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Befristeter Führerausweis ab 70 Jahren

87 Antworten [Letzter Beitrag]
15. Juni 2010 - 17:52
Roberto Binswanger

Es wird schon seit längerer Zeit diskutiert, aber offenbar gilt's bald ernst: Ab 70 Jahre sollen Seniorinnen und Senioren nur noch einen auf zwei Jahre befristeten Führerausweis erhalten und alle zwei Jahre auf ihre Fahrtauglichkeit überprüft werden. Ist dies eine sinnvolle Massnahme im Interesse der Verkehrssicherheit, eine Schikane oder eine Diskriminierung der älteren Fahrzeuglenkerinnen und –lenker?

Answers

wels

aa

Wieder so ein unüberlegter Blödsinn wie die Nachprüfung für die jungen Inhaber des provisorischen Führerscheins. Ich habe gelesen, dass die kaum zur Prüfung können weil die Ämter hoffnungslos überlastet sind. Nun sollen diese hoffnungslos überlasteten Ämter auch noch zusätzlich die Älteren bedienen. Ich denke, dass sich das von selbst erledigen wird.

Persönlich kann es mir egal sein weil ich sowieso ab 70 periodisch zu einer ärztlichen Untersuchung muss. Ich weiss zwar nicht, wie häufig.

Der nächste Hit wird wohl der provisorische Geburtsschein sein mit jährlicher Kontrolle, ob man immer noch geboren ist.

Su

provisorischer Fahrausweis

Sooo blöd finde ich die Idee nicht, wenn auch wirklich etwas verfrüht mit 70 Jahren. Die meisten Leute sind dann wirklich noch gut "zwäg". Aber ab 75 oder spätestens 80 Jahren frage ich mich schon, weshalb diese Frauen und Männer nicht ganz gemütlich langsam auf den ö.V. umsteigen können, vielmehr, sie sollten durch gelegentliche auch für sie sinnvolle Fahrten schon daran gewöhnt sein. Die Reaktionszeit z.B. ist langsamer geworden, der Verkehr ist brutaler geworden, allein schon durch die Dichte.
Ich persönlich kann kein Menschenrecht darin sehen, dass man selber Auto fahren darf/muss/kann. Es ist auch eine Befreiung, einzusteigen in ein öffentliches Verkehrsmittel und sich einfach transportieren zu lassen.
Ich erschrecke jedes Mal, wenn ich von einem durch einen alten Menschen verursachten Verkehrsunfall lese.
 


 

Su

Borki

Verkehrssicherheit

Wenn ich mit 125 km/h auf der Autobahn unterwegs bin, stelle ich ein Verkehrshindernis dar. (Erlaubte Höchstgeschwindigkeit 120 km/h.) Da wird geblocht und genervt, was das Zeug hält. Man überholt und überholt und fährt viel zu nah aufeinander. An meinem Heck wird gedrängelt und geflucht und mir zu erkennen gegeben, dass ich doch endlich das Gaspedal runterdrücken soll und überholt wird ohne Blinkeranzeige usw. Wenn ich in die Fahrzeuge schaue, sehe ich selten Leute über 70 am Steuer, sondern durchwegs Fahrer, die im Berufsverkehr von oder zur Arbeit blochen.

Nun will man ausgerechnet die im Strassenverkehr routinierten Senioren mit diskriminierenden Schikanen zur Kasse bitten. Es wäre wohl sinnvoller, die notwendigen Mehreinnahmen durch vermehrte Radarkontrollen zu holen und auch häufigere Polizeikontrollen durchzuführen.

Wenn die Senioren soooo schlechte Autofahrer wären, würden sie sich wohl von selbst dezimieren!

Kurt Engelbrecht

Man muss die Geschichte, die

Man muss die Geschichte, die dahinter steht, kennen.

Es wird angeblich statistisch bewiesen, dass die altenFahrer gefährliche Fahrer sind, weil sie in unverhältnismässig grosser Zahl in Unfälle "involviert" sind . Allerdings ist diese Statistik in den gleichen Kreisen, die sie erstellt haben, umstritten. 

Exkurs: Ein junger Fahrer kracht im Nebel auf eine stehende Kolonne und schiebt vier Fahrzeuge aufeinander. In allen vier sitzen Fahrer im Rentneralter. Statistisch heisst das: 80% der in diesen Unfall "involvierten" Fahrer sind im Rentenalter. Man muss etwas tun! Ende Exkurs.

Es wird ferner behauptet, die Prüfung durch den Hausarzt sei nicht haltbar, weil die Hausärzte Gefälligkeitsgutachten ausstellen könnten. Das ist bisher nie bewiesen worden.

Es ist nicht bekannt, wie viele Unfälle von alten Fahrern verschuldet werden, weil deren Hausarzt eine medizinisch begründetete Fahruntauglichkeit nicht erkannt oder aber verschwiegen hat. (Ich habe diese Frage an einem runden Tisch zum Thema im Kanton gestellt.)

Ebenso wenig ist bekannt, wie viele Unfälle überhaupt auf altersbedingte Fahrmängel zurückzuführen sind.

Die medizinische Prüfung sagt ferner nichts über das Verhalten im Verkehr aus.

Die Nützlichkeit solcher Massnahmen wird also nie ermittelt werden können, weil man die Vergleichswerte nicht kennt.

Ich habe einem Vertreter von VIA SICURA die Frage gestellt, wie sich die Unfallstatistik der Schweiz vergleicht mit derjenigen Deutschlands, wo es keine solche Alters-Prüfungen gibt. Antwort: Man hat keine Vergleiche angestellt. (Gleichwohl dürfen deutsche Rentner auf schweizer Strassen fahren.)

