Viele wandern nach Spanien, Frankreich, Thailand usw. im Alter aus.
Kennt ihr Schweizer oder Deutsche welche in die Türkei auswanderten ?
In der Gegend von Antalya sollen etwa 8'000 Rentner aus Deutschland leben.
Ich spiele selber mit dem Gedanken für ein paar Jahre oder länger in die Türkei auszuwandern.
Gruss Santiago
Answers
Re:Auswandern Türkei
War dort einige Male in den Ferien und hatte losen Kontakt zu Schweizer und Deutsche, welche dort leben und überwiegend begeistert waren.
Mindest zu jener Zeit sehr günstig, gutes Klima und freundliche Menschen:
Bin gespannt auf Berichte von Leute, die heute dort leben oder welche kennen.
Hanspeter
Re:Auswandern Türkei
Ja vielleicht wohnen auch wir Schweizer Ehepaar 59/60 bald einmal dort. Haben bereits vor 4 Jahren in der Türkei unseren Alterssitz dort eingerichtet.
Wir wohnen dort am südöstlichen Mittelmeer gegenüber der Insel Zypern, welche mit dem Schnellboot in 2 Stunden erreichbar ist, und etwa 450 KM südlicher als Antalya
Ein paar wenige deutsche und englische Rentner wohnen auch dort in der Gegend.
Schweizer haben wir dort noch nie angetroffen.
In der Gegend dort gibt es keinen europäischen Massentourismus
Einmal ist ein pensionierter Freund mit uns in die Türkei mitgekommen.
Die meisten Bekannten von uns haben aber einfach Angst. Wovon wissen sie auch nicht.
Die Infrastruktur wie Autobahnen, Expressstrassen, Apotheken, Aerzte, Zahnaerte und Einkaufsmärkte
usw. sind super modern. Nebst den MIGROS welche zwar nur teurer ist, als die einheimischen Supermärkte findet man in Mersin auch einen riesengrossen Carrefour. Und sollte Einem dies nicht reichen fährt man nach Adana zum M-REAL und deutschen PRAKTIKA.
Die Menschen dort sind sehr hilfsbereit und gastfreundlich. Die meisten Frauen dort in der Gegend tragen auch kein Kopftuch.
Die Landschaft und das Meer sind traumhaft.
Das Leben dort im Vergleich zu uns ist recht billig.
Einzig die Flugverbindungen sind meistens mit umsteigen in Istanbul verbunden.
Sende noch einen Link über die Gegend dort von einem deutschen Reisebüro.
www.kizkalesi-reisen.de
Gruss Santiago
Re:Auswandern Türkei
Abseits vom Massentourismus, mit gastfreundlichen Menschen, keine Teppich-, Leder und Schmuckfabriken.
Niemand wird böse wenn man auf dem Markt nichts kauft, sondern sich nur umschaut.
Auch die Preise sind günstig, ohne grosse Preisfeilschereien.
Die Ecke dort ist kulturell sehr interessant. Es ist eine frühchristliche Gegend. Nicht weit ist es auch nach Tarsu wo man die Überreste des Geburtshauses von dem Apostel Paulus besichtigen kann.
Oder etwas weiter nach Antakia wo die Stätte des Apostel Petrus liegt.
Auch nach Kappadokien sind es nur etwa 4 Autostunden.
Es gibt dort wirklich sehr viel zu sehen.
Gruss Santiago
Re:Auswandern Türkei
Schöne Bilder, schöne Landschaften. Mich würde die Burg mitten im Meer interessieren. Ist sie begehbar?
Also auf weitere Einzelheiten bin ich sehr interessiert.
Werde aber nicht dort wohnen, weil es mit einer kleinen AHV doch zu teuer ist.
wünsche dir ein schönes Wochenende
Re:Auswandern Türkei
Ja die Burg aus dem 3. Jahrhundert im Meer kann man besichtigen. Entweder man schwimmt die 200 Meter rüber, wobei man zur Hälfte im flach abfallenden Sandstrand noch stehen kann.
Meistens sind wir aber zu bequem und mieten für eine Stunde ein Trampiboot.
Wenn wir das Boot nehmen haben wir die Chance, dass wir noch sehr gross Wasserschildkröten sehen.
Mit der monatlichen AHV Rente kann man dort 2-3 Monate leben.
Gruss Santiago
Re:Auswandern Türkei
Musste u.a. auch mal in die Kontrolle vom Zahnarzt dort in der Türkei. Dieser hat ihm vor einem Jahr alles Zahnimplantate eingesetzt im Oberkiefer.
Sagte mir alles sei super - hat vor vier Jahren alles Implantate reinmachen lassen im Unterkiefer.
Die Praxis ist supermodern dort, und mancher Zahnarzt hier würde grün vor Neid ob der Einrichtung.
Die Qualität sei hervorragend, hörte ich auch noch von 3 anderen Rentnern - über den Preis......
muss man sich fast schämen.
Sagte nun könne er wieder wie ein Junger "beissen".
Re:Auswandern Türkei
Die grosse Ungewissheit über die Türkei wird noch geschürt durch die vielen "Flüchtlinge" aus der Türkei die bei uns und in Europa einwandern, sowie die Ehrenmorde die auch bis zu uns gelangen und auch die Freiheiten der Männer und die Unterdrückung der Frauen, und, und, und.
Ob das erstrebenswert ist in ein solches Land auszuwandern muss schlussendlich jeder für sich alleine entscheiden.
rw
Re:Auswandern Türkei
Was braucht man mehr als schönes Wetter, liebe hilfsbereite und gastfreundliche Menschen und eine tadellose technische und medizinische Infrastruktur.
Das Thema Frauenunterdrückung wird immer wieder von den westlichen Medien verbreitet.
Wenn man die Familien etwas näher kennt, etwas türkisch spricht merkt man das die Frauen hochangesehen sind.
Auch auf den Behörden sind Frauen als Vorsteherinnen der Polizei, der Finanzämter wie auch bei den Banken alles andere als eine Seltenheit.
Ja auch in politischen Ämtern sind die Frauen vertreten. Auch der Premierminister der Türkei war von 1993 bis 1996 eine Frau Tansu Ciller.
Im Gegensatz zur Schweiz welches zu den letzten Ländern gehörte wo endlich das Frauenstimmrecht 1971 eingeführt wurde, hatte dies die Türkei schon 1934 eingeführt.
Um die Klischeevorstellungen auszuräumen gegenüber der Türkei welche viele noch haben braucht es noch Zeit.
Erstaunlich ist, dass viele Rentner aus Belgien, Holland, Deutschland und aus skandinavischen Ländern sich bereits in der Türkei niedergelassen haben.
Herzlichen Gruss
Santiago
Re:Auswandern Türkei
Freuen uns wieder darauf.
Re:Auswandern Türkei
Warum sprichst du von zweiter Heimat ?
Bist du Heimatlos dass du nicht weisst wo du eigentlich hingehörst ?
Es kommt mir vor wie die reiche Arroganz (auch Steuerflüchtlinge) die angeblich ihren Wohnsitz in den Schweizebergen haben, (Graubünden, Berner Oberland, Wallis etc.) jeden Preis für Boden und Haus bezahlen, somit alles massiv verteuern, deren Wohnungen und Häuser meistens leer stehen, die Einheimischen ihre überteuerten Wohnungen nicht mehr bezahlen können und ausziehen müssen.
pierino
Re:Auswandern Türkei
Sie scheinen sich in ihren Worten arg vergriffen zu haben. Ob es nur Neid ist, kann ich nicht beurteilen.
Nun zu ihrer Frage:
Wir und meine Frau sind nicht staatenlos sondern ansässige Schweizerbürger, Stambaum seit über 400 Jahren.
Wir beide wurden in verschiedenen Schweizer Firmen nach über 20-jähriger Betriebszugehörigkeit wegrationalisiert, weil man das Unternehmen verjüngen wollte.
Na ja, die Firma wo ich gearbeitet hatte, ging vor 3 Jahren in Konkurs und die Firma in welcher meine Frau arbeitete steht nun auch vor dem Konkurs.
Und Stellensuchende über 50 + haben in der Schweiz praktisch keine Chancen.
Soviel Geld hatten wir nie, dass wir an bekannten Tourismusorten in der Schweiz Land und Haus zusätzlich, neben unserer hypothekfreien Wohnung in der Schweiz dort kaufen konnten. Hat uns auch nie interessiert.
Wir freuen uns aber, dass wir seit bald 10 Jahren in der Türkei eine Residenz haben, direkt am Meer. Übrigends ausschlaggebend war nie der Preis dort, sondern die Menschen, das Klima, Berge und das Meer.
So haben wir Schweizer in der Türkei auch die "Aufenthaltgenehmigung" und in etwa einen Jahr auch zusätzlich zum Schweizerpass auch noch den türkischen Pass.
