Gesundheit

Yoga im Alter

Yoga im Alter

von Jacqueline Siegfried

 

(Bild geschützt)

Das aus Indien stammende ganzheitliche System zur Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele ist nicht nur für junge und bewegliche Menschen geeignet. Wegen seiner positiven gesundheitlichen Auswir­kungen und den sanften und schonenden Bewegungen eignet sich Yoga besonders auch für ältere Menschen.

 

Viele ältere Menschen leiden an verschlechterter Koordina­tionsfähigkeit und Körpermotorik, Konzentrations­schwäche, Bluthochdruck oder Altersdepressionen. Eine regelmässige Yogapraxis kann hier Abhilfe schaffen. Grundsätzlich kann jedermann in jedem Alter mit Yoga beginnen.

Ganzheitlicher Ansatz

Swami Vishnu-Devananda, ein grosser indischer Yoga-Meister der Neuzeit, verglich unseren Körper einst mit einem Auto. Fünf Dinge braucht es, damit ein jegliches Gefährt funktioniert: Schmierung, Kühlung, Elektrizität, Treibstoff und einen guten Lenker. Die Körperübungen des Yoga, Asanas genannt, «schmieren» die Gelenke und kräftigen Muskulatur und Organe ohne dabei Müdigkeit zu verursachen. Die im Yoga praktizierte tiefe Entspannung «kühlt» den Körper und die Atemübungen (Pranayama) setzen Energien frei und lassen diese fliessen. Unsere Nahrung ist der Treibstoff für unseren Körper und in der Meditation zügeln wir unseren Geist, den Lenker des Körpers.

 

Kein Leistungssport

Damit wird klar: Yoga ist keine reine Körperarbeit und hat schon gar nichts mit Leistungssport zutun. In vielen Yoga-Traditionen wird sogar nicht geschlossenen Augen geübt, um sich nicht von anderen Teilnehmern einer Klasse ablenken zu lassen oder in die uns innewohnende Gewohnheit zu verfallen, sich mit anderen messen zu müssen. Ziel des Yoga ist, die Übungen sehr bewusst und achtsam auszuführen und dadurch das momentane Befinden und die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.

 

Der Entspannung wird grosse Bedeutung zugemessen – heutzutage und bei uns im Westen vor allem auch da uns diese im Alltag häufig abhanden kommt. So folgt auf eine Phase der Anspannung in einer Übung immer eine Phase der bewussten Entspannung damit sich die zuvor beanspruchten Muskeln lösen können und die Energie, welche durch Stimulation der Energiekanäle während der Übung (vergleichbar mit Akupressur)  freigesetzt wurde, fliessen und sich im Körper verteilen kann.

 

Gesundheitliche Auswirkungen

Die vielfältigen Wirkungen entstehen aus der Gesamtheit der Aspekte des Yoga. So stär­ken die Körperübungen die gesamte Muskulatur und den Gleichgewichtssinn, erhal­ten und verbessern die Beweglichkeit und können Gelenkbeschwerden lindern. Die tiefe Entspannung wirkt sich wiederum positiv auf das vegetative Nervensystem aus, in dem es den Parasympathikus fördert, welcher für die Verdauung zuständig ist und den Blut­druck oder auch den Blutzuckerspiegel reguliert. Die Atemübungen bewirken nicht nur eine Erhöhung des Lungenvolumens, sondern fördern die eigene Körperwahrnehmung und verbessern somit ganz generell das Körpergefühl. Der achtsame Umgang mit seinem Körper, das Erkennen und Anerkennen von Stärken und Schwächen, das Beobachten von Atem und Gedanken bis hin zum Eintauchen in die Stille der Meditation führt zu einer positiven Lebenseinstellung und Lebensfreude.

Mit Yoga beginnen

Wer mit Yoga beginnen möchte, tut dies am besten unter Anleitung eines fachkundigen Lehrers. Spezielle Kurse für Senioren berücksichtigen die Bedürfnisse älterer Menschen und richten den Unterricht darauf aus.

Jacqueline Siegfried ist Geschäftsführerin YOYO Balance your Life GmbH in Uster.
Nähere Infos gibt’s unter: www.yoyo-balance.ch oder Tel. 043 810 18 60.

 

Anmerkung der redaktion

Yoga-Kurse für Senioren werden in vielen Turn- und Sportvereinen,  Volkshochschulen, über Pro Senectute und  in Wellness Institutionen, sowie durch unabhängige Yogalehrer speziell für ältere Menschen angeboten. Sich zu informieren, nach Probelektionen zu fragen, lohnt sich.