Grüetzi allerseits....
Manche von uns haben sicher das eine und andere Lieblingsgedicht.
Mich würds freuen, wenn Ihr sie hier auch reinstellen mögt.
Eines meiner Lieblingsgedichte ist Folgendes:
Kleine Strophen von der Unsterblichkeit
Dauer, Zeit und Raum
Sind wie Brandungsschaum,
Der verweht, indes die Flut sich wendet -
Doch das kleinste Sein
Schließt ein Wesen ein,
Das von Anfang ist und niemals endet.
Der du dich besinnst,
Ob du einst verrinnst
Gleich dem Sand und gleich dem Regentropfen -
Denk, daß Meer und Land,
Wasser, Fels und Sand
Steter sind als deines Herzens Klopfen.
Nur was in dir brennt,
Was kein Wort benennt,
Dauert über der Vernichtung Flammen.
Wärst du nicht geweiht
Zur Unsterblichkeit -
Bräch die Schöpfung in sich selbst zusammen.
Carl Zuckmayer
Answers
Re:Lieblingsgedichte....
Meh wache as schlafe,
Meh rühme as strafe,
Meh lose as zelle,
Mehr geh weder welle.
Sophie Hämmerli-Marti
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
nachdem ich diese Verse voller Lebensweisheiten gelesen habe, die Du reingestellt hast, musste ich natürlich grad sofort mal nachgoogeln wer denn diese S. Hömmerli-Marti ist.
Googel frage mich zunächst mal: meinten sie Hämmerli-Marti? :laugh:
Eine ganz spannende Persönlichkeit, die Frau Hämmerli-Marti.
Danke Lilife....
Re:Lieblingsgedichte....
Ja das hab ich leider falsch-geschrieben,
Aber das ist ein Spruch von meiner
Koch Lehrerin,und immer noch in mein
Kopf präsent ist,daher auch mein Lieblings-
Gedicht ist.
Schönen Tag wünscht Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
MANCHMAL NICHT MEHR DABEI SEIN WOLLEN
SICH SEITWÄRTS IN DIE BÜSCHE SCHLAGEN
AN SO MANCHEM RINDVIEH VORBEI -
DANN ZEITLOS IM HOLUNDERSCHATTEN LIEGEN
UND EINS DREI ODER FÜNF
ALS GERADE ZAHL STEHEN LASSEN.
(Quelle: Rainer Brambach/AUCH IM APRIL)
Re:Lieblingsgedichte....
Link zu meiner Website
Re:Lieblingsgedichte....
Bice, das Gedicht gefällt mir sehr gut! Danke. :) :) :)
Jo gäll Eurydike, s'ist wirklich etwas Besonderes, trotz der Einfachheit... oder vielleicht grad deswegen.
Die Gedichte von Brambach haben etwas ganz Bodenständiges, Erdiges. Vielleicht kommt das davon, dass er über viele Jahre Gärtner war...und in jungen Jahren sogar auch mal Torfstecher.
Er ist für mich eine Art Dichter für einfache Leute, man braucht nicht grad einen Hochschulabschluss um ihn zu verstehen. Und seine Gedichte sind nie langweilig, voller verblüffender Einfälle.
Es gibt einige Menschen, die meisten sind zwar schon längst nicht mehr, die ich gerne mal getroffen/persönlich kennengelernt hätte. Brambach ist einer von denen. Ich glaube, ich hätte mich gut mit ihm verstanden. Er sass gerne in gemütlichen Kneipen, hat sicher auch mal das eine und andere Gläschen über den Durst getrunken, und hat zudem noch dieselbe Zigarettenmarke geraucht wie ich.....:lol:
Re:Lieblingsgedichte....
Aber das Untenstehende finde ich ganz grossartig....
Erinnerung an die Marie A.
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen golden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiss und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst Du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiss, ich weiss schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiss ich wirklich nimmer
Ich weiss nur mehr: ich küßte es dereinst.
Und auch der Kuss, ich hätt ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiss ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiss und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
(Quelle: BRECHTS GEDICHTE ÜBER DIE LIEBE/Ausgewählt von Werner Hecht/Suhrkamp Verlag)
Re:Lieblingsgedichte....
Du bist frei,
auch wenn du es
noch nicht weisst.
