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Preisaufschlag bei den SBB

14 Antworten [Letzter Beitrag]
7. August 2010 - 9:18
Brigitte Poltera

Ein bissschen hässig macht mich das schon, dass die SBB nun satte 5,9 % aufschlagen dürfen und dass mein GA im neuen Jahr 200 Franken mehr kosten wird.

Wir leisten uns das GA, weil es sehr praktisch ist, wenn wir die Verkehrsmittel in der ganzen Schweiz benützen können, ohne einzelne Billette lösen zu müssen. Würden wir eine Kosten-/Nutzenrechnung machen, so wäre das GA zu teuer, da wir es niemals voll ausnützen. Wir müssten ausweichen auf kostengünstigere Angebote im Zürcher Verkehrsverbund, auf das Halbtax-Abo, wieder Billette lösen. Grundssätzlich dachten wir, dass wir den SBB die Differenz schenken, gerne, weil wir die öffentlichen Verkehrsmittel unterstützen wollen. Die SBB hoffen denn auch, dass kaum jemand das GA abbestellen wird wegen der läppischen Mehrkosten von 200 Franken im Jahr .. Irgendwann fängt man dann aber doch an zu rechnen. Wir könnten ja schliesslich für längere Strecken auch unser Auto nutzen.

Ich besuche mit einer gegen 90-jährigen Frau einen Kurs. Immer nach Kursende muss sie das Langstrecken- und das Kurzstrecken-Tramabo aus der Handtasche klauben, fragt mich, welches nun welches sei und versucht, es zu entwerten (so sie das nicht vergisst). Oft ist die Karte verbogen, dann funktioniert sie nicht mehr. "Leiste dir doch wenigstens eine Regenbogenkarte", empfehle ich ihr. Das sei viel zu teuer, entgegnet sie, auch das Halbtax-Abo werde sie nicht mehr erneuern - ihr Sohn habe ihr empfohlen, jeweils den vollen Billettpreis zu bezahlen, für das Wenige, wo sie noch ausgehe (bis vor Kurzen fuhr sie noch Auto, das spielten die Kosten keine Rolle).

Ich vermute, dass sich die SBB mit dem Preisaufschlag ins eigene Fleisch schneiden ...

Answers

Rosano Verde

bis vor Kurzen fuhr sie noch Auto

Das war wohl einfacher, wenn auch nicht billiger. Fahren 2 Personen, kann man bereits rechnen. Auch mit den neuen Tarifen sind die SBB immer noch "billig", was man schon daran erkennt, dass sie nach wie vor subventioniert werden müssen, somit nicht kostendeckend arbeiten. Das ist auch gar nicht möglich, weil der Ankauf von Rollmaterial, der Unterhalt des Streckennetzes, inklusive Lärmschutzmassnahmen und Mega-Tunnels Milliarden verschlingen. Wie viel die Benützer des öV an dessen Kosten bezahlen sollen, ist vor allem eine politische Frage. Deshalb könnte man auch Menschen über 90 auf dem ganzen Streckennetz gratis fahren lassen. AHV-Ausweis oder ID genügt. Begründung: Recht auf Mobilität im hohen Alter. Allerdings wäre dann wohl das GA nochmals 100 Franken teurer. Aber man würde es gerne bezahlen?

wels

aa

 

Rosano Verde

Deinem Text kann ich auf der ganzen Linie zustimmen. Ergänzend bin ich der Meinung, dass öffentlicher Verkehr eine Staatsaufgabe und eigentlich auch ein Menschenrecht ist das nicht kostendeckend sein muss, das Militär muss es ja z.B. auch nicht sein. Es müsste nicht "gratis über 90" sein sondern gratis für Behinderte die nicht mehr in der Lage sind, die altersfeindliche Billettinfrastruktur zu benützen. Sie sollten einen Ausweis bekommen nach ärztlicher Untersuchung. Das wäre dann auch eine Art GA, das fast aber überall gilt.

Die SBB-Chefs haben jetzt wenigstens begriffen, dass Rollmaterialkäufe wichtiger sind als immer mehr milliardenteure Tunnel. Vielleicht begreifen sie eines Tages sogar noch, dass nicht der Götze "Fahrzeitverkürzung" wichtiger ist als die Zahl der Haltestellen zu erhalten oder zu vergrössern.