Kurt

erizo

only the old are to blame

Ob gut oder schlecht,das ist hier die Frage.Aber im Grund genommen ist es wie mit der Ausbeutung der Rentner auf andern Gebieten,wenn bei uns nichts mehr zuholen ist geht es Andern nicht besser,auch so im Strassenverkehr.Wenn es möglich ist, sollten Wir doch den Jüngeren das Schlachtfeld überlassen.Wenn ab morgen alle 70-järigen sofort Ihren Brief abgeben müssten,würden die Prämien massiv steigen so die Aussage eine Versicherungs-Fachmann.Natürlich ist jeder Unfall welcher durch eine alte Person verursacht wurde einer zuviel.Die Mehrzahl der alten Autofahrer welche keine Unfälle verursachen sind gern gesehene Prämienzahler.

wels

aa

susannamaria
Dein Lob auf den öffentlichen Verkehr kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich fahre trotz Auto sehr häufig mit dem Bus. Da herrschen folgende Regeln:

1. Die Sitzplätze gehören den Jungen, denn sie sind schneller beim Einsteigen
2. Der Busfahrer hat es eilig und startet rassig, solange die Alten noch stehen oder einen Sitzplatz suchen
3. Der Billettautomat ist so plaziert, dass man durch den Bus fliegt, wenn der Fahrer stark bremsen muss
4. Der Billettautomat ist so blöd zu bedienen dass man erst nach 3 Haltestellen und gut durchgerüttelt und geschüttelt ein Billett hat - wenn überhaupt - weil der Automat das Geld nicht annimmt.

5. Bei den SBB sind die Automaten dauernd anders eingestellt, machen Ärger mit dem Bezahlen (nur Kreditkarte, Nichtannahme des Geldes, ausser Betrieb etc. etc.)

6. Bei den SBB sind die Toiletten so selten und die Spülung so saublöd zu bedienen dass ältere Leute mit "Rückhalteproblemen" nicht sauber ans Ziel kommen.

Dein Votum tönt genau wie das vom VCS (bin dort zwar auch Mitglied) .

wels

aa

Kurt

Zusätzlich: Es ist erwiesen, dass Männer um die 30 die schwersten und häufigsten Verkehrsunfälle produzieren. Zusätzlich gibt es eine steigende Anzahl von Minderjährigen die mit den Autos der Eltern herumrasen und schwerste Unfälel verursachen. Die werden auch nicht vom Besitz eines Führerscheins ausgeschlossen und wegnehmen kann man ihn denen auch nicht.

 

Senioren fahren trotz Bezahlung voller Prämien etc. oft relativ wenige Kilometer im Jahr.

 

Rosano Verde

Ganz klar: Diskriminierung!

Eine medizinische Untersuchung, so wie heute, geht in Ordnung. Ein Fahrausweis auf  Zeit ist diskriminierend. Man sollte sich dagegen wehren. Die Unfallstatistiken sind nicht aussagefähig. Man spricht von 75 tödlichen Unfällen (von rund 350 jährlich). So betrachtet, müsste man fast alles verbieten, vom Radfahren, zum Joggen bis zum Zeitung lesen...

dummy

Unfälle

Susannamaria schreibt u.a.

Ich erschrecke jedes Mal, wenn ich von einem durch einen alten Menschen verursachten Verkehrsunfall lese.

Warum denn nur bei den Alten?

Ich erschrecke bei jedem Verkehrsunfall, sei er von einem alten, jungen, männlichen oder weiblichen Fahrer verursacht.

Und die minderjährigen, nächtlichen Wettrennenfahrer ohne Fahrausweis  und Versicherung finde ich absolut unerträglich.

Giovanni

Dünnbrettbohren

Ich glaube, es war Erich Kästner, der Versuche der staatlichen Autoritäten und anderer Wichtigtuer, sich in unnötigen Aktionen zu gefallen, als «Dünnbrettbohrer» bezeichnete. Das heisst, sie versuchten, das Brett an der dünnsten Stelle zu durchbohren. Im politischen Bereich heisst das, man erlasse Bestimmungen in den Bereichen, in denen man annehme, dass der Widerstand dagegen am schwächsten sei. Das seien im konkreten Fall der Berechtigung zum Lenken eines Fahrzeugs die Menschen höheren Alters.
Mir scheint, es genüge die bisherige Parxis, dass der Arzt, der seine Kunden am besten kennt, sein Gutachten über die Fahrtüchtigkeit dem zuständigen Strassenverkehrsamt abgibt. Alles andere führt zu weiterem unnötigen Bürokratismus.
Ich traue uns allen als reifen Leuten zu, dass wir selber unsere Fähigkeit beurteilen können, noch ein Auto zu lenken oder eben nicht mehr. Wenn dem nicht so wäre, so sind meistens noch Angehörige da, die einen zur nötigen Einsicht bringen können.

Rosano Verde

Dünnbrettbohrer in der Gurkentruppe

Sehr gut, giovanni! Schon wieder etwas gelernt. Ich werde mich in Zukunft angestrengt um die politisch korrekte Bezeichnung unserer "Legislative" bemühen. Dünnbrettbohrer finde ich prima. Der Eindruck wird bestätigt, dass "die da in Bern oben" vor allem Probleme lösen, die wir eigentlich gar nicht haben, somit ihre Zeit verschwenden und es immer wieder fertig bringen, jene Leute zu verärgern, die zu unserem Land stehen und sich auch heute noch für dieses einsetzen. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ältere Menschen im Gespräch mit ihrem Hausarzt auf angemessenere Art und Weise über ihre Fahrtüchtigkeit entscheiden können und es keine diskriminierenden und kostspieligen Hürden braucht, um zu vernüftigen Entscheiden zu kommen. Auch ältere Menschen haben Verkehrsunfälle verursacht. Das stimmt. Weit grösser ist aber die Zahl jener "Alten", die auf dem Zebrastreifen (vormals Fussgängerstreifen) angefahren werden. Und das in erster Linie von jungen noch unerfahrenen Lenkern. Dünnbrettbohrer brauchen wir keine. Also wehren wir uns!

schoschanah

zu kurze grünphasen

Rosano Verde schrieb:

Auch ältere Menschen haben Verkehrsunfälle verursacht. Das stimmt. Weit grösser ist aber die Zahl jener "Alten", die auf dem Zebrastreifen (vormals Fussgängerstreifen) angefahren werden. Und das in erster Linie von jungen noch unerfahrenen Lenkern. Dünnbrettbohrer brauchen wir keine. Also wehren wir uns!