Du bist schön,
auch wenn du es
noch nicht siehst.
Du wirst glücklich sein,
auch wenn du es
nicht mehr glaubst.
Du wirst du selbst sein,
auch wenn du nicht einmal ahnst,
wer du bist.
Hans Kruppa
Aus diesem Buch lese ich viel
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Es lacht in dem steigenden Jahr dir
der Duft aus dem Garten noch leis.
Flicht in dem flatternden Haar dir
Eppich und Ehrenpreis.
Die wehende Saat ist wie Gold noch,
vielleicht nicht so hoch mehr und reich.
Rosen begrüßen dich hold noch,
ward auch ihr Glanz etwas bleich.
Verschweigen wir, was uns verwehrt ist;
geloben wir, glücklich zu sein,
wenn auch nicht mehr uns beschert ist
als noch ein Rundgang zu zwein.
Re:Lieblingsgedichte....
Hab gestern ein kleines Büchlein
gefunden,mit Gedichte von der
Marianne Grund
I bi
I bi ke Häx u ke Fee
I gschpüre nume eifach chly meh!
Wüui di nid mit Ouge vom Chopf,
Sondern mit dene vom Härz gseh!
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Und kannst du dich
nicht entscheiden,
so warte noch und
höre auf dein Herz
und dann geh,wohin
dein Herz dich trägt.
Susanna Tamaro
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Gewaltig endet so das Jahr,
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten,
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landmann:
Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Geht noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüsst auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluss hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht-
Das geht in Ruh und Schweigen unter
Georg Trakl
Gelesen in einer Gedichten Sammlung
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Winter
Der Fjord mit seinen Inseln liegt
wie eine Kreidezeichnung da;
die Wälder träumen schnee-umschmiegt,
und alles scheint so traulich nah.
So heimlich ward die ganze Welt...
als dämpfte selbst das herbste Weh
aus stillem,tiefen Wolkenzelt
geliebter, weicher, leiser Schnee.
Christian Morgenstern
auch eins von meinen Lieblingsgedichte
und es schneit wirklich.
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Lilife schrieb:
und es Schneit wirklich.
Lilife
Wunderschöne Gedichte hast Du reingestellt Lilife.
Und ja, jetzt müssen wir tatsächlich von den Herbstgedichten langsam aber sicher zu den Wintergedichten rüber wechseln.
Bei uns schneit es auch. Es ist alles weiss geworden, jedoch ist der Schnee gruuuusig plutschig. :unsure:
Re:Lieblingsgedichte....
Beschützt und umarmt
Von Annegret Kronenberg
Lautlos senkt sich
der Abend auf uns herab.
Alles ist still.
Ab und zu ist der Flügelschlag
eines einzelnen Vogels zu hören.
Nach einem verregneten Tag
ist die Luft still und klar.
In dieser eigentümlichen Stille,
legt sich behutsam Gottes Atmen
über die Erde.
Alles fühlt sich beschützt
und umarmt.
Auch wieder eins von meinen Lieblingsgedichte
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Der Winter ist kalt, das Jahr schon alt.
Es wusste, es wird bald vergehen und
wieder auf der Welt soviel Unheil geschehen.
Die Einen stehn im Licht und sind doch nicht froh,
die Andern hungern, warum ist das so ?
Im alten Jahr wird das Herz so schwer
Es fühlt sich ausgebrannt und leer.
Mit sovielen guten Vorsätzen hat alles begonnen, doch sind
in Nichts zerronnen.
War der Weg zu steil, die Erwartungen zu gross ?
Woran lag es bloss?
Wird es dem neuen
Jahr gelingen, den Menschen Frieden und Eintracht zu bringen?
Es ist jung und stark und wir glauben daran,
dass sich in diesem Jahr vieles verändern kann.
Wir wollen mit Zuversicht und Vertrauen,
dem neuen Jahr entgegenschauen.
Re:Lieblingsgedichte....
Im Schnee
Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind,der stürmende,
Das Schneegestöber her!
Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuss,der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.
Gottfried Keller
Es Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.
Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.
Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut.
Dämmernd kommt heraufgestiegen
Manche längst vergeßne Zeit,
Wie mit bunten Maskenzügen
Und verblichner Herrlichkeit.
