Lebensfragen - Lebenshilfe

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Beerdigung planen

39 Antworten [Letzter Beitrag]
18. Juli 2007 - 19:40
Häxli
Zuerst mal entschuldige ich mich für den Titel, aber mir fällt nichts passenderes ein.
Was meint ihr dazu, wenn jemand alles für seine Beerdigung selber vorbereitet. Todesanzeige formulieren und einen Text, der an der Abdankung vorgelesen werden soll schreiben. Ich muss dazu noch bemerken, dass es nicht auszuschliessen ist, dass diese Person bereits in jungen Jahren stirbt. Dieser Mensch weiss das und bereitet sich vor. Die Reaktionen im Freundeskreis sind kontrovers.
Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.

Answers

Ricca (abgemeldet)

Re:Beerdigung planen

Häxli, den Titel finde ich gar nicht unpassend und das Thema schon gar nicht!

In den letzten Monaten hatte ich sehr persönlich und direkt betroffen mit verschiedenen Beerdigungen zu tun. Dabei habe ich festgestellt, dass Angehörige beim Tod eines nahestehenden Menschen oft überfordert sind, gleich eine Beerdigung zu organisieren, die im Sinne des Verstorbenen ist.

Ich persönlich habe meine Todesanzeige bereits geschrieben, die Lieder ausgesucht, die ich gerne hören möchte und auch festgehalten, was nicht an meiner Abschiedsfeier vorgetragen werden soll.
Dabei habe ich meinen Angehörigen schon noch Freiraum gelassen, damit sie noch einige Sequenzen nach ihrem Gutdünken einbauen können.

Ganz wichtig ist mir: Wenn ich mich von dieser Welt entferne, freut es mich, wenn alle, die mich kennen, mit einem Glas Prosecco oder einem Schnäpsli auf unsere guten Zeiten anstossen und mir meine gemachten Fehler verzeihen.

Ricca
Ida

Re:Beerdigung planen

Ich finde da auch keine gegenteilige Meinung. Ich betrachte dies als letzen Wunsch und das sollte auf alle Fälle respektiert werden, egal ob die Meinungen anderer Mitmenschen auseinander gehen.
erizo

Re:Beerdigung planen

In meiner Jugend lernten wir “ Mitten im Leben sind
wir vom Tod umgeben“
Ich finde es richtig die eigene Beerdigung zu planen.
Es wird die Angehörigen etwas entlasten.
Ich selber habe alles in einem Ordner aufgeschrieben
und im engsten Freundeskreis mit ihnen besprochen,
damit später im Todesfall keiner überrascht ist
wenn ich im Gemeinschaftsgrab beerdigt werden möchte.
Einige hat dieses Vorgehen zum nachdenken angeregt.
Jeder kann selber entscheiden wie die letzte Reise
angetreten werden soll
.
Das ist Meinung von erizo der mit den Stacheln
etna

Re:Beerdigung planen

Schon anfangs der siebziger Jahre diktierte mir mein damaliger Chef das, was an seiner Verabschiedung vom Pfarrer vorgelesen werden sollte. In jener Zeit fand ich es ein wenig "komisch", aber meine Ansicht darüber hat sich geändert. Jetzt finde ich es OK.

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

zwirbel

Re:Beerdigung planen

Ich bin für die Abschiedsrede noch nicht so weit im Planen, aber den Ort meiner Bestattung weiss mein Partner. Meine Asche soll unter einem gewissen Stein mit schönster Aussicht in die Berge beerdigt sein. Vielleicht wäre es gut, wenn ich es auch noch aufschreiben würde.

Ich bin mir sicher, dass meine Mutter mit ihrem Partner auch genau bestimmt haben, was nach ihrem Tod geschehen soll. Nur vorher mit uns besprechen, das würden sie nicht tun.
Solange man noch Pläne schmiedet, gehört man nicht zum alten Eisen.
Giovanni

Re:Beerdigung planen

Was hier geschrieben wurde, findet meine volle Zustimmung. Wenn wir vorsorglich anordnen, was bei unserem Tod geschehen soll, nehmen wir unseren Angehörigen sicher einiges an Bemühungen ab.
Wie auch immer, jeder Todesfall bringt für die Hinterbliebenen viel Aufregung und Aufwand, von einer allfälligen Blockierung durch die Trauer selbst sogar abgesehen.
Wenn man seine Verfügungen trifft, so sind sie ja nicht in Stein gemeisselt und können bei Lebzeiten immer wieder revidiert werden. Ich meine aber auch, dass man in seinen Verfügungen festhält, dass den Hinterbliebenen nach wie vor freistehen soll, was sie konkret machen wollen. So hielt es meine Mutter. Sie ordnete an, dass ihre Urne im Gemeinschaftsgrab des Friedhofs beigesetzt werden solle. Ich hielt mich nicht daran, sondern liess sie im Urnengrab ihres Gatten - unseres Vaters - beisetzen, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Im übrigen befolgte ich alle ihre Anordnungen genau.
dummy