Übrigends als Schweizer kann man Doppelbürger sein, gibt 800'000 Auslandschweizer.
Am Montag fliegen wir wieder ab in unsere Zweitheimat um das Leben zu geniessen.
LG Santiago
Re:Auswandern Türkei
Doch bin ich anderseits froh, nicht immer Zensur üben zu müssen, da ich recht gerne auch quere Meinungen stehen lasse - sofern sie sich nicht spiralförmig aufschaukeln und zu gehässigten Antworten oder Dialogen führen.
Gruss aus Nicaragua
Hanspeter Moderator
Re:Auswandern Türkei
Hoffe, dass der Hurikan ALMA jetzt oder bald vorbei ist bei dir.
Herzliche Grüsse
Santiago
Re:Auswandern Türkei
bin hier Neu im Forum. Es freut mich das ihr auch die Türkei als 2. Heimat gewählt habt. Ich wohne seit 6 Jahren in der Nähe von Alanya.
Da fühle ich mich sehr wohl. Es sind wirklich viele Deutsche,Österreicher,Holländer und Schweizer in dieser Gegend.
Es ist schön wenn man dem kalten Wetter entfliehen kann. Vom Gemüsemarkt bin ich nach 6 Jahren immer noch total begeistert.Obst und Gemüse so weit man schauen kann. Natürlich schmeckt es total lecker. Wo bekommt man im Dezember schon 1 Kg gute Erdbeeren für umgerechnet 1.- Euro?
Ich genieße die Zeit in der Türkei sehr. Man lernt immer mer Menschen kennen die einige Wochen oder sogar Monate in der Türkei sind. Man trifft sich am Strand,in der Fußgängerzone oder einfach mal auf einen Trink oder Kaffee.
Man ist einfach mehr in der Natur und der frischen Luft als das in Deutschland möglich ist.( Wetter abhängig)
Ich kenne auch viele Deutsche die nur die 2-3 Sommermonate wieder nach Deutschland flüchten, weil es in dieser Zeit wirklich sehr heiß ist. Aber die anderen Monate sind einfach traumhaft.
Recht liebe Grüße Jutta
Re:Auswandern Türkei
Es freut mich sehr, dass die Türkei auch zu deiner 2. Heimat geworden ist. Die Türkei bietet ja eine so schöne Lebensqualität, freundlich hilfbereite Menschen, schöne Berge, dass Meer und meistens ganz schönes Wetter.
Wir leben direkt am südöstlichen Mittelmeer zwischen Silifke und Mersin, etwa 10 KM von Kizkalesi (Mädchenburg) entfernt.
Bei uns leben eine Handvoll Deutsche, Dänen, Holländer, Engländer und wir sind auf etwa 100 KM Küstenabschnitt die einzigen Schweizer.
Unsere Gegend ist noch richtig türkisch und so sind wir immer daran türkisch zu lernen.
Wir haben schon viele schöne Ausflüge mit Bus oder Auto gemacht nach Zentralanatolien und in die Südtürkei.
Auch die traumhafte Küste zu dir hinauf über Annamur, Belek, Side, Antalya bis Kemer haben wir im letzten Frühsommer gemacht.
Das Land ist ja traumhaft schön und wir hoffen, dass wir dies noch viele Jahre geniessen können.
In den Somermonaten Juli und August flüchten wir wegen der Hitze auch in die Schweiz, da uns Temperaturen über 40 Grad doch zuviel sind.
Herzliche Grüsse Santiago
Auswandern
Hallo Jutta
habe deinen Bericht mit grossem Interesse gelesen! Kennst du jemanden, der vielleicht in der Nähe von Antalya wohnt? wir sind Ende März für ein paar Tage in Antalya und möchten uns gerne mit Leuten die dort leben oder überwintern treffen!
Bis dann...
Liebe Grüsse
Renata und Edi
Gedanken ans AUSWANDERN ...
Ich überlege mir nächstes Jahr ein paar Monate eine
Wohnung an der türkischen Aegäis Land & Leute
kennenzulernen ....
Weiss jemand , wie man am besten zu einer Mietwohnung
kommt ..... gibt es deutsche oder ch-er Clubs in der
Region Kusadasi, Kemer, Side, Belek , Alanya ?
Oder wohnt jemand aus der Schweiz schon in dieser
Gegend und könnte behilflich sein ?
Vielleicht hätte ja auch jemand eine Wohnung, die eventuell
später zum kaufen wäre.
Für ernstgemeinte Inputs oder Anregungen bin ich euch sehr dankbar !
Gruss Davidoff64
Leben in der Türkei
Lieber Davidoff64
Wir wohnen etwa 300 KM von Alanya entfernt am südöstlichen Mittelmeer.
In Alanya und drum herum wohnen etwa 10'000 deutsche Rentener. Es ist wie es so schön heisst die deutsche Türkei.
Wir wohnen in der türkischen Türkei direkt am Meer im grössten Zitronendorf- Infrastruktur ist top, inkl. ärztliche Versorgung / Spital und Zahnärzte alles vorhanden. In der Provinzstadt Erdemli ca. 50'000 Ew, etwa 10 KM von uns entfernt kriegt man alles.
Zwischendurch gehen wir auch mal nach Mersin ca. 1. Mio. Ew. mit allen westlichen Supermarktketten etc. 45 KM von uns entfernt.
Die Insel Zypern liegt 60 KM vor unserem Balkon entfernt und mit dem Schnellboot ist man in 2 1/2 Stunden in Zypern.
Im Gegensatz zu Alanya muss man bei uns schon etwas türkisch können, was aber lernbar ist.
Wohnungen mieten ist überall kein Problem - beim Kauf muss man aber aufpassen, dass man keinen Schrott kauft.
An der Ägäis beginnt der Sommer relativ spät. Und wegen der Luftfeuchtigkeit kann es in den Wintermonaten kalt werden d.h. 18 Grad in der Wohnung ist wegen der Luftfeuchtigkeit recht kalt und man braucht eine Heizung resp. gute Klimaanlage welche umstellbar ist (Heat/Cool)
Wir ziehen es vor die Monate vom Dezember bis Februar in der Schweiz zu verbringen. Wegen der grossen Hitze sind wir auch im August in der Schweiz.
Sollten Sie denoch ernsthaft in Betracht ziehen in der Türkei zu wohnen kann ich Ihnen schon helfen. Am Besten teilen Sie mir dies per E-Mail mit.
LG Mupli
NB : Im Anamur Forum welche von einem ausgewanderten Schweizer betrieben wird hat es viele gute Informationen.
aa
wenns da so paradiesisch ist, dann stoppe man doch sofort die Einwanderung von Türken in unser herzuloses kaltes superteures Land!
Mehr Deutsche wandern aus in die Türkei
Wels@
Also erstens muss jeder selber rausfinden wo es für ihn paradisisch ist. Für die einen ist es die Karibik, für die andern Thailand. Wobei letzteres Land völlig im Trend liegt, vor allem auch bei älteren leicht pflegebedürftigen Schweizer. Und als Kompensation kommen viele Superreiche in die Schweiz.
Zweitens wandern immer mehr junge gut ausgebildete Deutsche und auch Holländer in die Türkei aus und eröffnen dort ihr eigenes Geschäft. Sie haben seit 5 und mehr Jahren Erfolg. Wenn es Kontrollbesuche von Verwandten und Freunden gab, flogen diese in der Regel sehr nachdenklich wieder zurück. Wer hätte dies den so gedacht, kam mehrmals auf deutschen TV - Sendern. Kein Wunder in einem Land mit rund 10 Prozent Wirtschaftswachstum - darüber lachen aber die europ. Auswanderer, den sie haben ein enormes Wachstum in ihren Geschäften.
Drittens, die Türken kommen schon lange nicht mehr. Ein paar Ausnahmen mag es geben. Deutschland klagt bereits, dass über 40'000 Türken zurück gehen (3/4 aber Junge) und nur noch 15'000 Türken im Jahr nach Deutschland einwandern.
Viertens, auch in der Türkei ist es nicht so warm im Winter, wie vielleicht Viele denken. Alanya mag ja mit 15 bis 20 Grad noch gehen. Unweit von der Küste entfernt auf 1'000 Meter hat es wie in der Schweiz, schnell Minustemperaturen und Schnee und Glatteis.
Ein Billigland wie vielleicht Viele denken ist die Türkei auch schon lange nicht mehr. Preislich in vielen Dingen ähnlich wie Deutschland.
Denoch ist es sehr schön in der Türkei zu leben, wo man seine Freiheit fast grenzenlos ähnlich wie in Kanada geniessen kann.
Da ich......
weder Kanada noch die Türkei kenne, würde es mich interessieren, was ich unter "seine Freiheit leben" denn verstehen muss oder soll. Ich bin mir bis jetzt jedenfalls, wo ich mein Leben zubringe, noch nie als unfrei vorgekommen.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
andere Länder
Erst wenn man diese Länder kennt, merkt man wieviel Platz und Freiheit man hat.
