Eine Zeitmaschine – und wie sie entsteht
Wenn wir sie einschalten, beamt sie uns in eine andere Zeit und in eine andere Welt. Hautnah erleben wir, wie es künftig sein wird, wie es früher war. So gewahren wir es im verdunkelten Kinosaal vor der Leinwand oder in der Stube am Bildschirm.
Noch nie haben Lebende davon erzählt, was sie selber erfahren haben. Kein Wunder; ist die Zeitmaschine doch ein Produkt der Fantasie.
Von wegen! Heute gibt es virtuelle Räume, die man mit einem Fingertippen, versehen mit Kopfhörern und vielleicht gar mit einer Spezialbrille betreten kann. Der Verwandlung von Fantasie in Wirklichkeit sind keine Grenzen gesetzt.
Es geht aber auch direkter, mit Dialog und Interview. Zeitmaschine.TV ist eine Initiative für Generationendialog und gleichzeitig Integration. Gebaut wird eine Webseite als interaktives Archiv mit multimedialen Erinnerungsgeschichten von Schülerinnen und Schülern ab 14 Jahren in der Schweiz und in Deutschland. Die Jugendlichen erwerben dabei von Webrecherche bis zu Interview-Techniken breites Wissen und Können.

Premiere der „Zeitmaschine Schwabgut“.
Bewohnerinnen und Bewohner von Domicil Schwabgut und die jugendlichen Interviewpartner von 12 bis 16 Jahren.
Unter dem gemeinsamen Logo „Domicil Bern“ finden sich 16 Betagtenheime in Bern und eines in Hinterkappelen.
Das Domicil Schwabgut liegt im Schwabgut, Bern West (oder Bethlehem, wie wir Bümplizer es noch nannten), im Bereich der Schule und unter anderem auch von kulturellen Einrichtungen. Eine der zahlreichen verdienstvollen Institutionen, welche der Jugend soziale, integrative und aktive Begegnungsmöglichkeiten bietet, heisst kidswest.ch.
Dem Konzept von Zeitmaschine.tv entspricht das Projekt, das beide Institutionen gemeinsam realisiert haben.
Am letzten Novembertag präsentieren vorab die zu Recht stolzen Jugendlichen, aber auch die Projektleiter – z. B Christian Lüthi von Zeitmaschine.tv und Meris Schüpbach, Leiterin von kidswest.ch – die Ergebnisse ihrer an 4 Tagen mit 11 Heimbewohnerinnen und -bewohnern geführten Interviews. Es sind 16 Videoclips entstanden, von einer knappen Minute bis etwas über drei Minuten Dauer. Die Fragen der Jungen wirken so spannend, spontan und teilweise auch verlegen, wie die Antworten derer, die so ungeschminkt über ihr früheres Leben Auskunft geben sollten.
Was da alles innerhalb der Domicil-Mauern an gelebten oder verpassten Träumen, an ausgeübten Talenten und durchlebten Schwierigkeiten lebt und nur dank den Dialogen zwischen ganz Jungen und ganz Alten überhaupt wieder ans Tageslicht kommt! Da ist der Go-Kart fahrende Rentner, der Grenzwächter in Kriegszeiten, der Radrennfahrer, die Märitfrau, die Schamponeuse – da sind überhaupt alle die Frauen und Männer, die ihr Leben bestanden haben und nun wieder davon sprechen dürfen. Sich erinnern bedeutet auch, nochmals Emotionen durchzustehen, bedeutet auch, zwischen damals und heute zu vergleichen.
An der Vernissage waren die kurzen Aussagen über die Art der Begegnung zwischen Jung und Alt höchst aufschlussreich. Sie offenbarten Scheu, Respekt, Selbstbewusstsein. Wenn Generationen einander wirklich Aug’ in Aug’ verstehen können sollen, bleibt noch viel von der Art zu tun, was die Gäste der Veranstaltung im Domicil Schwabgut erleben durften.
Nun auf in die Zeitmaschine! http://domicilschwabgut.zeitmaschine.tv
Nochmals die übrigen Links:
http://www.schwabgut.domicilbern.ch