Re:Beerdigung planen

Giovanni schrieb:
Was hier geschrieben wurde, findet meine volle Zustimmung. Wenn wir vorsorglich anordnen, was bei unserem Tod geschehen soll, nehmen wir unseren Angehörigen sicher einiges an Bemühungen ab.

Ich hätte es hilfreich gefunden, wenn ich bei den Bestattungen, die ich bis anhin organisieren musste, z. B. einen Lebenslauf vorgefunden hätte und einen musikalischen Wunsch.
zwirbel

Re:Beerdigung planen

Ich hätte es hilfreich gefunden, wenn ich bei den Bestattungen, die ich bis anhin organisieren musste, z. B. einen Lebenslauf vorgefunden hätte und einen musikalischen Wunsch.

Ich denke von meinen nächsten Angehörigen weiss ich was ihr Musikwunsch gewesen wäre. Den Lebenslauf vorzufinden wäre schon wichtig, mit all den Daten und Jahreszahlen. Aber für mich möchte ich z.B. gar nicht, dass man von mir alle Daten hervorzieht und öffentlich nochmals verkündet. Ich sehe, ich muss das wirklich schriftlich festhalten....
Solange man noch Pläne schmiedet, gehört man nicht zum alten Eisen.
Elsamaria

Re:Beerdigung planen

Meine Mutter hatte den Wunsch kremiert zu werden und eine Urnenbestattung im Grab ihres geliebten Jakob, ihr Mann, mein Vater.
Mein Bruder wollte ebenfalls kremiert und sein Asche an einem von ihm bestimmten Ort im Meer versträut.

Während der langen Krankheit meiner Mutter hatte ich Punkt um Punkt aufgeschrieben wie ich nach ihrem Ton vorzugehen habe. Das war sehr nützlich.
Bei meinem Bruder, er starb mit 45 unerwartet an einem Unfall, sackte mir buchsäblich der Boden unter den Füssen weg. Seiner Lebensgefährtin hatte er anvertraut, dass seine Asche in "seiner Bucht" verstreut werden soll. Ansonsten war ich wie gelähmt und total unfähig seine Beerdigung zu organisieren.
Er hat übrigens ein einziges Bild gemalt, genau diese Bucht sozusagen aus Vogelschau.
Liselotte

Re:Beerdigung planen

Was die Musik anbelangt, denke ich, dass meine nächsten Angehörigen wissen, was mir gefällt (und was nicht)! Lebenslauf möchte auch ich eigentlich keinen verlesen haben.
Liselotte
Verena

Re:Beerdigung planen

Ich habe mir schon früh Gedanken darüber gemacht und kam zum Entschluss, meinen Mann, der nie darüber reden wollte kremieren zu lassen. Schon vor Jahren habe ich für uns eine Urne getöpfert, sie roh gelassen und nicht gebrannt, sodass die Asche in den natürlichen Kreislauf umgewandelt wird.Mein Mann hatte seinen Lieblingsplatz beim Biotop. Also begruben wir seine Asche dort in unserem Garten. Wir haben uns in der Familie entschlossen, keine öffentliche Beisetzung, nur ganz im Familienkreis zu machen. Die Kinder und Grosskinder-erzählten von ihren -Erinnerungen an unseren Dädi, sangen ihre Liedlein. Dann feierten wir mit einem Glas Wein den Abschied, der gar keiner war - es war richtig schön. Auch ich will es einmal so.
Uebrigens ganz in der Nähe gibt es einen Aprikosenspalier, der nie geblüht hatte - am nächsten Frühling aber voller Blüten strahlte. Ein schönes Detail.
Draht

Re:Beerdigung planen

Verena, so wünschte ich das auch für mich. Aber meine Frau möchte ein richtiges Begräbnis. Sie ist es ja, die es erleben wird und damit fertig werden muss. Wenn ihr das hilft - mich wird es nichts mehr angehen.
Häxli