Bald 8 Mio. Ew. in der Schweiz ! Gewisse Politiker denken sogar laut darüber nach, dass die Schweiz auch Platz für 10 Mio. Ew. hätte.
Vielleicht kommt irgendwann später auch ein neues Gesetz, dass man rechts gehen muss auf dem Gehsteig, damit man nicht ineinander " tütscht" ?
Ich gebe allen hier anwesenden Tuerkeiauswanderern recht
Ich bin neu hier und habe mir mit großem Interesse die Kommentare durchgelesen und gebe den anwesenden Tuerkeiliebhabern recht. Ich lebe seit fast 9 Jahren bei Dalaman, gegenueber der griechischen Insel Rhodos, in einem der wichtigsten Zitrusfruchtanbaugebiet der Tuerkei. Wir liegen genau in der Mitte zwischen Antalya und Izmir (jeweils 300 km entfernt), haben einen eigenen, internationalen Flughafen (der zweitgrößte in der Tuerkei). Reisende nach Marmaris, Fethiye oder Kas landen bei uns. Ich bin Deutsche, habe hier aber eine Bekannte aus der Schweiz, die noch länger hier lebt und kann nur bestätigen, wie schön es in der Tuerkei ist. Wir leben auch in einem Gebiet wo nur wenig Tourismus ist, immer noch ein Geheimtipp fuer Individualisten und gerade das finden wir schön. Unsere beiden Strände wurden prämiert als schönste Strände der Tuerkei und einer davon sogar als schönster Strand Europas (Iztuzustrand im Caretta-Delta bei Dalyan, Brutplatz der Caretta-Schildkröte) . Man wird nicht von Händlern angesprochen, man geht normal einkaufen und bleibt unbelästigt. Ich kenne keinen Auswanderer, der es jemals bereut hätte, hierher gekommen zu sein. Im Gegenteil, sogar ein 75jähriges Paar, das nach 16 Jahren dachte , es geht wieder zurueck in die alte Heimat und alles verkaufte und nur nach 9 Monaten wieder da war, weil sie es nicht ausgehalten haben. Die Tuerkei ist jedoch nichts fuer Menschen, die mit der Gemuetlichkeit der Orientalen nicht zurecht kommt. Die Menschen sind unwahrscheinlich gastfreundlich. Man braucht aber Gelassenheit und darf kein Pedant sein, dann ist man hier rundum gluecklich. Ich wuerde nur im äussersten Notfall zurueck gehen, wobei mir nicht eine Situation einfällt, die man nicht hier auch bewältigen könnte.
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Türkeiliebhaber
Ich bin neu hier und habe mir mit großem Interesse die Kommentare durchgelesen und gebe den anwesenden Tuerkeiliebhabern recht. Ich lebe seit fast 9 Jahren bei Dalaman, gegenueber der griechischen Insel Rhodos, in einem der wichtigsten Zitrusfruchtanbaugebiet der Tuerkei. Wir liegen genau in der Mitte zwischen Antalya und Izmir (jeweils 300 km entfernt), haben einen eigenen, internationalen Flughafen (der zweitgrößte in der Tuerkei). Reisende nach Marmaris, Fethiye oder Kas landen bei uns. Ich bin Deutsche, habe hier aber eine Bekannte aus der Schweiz, die noch länger hier lebt und kann nur bestätigen, wie schön es in der Tuerkei ist. Wir leben auch in einem Gebiet wo nur wenig Tourismus ist, immer noch ein Geheimtipp fuer Individualisten und gerade das finden wir schön. Unsere beiden Strände wurden prämiert als schönste Strände der Tuerkei und einer davon sogar als schönster Strand Europas (Iztuzustrand im Caretta-Delta bei Dalyan, Brutplatz der Caretta-Schildkröte) . Man wird nicht von Händlern angesprochen, man geht normal einkaufen und bleibt unbelästigt. Ich kenne keinen Auswanderer, der es jemals bereut hätte, hierher gekommen zu sein. Im Gegenteil, sogar ein 75jähriges Paar, das nach 16 Jahren dachte , es geht wieder zurueck in die alte Heimat und alles verkaufte und nur nach 9 Monaten wieder da war, weil sie es nicht ausgehalten haben. Die Tuerkei ist jedoch nichts fuer Menschen, die mit der Gemuetlichkeit der Orientalen nicht zurecht kommt. Die Menschen sind unwahrscheinlich gastfreundlich. Man braucht aber Gelassenheit und darf kein Pedant sein, dann ist man hier rundum gluecklich. Ich wuerde nur im äussersten Notfall zurueck gehen, wobei mir nicht eine Situation einfällt, die man nicht hier auch bewältigen könnte.
Danke für deinen Auswanderungsbericht. Wie recht du doch hast. Irgendwie funktioniert alles doch immer recht gut in der Türkei.
Auffallend ist an den freundlichen Menschen in der Türkei, dass sie immer "gut drauf" und sehr hilfsberei sind. Auch wir leben in einem Zitronendorf am östlichen Mittelmeer.
Habe auch noch nie eine Parkbusse gekriegt, auch wenn ich das Auto mal parkte wo es verboten ist. Wenn mich die Polzeistreife darauf aufmerksam machte, sagte ich nur 5 Minuten, Madame kommt gleich.
Tamam sagen sie immer.
Herzlich Willkommen in der Tuerkei ist nicht nur ein Werbespruch
In unserer Dalman Region gab es vor 9 Jahren ca. 300 Ausländer, der größte Anteil waren Deutsche. Ich schätze, dass wir jetzt um die 1000 Ausländer hier haben, die meisten sprechen deutsch. Die Region war ein Geheimtipp der Deutschen, bis 2006 ein grosses britisches Hotel seine Pforten öffnete, mittlerweile geselle sich noch das Hilton Golf & Spa Resort dazu und wir werden immer internationaler. Trotzdem gibt es keinen Massentourismus und die Hotels duerfen nur zwei Stockwerke bauen, da wir in einem wunderschönen Naturschutzgebiet liegen, das zum Weltkulturerbe gehört. Auch Greenpeace kuemmert sich darum, dass hier nichts falsch läuft. Meistens nimmt einem das Umfeld zu Hause allen Mut, den man selbst eigentlich hätte. Ich denke, das kennen alle, sobald man seine Auswanderungsabsichten kund tut, prasselt es auf einen nieder. Sätze wie, -ja bist du wahnsinnig, wie kann man denn in der Tuerkei leben - sind noch die netteren Kommentare darunter. Deswegen lassen auch viele Auswanderungswillige ihre Pläne fallen, weil sich Verwandtschaft und Freunde mit kompetenten Negativerfahrungen einmischen, die sie vom Hörensagen oder aus der Zeitung kennen.
Gerade die Region um Dalaman und Ortaca hat durch ihren weichen Kies und Lehmboden im Jahre 1957 , als die Erde bebte, nichts abbekommen - obwohl die Städte Fethiye (45 km entfernt) und der Ort Köycegiz (30 km entfernt) dem Erdboden gleichgemacht wurden. Das kleine und wunderschöne Orangen- und Zitronenanbaugebiet gehört für mich zu einer der sichersten Gegenden der Tuerkei.
Hier findet man ein modernes Land, mit Mädchen in Miniröcken und tiefem Ausschnitt in der Grossstadt genauso wie in Europa, hier wird auch als Tuerkin mit Bikini am Strand gesonnt und in der Disco wird kräftig getanzt. Der Grossteil geht auch nicht fünfmal zum Beten in die Moschee und jeder türkische Mittelklasse-Haushalt ist mit Sicherheit technisch besser ausgerüstet als in Deutschland. Die Regierung ist stabil und die Tuerkei steht auf Platz 17 der Weltwirtschaft..... Ausländer werden nicht zum Tuerkisch lernen gezwungen und die Kinder von Ausländern, die zur Schule gehen, können das in der Grossstadt in einer deutschen oder Schule ihres Heimatlandes in ihrer Muttersprache oder bei uns an den Kuesten lernen sie schnell die tuerkische Sprache bei den Mitschuelern und keiner verlangt, dass sie ihre Muttersprache deswegen vergessen sollen.
Ich spreche (angeblich) gut tuerkisch. Allerdings weiss ich oder kenne ich meine Schwächen in der Grammatik. Allerdings kuemmert diese die Tuerken wenig, denn sie sind begeistert, wenn man sich bemueht, ihre Sprache zu lernen. Man kommt aber auch bei uns in der Region gut ohne Tuerkisch klar. Irgendeiner kann immer mal deutsch oder englisch und hilft, wenn man nicht weiter kann.