Ich habe gelesen, dass dass zwei Drittel aller schwer verletzten oder tödlich verunfallten Fussgänger über 65 Jahre alt sind. Weiter ärgere ich mich über die kurzen Grünphasen. Wenn ich bei meinen Spaziergängen mit einer Dame im Rollstuhl die Strasse überqueren muss, wird die Zeit immer sehr knapp.  Eine Person, die einen Stock oder eine andere Gehhilfe benötigt, muss sich sehr beeilen, dass sie sich, wenn das Blinklicht umschaltet nicht mehr auf der Strasse befindet. (Und das sich Beeilen gestaltet sich in solchen Fällen  sehr, sehr schwierig und ist erst noch mit Sturzgefahr verbunden...)Ansonsten geht eventuell ein Hupkonzert los oder missbilligende Bemerkungen werden laut. Zum Glück  nicht immer, denn es gibt ja  auch noch die rücksichtsvollen Autofahrer/innen. Und die finden sich sowohl bei den Seniorinnen/Senioren wie auch bei den Jungen und Mittelalterlichen.

panchito

wenn es so hier weiter geht

wenn es so hier weiter geht mit solchen immer wieder erscheinenden Gerüchten und Nachrichten um den Führerschein der reifen Leute  werde ich den Seniorweb einfürallemal verlassen

dummy

Panchito

Soll das nun eine Drohung sein? Möchtest Du, dass wir Dich nun bitten, weiterhin zu bleiben? Dürfen wir nicht schreiben, was uns passt? 

Ich verstehe solche Bemerkungen überhaupt nicht - es steht Dir doch frei, das Seniorweb in Stille zu verlassen.

Es ist auch erlaubt, Beiträge, die einem nicht passen, zu überspringen.

Nun hast Du die Wahl.

panchito

-

   -Soll das nun eine Drohung sein? -Nein, wieso

-Möchtest Du, dass wir Dich nun bitten, weiterhin zu bleiben?    

-Nein, noch weniger

-Dürfen wir nicht schreiben, was uns passt?       -Ja und ich auch
Borki

Adios panchito

Panchito stelle ich mir vor wie einer auf der Autobahn, der hinter mir die Lichthupe betätigt und danach mit Vollgas und unerlaubt hoher Geschwindigkeit an mir vorbeidonnert. Seine momentane Gemütsverfassung entspricht genau diesem Typ von motorisiertem Verkehrsteilnehmer, dem man häufig auf  unseren Autobahnen begegnet.

Auf Wiedersehen panchito, man sieht sich wieder – im nächsten Stau.

Roberto Binswanger

Zitieren erlaubt???

Panchito, ich werde gelegentlich einen Artikel im Magazin über das Thema schreiben,  mit ziemlich viel Hintergrundinformationen. Und dabei möchte ich Dich gerne mit diesen Worten zitieren  

 

wenn es so hier weiter geht mit solchen immer wieder erscheinenden Gerüchten und Nachrichten um den Führerschein der reifen Leute  werde ich den Seniorweb einfürallemal verlassen

 

um zu zeigen, wie stark das Thema unseren UserInnen unter den Nägeln brennt. Gibst Du mir das Okay zum Zitieren?  Vielen Dank im Voraus!

 

 

Kurt Engelbrecht

keine Gerüchte

Panchito, es sind leider keine Gerüchte: Das Projekt VIA SICURA existiert (seit 2004) tatsächlich und darin spielen die älteren Fahrer eine relativ wichtige und, aus der Sicht des Projektes,  negative Rolle. 

Das Thema ist nicht neu und wird von der Presse immer wieder hochgekocht - zuletzt am letzten Sonntag in der "Sonntag". 2005 leistete sich die Basler Zeitung einen seitenlangen Artikel,  zu dem ich einen Leserbrief schrieb (nachzulesen auf www.svnw.ch/archiv), der nicht publiziert wurde. Der Aufhänger ist immer der gleiche: Hausärzte sollen angeblich  Gefälligkeitsgutachten erstellen - was nie bewiesen wurde - weshalb Amtsärzte sie ersetzen sollen.

2006 liess sich das SF vernehmen - link auf der oben genannten web site. 

Kurt

dummy

Hausärzte

Kurt Engelbrecht,

im westend kannst Du Dich nicht von DeinemHausarzt beurteilen lassen. Wir kriegen eine offizielle Ärzteliste zugestellt und dürfen nur aus dieser Liste einen begutachtenden Arzt auswählen. Es kann natürlich sein, dass auf dieser Liste der Hausarzt per Zufall figuriert - ob die Begutachtung durch den Hausarzt, der Dich besonders gut kennt, vorteilhaft ist, sei dahingestellt.

erizo

Quellenangabe

Panchito mit deinem Spruch: wenn es so hier weiter geht mit solchen immer wieder erscheinenden Gerüchten und Nachrichten um den Führerschein der reifen Leute  werde ich den Seniorweb einfürallemal verlassen,Ende Zitat.Hast du dich da nicht zu weit aus dem Rahmen gelehnt?

Wenn ich auch in der Rechtsschreibung nicht ganz- Sattelfest-bin,so ist für jedes Schreiben von mir

eine Herkunftsangabe vorhanden,sei es in drei Ordner oder in einem UBS –Stick.Alles was ich im Alter beschreibe kann ich mit der Herkunftsangabe belegen.Das ich auch anders wo schreibe hat mir das bei Nachfragen schon oft geholfen.Aber schreiben bedingt das man manchmal erst nachfragen soll und es ist überraschend das in den meisten Fällen eine Antwort zugestellt wir,sogar von Behörden.Meine Beiträge musst du ganz sicher nicht lesen und kommentieren.

panchito

-


Roberto Binswanger: mach wie du willst mit meiner  (genervten)  Aussage.

Nach den Erklärungen von Kurt Engelbrecht scheint dieser regelrechter Angriff gegen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung wirklich Aussichten zu haben?