Re:Beerdigung planen

Ich bin erfreut über die vielen guten Antworten, die es bis jetzt auf meine Frage gegeben hat. Gestern abend haben wir im Kreise von fünf Frauen dieses Thema auch aufgegriffen und alle waren der Meinung, dass solche Vorbereitungen für die Hinterbliebenen hilfreich sind.
Als wir uns dann über unsere Wünsche austauschten kamen aber exakt fünf verschiedene Varianten und das gab eine gute lebendige Diskussion.
Wichtiges Detail daraus war, dass den Hinterbliebenen noch genug Spielraum verbleiben sollte, damit auch für sie die Abdankung stimmt. Sie müssen ja mit dem Verlust und den Reaktionen der Trauergemeinde leben.
Zum Thema Lebenslauf ja oder nein, fanden es drei nötig,um den Anwesenden nochmals das Leben der/des Verstorbenen näher zu bringen.
Für mich möchte ich - jedenfalls im heutigen Zeitpunkt - eher keinen Lebenslauf. Meine Vergangenheit gehört mir und wer mich kennt weiss auch darüber Bescheid und die anderen geht es nichts an. Es gibt ja sowas wie 'Beerdigungstourismus', vor allem in einem so kleinen Nest wie bei uns. Da gehen die alten Leute an alle Beerdigungen. Ist doch so schön, wenn man den oder die überleben konnte. Und genau wegen diesen Leuten will ich keinen Rückblick. Aber ich werde mir Gedanken machen über dieses Ritual, das jedem von uns irgendwann bevorsteht. Dazu gehört dann auch eine Patientenverfügung.
etna

Re:Beerdigung planen

Draht schrieb:
Sie ist es ja, die es erleben wird und damit fertig werden muss. Wenn ihr das hilft - mich wird es nichts mehr angehen.

Draht, ich wünsche Euch beiden ein langes, gutes Leben, aber wie kannst Du so sicher sein, dass es Dich nichts angehen wird? Auf einen gewissen Altersunterschied kann man sich nicht verlassen.

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

dummy

Re:Beerdigung planen

dummy schrieb:


Ich hätte es hilfreich gefunden, wenn ich bei den Bestattungen, die ich bis anhin organisieren musste, z. B. einen Lebenslauf vorgefunden hätte und einen musikalischen Wunsch.


Dazu möchte ich noch fügen, dass ein Lebenslauf nicht unbedingt bei der Beerdigung vorgetragen werden muss - es soll keine Pflicht sein - andererseits entdeckte ich beim Lebenslauf Seiten eines Freundes oder Bekannten, die ich gar nicht kannte und sehr interessant und wissenswert fand.
Elsamaria

Re:Beerdigung planen

bitte nimmt mir ein kleines Schmunzeln meinerseits nicht übel. Es betrifft "Lebenslauf". Als der Pfarrer den Lebenslauf meiner Mutter, verfasst von meinem Bruder, las, änderte er den Text leicht. Da war nämlich zu lesen, dass die Elsamaria drei Monate nach der Heirat das Licht der Welt erblickte, er aber las: "Schon bald nach ihrer Heirat ... ecc".

Ansonsten meine ich, dass Lebensläufe vor allem den Hinterbliebenen zu einem lieben Andenken werden können.
wels

Re:Beerdigung planen

Ich finde es vor allem den Kindern gegenüber wichtig, dass man einen Lebenslauf aufschreibt. Sie haben ja viele Jahrzehnte der Eltern nicht miterlebt oder können sich wenig daran erinnern und müssen dann unter Zeitdruck diese Informationen zusammensuchen. Ob er dann verwendet wird oder nicht, spielt keine Rolle, ausser man will das vorher schriftlich festlegen.
Eine Abdankungsfeier mit Lebenslauf ist zudem wesentlich persönlicher, für die Anwesenden interessanter als wenn nur die üblichen Bibelstellen besprochen werden.
Giovanni

Re:Beerdigung planen

Mich beschleicht beim Hören des Lebenslaufs einer verstorbenen Person jedesmal ein peinliches Gefühl.
«De mortuis nil nisi bene» So heisst ein alter Rat. Das heisst, man solle von der verstorbenen Person nichts als Gutes berichten. Dass aber jedes Menschenleben von Licht und Schatten begleitet ist, geht dabei verloren. Für mich ist es dann problemstisch, den Lebenslauf von jemandem anhören zu müssen, den ich zu Lebzeiten recht gut gekannt hatte.
Ein Zyniker stellte einmal fest, es sei begreiflich, dass es mit der Welt immer mehr bergab gehe, denn den Lebensläufen entsprechend müssten offensichtlich alle guten Menschen unter dem Boden sein.
Für mich selber habe ich angeordnet, dass auf das Verlesen eines Lebenslaufes unter allen Umständen zu verzichten sei. So hielten es auch meine Eltern, und wir hielten uns daran. Deswegen waren die Trauerfeiern nicht schlechter als viele andere.
etna