Man darf allerdings nicht erwarten, dass hier alles so wie in Europa läuft, dazu fehlt einfach die Disziplin, auf die wir Europäer immer viel Wert legen. Der Orientale mag es lieber gemuetlich, man sitzt , kaum, dass man einen Laden betreten hat, beim Tee .
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Interessanter Bericht
Vielen Dank dafür.
Eine Frage interessiert sicherlich nicht nur mich - und wurde hier im Forum von verschiedenen anderen Regionen schon durchdiskuttiert:
Wieviel Geld braucht man in Deiner Gegend für ein bescheidenes Leben?
Kann man sich dort ein Häuschen zu Miete leisten - oder ist es gar möglich, sich ein kleines Haus mit Grundstück zu kaufen? Wie sind die Landpreise bei Euch?
Lebenshaltungskosten Tuerkei
Die Tuerkei galt und gilt immer noch als ein Land mit sehr niedrigen Lebenshaltungskosten. Wobei durch die Privatisierung von Stromgesellschaften und der Telekom bestimmte Posten gleich oder teurer geworden sind wie z.B. in Deutschland, von der Schweiz kenne ich jetzt die Strompreise oder Telefon/Internetpreise nicht. Wer gerne frisches und aromatisches Gemuese isst und nicht täglich ein Steak auf dem Teller braucht, der kann noch guenstig auf den Märkten einkaufen. Selbst noch, obwohl die Inflation die Preise 2012 etwas steigen liess. Der Umtauschkurs fuer 1 Schweizer Franken liegt momentan bei 1,91 , das heisst, man muss die unten stehenden Preise durch 1,91 teilen, um vergleichen zu können. Auf meiner privaten Auswandererhomepage kann man das alles auch nachlesen.
Haushaltskosten - Januar 2012
Anschluss (einmalig) Strom (bei uns musste eine Kaution von 300 TL hinterlegt werden)
Strom monatlich ca. 70 TL fuer einen Haushalt ohne Swimmingpool
von 2009 - 2010 gab es eine Stromerhöhung von ca. 42 % !
Anschluss (einmalig) Wasser ca. 200 TL (Kaution)
monatlich für 2 Personen ca. 15 - 20 TL (ohne Pool)
1 Telefoneinheit 0,08 TL
Grundgebühr ca. 16 TL
DSL Internet Flatrate monatlich ab ca. 26 TL ( einmalige Anschlussgebühr ca. 100 TL)
Fuer Gemuesefreunde ist die Tuerkei ein Schlaraffenland, gut und guenstig:
z.B. Gruener Paprika pro kg: 3,25 TL
Sie können fuer ca. 20 TL eine ganze Woche zu zweit davon kochen. Das Gemüse gibt es saisonal und nicht wie in Europa rund ums Jahr jede Sorte. Deswegen sollte man unbedingt einen Gefrierschrank anschaffen.
Wer Fleisch und Käse mag, muss in der Tuerkei tief in die Tasche greifen:
1 kg Rindfleisch 30 TL (Metzgerei, Supermarkt) , 1 kg Kasar Käse (Schnittkäse) ab 11 TL (im Billigladen BIM)
Hier ein paar Beispiele, was das Leben in der Türkei kostet, wenn Sie den Betrag durch 2 teilen, erhalten Sie einen ca. Euro Betrag:
Miete: mtl.zwischen 350 - 600 TL für eine grosse Wohnung (100 - 150 m2), je nach Zustand, ab ca. 500 TL ist sie relativ neu.
500 - 550 TL für ein Luxusapartment in der gleichen Grösse ab ca. 800 TL fuer eine ältere Villa mit 100 - 120 m2 oder mit weniger Extras
ab ca. 1000 TL fuer eine neue Villa mit ca. 130 m2, manchmal schon mit Gemeinschaftspool
Selbst wer nicht so viel Rente hat, kann hier noch gut leben (Mindesteinkommen zum Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung sind 600 Euro pro Person/fuer Ehepaare gesamt 1200 Euro, unabhängig davon, ob ein Partner unter 600 Euro Rente hat)
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Vielen Dank!
Danke für deinen Auswanderungsbericht. Wie recht du doch hast. Irgendwie funktioniert alles doch immer recht gut in der Türkei.
Auffallend ist an den freundlichen Menschen in der Türkei, dass sie immer "gut drauf" und sehr hilfsberei sind. Auch wir leben in einem Zitronendorf am östlichen Mittelmeer.
Habe auch noch nie eine Parkbusse gekriegt, auch wenn ich das Auto mal parkte wo es verboten ist. Wenn mich die Polzeistreife darauf aufmerksam machte, sagte ich nur 5 Minuten, Madame kommt gleich.
Tamam sagen sie immer.
[/quote]
Da gebe ich Dir recht. Aber es gibt immer Leute, die die Tuerkei verteufeln, meistens die, die noch nie dort waren und gar nicht wissen, wie es dort ist. Selbst positiven Berichten glauben sie nicht oder zumindest wird immer negativ gekontert, das kenne ich seit Jahren. Es wird niemand gezwungen, auszuwandern, jeder kann das frei entscheiden, deswegen verstehe ich die Aufregung der Leute nicht, die da gar nicht hinwollen :-)
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Kulturelle und landschaftliche Vielfalt der Türkei
Danke für deinen Auswanderungsbericht. Wie recht du doch hast. Irgendwie funktioniert alles doch immer recht gut in der Türkei.
Auffallend ist an den freundlichen Menschen in der Türkei, dass sie immer "gut drauf" und sehr hilfsberei sind. Auch wir leben in einem Zitronendorf am östlichen Mittelmeer.
Habe auch noch nie eine Parkbusse gekriegt, auch wenn ich das Auto mal parkte wo es verboten ist. Wenn mich die Polzeistreife darauf aufmerksam machte, sagte ich nur 5 Minuten, Madame kommt gleich.
Tamam sagen sie immer.
Da gebe ich Dir recht. Aber es gibt immer Leute, die die Tuerkei verteufeln, meistens die, die noch nie dort waren und gar nicht wissen, wie es dort ist. Selbst positiven Berichten glauben sie nicht oder zumindest wird immer negativ gekontert, das kenne ich seit Jahren. Es wird niemand gezwungen, auszuwandern, jeder kann das frei entscheiden, deswegen verstehe ich die Aufregung der Leute nicht, die da gar nicht hinwollen :-)
[/quote]
Hallo Lykia
Vielleicht sieht man sich einmal in der Türkei ?
Jedenfalls finden wir, dass nur wenige Länder dieser Welt innerhalb ihrer Grenzen eine solche kulturelle und landschaftliche Vielfalt bieten wie die Türkei welche ja mehr als 2 x grösser als Deutschland ist.
Kreuz und quer bereisten wir auf dem Landweg die Türkei schon. Über unzählige Tauruspässe und Täler sind wir schon gefahren bis weit in die Osttürkei, Grenzgebiet Syrien, Irak, Iran, Armenien und Georgien.
In Anamur haben wir uns die Nächte um die Ohren geschlagen und tatsächlich Riesenmeerschildkröten gesehen Anfang Sommer, welche aus dem Meer stiegen und nicht nur ihre Nester in den Sand buddelten, sondern auch ihre Eier legten - Wir waren ganz hin ! So etwas kannten wir bis anhin nur aus Tierfilmsendungen.
Natürlich mussten wir im September wieder nach Anamur, Zelt am Strand aufschlagen - wieder die Nächte unterwegs. Und tatsächlich ist es uns wieder geglückt, dass die jungen Meerschildkröten 5 Gramm schwer in der Grösse eines 5 Franken Stück sich ausbuddelten und direkt in's Meer gingen.
Von beiden malen Eier legen und ausschlüpfen der jungen Tiere haben wir ganz tolle Fotos gemacht.
Eigentlich ist die ganze Türkei immer noch ein riesengrosse Erlebnis für uns.
Übrigends Vorurteile gegenüber der Osttürkei haben auch viele Türken. Viele sagten uns, es sei so gefährlich........, die Kurden seien so gefährlich. Beim nachfragen waren sie aber noch nie in der Osttürkei.
Überall auch in der Osttürkei waren die Menschen sehr freundlich und hilfbereit. Auch die Militärpolizei welche an manchen Orten ja präsent ist, liess uns überall auch durch militärisches Sperrgebiet durchfahren. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die "Luft" rein war.
Wir machten schon viele ganz tolle und abenteuerliche Wanderungen, haben draussen geschlafen und im Zelt wild campiert. Ausser dem Gemecker von Schafen und Ziegen welche uns weckten am nächsten Morgen war meist keine Menschenseele zu sehen.
Viele Nomaden haben uns schon in ihre einfachen Hütten eingeladen.
Mittlereile denken wir immer mehr, wer Vorurteile gegenüber der Türkei hat, soll diese halt bis an's Lebensende behalten !