Ich kann die Empörung der Betroffenen  in allen Teilen des Landes schon voraussehen

dummy: lerne bitte zwischen den Zeilen zu lesen  
Brigitte Poltera

es kommt drauf an, wie alt der Fragesteller ist

Ich habe erfahren, dass es mir als 60-Jährige vielleicht egal ist, ob die 70-Jährigen nur noch befristete Fahrausweise bekommen sollen - als 70-Jährige aber finde ich das ungerecht. Wir haben kürzlich im Kreise der Senioren diskutiert, wofür wir das Auto brauchen: um Senioren zu transportieren, die nicht mehr fahren können/dürfen, im Nahverkehr für Einkäufe, als Anfahrt für unseren Hausberg Etzel, als Anfahrt für Langlauf in Einsiedeln, usw. Für lange Strecken nutzen alle den öffentlichen Verkehr.  Wir haben festgestellt, dass wir das Aufgeben des Autos in eben diesem Nahverkehr als grosse Einbusse werten (und das auch von unseren Kolleginnen und Kollegen bestätigt bekommen, die das Auto abgegeben haben). Ja, vielleicht mit 80 - da wehrt sich aber meine Freundin, die eben 80 geworden ist: Sie würde sich nachts nicht mehr trauen, alleine zu Fuss auszugehen. Wir sind im übrigen alle noch sehr rüstig, fahren seit Jahrzehnten unfallfrei und defensiv. Die zweijährige Kontrolle beim Hausarzt haben wir zu akzeptieren gelernt. Und - das haben wir auch unisono festgestellt: Wenn wir wirklich nicht mehr fahren sollten, möchten wir, dass uns das der  Hausarzt sagt, und nicht unser Nachwuchs. Die Fahrtüchtigkeit hat nicht nur mit dem Alter zu tun.

Im übrigen finden wir, wir sollten nicht von jüngeren Nicht-Autofahrern bewertet werden. Sie können unsere Mobilitätsbedürfnisse schlecht einschätzen.

Einen wesentlicheren Beitrag zu weniger Unfällen als der begrenzte Führerschein für die Alten würde die Durchsetzung des Verbotes des Telefonierens während des Autofahrens leisten - da drücken die Polizisten wohl oft beide Augen zu - es ist wohl einfacher, eine Übertretung der Geschwindigkeit zu messen und zu beweisen als das Natel am Kopf, trotzdem wir auf der Strasse wohl die Hälfte aller Fahrer telefonierend antreffen - und diesmal nicht die Alten.

Ida

Führerschein

Ja, Brigitte Poltera, Deinen Beitrag habe ich gerne gelesen, denn ich bin mit Deiner Meinung auch einverstanden. Es ist tatsächlich nicht nur die Jahreszahl massgebend.

Borki

Zustimmung

Stimme den Worten von Brigitte Poltera vollumfänglich zu!

erizo

Alt und Jung

Nach den Alten nun die Jungen.Der Cannabis-Verkauf soll in Zürich auf Wunsch der Grünen,SP,der AL und anderen legal werden.Das Stadtparlament hat das entsprechende Postulat überwiesen.Schöne Zeiten für Zürich stehen an:Die Alten ab 70 werden vielleicht nicht mehr alle fahren dürfen,ebenso die Jungen wenn Sie bekifft sind. Das Parkplatz und Stauproblem würde so entschärft werden.

 

Quelle:sda/published by ZO/AvU

Ida

Alt und Jung

Bald ist es so weit, dass wir Alte dankbar sein können, wenn man uns die Fahrbewilligung verweigert. Ich erinnere mich noch gut an meine Fahrt hinter einem Auto mit Kanabisreklame, einem hüpfenden Kleinkind auf dem Fahrernebensitz und einer fröhlich kurvenden jungen Frau am Steuer.

Brigitte Poltera

und hier noch was Amüsantes

Eine Freundin unserer Töchter hat ihrer Mutter verboten, ihre Kinder, die Enkel eben dieser Mutter, in dem von der Grossmutter gesteuerten Auto zu fahren - aus Angst vor einem Unfall. Meint der Grossvater hinter vorgehaltener Hand: dabei fährt die Grossmutter viel sicherer als unsere Tochter.

 

Paul Strassmann

Hm...

@Brigitte Poltera

Solche Geschichten erinnern mich an Raucher, die sich gegenseitig immer wieder versichern, wie viele Leute sie kennen, die rauchen wie ein Schlot und trotzdem hundert Jährig sind. Das gibt es natürlich, wir alle kennen alte Raucher. Und trotzdem wissen wir, dass die Statistik eben nicht stimmt, dass Rauchen eben doch tödlich ist...

Wie im 'richtigen' Leben liegen auch beim Autofahren Eigenbild und Fremdbild weit auseinander. Wer findet schon, dass er/sie schlecht Auto fährt? Statistiken und Erfahrungen zeigen aber oft etwas Anderes, obwohl ich die Zustände im Verhältnis zur Menge an Verkehrsteilnehmern verblüffend gut finde. Doch auch hier: Die Statiskik schriebt andere Zahlen.

Warum also sich nicht regelmässig checken lassen? Wenn es so unproblematisch ist, ist es doch kein Problem? Ich stimme übrigens zu, dass oft nicht die alten Leute Probleme haben. Am meisten fallen mir Sonntagsfahrer auf, die sichtlich unsicher fahren, und auf keinen Fall alt sein müssen. Obwohl es mich nervt, dass der Staat je länger je mehr jede Einzelheit kontrolliert, kann ich mir eine regelmässige Auffrischung der Prüfung für ALLE vorstellen. Wieso eigentlich nicht? Oder wieso keine Blackbox? Natürlich freut dies niemanden. Aber wenn ich bedenke, welch gefährliche Waffe ein Auto sein kann dann möchte ich mein Bestes geben. Warum soll ich mir nicht bestätigen lassen, dass ich das Auto im Griff habe? Verkehrsunfälle passieren trotzdem, aber ich kann mich drauf verlassen, solche nicht fahrlässig herbei geführt zu haben.

erizo

Sicherheit

Warum also sich nicht regelmässig checken lassen?-schrieb Paul Strassmann.Ich glaube das eine Kontrolle nichts schaden kann.Jeder sollte selber seine Schwächen erkennen und danach handeln.Im Alter sind genügen Merkmale vorhanden die man aus Stolz nicht übersehen sollte.

Kurt Engelbrecht

Wie ein roter Faden zieht

Wie ein roter Faden zieht sich die Auffassung durch diesen thread, dass die Alten eigentlich nicht wissen, wann sie aufhören sollten mit Autofahren, sondern dass man sie auf die eine oder andere Art dazu zwingen muss. Das finde ich schon bedenklich.