Schöne Fraun, mit kluger Miene,
Winken süßgeheimnisvoll,
Und dazwischen Harlekine
Springen, lachen, lustigtoll.
Ferne grüßen Marmorgötter,
Traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
In dem Mondenlichte wehn.
Wackelnd kommt herbeigeschwommen
Manches alte Zauberschloß;
Hintendrein geritten kommen
Blanke Ritter, Knappentroß.
Und das alles zieht vorüber,
Schattenhastig übereilt.
Ach! da kocht der Kessel über,
Und das nasse Kätzchen heult.
Heinrich Heine (1797-1856)
Re:Lieblingsgedichte....
Zuversicht
Verzaubert liegt in weiss die Welt
noch immer fallen Flocken,
verhüllen sanft das Sternenzelt,
von ferne läuten Glocken.
In Frieden dieser Winterpracht
erwarten wir die heilige Nacht
und hoffen fest am Jahresende,
dass alles sich zum Guten wende.
unbek.
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Stern und Engel,
Hirten und die Weisen
künden uns das Grosse,
was geschah,
Und wir loben,
danken und wir preisen,
Gott ist nah!
Dietrich Bonhoeffer.
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Nächtliche Stille
Heute nacht kann ich
die Stille,
Kann ich fühlen,
wie sie zu mir spricht -
wie zu einem guten Freund,
voller Wärme, voller Zärtlichkeit.
Gut ist es,
wie sie mich umhüllt,
ohne mich zu beengen -
wie sie mir Geborgenheit schenkt,
ohne mich zu langweilen.
Nächtliche Stille,
dein geheimes Licht erweckt
meine inneren Augen zu neuem Leben.
Du bist der Frieden,
den die Welt nicht sieht -
ein tief verborgener Zauberduft,
ein kaum hörbares,unendlich zartes Lied.
Hans Kruppa
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Zum Jahreswechsel,
Man nehme 12 Monate,putze sie sauber
von Neid,Bitterkeit, Geiz,Pedanterie
und zerlege sie in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat für ein Jahr reicht.
Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus
1Teil Arbeit und 2Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge 3 gehäufte Esslöffel Optimismus
hinzu,1 Teelöffel Toleranz,1 Körnchen Ironie
1 Prise Takt.Dann wird die Masse mit sehr
viel Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit
Sträusschen kleiner Aufmerksamkeiten und
serviere es täglich mit Heiterkeit.
Katharina Elisabeth Goethe.
Grüssli Lilife:)
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Zum Jahresanfang
In Ihm sei's begonnen,
Der Monde und Sonnen
An blauen Gezelten des Himmels bewegt!
Du, Vater, Du rate!
Lenke Du und wende!
Herr, Dir in die Hände
Sei Anfang und Ende,
Sei alles gelegt!
E. Mörike
Alles Gute zum Neuen Jahr wünscht allen
gundi
Re:Lieblingsgedichte....
Hoffnung
Wie wäre ein Winter zu ertragen,
ohne Hoffnung auf den Frühling,
Wie ein Abschied auszuhalten,
ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen?
Nur die Hoffnung,
dass es immer wieder hell wird,
lässt uns die langen,finsteren
Nächte durchstehen.
Annegret Kronenberg
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
http://www.seniorweb.ch/index.php?option=com_fireboard&Itemid=470&func=view&catid=27&id=168878#168878
Re:Lieblingsgedichte....
Es bleibt das JA
wenn die Stille
das Band
des Aufgehoben Seins
er-trägt.
Aus
Margo Fuchs Knill im Gedichtband
Im Zeitknoten bleibt das JA, S. 67
Eine Orpheus und Eurydike Serie
Chamäleon Verlag
Mit besten Wünschen, Rosenjor
Re:Lieblingsgedichte....
Kennst Du Das?
Kennst du das?
Die du willst,
wollen dich nicht.
Und die dich wollen,
willst du nicht.
Willst du die,
die du willst?
Dann hör auf,
sie zu wollen.
Hans Kruppa
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Seine Gedichte beginnen meistens mit "Ein Mensch".
Hier ein Gedicht von ihm, das mir besonders gut gefällt:
Ein Mensch, der einen andern traf,
Geriet in Streit und sagte "Schaf"
Der andre sprach "Es wär Ihr Glück
Sie nähmen dieses Schaf zurück!"