Weitere Reisen haben wir auf dem Programm, dies bevor mal die Touristen kommen...lach.
Da wir leider Syrien im letzten Jahr nicht bereisen konnten, werden wir im späten Frühling mal nach Georgien und weiter nach Armenien reisen. Auch Aserbaidschan steht noch auf unserem Programm.
Wünsche dir auch weiterhin eine schöne Zeit in der Türkei.
Hallo mupli
kein Problem, wenn Ihr mal in unserer Ecke seid, dann gib mir vorher Bescheid.
Eure Fahrten hören sich richtig aufregend an, ich kenne bisher leider nur die "ungefährliche" Tuerkei, von Antalya bis hoch Istanbul und Ankara. Als ich ausgewandert bin, fingen wir bald an, eine Firma aufzubauen und haben uns zwei Hunde zugelegt. Seitdem ist es schwieriger geworden zu reisen, die Zeit fehlt und unsere Hunde bräuchten einen Babysitter, leider akzeptiert einer nur mich und hat dazu noch Angst vorm Autofahren (Strassenhund, seit drei Jahren nun bei uns). Also muessen wir uns noch gedulden, bis wir einmal ungebunden sind und auch den Rest der Tuerkei erkunden können.
Trotzdem, allein schon der gesundheitliche Aspekt , das gesunde Klima in unserer Region (hatte Bronchitis, die nach einer Woche hier total verschwunden ist), gab mir viel Lebensqualität zurueck und ich habe noch nie so gerne gearbeitet wie jetzt. Selbst wenn ich (noch) nicht viel Zeit habe (bin 52), man fuehlt sich einfach morgens schon anders, wenn die Sonne aufs Kopfkissen scheint und das neun Monate im Jahr. Wir hatten dieses Jahr seit ich denken kann , einen kalten Winter im Februar, ca. 2 x 3 Tage um die - 5 Grad nachts, aber alle sagen, das kam seit 65 jahren nicht mehr vor. Ich dachte mir dabei, ok, wenn das alles war, dann kann ich damit leben, denn wir haben keinen Schnee. Ansonsten liegen unsere Wintertemparaturen (ohne diese Ausnahme) um die 15 Grad wenn es regnet und um die 19 Grad, wenn die Sonne scheint. Einfach nur schön.
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
auswandern in die Türkei
was ich bei Eurem Lobgesang über die Türkei nicht verstehe und ich frage mich, warum wandern denn so viele Türken aus?
Arbeit?
was ich bei Eurem Lobgesang über die Türkei nicht verstehe und ich frage mich, warum wandern denn so viele Türken aus?
Veilchen, ich denke, die Türken suchten im Ausland vor allem Arbeit, die es im eigenen Land früher nicht gab. Anscheinend hat sich die Situation jetzt zum Teil geändert, sodass Türken auch wieder in die Heimat zurückkehren.
Hingegen suchen diejenigen von uns, die in die Türkei auswandern, selten Arbeit, sondern ein angenehmes, sonniges und ökonomisch leichter erträgliches Klima.
Dem muss ich nichts mehr hinzufuegen, danke dummy
Die Zeit fuer die Tuerken wegen Arbeit, auszuwandern ist schon lange vorbei. Die, die jetzt noch ins Ausland gehen, gehen wegen Nachzug zur europäischen Ehefrau oder zum Kind. Ohne eine persönliche Einladung und einer kompletten Uebernahme von allen anfallenden Kosten erhält der Tuerke in Europa gar kein Visa mehr, in Deutschland muss er zusätzlich durch einen Sprachtest, den er im Vorfeld schon beim Goetheinstitut abgelegt haben muss, eine Bescheinigung dafuer braucht. Wie es in der Schweiz ist, weiss ich nicht, allerdings weiss ich, dass es da noch viel schwerer ist.
Wenn ich hier mit Leuten rede, die die Entwicklung in Europa verfolgen, sind die meisten der Meinung, wieso sollen wir dorthin, wir brauchen keine EU, wir können uns selbst versorgen und damit haben sie recht. Die Tuerkei stand bereits vor zwei Jahren auf Platz 17 der Weltwirtschaft, von den weltbesten Universitäten stehen zwei in der Tuerkei. Wer die Tuerkei nicht kennt, stellt sich immer die in Tracht auf einem Esel reitende Frau vor, die auf der Strasse reitet :-) , den Esel hat in den Dörfern bereits ein Vespa Roller abgelöst oder ein Elektromoped. Und der Haushalt einer jungen tuerkischen Familie auf dem Dorf, wenn sie neu gebaut hat, ist technisch besser ausgeruestet als ein europäischer.
Meine Familie hat vor 9 Jahren die Hände ueber dem Kopf zusammengeschlagen, als wir die Auswandererpläne kund getan haben. Dabei kannte ich durch meinen tuerkischen Mann ja die Tuerkei bereits von 1990 an. Auch da war sie bereits modern. Es ist oft nur mangelnde Information, man muss nur fragen :-)
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
auswandern in die Türkei
ich danke für die Aufklärung und ich gönne es den Türken, dass sie nicht mehr auswandern müssen wegen der Arbeit. Ihr wisst doch aber wohl auch, woher und seit wann dieser Wandel in der Türkei gekommen ist. Es ist ja noch nicht lange her, wollten sie in die EU. Diese fand sie aber noch nicht reif dazu. Wenn sie die EU nicht mehr brauchen um so besser.
Lykia mit einem türkischen Mann ist es natürlich viel leichter auszuwandern, denn da ist sicherlich vieles schon vertraut.
Ich bleibe hier in der Schweiz, denn ich liebe die 4 Jahreszeiten.
Gruss Veilchen
Liebes Veilchen
Auch wenn man einen tuerkischen Mann hat, ist es nicht ganz so einfach, auszuwandern, denn man wird trotzdem mit allen den Problemen konfrontiert, die alle Ausländer haben, sei es nun die Aufenthaltserlaubnis, andere Vorschriften, wenn man eine Immobilie kaufen will usw. Den einzigen Vorteil, den man als Ehefrau hat ist der, dass man kein Einkommen nachweisen muss, den als Einkommen zählt der tuerkische Ehemann :-) und dass die Aufenthaltsgenehmigung fuer Ehefrauen kostenlos ist und dass man seinen kostenlosen Uebersetzer ueberall dabei hat. Das ist aber auch alles. Es gibt fuer Ehefrauen auch keine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, sie muss immer nach max. 5 Jahren erneuert werden. Es ist auch ein Unterschied, ob man jetzt als reines Ausländerpaar auswandert, dann lässt man sich vielleicht eher in einer Gegend nieder, in der es ganze Wohnanlagen mit Ausländern gibt und bewegt sich mehr unter seinesgleichen (was ich uebrigens fuerchterlich finde). Wenn man ein tuerkisches Familienmitglied hat, dann kommt man natuerlich viel mehr und näher mit Einheimischen in Beruehrung als sonst. Man lernt aber auch die Sprache schneller und leichter. Denn auch das kann man nicht unbedingt, wenn man einen Tuerken geheiratet hat, der selbst in Deutschland geboren ist. Also so ein Riesenunterschied ist das gar nicht. Man braucht so oder so, den Mut, um im Ausland von null anzufangen, wenn man noch kein Rentner ist und man hat kein soziales Netz, das einen auffängt, wenn es schief geht. Und man darf einfach keine Beruehrungsängste haben. Als Rentner ist es garantiert einfacher, wenn man vorher schon die richtigen Kontakte geknuepft hat und man vorher schon Land und Leute aus Urlauben kennt und liebt. Das Einkommen ist gesichert, wenn man Rentner ist und sogar viel mehr wert als im Heimatland. Somit steigt durch die niedrigeren Preise der Wohnkomfort um einiges und die Lebensqualität sowieso, auch gesundheitlich durch die viele Sonne, die massgeblich das Vitamin D fuer die Knochen liefert, das milde Klima ohne harten Winter macht Bronchitiskranke wie mich wieder lebendig und da gibt es so viele Krankheiten, die hier wie weggeblasen sind. Z.B. muss ein Bekannter in Deutschland wegen hohem Blutzucker Medikamente einnehmen, sobald er hier ankommt, ist der Wert gesunken und er braucht diese Medizin in der Tuerkei nicht. Das sind oft unglaubliche Dinge, die man selbst sehen muss.
In unserer Region haben wir auch vier Jahreszeiten, einen Fruehling, der im Februar beginnt, einen Sommer, der bis Ende Oktober viel Sonne beschert, bunte Blätter Ende November, die zum Teil abfallen und dann drei Monate Winter mit Schnee oben auf den Berggipfeln und unten nur Regen oder Sonnenschein mit hunderttausenden von m2 Orangen- und Zitronenplantagen. Wer Skifahren will, muss nur 50 km nach Fethiye fahren, oben auf den Bergen liegt genug Schnee, sogar im Sommer.
