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Unangenehme Überraschung heute morgen bei den Teilnehmern von Sprachkursen der Volkshochschule des Kantons Zürich: Aus dem Winterkursprogramm ist zu lesen, dass die Sprachkurse in Zürich im nächsten Semester um 26 % aufschlagen.
Mein Englischkurs, den ich seit 13 Jahren besuche und der mit 16 Teilnehmern immer voll belegt war, bringt der VHSZH also pro 90 Minuten neu Fr. 544.00 ein. Interessant wäre, zu erfahren wieviel die Sprachlehrer verdienen. Wie wir gehört haben, wurden die Gehälter der Lehrkräfte in den letzten Jahren gekürzt. Unser Kurs wird jetzt auch ersatzlos aufgehoben, weil der Lehrer zurücktritt.
Bleibt noch die Frage der Kurslokale: Begonnen habe ich meinen Sprachkurs im Karl den Grossen, weiter besucht im Glockenhof und im Museum Bärengasse. Heute wird an der Riedtlistrasse unterrichtet. Wir sind angewiesen, das Kurslokal nicht früher als 5 Minuten vor Kursbeginn zu betreten und uns ruhig zu verhalten, damit wir die in der Administration tätigen Angestellten des VHSZH nicht stören.
Selbstverständlich dürfen wir auch die Kaffeemaschine nicht benutzen, die ist für die Angestellten der VHSZH. Im Museum Bärengasse hatten wir eine eigene.
Frage: Wer ist hier der Kunde? Sollten wir für diese Kurse auf Seniorweb überhaupt noch Reklame machen?
Answers
Direkt fragen!
Liebe Brigitte, deine Mitteilungen sind bedenklich, das heisst, sie regen zum Nachdenken an. Ich meine, man müsste an die Leitung der Volkshochschule direkt gelangen und von ihr fordern, dass sie die neuen Tarife klar begründet, und zwar auf Franken und Rappen genau.
Was die famose Kaffeemaschine betrifft, so würde ich mich erkundigen, wer sie angeschafft hat. Wenn es die Angestellten der Administration selber waren, so verstehe ich, dass sie diese nur für sich selber benützt haben wollen. Allerdings sollte man auch da einen modus vivendi suchen und finden, indem man sich bereiterklärt, für den Kaffee einen kleinen Beitrag in ein Kässeli zu legen.
Fazit: Man müsste miteinander reden. Des weiteren: Die Volkhochschule ist für die Benützerinnen und Benützer da und nicht für die Funktionärinnen und Funktionäre. Aber das ist ein weites Feld...
Wer bezahlt mir den Kaffee?
Bedenklich in der Tat. Habe ich als Volkshochschüler Anspruch auf Kaffee? Ist er im Kursgeld inbegriffen, eventuell in den Steuern, mit denen ich die VHS mitfinanziere? Darf man mir zumuten, meinen Kaffee selbst zu bezahlen? Ist es schlimm, den Kaffee in einem öffentlichen Lokal auf eigene Kosten zu konsumieren - vor oder nach dem Kurs? Soll ich ihn eventuell am Kiosk kaufen - "zum mitnäh", ihn in der Thermosflasche mitbringen?
Es herrscht offensichtlich Klärungsbedarf.
Kurt
Mein Englischkurs, den ich seit 13 Jahren besuche...
13 Jahre Englisch? It must be very social? The party must go on? Aber ein kleiner Preisaufschlag sollte die gute Stimmung nicht verderben. Wir wünwchen weiterhin viel Vergnügen. Don't worry, be happy.
ihr habt irgendwie alle recht
Ihr habt natürlich alle recht. Ich habe alle diese meine Fragen übrigens Frau Germann, der Direktorin der Volkshochschule, geschickt und sie um eine Stellungnahme gebeten, die ich hier veröffentlichen werde.
13 Jahre Englischkurs ist ja wirklich eine lange Zeit, und es ist wohl richtig, dass ich mir was Neues suche - übrigens gar nicht so einfach, vor allem nicht tagsüber (ausser es handle sich um Seniorenkurse und Angebote von Pro Senectute).
