Eine neue Gesprächsreihe in «Sternstunde Religion» ab 1. Januar.
Im Frühling 2010 hat die «Sternstunde Religion» erstmals in der Reihe «Streitfragen» heisse Eisen der Religion diskutiert. Daran knüpft eine neue Reihe an. Die Themen haben die Zuschauerinnen und Zuschauer per Internetabstimmung gewählt: Gibt es Gott? Gibt es das Böse? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Diese Grundfragen diskutieren Judith Hardegger und Norbert Bischofberger in einstündigen Gesprächen mit profilierten Gästen aus unterschiedlichen Religionen und Wissensgebieten – kontrovers und interdisziplinär.
Sonntag, 1. Januar 2012, 10.00 Uhr, SF 1
«Sternstunde Religion»: Gibt es Gott? (Streitfrage 1/3)
Michael von Brück und Andreas Kyriacou im Gespräch mit Judith Hardegger.
Weder Ludwig Feuerbach, noch Karl Marx, noch Friedrich Nietzsche haben den Gottesglauben ausrotten können. Doch die Diskussion, die sie angestossen haben, hält bis heute an. In den westlichen Industrieländern schreitet die Säkularisierung rasant voran, immer mehr Menschen bezeichnen sich als konfessionsfrei oder als Atheisten. So auch Andreas Kyriacou, Präsident der Zürcher Sektion der Freidenker-Vereinigung der Schweiz. Nicht religiös zu sein ist für ihn vernünftig, Gott hält er für ein blosses literarisches Konstrukt. Mit ihm diskutiert der Münchner Religionswissenschaftler Michael von Brück, der seit vielen Jahren über Buddhismus und Christentum wie auch über Hinduismus forscht. Der ordinierte lutherische Pfarrer, Zen- und Yogalehrer wehrt sich zwar auch gegen traditionell christliche Gottesvorstellungen, für ihn ist der Atheismus aber nicht der richtige Weg. Wer hat die besseren Argumente? Der Gottessucher oder der Gottesgegner? Ein Streitgespräch.
Literaturtipps:
Michael von Brück (Hg.): Religion – Segen oder Fluch der Menschheit? Verlag der Weltreligionen 2008.
Regina und Michael von Brück: Leben in der Kraft der Rituale. Religion und Spiritualität in Indien. C.H. Beck Verlag 2011.
Sonntag, 15. Januar 2012, 10.00 Uhr, SF 1
«Sternstunde Religion»: Gibt es das Böse? (Streitfrage 2/3)
Doris Lier, SaÏda Keller-Messahli und Ralph Kunz im Gespräch mit Norbert Bischofberger.
Streit, Mord, Krieg, Hass: Wer wollte es leugnen, das Böse in der Welt? Nur: ist das Böse eine reale teuflische Macht oder ist es tief im Menschen verankert? Hinter der Frage nach dem Bösen lauern weitere schwierige Fragen: Ist der Mensch von Natur aus böse? Warum lässt Gott das Böse zu? Hat Gott einen Gegenspieler, den Teufel? In der zweiten Folge der Reihe «Streitfragen» streiten die Psychologin Doris Lier, der Theologe Ralph Kunz und SaÏda Keller-Messahli vom «Forum für einen fortschrittlichen Islam» über die Existenz des Bösen.
Literaturtipp:
Ingolf U. Dalferth, Karl Lehmann, Navid Kermani: Das Böse – Drei Annäherungen. Herder Verlag 2011.
Sonntag, 29. Januar 2012, 10.00 Uhr, SF 1
«Sternstunde Religion»: Gibt es ein Leben nach dem Tod? (Streitfrage 3/3)
Antje Jackelén und Loten Dahortsang im Gespräch mit Judith Hardegger
Ist mit dem Tod alles aus oder geht es irgendwie weiter? Wer, wie einige Naturwissenschaftler, ein streng materialistisches Weltbild vertritt, für den kommt nach dem Tod nichts mehr. Demgegenüber spricht der buddhistische Meditationslehrer Loten Dahortsang von Wiedergeburt, die lutherische Bischöfin Antje Jackelén von Auferstehung. Doch was meinen sie damit? Sind Jenseitsvorstellungen blosses Wunschdenken oder gibt es gute Gründe für die Hoffnung auf jenseitige Gerechtigkeit oder auf eine neue Chance? Oder müssen wir uns mit den gezählten Lebensjahren auf Erden begnügen?
Literaturtipp:
Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben. Droemer/Knaur Verlag 2010.