Kufrt

Brigitte Poltera

Gut Auto fahren ist nicht immer eine Frage des Alters

Kurt, ich glaube, dass ich weiss, wann ich mit dem Fahren aufhören muss. Ich bin recht selbstkritisch, und ich wohne im Zentrum unserer Gemeinde, so dass ich auch dann noch eine gute Lebensqualität haben werde, wenn ich nicht mehr Auto fahre.

Im Moment aber verrichte ich noch eine Menge Dienstleistungen, gerade weil mir unser Auto zur Verfügung steht. Blicke mal in ein Alterswohnzentrum und beobachte, wie beliebt die Menschen sind, die noch über ein Auto verfügen und die in den meisten Fällen gerne Dienste im Sinne einer  Nachbarschaftshilfe übernehmen (dort wo diese Zentren stehen, verkehrte früher der Migros-Wagen, in welchem man sich mit Lebensmitteln eindecken konnte).

Zu Alt und Jung: wir haben alle unsere vier Kinder animiert, die Autofahrprüfung  zu machen, sie gehört meiner Meinung nach heute zur Grundausbildung. Die zwei Söhne fieberten darauf, konnten rasch fahren. Die Töchter zögerten, schafften die Prüfung nach etwas mehr Fahrstunden auch - beide Töchter weigern sich aber heute, ein Auto zu lenken, und zwar ohne, dass sie einen massgeblichen Unfall verursacht hätten - sie lassen  für sich fahren.

Also fährt mein Schwiegersohn meine Tochter mit ihren zwei Kleinkindern - notfalls auch aus der Arbeitszeit heraus zum Arzt. Wir Grosseltern kommen etwas weniger zum Zug, da die Distanz zwischen den Wohnorten zu gross ist. Ohne Auto aber möchte es meine Tochter dennoch nicht machen. Auch die jüngere Tochter akzeptiert gerne Fahrten ihrer Eltern für Transporte von grösseren Einkäufen, Entsorgungsaktionen, usw.  Oft verstehe ich die Logik meiner Töchter nicht so gut, aber ich behaupte, dass wir Eltern zur Zeit noch die geübteren Fahrer sind als unsere Töchter.

Im übrigen erinnere ich mich, dass mein 84-jähriger Vater meiner gehbhinderten, nicht Auto fahrenden Mutter damals mühsam erklären musste, warum er nicht mehr fahren möchte. Auch ein lieber Bekannter von uns erklärte seiner Partnerin nach seinem 80. Geburtstag schonend, er könne wohl nicht mehr so lange mit ihr in den Tessin in ihr Ferienhaus fahren, was sie erst einmal entsetzte - solche Dienste akzeptiert man gerne.

Ich bin recht überzeugt davon, dass die Fahrer selbst merken, wann sie ihr Auto nicht mehr lenken sollten. Man sollte sie dann in ihrem Entscheid auch nicht mehr beeinflussen wollen.

Paul Strassmann

Verantwortung?

»Ich bin recht überzeugt davon, dass die Fahrer selbst merken, wann sie ihr Auto nicht mehr lenken sollten. Man sollte sie dann in ihrem Entscheid auch nicht mehr beeinflussen wollen.

Und ich bin völlig überzeugt davon, dass wir die Mehrheit unserer Gesetze gar nicht bräuchten, wenn ALLE Leute so Veranwortungsbewusst mit sich umgehen, wie das in diesem Thread der Fall ist. Leider ist das wirklich nicht der Fall und vermutlich kennen - Hand aufs Herz - die meisten Leute hier Fahrer, die besser auf das selber Fahren verzichten würden. Tatsache ist halt, dass die Gesetze nicht für vernünftige Leute gemacht werden, die achtsam mit sich und ihrer Umwelt umgehen, sondern für alle Anderen. Tatsache ist natürlich auch, dass -speziell beim Autofahren - die Frage der Zurechnungsfährigkeit nicht an das Alter gekoppelt werden sollte.

Es fängt an beim richtigen Blinken im Kreisel, geht weiter über das richtige Verhalten bei bei BVaustellen oder bei Notfällen (speziell inTunnels) und endet noch lange nicht beim oft rücksichtslosen Überholen resp. Vordrängeln links und rechts, wie ich es morgens gar nicht so selten erlebe. Natürlich ist vieles davon Charaktersache und da nützt dann vielleicht wirklich eine Blackbox mehr als regelmässige Checks.

Und bezüglich sich selber einschätzen: Es ist wirklich so, dass Eigenbild und Fremdbild teilweise völlig auseinandergehen. Vermutlich könnte da ein Psychologe Bände erzählen.

turik

ärztliche Kontrolle ist ok

...und darüber sollte es eigentlich gar keine Diskussion geben.

Selbstverständlich läuft es aber gleich wie mit dem neuen Hundehalterbrevet: Regelmässige Fahrprüfungen für alte Knacker.

Und ja, fast hätt' ich's vergessen. Dazu wird neu ergänzend eingeführt:
Seniorenprüfungs-Auffrischungskurs (obligatorisch, im Hinterzimmer einer ISO-zertifizierten Fahrschule) 120 Franken (ermässigter Tarif),
dann Prüfungsgebühr 320 Franken (mit den 48 Standardprüfungsfragen, erlaubt maximal 6 Fehler), und neu den 124 Senioren-Prüfungsfragen inkl. Bremswegberechnung eines fünfachsigen 40to-Sattelschleppers auf einer abschüssigen Strasse mit 4,8 % Gefälle in einer Linksurve mit Radius 380 Meter (erlaubt maximal 2 Fehler),
obligatorischer Eintrag der Bestätigung im Register 60 Franken,
30 Tage nach verpasstem Termin für die Seniorenprüfung erlischt die Fahrberechtigung (bei Busse von Fr. 1500.- plus Schreibgebühr 120 Franken und Einzug des Tatfahrzeugs)
Während der Einführungsphase der neuen Regelung im Sinne einer Erleichterung nur alle 2 Jahre, später dann alljährlich.
Der rote Verkehrs-Moritz in Bern wird dazu in seinem SF-Thevau-Fernseh' eine klimaneutrale Rede halten, und sich dazu einige anteilnehmend-humoristische Bemerkungen über alte Leute erlauben. Ausserdem wird er erhellend erklären, warum Exparlamentarier von der neuen Regelung ausgenommen sind.