Der Mensch jedoch erklärte: Nein
Er säh dazu den Grund nicht ein.
Das Schaf, dem einen nicht willkommen,
Vom andern nicht zurückgenommen,
Steht seitdem, herrenlos und dumm
Unglücklich in der Welt herum.
oder sein schönes Weihnachtsgedicht:
Ein Gleichnis
Ein Mensch beäugt im halben Traum
Die Lichter still am Weihnachtsbaum.
Und Wehmut schleicht sich ihm ins Herze,
Wie Kerze niederbrennt um Kerze.
Oft sind es grad die starken, stolzen,
Die unverhofft hinweggeschmolzen.
Zuletzt sind sechse oder sieben
Als arme Stümpflein übrig blieben.
Der Mensch, nicht aberglaubenfrei,
Sucht eins, dass es das Seine sei.
Hoch oben flackert eins und lischt,
Tief unten raucht eins und verzischt.
Ein drittes blau nach Luft noch schnappt –
Schon ist sein Wachs davongeschwappt.
Doch seines, wie’s auch knisternd keucht,
Erhebt sich neu zu Goldgeleucht.
Die Schatten werden riesengroß –
Das eine – seine – hält sich bloß.
Ein letztes Tasten noch des Lichts –
Dann kommt das ungeheure Nichts.
Der Mensch entreißt sich seinem Wahn –
Und knipst die Deckenleuchte an...
Hier ein - immer noch aktuelles - Gedicht
Kassenhass
Ein Mann, der eine ganze Masse
Gezahlt hat in die Krankenkasse,
Schickt jetzt die nötigen Papiere,
Damit auch sie nun tu das ihre.
Jedoch er kriegt nach längrer Zeit
statt baren Gelds nur den Bescheid,
Nach Paragraphenziffer X
Bekomme er vorerst noch nix,
Weil, siehe Ziffer Y,
Man dies und das gestrichen schon,
So daß er nichts, laut Ziffer Z,
Beanzuspruchen weiter hätt.
Hingegen heißt's, nach Ziffer A,
Daß er vermutlich übersah,
Daß alle Kassen, selbst in Nöten,
Den Beitrag leider stark erhöhten
Und daß man sich, mit gleichem Schreiben,
Gezwungen seh, ihn einzutreiben.
Besagter Mann denkt, krankenkässlich,
In Zukunft ausgesprochen häßlich.
Re:Lieblingsgedichte....
schreib uns noch einige dieser Gedichte bitte.
Schöne Sunntig
Re:Lieblingsgedichte....
Es freut mich, dass dir seine Gedichte gefallen. Beim diesem Link kannst du viele weitere lesen: http://www.susannealbers.de/03philosophie-literatur-roth1.html
Hier eines davon ( bei "ein Mensch" zu klicken) das sicher die Pensionierten anspricht.
Entwicklung
Ein Mensch, der beste Mensch der Welt,
Wird eines Tages angestellt
Und muß - er tuts zuerst nicht gern -
Laut bellen nun für seinen Herrn
Bald wird er, wie es ihm geheißen,
Die Zähne zeigen, ja gar beißen.
Er wird sein Amt - im Bild gesprochen -
Wild fletschend, wie der Hund den Knochen,
Dem einer ihm mißgönnt, verteidigen -
Ein schiefer Blick kann ihn beleidigen.
Dann wird er milder, Zahn um Zahn
Wird stumpf und fängt zu wackeln an -
Bis schließlich er, als Pensionist,
Fast wieder Mensch geworden ist.
Re:Lieblingsgedichte....
Frühlingsglaube
Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden
O frischer Duft,o neuer Klang!
Nun,armes Herz sei nicht Bang!
Nun muss sich alles,alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jeden Tag,
Man weiss nicht,was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste,tiefste Tal:
Nun,armes Herz vergiss der Qual!
Nun muss sich alles,alles wenden!
Ludwig Uhland
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Link zu meiner Website
Re:Lieblingsgedichte....
Es freut mich Eurydike,
das Du freude hast am Gedicht,
ja tief einatmen,und der Frühling
kommt.
Grüssli Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Frühlingslied
Die Luft ist blau,das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn,
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund
ist schon so bunt;
und malt sich täglich bunter.
Drum komme,wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die solche Pracht
hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.