Und das die Tuerken nicht mehr so nach Europa gehen, liegt auch daran, dass die tuerkische Wirtschaft ziemlich aufgeholt hat. Natuerlich will die Regierung in die EU, aber wenn man so die Bevölkerung fragt, sind die meisten dagegen. Aus Angst dass der Euro auch in der Tuerkei alles "teuro" macht. Womit sie nicht ganz unrecht haben.
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Erlebnisbericht aus der Türkei!
Nachdem ich die verschiedenen Statements von Türkei Auswanderern und Reisenden konsumiert habe, kann ich es nicht verkneifen, meine etwas spezielle Story, die allerdings schon einige Jahre zurückliegt in diesen Thread zu stellen:
Also das war so: Ankunft in unserem luxuriösen “Miramare Beach Hotel” in Kumkoy, etwa 6 km von Side entfernt. Wie gewohnt entschliessen meine Frau und ich, einen Pkw zu mieten. In einer Bar unterbreitet uns die deutsche Besitzerin, verheiratet mit einem Türken den Vorschlag, uns einen guten Wagen zu günstigsten Konditionen zu besorgen. Wir fragen nach den Kosten und kontaktieren noch einen Einheimischen Vermieter. Wir erhalten einen alten Fiat, rund 50% günstiger als bei der Deutschen. Die Kiste fährt mit Normalbenzin, ideal für uns, wollen wir doch abgelegene Orte im Innern des Landes bereisen. Nach einigen Trips in der näheren und weiteren Umgebung starten wir zu einer großen Expedition über das Taurusgebirge nach Konya. Gegen Abend erreichen wir Tasuçu bei Silifke. Die Leuchtreklame vom Hotel “Lades” sticht uns ins Auge. An der Réception begrüsst uns ein Türke mit dem schönen Namen: “Hasar Gùndùz” und führt uns in ein schönes Zimmer mit Meerblick. Wir fragen nach den Essenszeiten?: <<Wann ihr Hunger habt, ihr seit die einzigen Gäste!>>, lacht uns Hasar an und führt uns in die Küche. Zur Auswahl stehen Fleisch, Geflügel und Fisch. Wir entscheiden uns für Fisch. Jetzt wechselt Hasar in die Rolle des Kochs und bereitet uns ein herrlich schmeckendes Fischgericht zu, das er in seiner neuen Rolle als Kellner gekonnt serviert.
Am folgenden Morgen erwartet uns ein umfangreiches herrliches Frühstück auf der Terrasse am Pool mit Blick auf das Meer. Und wie könnte es anders sein, zubereitet und serviert von Hasar. Dieses Hotel mit dem sympathischen Hasar ist wirklich ein Geheimtipp, das vorwiegend am Wochenende von Einheimischen besucht wird und von “Touris” noch nicht entdeckt wurde.
Nach dem Frühstück starten wir Richtung Taurus Gebirge. Unterwegs in den Bergen ist ein Stopp bei einer museumsreifen Tankstelle angesagt. Ausser Normalbenzin ist hier nichts zu haben. Und der Tankstellenwart, wie aus einem Volklore-Bilderbuch. Kariertes Baumwollhemd, weite Pumphosen und eine Wollmütze. Weiter geht es über die zum Teil trostlosen Steppenhochebenen nach Konya, wo wir gegen Abend eintreffen. Konya, eine Oase in der weiten Steppenlandschaft. Mitten in der Stadt sichten wir an einem belebten Platz ein ansprechendes Hotel Namens “Sahin”. Wir parken in der Nähe auf einem bewachten Parkplatz, vollgestopft mit Wagen. Vor der Wegfahrt muss der Parkwächter manchmal bis zu 10 Wagen aus dieser Sardinenbüchse umparkieren. Deshalb verlangt er von mir auch die Wagenschlüssel. Und es funktioniert, vorausgesetzt man hat Zeit. Konya ist eine quirlige lebendige Stadt mit einmaligen Basargässchen, luxuriösen Basarhallen mit riesigen Kronleuchtern, Fleisch, Fisch, Gemüse & Handwerk-Märkten und unzähligen kleinen gemütlichen Restaurants die herrliche türkische Speisen anbieten. Das Problem ist nur: Alkohol wird nirgends angeboten. Einzige Ausnahme wie wir zu später Stunde feststellen, unser Hotel, das auch von ausländischen Geschäftsleuten rege benutzt wird. Konya ist die sittenstrengste Stadt in der Türkei, habe ich mir sagen lassen. Das zeigt sich auch bei den Frauen. Unzählige Wesen eingehüllt in grauen Säcken huschen flink durch die Gegend. Lediglich die blitzenden Augen hinter einem schmalen Schlitz lassen vermuten, dass sich unter diesen grauenhaften Kartoffelsäcken hübsche Girls verbergen, wie man sie an der Küste bewundern kann. Blickkontakt ist auch verpönt. Schaut man so einem Wesen in die Augen, wird der Kopf abrupt abgedreht.
Nun, wir haben Konya erlebt und weiter geht es, zurück Richtung Küste. In Beyêehir, das an einem sehr schönen See liegt, entschliessen wir uns zu einem Stopp. Ein etwa 40 jähriger Türke kommt auf uns zu und stellt sich auf deutsch vor. Sein Name sei Ramon, aber alle nennen ihn Rambo. Ein Wort gibt das andere. <<Habt ihr einen Moment Zeit?>> fragt Rambo -- <<ich lade euch zu einem Tee ein>>. Wir haben Zeit. Rambo führt uns in ein echt türkisches Teehaus, wo Frauen normalerweise verpönt sind. Welch Ehre für meine Frau! Während wir den offerierten Tee schlürfen, permanent beobachtet von den weiteren männlichen Gästen, fällt uns auf, wie Rambo mit grossem Respekt behandelt wird. In kleinen Abständen kommen immer wieder Männer an unseren Tisch und übergeben Rambo Zettel mit Zahlen, die Rambo anschliessend fein säuberlich in ein Notizbuch überträgt. Ich will natürlich wissen was das soll. Und Rambo erzählt: <<Ich bin als Asylant nach Deutschland ausgereist, habe mir eine deutsche Freundin zugelegt und das Geld das ich erhalten habe zurückgelegt. Damit habe ich jetzt in Beyê ehir einen Fischhandel aufgezogen. Das halbe Dorf arbeitet für mich. Alle Boote die du hier siehst gehören mir. Kann sein, dass ich nochmals als Asylant nach Deutschland reise. Mit dem Geld kann ich dann mein Fischereiunternehmen erweitern und noch mehr Arbeitsplätze anbieten>>. Obwohl Rambo ein ausgekochtes Schlitzohr ist, kann ich nur noch staunend bemerken: <<Das ist praktizierende Entwicklungshilfe!>>.Wir verabschieden uns von Rambo und weiter geht die Fahrt durch das winterliche Taurusgebirge zurück an die warme Küste. Und wir stellen fest: Zwischen den Städten und Dörfern im Innern des Landes, verglichen mit Städten und Dörfern an der Küste liegen Welten. So oder so, die Türkei mit den liebenswürdigen Einheimischen ist immer wieder eine Reise wert.
Kobold
Die Tuerkei hat viele Facetten
vielen Dank fuer diesen Bericht, denn die meisten Europäer, die man fragt, ob sie die Tuerkei kennen, antworten: Tuerkei ist doch Antalya oder? :)
Dein Bericht spricht mir aus der Seele, die Beruehrung mit Einheimischen, wobei ganz klar ist, dass es auch Schlitzohren gibt, die es aber in jedem Land gibt, nicht nur in der Tuerkei.
Ich weiss, dass es viele Europäer gibt, die nur wegen den guenstigen Lebenshaltungskosten in die Tuerkei auswandern. Ich kenne hier Rentner, die sagen, sie mögen kein tuerkisches Essen, sie sind genervt von der "Gemuetlichkeit" der Orientalen, die Handwerker kommen erst immer nach 3 !!! Tagen (in Deutschland wartet man oft Wochen) , sie finden im Grunde ueberall ein Haar in der Suppe, aber leben tapfer bereits so lange wie wir dort (9 Jahre). Sie leben nur unter ihresgleichen in bewachten Wohnanlagen, was ich uebertrieben finde, da es ganz selten Einbrueche gibt, bzw. auch nicht öfter als in Deutschland, vielleicht noch weniger.
Als ich vor 21 Jahren mit zwei Freundinnen eine Istanbulreise buchte, war der ganze Bekanntenkreis in Aufruhr, da es zeitgleich mit dem Einmarsch von Irak nach Kuwait fiel und wir sind trotzdem geflogen, viele wissen nicht, dass die Distanz von Istanbul in den Irak fast so weit ist wie Deutschland/Schweiz und Tuerkei. Es wird auch heute noch viel Panik gemacht, weil es angeblich immer "islamischer" wird, die Medien tun, was sie können....