Oder so ähnlich.

Übrigens: Ehrenamtliche Tixifahrer sind oft Senioren. Vergessen wir's doch.

panchito

krankhafte Perfektionisten

 

Dieses Land leidet unter den krankhaften Perfektionisten, die alles immer besser haben wollen, das bestehende vernichten, verkomplizieren und dies dem Volke auferlegen und bezahlen lassen mit der Ausrede des Fortschrittes.

Sie sind Spezielisten in der Kunst, Probleme zu erfinden wo es keine gibt und so den Anschein erwecken, sie tun etwas nützliches für das Land.

In Sache Führerschein der reiferen Menschen :

Genannte krankhafte Perfektionisten und Problemerfinder müssen endlich aufhören, die Menschen dieses Landes  zu quälen

Nota bene : In Sache neuerer Seniorweb-Gestaltung gilt Aehnliches : das neue Seniorweb hat nicht mehr was das « alte » hatte, ist dafür viel bunter und komplizierter.

Paul Strassmann

Hallo?=

»72 Menschen starben 2008 bei Unfällen mit Senioren über 70 am Steuer. Entsprechend starb jeder fünfte Verkehrstote in der Schweiz bei einem Unfall, in den ein Senior-Lenker involviert war. Menschen über 70 Jahren verursachen damit mehr tödliche Verkehrsunfälle als die 21- bis 30-jährigen Autofahrer – das zeigt eine Erhebung des Bundesamts für Statistik (BfS) für den «Sonntag».

Angesichts dieser Zahlen sich lächerlich machen über Lösungsvorschläge finde ich degoutant, sorry. Und nochmals: Wenn das kein Problem ist, warum ist denn der Widerstand so gross? Das tönt hier ja als ob man sämtliche Senioren als unzurechnungsfähig ansehen und in die Klappsmühle stecken wollte. Wie absurd!

Und noch was: In meiner Nachbarschaft lebt eine 87 Jahre alte Frau. Sie selber findet, sie sei noch völlig beisammen und wehrt sich wehement dagegen, in ein Heim zu gehen oder nur schon regelmässige Betreuung zu erhalten. Dafür reklamiert sie, wenn die Tochter nicht jeden Tag 50km zu ihr fährt, vergisst immer mal wieder den Kochherd abzustellen, verlegt Geld. Kurz: So gut ihr Langzeitgedächtnis ist, so schlecht ist ihr Kurzzeitgedächtnis. Für sie ist das kein Problem und sie versteht auch nicht, wieso sich ihre Kinder Sorgen machen...

Kurt Engelbrecht

"Involviert sein" heisst

"Involviert sein" heisst nicht "verursachen", siehe mein Beispiel weiter oben. "Verursachen" heisst nicht "verschulden". Dazu ein weiteres Beispiel.

Vor Jahren war ich Zeuge eines tödlichen Unfalles.

Ein kleiner Bub rannte zwischen zwei Autos einer stehenden Kolonne - direkt vor meinem Auto - auf die Strasse und wurde von einem entgegenkommenden Fahrzeug überfahren. Er war sofort tot. Der entgegenkommende Fahrer verursachte demnach den Tod des Kleinen, aber war nicht schuldig an dessen Tod, wie das Gericht nach Monaten feststellte.

Wäre es ein älterer Fahrer gewesen, die Schlagzeile hätte gelautet "Senior tötet Kind." Für das Gerichtsurteil hätte sich kein Mensch interessiert. Wie dieser Fall wohl in die Statistik eingegangen ist?

Kurt

Paul Strassmann

Statistiken...

Nun, wir wissen, dass man Statistiken nur bedingt trauen kann. Aber Resultate einfach mit einem profanen Hinweis abzutun ist natürlich auch sehr....äh...speziell. Mir scheint einfach, dass hier die Mehrheit aus ganz unterschiedlichen, oft diffusen Gründen gegen jegliche Änderung des bestehenden Zustandes sind. Und ich finde, wenn es die Möglichkeit gibt, Tote und Verletzte zu vermeiden ist eine Überlegung alleweil angezeigt. Natürlich geht auch mir unsere Überregulierung auf den Deckel, mir passt auch nicht, dass ich meine Verantwortung über mein Leben immer mehr dem Staat abgeben muss. So habe ich auch gedacht, bevor die Promillegrenze auf 0,5 Prozent gesenkt wurde. Das Resultat spricht aber einfach zu deutlich für sich.

So gesehen ist die Frage eines regelmässigen Tests keine Frage der politischen Einstellung, sondern eine Frage des Herzens und des Mitgefühls. Es geht nicht darum, Senioren zu diskriminieren, sondern zu ihrem Glück zu zwingen.

PS: Bezüglich Selbstdiagnose hätte ich gerne eine Stellungnahme zu meinen Argumenten Eigenbild/Fremdbild oder demjenigen, dass bekannterweise ältere Menschen die eigene Situation (siehe oben aufgeführtes Beispiel) oft krass falsch einschätzen. Aber solche Argumente zu widerlegen scheint komplizierter als eine Statistik in Frage zu stellen, notabene ohne wirklichen Gegenargumente.

Kurt Engelbrecht

Ich stelle nicht die

Ich stelle nicht die Statistik in Frage, sondern deren Interpretation (das darf man ja, oder nicht?). Eine Statistik registriert - weiter nichts. Die Zeitung, um die es hier geht, interpretiert. Dabei mischt sie Begriffe, die man nicht vermischen darf, wenn man ein klares Bild haben will. Ausserdem weiss man nicht, ob die Statistik unterscheidet zwischen "involviert sein", "verursachen" und "verschulden" und das nach Altersklassen. Wenn das nicht gegeben ist, ist die Interpretation willkürlich.

Eine andere Statistik - ich meine von der Kantonspolizei Zürich, ich zitiere aus der Erinnerung - kam vor einiger Zeit  zum Schluss, dass, wenn alle so führen wie die Alten, die Verkehrssicherheit erheblich höher sein würde.

 

Kurt

Kurt Engelbrecht

Mich stört auch die

Mich stört auch die einseitige Betrachtungsweise. Vor Kurzem hat eine junge Velofahrerin in Basel eine alte Frau auf dem Trottoir angefahren und zu Fall gebracht. Die Velofahrerin kümmerte sich nicht um die Verunfallte und flüchtete. Diese starb einige Tage später an den Folgen des Sturzes.

