisse und  für eine zweiwöchige Reise zum Abschluss meines Englandjahrs ausreichte.

Ich lebte in einer intakten Familie mit vier, später fünf Kindern. Meine Landlady war Sozialarbeiterin und  arbeitete als Familienberaterin. Bei ihr habe ich ohne viele Worte gelernt, einen Haushalt zu organisieren, was mir später im eigenen Haushalt zugute kam. Da sie ihr fünftes Kind erwartete, blieb sie abends gerne zu Hause und schickte mich ins Theater, in die Oper, ins Kino. Ich fand englische Kolleginnen und Kollegen in einer nahegelegenen Freikirche. Kirchliche Jugendgruppen waren mir vertraut: Im Kanton Schwyz in der Diaspora aufgewachsen, lernte ich, dass man den Katholiken die Stirn zu bieten hatte. In England ging man grosszügiger um zwischen den Konfessionen. Ich lernte, dass Gott viele Namen hat. Meine Englischlehrerin erzählte mir, sie habe an einem Weihnachtsabend bei der Bombardierung von London alles verloren. Von einem guten Gott müsse ihr niemand mehr erzählen …

Hingegen erlebte ich zum ersten Mal Apartheid, stellte verwundert fest, wie gross damals in England die Abneigung gegen dunkelhäutige Menschen war (in Zürich gab es 1956 noch kaum Inder und Afrikaner). Meine Kusine, welche vor mir als Au-Pair-Girl gearbeitet hatte, stellte mir in Manchester heimlich ihren ägyptischen Freund vor und beschwor mich, sie bei meiner Landlady nicht zu verraten. Später heiratete sie ihn und ich habe die beiden 1960 in Kairo besucht.

Meine Familie war schottischer Abstammung und besass ein kleines Ferienhaus in Kinloch Ranoch, einem kleinen Dorf, wo wir alle Schulferien verbrachten. An meinem freien Tag erkundete ich die Gegend zu Fuss mit dem Hund oder mit dem Velo. Oder ich fuhr mit Bus oder Velo durch einsame Hochmoore und über die mit Erikastauden bewachsenen Hügel nach Pitlochry in die nächstgelegene Kleinstadt. Dort fand jährlich ein schottisches Musikfestival statt. "Dieses Bild wirst du niemals mehr vergessen", erkläre mir der vierzehnjährige Sohn der Familie, der das Festival mit mir besuchte. Er hatte Recht: Alle diese Bilder leben noch heute tief und bunt in meinen Erinnerungen.

Was du auf Reisen antriffst, ist immer anders als du denkst – Reisen macht grosszügig ... und süchtig.

Bild des Benutzers desertrat1

Mein erster Kontakt mit Afrika

Wie alles begann?

ich las schon in meiner Jugend viele Reise-und Abenteuer Bücher, wie z.B. Karl May, Rene Gardi und Attilio Gatti etc.

Bewegt von all den vielen Geschichten und Abenteuer entstand in mir ein starker Fernweh-Trieb.

Arbeitsplätze im Ausland zu finden war in den 50er Jahren schon sehr schwierig. Wer war schon bereit, einem unbekannten Schweizer, dessen Zeugnisse man nicht verstand einen Job zu garantieren? Und diese Jobgarantie war unbedingt nötig um in einem fremden Land eine Arbeits-und Niederlassungsbewilligung zu erhalten.

Doch irgendwann fand ich ein Inserat, in dem Telephonietechniker für Südafrika gesuchte wurden.

Kurz gesagt ich packte die Chance und unterschrieb einen 3 jährigen Vertrag mit der staatlichen Telefondirektion von Südafrika. So entstand mein erster richtiger Kontakt mit dem Ausland. im Oktober 1955 begann meine Reise nach Südafrika.

Wenn man zu jener Zeit jemandem erklärte man gehe nach Südafrika, dann kam zuerst jeweils keine Entgegnung vom Gesprächspartner. Ausser vielleicht ein scheues mmmm? einem fragenden Gesichtsausdruck. Na wo liegt denn das?

Afrika ahaaa? Dort wo die Leute schwarz sind. Viel mehr wussten meine Verwandten und Bekannten auf alle Fälle nicht.

Es gab ja kein Fernsehen, kein Internet und das telefonieren war noch sündhaft teuer vor allem ins Ausland.

Meine Reise begann am Bahnhof Zürich-Enge, über Calais, dann die Fähre nach Dover in England. Von dort nach London, wo ein Hotelzimmer für mich reserviert war. Hier merkte ich zum ersten mal wie schlecht ich die englische Sprache verstand.

Den Lehrer in Zürich, den hatte ich fast immer verstanden, aber diese Dame an der Rezeption des Londoner Hotels, die sprach ganz anders????

Nun ich bekam trotzdem mein Zimmer.