Den Kaffee haben wir natürlich auch im Museum Bärengasse selbst bezahlt, mit einem Münzautomaten. Es geht mir aber mehr als um den Kaffee um die Tatsache, dass man vor und nach Kursbeginn eine kleine Ecke haben sollte, wo man privat einige Worte wechseln oder eben einen Kaffee trinken kann (das ist in jedem Schulhaus und auch in allen Kurslokalen, die ich sonst kenne, möglich - z.B. im Foyer, einige offerieren explizit einen Pausenunterbruch und verweisen auf den Getränkeautomaen)
In den 13 Jahren haben wir Kursteilnehmer uns tatsächlich auch gut kennen gelernt - es sind einige langjährige Kursteilnehmer darunter. Unser Kurs war, im Gegensatz zu vielen anderen, auch stets vollzählig, also kein Verlustgeschäft für dieVolkshochschule.
Nun stehen die Zeichen aber deutlich so, dass die Volkshochschule diese Kurse, bei welchen es sich mehr um den Spracherhalt, ohne Arbeiten auf Prüfungen, geht, nicht mehr weiter führen will.
Ich finde die Volkshochschule ein tolle Institution
Ich besuche hie und das Ringvorlesungen zu einem Thema. Meine Frau besucht seit Jahren Italienische Sprache. Ihr gefällt es immernoch gut.
Der genannte Aufschlag von 26% gilt nicht für alle Kurse. Je nach dem kann es auch nur 12% betragen. Ringvorlesungen mit unbeschränkter Teilnehmerzahl sind eher günstiger. Sprachkurse in Kleingruppen natürlich teurer.
Einige Angaben : Die Volkshochschule im Kanton Zürichfindet an 43 Orten in Zürich und in 8 Regionen im Kanton Zürich statt. 230 Referenten sind im neuen Katalog aufgeführt. Es gibt zu bestimmten themen auch 13 verschiedene Studienreisen in z.T. unbekannte Gebiete.
Alles in Allem - eine tolle Sache! Die natürlich auch ihren Preis hat, wurden im Kanton Zürich doch etwas an Subventionen gestrichen und somit verteuert sich der Besuch.
Volkshochschule - eine wichtige Institution
Wie Sterngucker feststellt, ist die Volkshochschule eine sehr wertvolle Institution. Ich besuche selbst seit 14 Jahren regelmässig Kurse und Vorlesungen, und ich habe dabei viele spannende Stunden erlebt (und auch einen respektablen Betrag an Kursgeldern bezahlt).
Wie ich inzwischen erfahren habe, werden die Kursgelder für Sprachkurse im nächsten Semester nicht linear erhöht – die Erhöhungen fallen je nach Kurs unterschiedlich aus. Parallel dazu werden die Löhne für die Lehrkäfte gekürzt. Es wäre interessant zu erfahren, in wie weit der Wegfall von wie viel Subventionen des Kantons diese Veränderungen eben notwendig macht. Denn wir wünschen der 90-jährigen Volkshochschule, dass sie die wertvolle Arbeit wie bis anhin weiterführen kann.
An der Riedtlistrasse, wo die Volkshochschule auf gleichem Boden wie die deren Verwaltung über zwei moderne Unterrichtsräume verfügt, können die Kursteilnehmer nun für die Wartezeit im Vorraum einen Tisch und einige Stühle offiziell als Sitzgelegenheit benutzen.
Die Volkshochschule liegt daran, festzustellen, dass für unseren Englischkurs ein Ersatz an einem anderen Wochentag angeboten wird (insgesamt haben wir als Ersatz fünf Kurse angeboten bekommen, sodass sich unsere Klasse aufteilen wird – was zwar schade ist, aber, wie Rosana Verde richtig feststellt, nach 13 Jahren tragbar sein sollte).
Winterprogramm der Volkshochschule des Kantons Zürich