Ging ein Aufschrei durch die Presse? Empörung? Rief man nach Massnahmen? Ach woher. Man müsse halt Rücksicht nehmen aufeinander, heisst es. Selber schuld wer glaubt, auf dem Trottoir seien die Fussgänger sicher.

Kurt

Rosano Verde

72 Menschen starben...

Da frage ich mich, wer denn da gestorben ist. Waren es möglicherweise die "involvierten" Senioren selbst? Um einen nützlichen Vergleich anstellen zu können, müsste auch die Anzahl Senioren erfasst werden, die im Strassenverkehr ihr Leben lassen müssen, ohne dass sie selbst ein Auto lenken. Wie in der Sonntagspresse richtig festgestellt wird, verstösst die Diskriminierung von Menschen auf Grund ihres Alters gegen die Bundesverfassung. Seniorenverbände wehren sich deshalb zurecht gegen den auf 2 Jahre befristeten Führerausweis für 70+. Falls der Fahrausweis für alle Verkehrsteilnehmer auf 2 Jahre beschränkt werden soll, ist verfassungsrechtlich nichts dagegen einzuwenden. Der administrative Aufwand wäre zwar riesig, könnte aber wohl "problemlos" (einmal mehr) auf die Automobilisten abgewälzt werden. Diese Suppe ist somit noch lange nicht gegessen. Notfalls muss das Referendum ergriffen werden. Die notwendigen Unterschriften wären bald einmal gesammelt. Und an der Urne sind die Menschen von 60+ immer noch eine Macht - vor allem weil sie stimmen! Das macht mich zuversichtlich. PS: Gegen eine medizinische Untersuchung beim Hausarzt im 2-Jahres Rhythmus ist nichts einzuwenden.

Kurt Engelbrecht

Auch im heutigen Artikel in

Auch im heutigen Artikel in "Sonntag" ist wiederum der einzige Aufhänger die Vermutung (mehr ist es nicht), dass einige Fahrer ihren medizinischen Test hinauszögern. Deswegen also soll ein Gesetzesapparat in Bewegung gesetzt werden. Das ist absurd . Schon heute wird einem in der Aufforderung des Strassenvbekehrsamtes eine Frist für Einreichung des Attestes gesetzt, andernfalls der Ausweis abzugeben sei. Das genügt völlig. Das Amt muss die Regeln nur konsequent anwenden.

Kurt

Kurt Engelbrecht

91 und kein Bisschen weise

Heue lesen wir in der gleichen Zeitung, dass ein beliebter Schauspieler mit 91 noch seinen Bentley fährt. Offenbar hat der Mann alle Tests bestanden.

Nichtsdestoweniger ist das verantwortungslos. Mit 91 muss ich jederzeit damit rechnen, in die Ewigkeit überzutreten. Wenn ich dann gerade am Steuer sitze - mit 120 auf der Autobahn - dann wird mein führerlos gewordenes Fahrzeug unter Umständen eine Katastrophe anrichten. Ob das dem Bentley-Pilot wohl bewusst ist?

Kurt

Kurt Engelbrecht

Interessant

In einer Studie des Vekehrsclubs de Schweiz von 2006 lese ich die Aussage:

"Mit zunehmendem Alter sinkt die Fremdgefährdung (ein alter Fahrer gefährdet andere)...·Bei den jungen Lenkern (20-24)....eine deutlich höhere Gefährdung für die andern Verkehrsteilnehmer....feststellen."

Was sollen wir jetzt glauben?

Kurt

turik

Mit 91 ist das Risiko

...im fahrenden Auto spontan abzukratzen grösser, das stimmt. Es besteht aber auch schon zeitlebens vorher, somit ein schwaches Argument. Piloten im Cockpit kann es genau so passieren.

Übrigens mit ein Grund, dass die beiden fitten, durchgecheckten jungen Leute da vorne im Flieger nie gleichzeitig dasselbe Menu serviert bekommen, allerdings eher wegen eines unerwarteten Allergieschocks.

Rosano Verde

Mit 91 muss ich jederzeit damit rechnen...

Auch das kann bezweifelt werden. Vermutlich beweist die Statistik, dass über 90-jährige  äusserst selten in einem Bentley sterben. Der Aufenthalt im Bett ist mit Sicherheit sehr viel gefährlicher. Ob sie dort andere Mitmenschen gefährden, hängt allerdings von den Umständen ab. Fazit: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Roberto Binswanger

Wann kommt die Petition?

Ein ausführlicher Artikel über dieses Thema findet sich unter

 

http://www.seniorweb.ch/type/magazine-story/2010-06-24-die-alten-am-steuer-ausstoppen

 

Seniorweb  und andere Altersorganisationen (Pro Senectute, TerzStiftung, Schweiz. Seniorenrat) sollten jetzt eine Petition starten und damit dem Bundesrat signalisieren, dass seine Pläne, Führerausweise ab 70 nur noch befristet für zwei Jahre auszustellen, wenig seniorengerecht sind.

Ida

befristeter Fahrauswei

Es stimmt, wir haben ein ausgezeichnetes, öffentliches Verkehrsnetz, aber; die enorme Zersiedelung sollte man nicht aus dem Blick verlieren. Nur in den grossen Stätten kann deshalb der öffentliche Verkehr sozusagen altersgerecht funktionieren. Posthaltestellen auf dem Lande können für alte Menschen auch für die täglichen Einkäufe zu entfernt sein.   

