Debatten über aktuelle politische, gesellschaftliche und soziale Themen.
>>> Beachten Sie bitte die Netiquette!
Eine Untersuchung der terzStiftung hat folgendes festgestellt:
"Die Bedürfnisse der älteren Generation werden bei der Anlageberatung durch Schweizer Regionalbanken zu wenig berücksichtigt. Dies zeigt eine Studie der terzStiftung, die im August 2010 bei drei grossen Schweizer Regionalbanken durchgeführt wurde. Für die in Eigeninitiative und verdeckt erhobenen Daten wurden insgesamt 69 Anlageberatungsgespräche geführt und ausgewertet. Dabei zeigte sich insbesondere, dass die Werte und Wünsche der Generation der über 50-Jährigen nicht angemessen angesprochen wurden.Hier erzielen alle getesteten Regionalbanken unbefriedigende Ergebnisse. Viele Anlageberater scheuten sich zudem, das Alter der Betroffenen offen anzusprechen. Die fachliche Qualität der Anlagevorschläge selbst wurde als gut beurteilt und die Werte waren hier deutlich besser als bei einer kürzlich von der Stiftung Warentest bei deutschen Banken durchgeführten Untersuchung."
Ich selbst kann nur bestätigen, was die terzStiftung festgestellt hat. - Gute Beratung, aber wenig Bezug auf meine persönlichen Bedürfnisse.
Die terzStiftung erwähnt auch, dass die Zahl der Senioren mit einem gut gefüllten Portemonnaie stark anwachsen wird. - Das ist meines Erachtens nur die eine Seite der Medaille! Die Zahl der Senioren, vor allem Seniorinnen, die mit einem Minimum überleben müssen, ist ebenfalls bemerkenswert - und offensichtlich macht man sich nicht genug Gedanken über die Zukunft dieser Menschen!
Answers
Beratung in Banken
Es tut mir leid, aber nach dieser Finanzkriese, habe ich es wie Hohn empfunden, wenn die Banken Beratungsofferten gemacht haben.
Wer Beratung will, muss halt
Wer Beratung will, muss halt die Fragen selbst stellen.
Die andereSeite der Medaille: Die Sozialversicherungen (AHV, Ergänzungsleistung, Prämienermässigung bei der Krankenkasse) befassen sich mit der materiellen Seite. Pro Senectute hat sich im Auftrag des Bundes "für die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität bis ins hohe Alter" einzusetzen.
Dazu gibt es unzählige private Organisationen.
Man macht sich sehr wohl Gedanken über die Senioren, die mit wenig auskommen müssen..
Kurt
Seniorinnen, die mit einem Minimum...
Aus der Sicht der Banken, haben diese wohl kein Bedürfnis nach einer breit gefächerten Palette von Dienstleistungen und aufwendiger Beratungsarbeit. Aus Sicht eines Jungbankers würde man wohl in diesem Marktsegment von einem "sehr beschränkten Potential" sprechen. Dort, wo ältere Menschen noch etwas Vermögen auf der hohen Kante haben, raten die Finanzberater unisono, das Geld gestaffelt aufzubrauchen. Dass dies auch eintrifft, unterstützen sie mit vereinten Kräften. Es gibt aber auch andere. Man muss sie nur finden. Dennoch: Dass Finanzberater ältere Menschen nicht unbedingt als ältere Menschen behandeln, Sie gute Frau, kann man ebenfalls nachvollziehen. Wer möchte denn schon vor einem geschnigelten Bürschlein mit Krawatte als beschränkt handlungsfähiger Oldie dastehen?
Beratung
Würde man testen, ob Berater die Bedürfnisse junger Familien, alleinstehender Männer, oder anderer Personenruppen. angemessen beurteilen, würde man ebenfalls feststellen, dass dies nicht ausreichend der Fall ist. Der Grund ist doch einfach: Kann man denn von einer relativ aufwändigen aber kostenlosen Beratung erwarten, dass nicht die Interessen der Bank, Versicherung etc. an vorderster Stelle stehen, sondern diejenigen des Kunden?
Qualität ist ein Geschäftsprizip
Uors,
wenn Dein Satz stimmen würde, so müsste man die Probe auch mit anderen Produkten als Versicherungen oder Bankangelegenheiten machen können.Beispiele:
Ich habe eine neue Heizung und eine Solaranlage gekauft. Das Produkt muss für den Kunden gebaut sein und nicht für die Herstellerfirma. Denn hier geht es um Qualität, den guten Ruf der Firma und damit um die Eigenwerbung. Von einer Heizung wird erwartet, dass der Brenner 25 Jahre lang funktioniert. Ein Versuch, den Käufer zu übervorteilen, würde zum Ruin der Firma führen.
Dasselbe auch, wenn Du eine Auto kaufst. Es muss alle beworbenen technischen Inhalte aufweisen. (Ausser das in der Werbung "versprochene Glücksgefühl" oder den "Erfolg" beim weiblichen Geschlecht).
Somit möchte ich die Deine Frage umkehren und behaupten: Banken, welche glauben den Kunden zu übervorteilen zu dürfen, werden wohl in Zukunft eher gemieden. Aber ob diese Bankenwelt, welche die Finanz-Wirtschaft an die Wand gefahren hat, sich innerlich ändern wird, weiss ich natürlich nicht. Auch neue Manager sind an den gleichen Hochschulen mit den gleichen Theorien ausgebildet worden.
Übevorteilen?
Ich behaupte nicht, Banken würden Senioren übervorteilen und auch die terz-Stiftung behauptet das nicht. Es wird lediglich festgestellt, dass die Beratung nicht optimal den konkreten Bedürfnissen entspricht. Das kann natürlich auch in andern Branchen der Fall sein. Auch hier verfolgt der Unternehmer stets auch eigene Interessen. Der Unterschied ist vielleicht, dass diese Märkte oft transparenter sind und dass es einfacher ist, sich zu informieren, zu vergleichen etc. Ein Bank- oder Versicherungsberater muss - wie auch ein Autoverkäufer o.ä. im Dienste seines Arbeitgebers in erster Linie seinen Lohn hereinspielen und dazu eine gewisse Produktion erzielen. Im Zweifel wird er ein Produkt seines Arbeitgebers empfehlen und zwar oft jenes, welches ihm die beste Provision verschafft. Er wird den Ratsuchenden wohl kaum an die Konkurrenz verweisen oder gar sagen, die gewünschte Versicherung o.ä.. sei doch gar nicht nötig.
aa
Was mich permanent ärgert sind die in allen Beratungen und Publikationen empfohlenen Obligationenfonds. Die sind für die Banken resp. deren Fondsgesellschaften ausserorderntlich interesssant, weil sie praktisch den ganzen Zinsertrag für sich abzweigen können. Den Rest des Ertrages fressen Depotgebühren und Steuern auf. Da rate ich dringendst ab. Bei kleinen Vermögen sind bloss Kassenobligationen interessant für die Kunden.
Obligationenfonds
Hände weg. Allerdings, bei sinkenden Zinsen kann man selbst mit diesen etwas Geld verdienen. Aber diese Zeiten sind nun definitiv vorbei. Das müssten selbst Bankberater im Seniorensegment eingesehen haben.