Viele in Europa geborene Tuerken, die studiert haben, kehren zurueck, weil sie in Istanbul, Ankara oder Izmir bessere Jobs als in Europa bekommen, weil sie beide Sprachen sprechen (das wollte ich dem Mitglied Veilchen noch erzählen), grosse europäische Konzerne investieren in der Tuerkei in erneuerbare Energien, viele deutsche Firmen haben einen Sitz in Istanbul und es werden immer mehr.
Dieses Land hat viele Facetten, die moderne Tuerkei in den Metropolen Ankara, Istanbul, Izmir, die touristische Tuerkei an der Kueste entlang und die sehr verschlafene, zum Teil sehr gläubige Tuerkei im Osten und natuerlich auch eine politisch unruhige Tuerkei an den Grenzen zum Irak, die von uns so weit entfernt ist, dass wir es nur aus dem Fernsehen mitbekommen. Und gerade die Berichterstattung der europäischen Medien mit Schwerpunkt auf Religion und Politik trägt massgeblich dazu bei, den Europäern, die die Tuerkei nicht persönlich kennen, ein verzerrtes Bild zu vermitteln. Und das finde ich schade.
Ich beobachte seit ca. 7 Jahren ganz bewusst die Nachrichten ueber die Tuerkei in der Suchmaschine yahoo Deutschland und parallel dazu die gleiche Suchmaschine yahoo England. England war immer schon ein Land der Kolonien und die Menschen waren es gewöhnt, im Orient zu leben, der Deutsche, Österreicher oder auch der Schweizer war immer bodenständiger, heimatverbundener. Wenn ueber die Tuerkei negativ berichtet wird, dann immer nur in der Suchmaschine yahoo Deutschland, wenn ich am selben Tag die identischen Berichte in yahoo England abrufen will - Fehlanzeige, kein Wort darueber. Das gibt mir persönlich einfach zu denken.
Ach ja - ich habe gestern nachts aus dem Forum Thailand eine heisse Diskussion mitgelesen, in der es darum ging, ob man mit Vollpension fuer 1000 Franken noch dort leben kann, das war sehr interessant zu sehen, denn ich kenne Thailand nicht und kann da auch nicht mitreden. Es soll aber guenstiger als die Tuerkei sein. Deswegen stelle ich jetzt mal eine Rechnung fuer die Tuerkei auf, die vielleicht die gleichen Diskussionen auslösen könnte :-)
Ein gutes 4 Sterne Hotel in der Tuerkei (und das ist Fakt) veranschlagt pro Person pro Tag ca. 30 Tuerkische Lira fuer Essen und die Buffets quellen ueber von Köstlichkeiten, dann sind das momentan gerade einmal 900 TL oder 461 Schweizer Franken, die es fuer drei volle Tagesmahlzeiten kalkuliert. Bleiben also fuer die Miete und Nebenkosten noch 539 Schweizer Franken uebrig, das wären in Tuerkischen Lira noch einmal 1051 TL . Und das ist in der Tuerkei heute durchaus machbar. Es geht ein neues Seniorenprojekt gleich bei uns um die Ecke gerade in die Werbung, das fuer umgerechnet ganze 461 Euro monatlich (ca. 555 Schweizer Franken) ein neues 2 Zimmer Apartment mit Kochzeile und Bad, TV, Telefon, Internet, grossem Pool, Tennisplatz, parkähnlicher Garten, inkl. Fruehstueck und Wäscheservice mit Langzeitvertrag anbietet, erweiterbar auf Halbpension.
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Das Leben zwischen zwei Kulturen
Wir finden das Leben zwischen zwei Kulturen (Türkei - Europa (Schweiz) sehr spannend und interessant.
Bezüglich Schweiz oder Deutschland muss man sagen, dass es kaum ein Land auf der Welt gibt, dass eine so perfekte Lebensqualität hat, vor allem in technischen Dingen. Alles ist da perfekt bis in's letzte Detail organisiert. Fällt mal eine S-Bahn wegen technischen Störungen aus, ist der Teufel los in der Schweiz. Viele drehen halb durch deswegen.
In der Türkei säuft halt mal wegen grossen Regen eine Trafostation in der Ebene ab. Stromausfall 10 bis 30 Stunden kann es halt mal geben und ist nicht so selten. Damit können wir leben, den wir haben in unserer Sitesi einen Dieselgenerator.
Auch Wasserleitungsbrüche haben wir zwischendurch mal. Für solche Fälle haben wir zusätzlich einen Frischwassertank auf dem Dach.
In der Türkei lebt man halt mit solchen Dingen, wobei in den letzten Jahren sehr viel infrastrukturmässig verbessert worden ist.
Am 26. Februar bin ich mit meiner 85-jährigen demenzkranken Mutter runter in die Südosttürkei geflogen um ihr noch den grössten Lebenswunsch zu erfüllen. Die ersten zwei Tage hatten wir ein paar technische Störungen. Die Handwerker waren sofort zur Stelle. Es war zwar saumässig kalt an der Küste von Minus 4 Grad in der Nacht bis 12 Grad tagsüber in der ersten Woche.
Und 30 KM von der Küste in den Bergen auf so 1'500 Meter lag noch 80 cm Schnee. Angeblich gab es so etwas noch nie. Die Leute aus den Grosstädten Adana und Mersin füllten Plastiksäcke mit Schnee um ihn nach Hause zu bringen. Jung und Alt lieferten sich Schneeballschlachten oder schlittelten auf alten Autopneus die Hänge runter. Sie freuten sich alle wie kleine Kinder, machten Picnic im Schnee. Überall begeneten uns wildfremde Leute mit ihrer Begrüssung Hosgendiniz und boten uns Tee an.
Es war eine Freude für meine alte Mutter und mich dabei zu sein und dem Treiben zuzuschauen.
Über schneebedeckte Landstrassen sind wir gefahren, die wir noch nie so gesehen haben in all den Jahren in der Türkei.
Die 2 Wochen haben meiner demezkranken Mutter so gut getan. Die Leute waren alle so lieb zu ihr.
Als wir am letzten Montag in Zürich wieder heil ankamen, störte mich nur die Grenzpolizei welche nun immerhin nur noch10 Meter neben dem Flugzeugausgang den Weg versperrte und alle Pässe kontrollierte. Vor 5 bis 6 Jahren standen sie noch bei der Flugzeugtüre und liesen die Passagiere kaum aussteigen bis sie die Pässe kontrollierten. Habe damals einen Brief an die Bundesrätin MCR geschrieben. Es gibt nun immerhin jetzt eine Distanz von 10 Meter.
Eine solche Unfreundlichkeit habe ich echt noch in keinem anderen Land der Welt erlebt. Immerhin kommt ja später noch der richtige Grenzschalter in der Schweiz.
Hallo mupli
Ich wusste gar nicht, dass bei Euch da unten solche langen Stromausfälle passieren und es mit den Wasserrohren solche Probleme gibt. Wir schimpfen hier schon, wenn man angesagt eine 2 Stundenreparatur der Stromgesellschaft am Vormittag passiert. Ansonsten gibt es bei uns keine Ausfälle, allerdings muss ich sagen, jetzt wohnen wir am gruenen Stadtrand und da klappt alles prima, als wir vier km entfernt im Dorf wohnten, da war das extremer, allerdings hatten wir in den letzten 9 Jahren am Dorf nur ein einziges Mal einen längeren Stromausfall von 12 Stunden, der von einem Sturm verursacht wurde, ansonsten waren es immer mal im Schnitt drei pro Woche. Und mit dem Wasser haben wir so gut wie nie Ausfälle. Vielleicht liegt es daran, dass unser Wassersystem, das ebenso wie der Strom vom zweitgrössten Staudamm der Tuerkei gespeist wird (Akköpru Staudamm Dalaman - in google zu finden) auch die 5 Sterne Hotels in Sarigerme versorgt, das liegt 15 km entfernt und da muss immer alles klappen. Vor allem wurde bei uns hier alles in den letzten zwei Jahren modernisiert und die Kanalisation gebaut, so dass die ganzen Gruben, die die Häuser fuer Schmutzwasser haben, in der nächsten nahen Zukunft Geschichte sind
Es kommt vielleicht nur darauf an, wo man wohnt und wenn man weniger belastbar ist wie Du und keine Tuerkeierfahrung hat, sollte man vielleicht eher in eine Gegend ziehen, die weniger "urspruenglich" ist. Um Adana und Mersin herum, das ist ja schon eine ganz andere Gegend, zwar wunderschön, aber weniger von Europäern bevölkert als die Kuestenregion zwischen Antalya und Izmir, die sich schneller wegen dem Tourismus angeglichen haben.
Nicht dass man jetzt denkt, das ist in der ganzen Tuerkei so .