( Ludwig Christoph Heinrich Hölty)
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
Er ist's
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süsse, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
(Eduard Mörike)
Re:Lieblingsgedichte....
Der Duft des Veilchens schwinget
sich zart und lustbekommen über
licht begrünte Hecken, lockt dich,
lässt dich näher kommen,
spielt ein schelmisches Verstecken
löst in deiner Seele leise,
eine lange unvergessene
süsse, dennoch unvermessene
heimatliche Liebesweise.
Hermann Hesse
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
Re:Lieblingsgedichte....
Kennt ihr das Lied auch?
Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt.
Er setzt seine Felder und Wiesen instand.
Er pflüget den Boden,er egget und sät
und rührt seine Hände frühmorgens und spät.
Hab ich früher gesungen in der Schule.
Lilife
Ingrid Lütscher
Re:Lieblingsgedichte....
s Lysettli-Hunziker-Stybli
Kirzlig in der Stadt am Rhy
am Hotel Basel schreeg verby
gsehn i e Schild,
my Härz pocht wild:
„Lisettli-Hunziker-Stybli“
und i grybli und grybli...
Vor iber fimfefuffzig Johr
han i e Maitli kennt, s’ isch wohr.
Im Stybli bim Lisettli
ha-n-ere gsait, i wetti
Ihre e Schmytzli gäh
Und si in mini Arme näh.
Si isch zwar hold errötet
het aber denn, verspötet,
mer g’stande, dass sie au.
Doch wo-ni-se pack, kunnt d’Frau
Lisettli Hunziker z springe
Will is usenander bringe:
„Do inne git’s nyt zum Schmuuse
wenn si wänn schmytzle, gehn si use!
Mir sin denn unters Spaletor
‚s isch mer, i stand no der vor.
Damals het’s scho g’wintererd
doch sunscht het is niemer ghinderet!
Bernhard 04.03.10
Re:Lieblingsgedichte....
http://bazonline.ch/basel/dossier/basler-fasnacht/Der-Buchhalter-und-der-Waggis/story/21632696
Hoffentlich klappt es mit dem Klicken, sonst einfach www-Adresse kopieren und es selber versuchen!
Liebe Grüsse Bernhard
Der Frühling
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Annette von Droste-Hülshoff
Hermann Hesse schreibt:
http://www.mönchsklause.de
Lieblingsgedicht:
Ich brauche kein Foto von Dir !
Wenn Du in die Ferne gehst,
bist weit von mir entfernt.
Ich mache meine Augen zu,
und bin ganz nah bei Dir.
Ich brauche kein Foto von Dir,
denn Du liegst mir im Herzen.
Darum bin ich so froh,
denn ich liebe Dich so.
Am Abend bin ich ganz allein,
hab Sehnsucht nach Dir.
ich mache meine Augen zu,
und bin ganz nah bei Dir.
Ich brauche kein Foto von Dir .............
Und gehst Du mal auf Reise,
ins ferne Paradies.
Dann mach ich meine Augen zu ,
und bin ganz nah bei Dir.
Ich brauche kein Foto von Dir .........
Cop. NS.
Morgenstern
Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
(Christian Morgenstern)
*****
Meine Bücher > www.myltz.ch / Newsletter bestellen
Frühling über Berlin
Sonne klebt wie festgekittet.
Bäume tun, als ob sie blühn.
Und der blaue Himmel schüttet
Eine Handvoll Wolken hin.
Großstadtqualm statt Maiendüfte.
-Frühling über Groß-Berlin! -
Süße, wohlbekannte Düfte........
Stammen höchstens von Benzin.
Durch den Grunewald lustwandelt
eine biedre Keglerschar.
Eine Laute wird mißhandelt
Durch ein Wandervogelpaar.
Sonntags gehts mit der Verwandtschaft
(Meist jedoch mit Frollein Braut)
In die märkische Streusandlandschaft,
Wo man seinen Kaffee braut.
Sommerabendparkgeflüster.....
Junges Pärchen auf der Bank.
-Doch das ältere Register
Sitzt im Gartenrestaurang.
Mütter schieben ihren Jüngsten
Auf den sonnigen Balkon.
Und zwei Weekends hinter Pfingsten
Hat die Liebe Hochsaison.
(Mascha Kaleko)
http://www.mönchsklause.de
wohlbekannte Düfte...