Re:Beerdigung planen

Die vielen Antworten betreffend Trauerfeiern und Lebensläufe etc.haben mir einen Spruch in Erinnerung gerufen, den ich von meinem Vater stets anlässlich der Trauer bei Beerdigungen hörte. Er sagte:
Anstatt zu weinen, wenn jemand stirbt, sollte man eigentlich fröhlich sein, dennn dann ist das Leben mit all seinen Härten vorbei. Weinen sollte man, wenn jemand auf die Welt kommt, dann fangen all die Leiden des Lebens erst an.

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

Brigitte Poltera

Re:Beerdigung planen

ich werde meine beerdigung bewusst nicht oder nur ganz wenig planen: schliesslich ist sie nicht mehr meine sondern sache der hinterbliebenen für meine freunde und bekannten.
eine verabschiedung nur im engsten familienkreis finde ich von der familie oft etwas egoistisch, da der oder die verstorbene ja auch einen freundeskreis hatte, der nicht ignoriert werden sollte.
ich erinnere mich dabei an eine gleichaltrige arbeitskollegin, der ich mich verbunden fühlte. erst nach ihrem fuer mich überraschenden tod erfuhr ich mehr von der mir damals unbekannten tragik ihrer lebensumstände.
heute noch bedaure ich, dass ich nicht von ihr abschied nehmen konnte - ihre asche wurde auf einem berg zerstreut, trotzdem ihre nahezu 100jährige mutter im pflegeheim weilte und das zerstreuen der asche kaum übernehmen konnte ..
Verena

Re:Beerdigung planen

Giovanni meint, er hätte jedesaml ein komisches Gefühl beim zuhören eines Lebenslaufs. - Ich auch . Gerade weil ja gar nicht der wahre - sondern ein geschönter Rückblick auf das Leben des Verstorbenen erzählt wird.
Da weiss jedermann,dass einer ein Familientyrann war, ein "Süffel" usw.
Aber jetzt soll er plötzlich eine schmerzliche Lücke hinterlassen ?
Diese Verlogenheit ist es doch, was stört.
Warum kann man nicht einfach erzählen, dass dieser Mensch grosse Mühe mit seinem Leben hatte? Das gäbe wenigstens eine Möglichkeit für die Hinterbliebenen sich mit dem Verstorbenen zu versöhnen.
Dann diese leeren Bibelsprüche, die niemand mehr zu trösten vermag !
etna

Re:Beerdigung planen

Mir geht es auch so, Verena! Der Umstand, dass jemand nun nicht mehr da ist, macht aus einem Bösewicht sehr oft einen halben Heiligen. Und das stört mich auch ganz gewaltig. Weil es so verlogen ist. Und niemandem gerecht wird.

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

Häxli

Re:Beerdigung planen

Genau, und aus diesem Grund habe ich jetzt über meinen zu verlesenden Text geschrieben 'Kein Lebenslauf'. Wie das dann ankommt bei der Trauergemeinde, weiss ich auch nicht. Aber für mich würde es so stimmen. Wenn meine Angehörigen noch etwas Eigenes zusätzlich machen wollen, so ist das durchaus möglich. So sind alle zufrieden.
Floriatosca

Re:Beerdigung planen

Meine Mutter, die 2003 im Alter von 102 Jahren verstorben ist, hatte ausdrücklich gewünscht, dass kein Lebenslauf verlesen wird. Sie wollte überhaupt keine Abdankung, nur die Beisetzung der Urne im Grab ihres Mannes, meines Vaters. Daran habe ich mich gehalten und ich hatte den Eindruck, dass die Trauergäste froh waren, dass es so eine schlichte Beerdingung war.
etna

Re:Beerdigung planen

Floriatosca, das kann ich gut verstehen. Und wenn, wie bei mir, gar keine Angehörigen mehr da sind, und bei meinem Mann nur sehr wenige, im Leben schon mehr als uninteressiert am Onkel, dann ist das ein guter Weg.