Am folgenden Morgen musste ich zum Bahnhof wo der sogenannte Boattrain abfahren sollte. Das war ein Zug der nur für Passagiere reserviert war, die auf das bestimmte Passagierschiff wollten. Das Ziel war der Hafen von Southampton.

In meinem Fall hiess das Schiff Athlone Castle. Castle Lines das war zu jener Zeit eine der grössten Schifffahrtsgesellschaften für Afrika und Australien.

Auf dem Schiff wurde man nach der Namensprüfung zu seiner Kabine gebracht. Als Single musste ich meine Kabine mit 2 Herren teilen. Es war eine Innenkabine was einen etwas tristen Eindruck hinterliess. Die Kabine hatte den Charme einer Gefangenenzelle. Zwei Betten ein Kajütenbett auf Kopfhöhe und ich als jüngster der Kaninenbesatzung musste ins Kajütenbett.

Nach der Hafenausfahrt, die für viele Passagiere mit grossem Tränenausstoss begossen wurde, gelangten wir in den Ärmel Kanal. In der Nacht darauf erreichte das Schiff die Biscaya, diese ist bekannt, dass dort sehr oft schlechtes Wetter herrscht. Das war auch zu dieser Zeit der Fall und als ich am Morgen zum Frühstück in den Speisesaal wanderte, merkte ich schon das da Schiff etwas schaukelte, im Speisesaal angelangt musste ich feststellen, dass ich einer der wenigen Passagiere war der Hunger verspürte.

Anscheinend hatte die Mehrheit meiner Mitreisenden das Bedürfnis ihren Mageninhalt  des Vortages wieder loszuwerden.

Sobald das Wetter auf dem Atlantik besser wurde stellte sich bei allen wieder das natürliche Hungergefühl ein. Und ich sass nicht mehr alleine am Esstisch sondern hatte Gesellschaft von 5 ältere englischen Damen und Herren, die mir sehr freundlich und hilfreich waren beim lesen und verstehen der etwas seltsamen Menukarte. Aber ich lernte dabei auch mich besser in der englische Sprache auszudrücken. Sehr oft gab es viel zu lachen resp. zu schmunzeln denn laut zu lachen war vermutlich nicht very British.

Vierzehn Tage auf diesem Kahn, der ca. 700 Passagiere fasste und nur einen Landgang erlaubte auf Las Palmas um Frischwasser und Früchte zu bunkern, waren nach meiner Meinung genug, als wir in Kapstadt landeten.

Das war eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse am Morgen, beim Sonnenaufgang, die Landung in Kapstadt. Ich hatte die erste Etappe meiner Reise erreicht unddurfte wieder mal auf festem Boden laufen.

An diesem Tag wurden wir (wir waren Total 5 Schweizer) von unserem neuen Arbeitgeber in und um Kapstadt herumgefahren und es machte auf uns einen fantastischen Eindruck, das Kap der Guten Hoffnung, der Chapmans Peak Drive, die Hout Bay, der Botanische Garten Kirstenbosch etc. und vor allem das schöne warme Wetter.

Am Abend desselben Tages wurden wir zum Dampfbetriebenen Zug Richtung Johannesburg und Pretoria gebracht. Zwei Nächte und einen Tag dauerte die Bahnreise bis wir in Johannesburg resp. Pretoria waren.

Ab jetzt begann meine 3 jährige wundervolle Zeit in diesem schönen Land. Ich habe es nie bereut, im Gegenteil ich habe mich in das Land und die Leute verliebt. Ich zehre heute noch von den guten Erinnerungen an jene Zeit. Vor allem an das meistens schöne Wetter.

Bild des Benutzers ulla

Erster Kontakt mit dem Ausland

England! Sommer im Lake District. Als knapp Zwanzigjährige reiste ich dorthin, um in einem Holiday Fellowship Gästehaus mein English zu vertiefen. Wir waren ein buntes Trüpplein: Englische Studenten – im Einsatz als „Entertainer“ bzw. Tourenbegleiter, englische Mädchen als Küchenfeen und wir Schweizerinnen und Deutsche für alles übrige. Es war eine der unbeschwertesten Zeiten meines Lebens. Halbtags wurde gearbeitet, halbtags gelernt, wenigstens scheinbar. Denn natürlich genossen wir die Leichtigkeit des Seins, die traumhafte Umgebung, Ausflüge nach Schottland. Edinburgh, welch eine Offenbarung für ein Schweizer Mädchen aus der tiefsten Provinz Man kann also sagen, dass mein erster Kontakt mit dem Ausland ein wahrer coup de foudre war. Und die Liebe blieb (wenigstens grösstenteils).
Ulla

PS: Nun verreise ich bald in die Ferien. Die gemeinsame Geschichte muss also ohne mich beginnen.