Aber Du hast recht, die Tuerkei vermittelt einem ein ganz anderes Lebensgefuehl, da nimmt man solche Pannen mit Humor und besinnt sich auf andere Dinge und vor allem - man wird erfinderisch. Ich merke das bei mir, wie viel ich in unserem alten Haus drueber nachdachte, wie krieg ich im Winter die Zugluft aus den löchrigen Holztueren :-) oder wie halte ich die Kälte von den einfachen Scheiben ab. Darueber denkt man nicht mehr nach, wenn man wieder Thermofenster hat und dichte Tueren. Ich finde es aber interessant, wie die Ausländer hier unterschiedlich auf solche Probleme reagieren, der eine machts wie wir und nimmts gelassen und lässt sich was einfallen, der andere schimpft sich fast zu Tode und kann sich anders nicht helfen.....
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Türkei
Hallo Lykia
Ist genau so wie du es beschrieben hast. Im letzten November hatten wir einen Stromausfall von über 70 Stunden. Nichts ging mehr von Silifke bis vor Mersin.
Aber wie gesagt haben auch wir in unserer Sitesi einen Dieselgenerator welcher nach 15 bis 20 Sekunden einschaltet, so haben wir wieder Puss und es ist nicht schlimm. Im Lift bin ich zwar noch nie stecken geblieben wie unser Nachbar mal für 20 Sekunden. Im Warenlift Lift stecken geblieben bin ich einmal in der Schweiz für fast 2 Stunden wo ich arbeitete. Glücklicherweise hatte ich den Znüni und Getränke dabei. Danach habe ich mich auf den Boden hingelegt und die doch so kostbare Arbeitszeit mal mit bezahltem Schlafen überbrückt bis man uns befreite.
Wie dem auch sei, wir leben halt noch in der ursprünglichen türkischen Türkei. Nach Antalya rauf sind es rund 470 KM. Zwischendurch fahren wir auch mal rauf in die Gegend von Antalya, besuchen Side und Alanya. Wir sagen dann immer nun gehen wir "Touristen" gucken. Es ist wie im Zoo für uns, wenn die älteren Männer ihren behaarten Bierbauch zur Schau tragen und die älteren Touristinnen in zu engen Kleidern rumlaufen, und die Fettpolster deutlich schwabbern.
Aber nach 2 bis 3 Tagen sind wir wieder unterwegs in der richtigen Türkei.
Wie bereits gesagt verbessert sich auch bei uns die technische Infrastruktur immer mehr. Kläranlage ist nun auch in unserem Dorf direkt am Meer im Bau.
Strom- und Wasserausfälle werden bei uns leider nicht angesagt. Entweder man kann mit solchen Dingen leben oder zieht nicht in eine solche Gegend.
Wir möchten eigentlich an keinem anderen Ort in der Türkei leben. Nebst uns gibt es auf 80 KM nur zwei Schweizer, eine Handvoll Deutsche und Holländer. Mit der türkischen Sprache kommen wir eigentlich schon zurecht. Leider wird aber an den meisten Orten nur Dialekt gesprochen oder die Sprache vermischt sich mit der Nomadensprache yöruk.
Seit bald 4 Jahren leben wir im 3 bis 5 Monate Rhytmus in der Türkei. Insgesammt sind wir fast 9 Monate im Jahr in der Türkei. Haben unsere tolle grosse Wohnung dort vor über 8 Jahren gekauft.
Zur Zeit bin ich wieder seit ein paar Tagen in der Schweiz. Haben hier ja noch meine demenzkranke Mutter, sowie unsere erwachsenen Kinder und Freunde.
Und morgen machen wir mit der Bahn einen Tagesausflug nach Mailand und freuen uns riesig darauf.
Am Sonntag steht uns ein Skitag im Hoch Ybrig bevor. Wollen nächste Woche nochmals 2 x Skifahren gehen.
Übrigend ab Mitte Juli bis Ende August sind wir auch nicht in der Türkei. Wir leben ja in der heissesten Ecke der Türkei. Temperaturen ab 40 Grad sind nicht mehr unser Ding.
Wie bereits gesagt finden wir das Leben zwischen dem ehemaligen Orient und der Schweiz ganz toll. Unsere nächsten Reisepläne sind Georgien und Armenien. Wären ja so gerne im letzten Jahr wieder nach Syrien gefahren und wollten dort auch unsere Freunde wieder mal besuchen. Hoffe die Situation dort ändert sich bald mal ?
Mach's gut und herzlichen Gruss aus der warmen sonnigen Schweiz.
Touristen "gucken"
Es ist interessant , dass fast alle Auswanderer irgendwann die gleichen Angewohnheiten und Sprueche haben :-) . Wir gingen immer ins Buero nach Sarigerme um Touristen zu "gucken". Abends dann die 15 km wieder nach Hause, wo es "touristenfrei" und tuerkisch ist. Eine Zeitlang hatten wir die ersten Jahre hinter dem Buero einen Schlafraum mit Kueche und Bad und blieben ueber die ganze Saison von Mai bis Oktober dort und hatten nach Feierabend Urlaubsflair und im Winter waren wir zu Hause. Anfangs war das ganz interessant, aber irgendwann wollten wir das nicht mehr. Vor allem der ständige Muell, den die Leute bei mir vor der Auslage am Tisch im Freien abgeladen haben, machte mich wahnsinnig. Der war eigentlich fuer uns und unsere Kunden gedacht und es lag Infomaterial drauf. Das störte aber keinen so wirklich. Es wurde das Brot ausgepackt, die Bierflasche aufgemacht und sich mit fuenf Mann dort niedergelassen, oder man holte die gekauften T-Shirts vom Markt raus, probierte sie vor meinem Buero an, liess die Verpackungen haufenweise einfach liegen und verschwand. Ich hatte jeden Tag mehr Muell von Touristen als eigenen. Wenn man sie darauf ansprach, waren sie betreten oder auch frech. Ein Schild am Tisch in drei Sprachen - das ist ein Informationstisch und kein Rastplatz, bitte packen Sie Ihren Muell ein und nehmen Sie ihn mit, war auch nur dazu da, um darauf sein Lunchpaket aufzumachen. Allerdings muss ich sagen, die mit dem Essen, das waren die russischen Touristen, die sehr selten in unsere etwas exklusiveren und teuren Hotels kommen können und die, die ueberall ihren Muell abladen, das sind die Briten. Deutsche oder Schweizer verhalten sich hier anders.
Man lebt einfach anders, wenn man fuer immer geht und egal ob man arbeitet oder als Rentner dort ist, man hat auch seinen Alltag und kommt sich irgendwann fast wie ein Einheimischer vor, wenn die Touristen durch die Strassen gehen und findet nur noch ganz wenig Bezug dazu. Klar, man redet vielleicht mal mit jemandem, aber es ist einfach eine völlig andere Welt, in der die Touristen leben und man selbst auch. Ich weiss nicht wie es Dir geht, Mupli, da Ihr ja nicht immer in der Tuerkei seid.
Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.
Mersin
Hallo Lykia
Uns geht es eigentlich ganz gut in unserer zweiten Heimat in der Türkei. Nervige Sachen gibt es ja in jedem Land mal.
Glücklicherweise ist unsere Gegend, Region Mersin am östlichen Mittelmeer immer noch verschont geblieben vom europäischen Massentourismus da es bei uns (noch) keine Allinclusive 5 * Hotelanlagen gibt. Einige unserer Schweizer Freunde haben uns schon besucht nach zaghaften Überlegungen zwar und Fragen ob es den bei uns unten nicht gefährlich sei...lach !
Bei uns gibt es für Touristen auch keine so Schmuck- Leder oder Teppichrundreisen. Braucht man mal so etwas geht man in ein Geschäft.
Die Fliegerei ist zwar von der Schweiz aus mit Umsteigen in Istanbul verbunden, was ein paar Leute halt abhält, die es sich nicht gewohnt sind einen Flieger irgendwo auf der Welt zu wechseln.
Im Sommer Juli und August kommen natürlich x-tausende einheimische Touristen aus Ankara, Istanbul und Adana. In diesen Monaten sind wir aber nicht dort. Dies weil es die heisste Ecke in der Türkei ist und Temperatuen über 40 Grad nicht unser Ding sind.
So sind wir dann in der Schweiz und gehen im September wieder runter bis Mitte Dezember.
Schön ist auch für uns, dass wir überall in der Türkei frei campieren dürfen. So machen wir auch mal eine 2-tägige Wanderung und zelten in freier Natur an einer kleinen Beach, einem Bach oder Fluss. Geweckt werden wir meistens vom "gemecker" der Ziegen.
Das Leben zwischen 2 Kulturen finden wir immer noch sehr spannend. Uns gefällt dort auch die grosse Hilfsbereitschaft der Türken, Kurden, Araber usw.
Mach's guet und Gruss