Wir haben beide beschlossen, dass wir kremiert und im Grab meiner Eltern, in Urnen, beigesetzt werden, ohne Zeremonie, und dass dies in der offiziellen Anzeige erst nachträglich publiziert werdern soll. Wurde bestattet. Ist ja doch niemand mehr da, und wer uns noch kennt, der ist auch so zufrieden. Oder dann eben nicht!

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

Marianne Loser

Re:Beerdigung planen

Ich konnte mit meiner Mutter ihren ‚letzten Willen’ genau durchbesprechen. So wünschte sie sich unter anderem an der Beerdigung ein Orgelspiel ihres Göttibuben, was ich dann auch organisieren konnte

Da meine Geschwister und ich keinen eigentlichen Lebenslauf vorlesen wollten, schrieben wir anstelle eines Lebenslaufes einen Abschiedsbrief an unsere Mutter, in welchem wir auf die Eigenschaften unserer Mutter eingehen und ihr gleichzeitig auch für Vieles danken konnten.

Der Pfarrer hat für uns diesen Brief an der Beerdigung vorgelesen, welcher mit den Worten ‚Liebes Mutti……’ begann.
wels

Re:Beerdigung planen

Was spricht eigentlich für eine Beerdigung im Familienrahmen und nachträglicher Todesanzeige?
erizo

Re:Beerdigung planen

Fehler,wurde gelöscht.

Beitrag geändert von: erizo, am: 23.07.2007 18:59
Draht

Re:Beerdigung planen

Es gibt hie und da Todesanzeigen, die vom Betreffenden zu Lebzeiten verfasst wurden. Das widerstrebt mir zwar, aber ich möchte doch auch sagen können, dass ich dankbar bin dafür, dass ich lebe. Ich empfinde es als unermessliches Geschenk, dass ich als Teil der Natur die Welt und meine Mitmenschen erlebe. Es gäbe eine zu lange Liste, alles aufzuzählen, was ich als Glück im Leben empfinde, also lasse ich es sein.
dummy

Re:Beerdigung planen

wels schrieb:
Was spricht eigentlich für eine Beerdigung im Familienrahmen und nachträglicher Todesanzeige?

Ich finde gar nichts, wels, denn so möchte ich es für mich.

Aber ich kenne Leute, die es unverständlich finden, wenn sie nicht Abschied nehmen dürfen von einem Bekannten, Freund oder Familiemmitglied.
Liselotte

Re:Beerdigung planen

dummy, diejenigen Leute, die dies unverständlich finden und noch gerne Abschied nehmen würden, hätten sich vielleicht besser zu Lebzeiten als Freunde bemerkbar gemacht ...
Liselotte
dummy

Re:Beerdigung planen

Liselotte schrieb:
dummy, diejenigen Leute, die dies unverständlich finden und noch gerne Abschied nehmen würden, hätten sich vielleicht besser zu Lebzeiten als Freunde bemerkbar gemacht ...
Liselotte


Das eine hindert das Andere nicht - wer sagt denn, dass sie zu Lebzeiten nicht schon enge Freunde waren?
Genau deshalb könnten sie sich vor den Kopf gestossen fühlen.
Kurt Engelbrecht

Re:Beerdigung planen

Man kann auch in aller Stille Abschied nehmen.
Ich habe während meiner Tätigkeit als Treuhänder die Erfahrung gemacht , dass nicht immer die Angehörigen die "Nächsten" sind.
Kurt
Fritz Dürst

Beerdigung planen

Heute war ich an einer Abdankung - und wieder einmal mehr fühlte ich mich bestätigt: so will ich es nicht. Eigentlich habe ich bereits aufgeschrieben, was ich alles möchte bzw. was nicht. Da ich allein lebe und die Organisation nach meinem Tod weder meinen Verwandten (Nichte) noch meinen Freunden (entweder eher zu alt oder dann aber zu jung) überlassen möchte, habe ich im Internet geforscht, ob es allenfalls Organisationen gibt, welche den Ablauf nach meiner Vorstellung planen und durchführen würden.
Ich möchte keine der konventionellen Formen, sondern kremiert und verstreut werden. Jemand müsste dann organisieren, dass Freunde und Bekannte zu einem gemütlichen Umtrunk in einem Restaurant oder z.B. einer Waldhütte zusammenkommen.

Kennt jemand etwas in dieser Richtung?

Fritz

 

Fritz Dürst
Ibergstrasse 51
8405 Winterthur
fritz.duerst@gmx.ch
www.fritz-duerst.ch

Fritz Dürst

Beerdigung planen

Kaum hatte ich meinen Beitrag geschrieben, bin ich im Internet auf diesen Dienst gestossen:

http://www.institut-pieta.ch/

und damit kann ich wahrscheinlich gut weiter planen.