Marga

Petition...ich werde unterschreiben

 

Beim Autofahren, wie im Leben überhaupt brauchen wir alle immer auch ein bisschen Glück.Wer kam im Auto nicht schon in "brenzlige" Situationen, oder hat einen Fehler gemacht der folgenlos blieb.  Autofahren ist Charakter- und Erfahrungssache. Zeige mir wie du Auto fährst und ich sage dir wie du bist. Verbote und  Zwangsmassnahmen, deren haben wird schon zur Genüge, werden leider kaum umgesetzt. Velofahrer wissen das. Daher erlauben sie sich oft eine beinahe schon kriminelle Fahrweise. Gesunden Menschenverstand und Verantwortungsgefühl möchte ich jedem älteren Autofahrer wünschen. Dass gerade im Alter ein Auto ein wahrer Segen sein kann ist erwiesen. Nicht alle wohnen in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten die sie noch gut zu Fuss erreichen können. Und wie hier bereits erwähnt gehören die ÖV den Jungen. Die Busfahrt von wels im Beitrag vom 15. Juni war treffend beschrieben und wer nimmt heutzutage Statistiken noch ernst? Wenn vernünftige Argumente ausgehen? Einen befristeten Führerausweis mit obligatorischen Prüfung alle zwei Jahre finde ich eine Diskriminierung aller Fahrer ab 70 und den Begriff  "Dünnbrettbohrer" sehr zutreffend.  Ich habe vor gut 2 Jahren meine erste Testfahrt gemacht, freiwillig nota bene, einfach so für mich. Mit einer guten Bewertung und einem "WEITER SO! !!!" alles schriftlich, wurde ich entlassen. Allerdings mit dem Hinweis, ein bisschen langsamer auf die Kreisel zuzufahren.  Vor 3 Monaten habe ich sie wiederholt. Die Tester waren total verschieden in ihren Ansprüchen. Die Ergebnisse waren gleich, allerdings diesmal ohne das "Weiter so", dafür diesmal mit dem Hinweis besser auf die Geschwindigkeit zu achten und der Bemerkung man spüre natürlich meine langjährige Erfahrung.Es war ihm nicht gelungen mich zu verunsichern, was er eineinhalb Stunden versucht hatte.Das Ergebnis war gut.  So versuche ich weiterhin das Auto und die Strasse zu nutzen wie bisher und hoffe auf meine Vernunft, dass sie mir meldet, wenn ich nicht mehr selber fahren sollte. Meiner Familie und mir ist damit sehr geholfen, wenn ich alle meine Einkäufe, Arztbesuche etc. selbständig tätigen kann.(81).
Andreas Kühner

Petition

Den Vorschlag, dem Bundesrat eine Petition einzureichen, begrüsse ich.

Wer übernimmt die Vorbereitungen?

Es geht dabei darum abzuklären, welche Studien. Grundlagen etc. bestehen bereits zum Thema; welche Institutionen, Organisationen, Ämter  usw. haben sich bereits damit befasst. Es sind deren einige, wie ich weiss. Vor eingen Jahren habe ich im SW einen Artikel zum Thema veröffentlicht.

Es geht nachher darum, die Petition zu formulieren.

Wer kann bis Mitte Oktober die notwendigen Recherchen übernehmen?

Ich bin bereit das Dossier im Stiftungsrat zur Beratung und Unterstützung (allenfalls zur Autorschaft) einzubringen.

SW soll und darf sich einsetzen im Kampf gegen die Altersdiskriminierung.

In freudiger Erwartung auf engagierte Mitarbeit

Andreas Kühner

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt

Paul Strassmann

Um was geht es wirklich...?

»...wer nimmt heutzutage Statistiken noch ernst?

Statistiken können schon ernst genommen werden, sie sagen auch eine Menge aus. Natürlich sind sie oft selektiv geschrieben und werden selektiv wahr genommen. Aber wenn ich an einer Statsistik etwas aussetze resp. diese Statistik grundsätzlich in Frage stelle, dann muss ich das begründen. Und das fehlt mir hier. Der Tenor lautet einfach: Ich will das nicht wahrhaben also negiere ich das einfach. Und wunderbarer Weise stimmen dem noch alle LeserInnen zu und damit ist sich die Welt ja einig. Wirklich?

Was mir noch fehlt ist die Aussage, dass die Leute ganz bewusst tod zusammen fallen im Strassenverkehr, um die SeniorInnen zu ärgern.:-)

Nein, im Ernst: Es geht doch darum, dass die regelmässige Abklärung neu nicht mehr beim Hausarzt gemacht wird sondern bei einem 'neutralen' Arzt. In Deutschland und anderswo seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Wenn sich hier alle so sicher sind, dass das für sie kein Problem ist, wo liegt denn der Hacken daran?

Wenn vor wenigen Jahren, mein Onkel lebte noch und fuhr regelmässig Auto, dieser Onkel meine Eltern zu einer Autoausfahrt einlud, lehnten diese dankend ab. Einmal fuhr ich selber mit und seither ist mir auch der Grund bekannt: Da touchierte er mit dem rechten Aussenspiegel mal einen Strassenpfahl, fuhr gerade das Tempo, das ihm beliebte, schlenkerte usw. Er selber war natürlich davon überzeugt (wie wir alle), dass er ein perfekter Autofahrer ist. Nach kurzer Überlegung fallen mir verschiedene ältere Fahrer ein, die schlicht kreuzgefährlich fahren. Ich kann nicht glauben, dass nur gerade ICH den Eindruck habe, dass da oft viel Glück im Spiel ist. Aber eben: ausblenden, negieren und trotzig darauf beharren, dass alle Anderen auch nicht besser sind. Und Petitionen schreiben. Bestenfalls jeden Tag eine, damit der Bundesrat auch ganz schön beeindruckt ist.

Verschiedene SchreiberInnen nennen plausible Gründe für einen Fahrausweis: Einkaufen geht problemlos, man kann alte SeniorInnen eine Ausfahrt anbieten, zum Arzt oder anderen Dienstleistern fahren etc. Mir scheinen all diese bestimmt guten Gründe etwas vorgeschoben und ich denke, eigentlich geht es um etwas ganz Anderes. Vielleicht geht es dabei um das Gefühl, weggestellt zu werden. Oder darum, dass die Gesellschaft einem gewissermassen ein Attest ausstellt, nicht mehr zurechnungsfähig zu sein. Ich weiss es nicht, die Gründe sind bestimmt unterschiedlich. Aber eben: Wenn doch die Fahrtüchtigkeit kein Problem darstellt, ist so eine Prüfung doch eher ein Erfolgserlebnis. Es sagt ja niemand, dass Seniorinnen per se nicht fahrtüchtig sind. Wenn jemand zeitlebens regelmässig gefahren ist, wird das auch im Alter eher kein Problem sein. Wenn jemand zeitlebens unsicher gefahren ist, wird das auch mit dem Alter nicht besser werden...