Brigitte Poltera

besseres Rollmaterial statt Lärmschutzmassnahmen

Die Lärmschutzmassnahmen lassen mich gerade nochmals aufjaulen - als Reisende werden wir je länger je mehr zu in Dunkelheit vergrabenen Maulwürfen. Allenthalben versperren uns  Mauern in allen möglichen Material- und Farbkombinationen die Aussicht auf die Natur, bei uns auf den Zürichsee. Die Bahn war doch schon viel länger da, als die Wohnungen, die später an den Rand der Geleise gebaut wurden. Und das moderne Rollmaterial fährt so viel leiser, dass sich Lärmschutzmassnahmen mit der Zeit erübrigen. Zudem gewöhnt sich der Körper an regelmässige Geräusche, auch an regelmässige Zugsdurchfahrten - die höre ich gar nicht mehr. Die meisten Lärmschutzmassnahmen hätten sich die SBB  ersparen können.

erizo

Fleischwunden

 

Ich vermute, dass sich die SBB mit dem Preisaufschlag ins eigene Fleisch schneiden, schrieb Brigitte Poltera in ihrem Beitrag.Ich glaube das die Verantwortlichen sich nicht Fleischwunden selber zufügen.Die meisten in den „Oberen Kreisen“ zahlen, wie viele andere ihr GA nicht selber, warum sollten sie nach unten schauen?

wels

aa

Brigitte

Ins gleiche Kapitel gehört, dass wir zu Mauswürfen gegradiert werden weil so viele Streckenabschnitte in Tunnels verlaufen. Grössenwahnsinnige Planer wollen sogar touristisch wertvolle Strecken verlochen, damit die Touristen viel schneller an den Skilift kommen.

Diese Entwicklung ist natürlich eine Folge der ungehemmten Masseneinwanderung

Kurt Engelbrecht

Wer von Basel nach Zürich zur

Wer von Basel nach Zürich zur Arbeit pendelt würde für ein normales 2.Klasse-Billet retour 62 Franken bezahlen und das an rund 200 Tagen pro Jahr- macht rund 12000 Franken.

Von Aarau nachZürich sind es immer noch 8000 Franken.

Da GA 2. Klasse kostet 3100 Franken. Den Rest bezahlen die Allgemeinheit und die andern Reisenden. Ein Aufschlag, sogar ein massiver, liegt locker drin.

Kurt

erizo

seltsam!

 

Kurt Engelbrecht Das ist schon eine seltsame Rechnung.

gatschet

Preise

Die oberen wollen halt  auch  eine goldene  Gage und Boni

der kkleine  soll zahlen  Die Oberen haben alle  das  GA gratis und  zudem noch die  ganze  Familie ?????

ist ja heute im ganzen land  so oben alles unten so wenig wie  möglich

wels

aa

kurt

So sieht man schön, wie schlecht wohl ein vorwiegend von Abo-Besitzern besetzter Zug rentiert. Falls er trotzdem fast rentiert, ist das ein Beweis, dass Einzelbillette sträflich überteuert sind.

 

sukram

Preisaufschlag auf GA und Billetten der SBB

Grundsätzlich finde ich den Aufschlag im vorgesehenen Ausmass auch nicht gerade lustig. Andererseits: wenn die SBB ihr Angebot weiterhin auf dem hohen Niveau halten will, braucht es mehr Einnahmen. Ob diese nun über Preiserhöhungen direkt oder via Staatsbeiträge, sprich Steuergelder, indirekt eingefordert werden, ist eigentlich gleich. Streiten könnte man jedoch über die angekündigten Angebots-Ausbauvorhaben und deren Prioritäten. 1. Priorität hat für mich der Unterhalt und der Ausbau der Streckenengpässe sowie Bereitstallung von genügend Rollmaterial.

Sterngucker

Begründeter Preisaufschlag wird auch akzeptiert.

Ich wohne am Zürichsee.