Danke aber einewäg für weitere Tipps

Fritz Dürst
Ibergstrasse 51
8405 Winterthur
fritz.duerst@gmx.ch
www.fritz-duerst.ch

nekosan

Naturbestattungen

Pamuk schrieb:
Kaum hatte ich meinen Beitrag geschrieben, bin ich im Internet auf diesen Dienst gestossen:

http://www.institut-pieta.ch/

und damit kann ich wahrscheinlich gut weiter planen.

Und ich fand diesen Link http://www.ewigesalpengluehn.ch/, als ich nach alternativen Beerdigung suchte.

Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst. Seneca, röm. Philosoph

Meine Homepage  Mein Fotoalbum

Fredi Krebs

Seine Beerdigung vorbereiten

Es ist durchaus ein Thema, das man ansprechen darf, bzw. sollte.

Gerade kürzlich ist eine Kollgin gestorben die wusste, dass sie nur noch 6 Monate zu Leben hatte. Statt dass sie in Trauer tief versunken ist, plante sie mit "Freude" ,Herz und Liebe, ihr letzte Reise. Sie schloss ihre Kinder bei der Planung ein. Gemeinsam liessen sie ihr Leben revue passieren und sie schrieb entsprechend ihren Lebenlauf für ihre Abdankungsfeier. Sie malt ihr Kärtchen für die Todesanzeige, stellte die Musik zusammen und bedankte sich bei allen ihren Bekannten für all die schönen Stunden in ihrem Leben.

Ich bin überzeugt, dass sie ohne Verbitterung und mit dem Wissen, dass ihre Bekannten bei der Abdankung ihr letztes Geleit ohne tränen, sondern mit Frieden und Freude tragen würden.

So war es dann auch.
Ich sah weder ihre Kinder noch ihre Freunde und Bekannten in tiefer Trauer, und niemand hatte geweint.
Mir machte es den Eindruck, dass alle teilnehmenden, erlösend und in einer grossen Zufriedenheit ihr letzter Weg begleiteten.

Nach dieser "wunderbaren" Beerdingung der Kollegin machte ich mir sehr viele Gedanken, genau über die Frage: Seine Beerdigung selber organisieren oder nicht?
Heute bin ich überzeugt, ja. Der Tod kann auch Dein "Freund"werden.
Das Sterben muss nicht immer etwas sehr trauriges sein, es kann auch befreiend und erlösend sein.

iloma

Organisieren

mit den Kindern zusammen? Das liegt sicher nicht jedem. Mit meinen Kindern darüber ein Gespräch zu führen ist schlichtweg unmöglich. Aus diesem Grund habe ich der Patientenverfügung ein paar Gedanken  beigelegt... (bei jeder Neufassung manchmal etwas Widersprüchliches, aber es gilt ja sowieso die letzte Fassung). Nun, bei mir gibts ein farbenfrohes Fest (nur die Musik steht noch nicht fest) und die Asche wird nach der neuesten Version in den Rhein geschüttet... (hoffentlich überlebt der das...). Und wenn mein Ende für mich nicht traurig ist, dann soll es für meine Nachfahren auch nicht traurig sein.

iloma

 

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

mupli

Beerdigung

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es sehr wichtig ist, dass dieses Tabuthema irgenwann einmal in der Familie auf den Tisch kommen sollte.

So wusste ich vor bald 9 Jahren exakt genau wie die Beisetzung meines Vaters organisiert werden musste. Auch, dass Thema Nachlass sollte zu Lebzeiten besprochen werden.

Als im letzten Januar meine Schwiegermutter starb wusste ich auch genau wie es ablaufen muss. Sie hat mich etliche Jahre vor ihrem Ableben ganau informiert inkl. Überführung und Beisetzung im Ausland. Sie bat mich sehr darum, dass ich zu gegebener Zeit es für sie organisieren solle. 

Etwas zeitaufwendig war stets nur die Nachlassverwaltung.

Es ist gut wenn die ganze Familie einmal zusammensitzt sich 3 bis 4 Stunden Zeit nimmt, Notizen macht um den letzten Willen eines Menschen nach seinem Tod zu erfüllen. Wie erwähnt geht es schlussendlich um den letzten Willen. 

Eine Geburt eines Menschen plant man ja auch, trifft Vorkehrungen damit alles gut geht ! Zwischen Geburt und Tod liegt das Leben.