Immergrün, schön, dass Du auch mal wieder da bist.
Die wohlbekannten Benzindüfte sind herrlich sarkastisch ausgedrückt.
Vielleicht riecht der Kaffee auch bald nach Benzin....:-))
Link zu meiner Website
Im Maien
Im Maien, im Maien, da ist es so schön,
Da blüht es im Tal und da grünt‘s auf den Höh‘n;
Es singen die Vögel in jubelnder Lust,
Was lebet, das ist sich des Lebens bewusst.
Im Maien, im Maien, o liebliche Zeit!
Der Frühling hat Alles mit Blüten beschneit,
Er bringet die Hoffnung in jegliches Herz,
Er mehret die Freuden und lindert den Schmerz.
Im Maien, im Maien, o freu‘ dich, mein Herz!
Und steig‘ wie die Lerchen auch himmelwärts,
Dank‘ Gott so wie sie auch mit Jubelgetön:
Im Maien, im Maien, da ist es so schön!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Eine Lyrikerin, die ich auch sehr mag....
ist die Silja Walter. Sie lebt seit vielen Jahrzehnten als Nonne im Kloster Fahr.
Ich hörte von ihr zum ersten Mal vor über 40 Jahren. Ich befand mich (noch nicht einmal 20 Jahre alt) aufgrund schwerer Depressionen in einer psych. Klinik. Mein Aufenthalt dauerte 1 1/3 Jahre lang....eine Mitpatientin hat mich auf folgendes Gedicht aufmerksam gemacht:
Die Irre
Ich bin nicht da. Ich bin doch irgendwo?
Ich gehe laut, behorche meine Schritte,
Doch rühr‘ ich mein Gesicht an, klingt es so,
Als breche man ein Kelchglas in der Mitte.
Ich leid‘ dies Klingen unter jedem Blick.
Die Stadt blickt einen abends fast entzwei.
Lasst mich doch los, sonst laufe ich zurück
Mit tausend Scherben im Gesicht und schrei‘.
So schaut mich tot. Ich bin ja doch nicht da.
Der Regen meint es auch, der auf mir spielt.
Es wundert ihn, was mittags denn geschah,
Dass sich mein Mund so seltsam hart anfühlt.
Ich weiss es nicht. Ich tränke gerne Wein.
Hielt gern in Händen grosse Akeleien.
Ich wollt‘ ein schönes totes Standbild sein
Am Brunnenrand und leblang nicht mehr schreien.
Dann leget ihr erschreckt mir Gitter um.
O tut es doch in dieser schweren Nacht
Und süsse Dunkelheit darum herum,
Die alle Dinge tödlich schlafen macht.
Dann gäb‘ es keine grauen Gassen mehr
Und nie mehr ein Gesicht, so gut wie seins.
Der Tag wär eine stete Wiederkehr
Der Nacht im Tonfall kupferroten Weins.
Dann kehrt‘ ich sorgsam wieder zu mir heim
Und küsste mich und wäre selber wieder.
Ich sänge mich zu einem neuen Reim
Und sänge alle eure Gitter nieder.
(Quelle: Silja Walter: GESAMMELTE GEDICHTE Arche-Verlag)
Der Juni
Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.
Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.
Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.
Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.
Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.
Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.
Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.
Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob's Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.
Erich Kästner
Der Juli
Ein grünes Blatt
Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf dass es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.
Theodor Storm, (1817-1888
mein Lieblingsgedicht
Es wurde zwar schon ein Weilchen nichts mehr hier veröffentlich. Nun bin ich aber über einige Gedichte sozusagen gestolpert, der Name Sophie Hämmerli-Marti stach mir in die Augen. Das löste sofortigen Nostalgie-Reflex aus. Als gebürtige Aargauerin weiss ich natürlich, wer das ist. Und wieviele schöne Reime durften wir als Kinder von unserer Mutter hören... Aber ich fürchte, die heutigen Kinder können damit nicht mehr viel anfangen; jedenfalls habe ich SHM meinen Enkelinnen vorenthalten.
Hier aber ein Gedicht, das mir in längst vergangenen Zeiten sehr geholfen hatte und das ich seither immer mit mir trage. Möge es noch vielen Andern, die sich im Umbruch befinden, helfen.
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
Su