Im Bereich des ZVV. Was habe ich nicht für tolle Möglichkeiten, die Bahn und den übrigen öffentlichen Verkehr zu nutzen!  Mit einem GA fällt das erst so richtig auf. Einsteigen und abfahren. Ein Comfort 1.Güte.  Ich kann ein- und umsteigen wo ich will.  Vergeude keine Zeit, in jeder Stadt zuerst einen "Billetautoamtenkurs " machen zu müssen. Zug, Tram, Postauto, Bergbahnen, Ortsbusse ... alles kein Problem. Da bin ich sogar bereit etwas mehr zu bezahlen, auch wenn ich "es" vielleicht nicht amortisiere.  Dafür bringe ich an den Destinationen eher mehr Geld in den Umlauf und kehre vielleicht in Lausanne ein (weil ich keine Billet "kaufen" musste).

Die S-Bahn war und ist die Lösung für den Berufsverkehr. Die Züge werden stets leiser .(Stadler-züge und die neuen von Siemens sind wirklich so leise, dass man bald in den Schlaf fällt.

Erinnerung:    Als ich 1959 ein halbes Jahr in der Schreinerlehrwerkstatt der Stadt Zürich einen Vorlehrgang absolvieren durfte, war es nicht möglich über Mittag nach Rüschlikon und zurück zu reisen. Es ging zeitlich nicht. Man reiste noch 3.Klasse auf Holzbänken. Am Morgen musste man im Zug stehen und schaute den Stumpen rauchenden in die Jasskarten. Keine Gleitzeit. Das hiess, wegen schlechter Zugsverbindung lange Wartezeiten oder viel zu früh am Arbeitsplatz. Arbeitsbeginn unverrrückbar. Also täglich vergeudete Zeiten. Verpflegung: Es gab nur Restaurants. Keine Brötchenstände,  Alle Läden über Mittag geschlossen. Also haben wir aus dem Rucksack etwas von zu hause mitgenommen.

Heute: Läden immer offen, Brötlistände und Fastfood überall, Gleitzeit für viele Arbeitnehmer, Taktfahrplan oft 30 Minutentakt, Tram im 10 - minuten-Takt.

Fazit:  Der öffentliche Verkehr ist die Lebensader für die ganze Nation.

Letzhin in Lausanne traf ich vier deutsche Personen. Die sagten einstimmig: Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist der Beste in Europa und vielliecht sogar auf der Welt.

Rena Bauder

OeV in der Schweiz

Die Schweiz steht an zweiter Stelle weltweit im Bahnfahren (Japan ist an erster Stelle)!

Es ist schon so, wir haben ein grossartiges Netz - ich bin letzte Woche zum ersten Mal von Basel nach Bern gefahren über die neue Strecke und war bass erstaunt, wie schnell ich in Bern ankam. Die vielen Tunnels machen das aus.

Rosano Verde

Das GA ist immer noch ein "Verlustgeschäft" für die SBB

Preisaufschläge sind bloss ein Tropfen auf einen heissen Stein. Wer viel fährt, profitiert. Wer nur gelegentlich den öV benützt, bezahlt etwas mehr, und das ist gut so. Persönlich fahre ich eher selten, habe das Halbtax und lebe damit, und zwar gar nicht so schlecht, selbst dann. wenn es etwas mehr kosten sollte.

Ruth Suter

Preisaufschläge Bahnbillette

Ich habe ein Halbtax und mache hie und da Tagesausflüge. Es gibt ja praktisch das ganze Jahr hindurch RailAway-Angebote, wo die Bahnfahrt mit Zusatzleistungen bis zu 20 % reduziert sind. Die Migros hat bis zum 2. Oktober 2010 auch Angebote "2 für 1: Reise durch die Schweiz".  Kürzlich war ich  werktags auf dem Stanserhorn und musste rund 75 Min. anstehen, bis ich in die Zahnrad-Bahn einsteigen konnte. Die Wartenden wurden mit Bonbons der Stanserhornbahn "getröstet".  Das Bahnpersonal erklärte, dass seit der Migros-Aktion und auch dem RailAway-Angebot auf das Stanserhorn der Umsatz recht gestiegen ist. 

Ich hoffe, dass es auch weiterhin so Angebote gibt, wo Preiserhöhungen auf Billette weniger ins Gewicht fallen und unsere  immer gleichbleibenden Altersrenten durch die Bahn-Tariferhöhungen nicht zu sehr geschmälert werden.