Hinweise und Diskussionen über altersrelevante Anliegen, Projekte und Initiativen sowie Kooperationen mit lokalen, kantonalen und nationalen Alters-Organisationen.
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"Alt werden ist ein herrliches Ding, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heisst. Älter werden heisst eben nicht nur loslassen - sondern auch immer wieder anfangen." Martin Buber, Theologe (1878 - 1965)
Mit dieser Weisheit möchte ich hier zwei Projekte zum Wohnen ab 55+ vorstellen:
http://www.inbuonacompagnia.ch/ Die Wohnbaugenossenschaft in buona compagnia zeigt neue Wege für das Wohnen und Zusammenleben auf. Im Dorfkern von Bonaduz entstehen an ruhiger und sonniger Lage 25 Wohnungen im MinergieP-Standard für Menschen im Alter von 55+. Unsere Häuser sollten im ab Mai/Juni 2011 bezugsbereit sein.
http://www.wgeichhorn.ch/home/ Unsere WG 50plus befindet sich in Romanshorn am Bodensee in einer Jugendstilvilla mit prächtigem Park. Unsere Wohngemeinschaft fördert ein selbstbestimmtes Zusammenleben im Alter mit grösstmöglicher Eigenverantwortung. Gegenseitige Hilfeleistungen bei Bedarf sind selbstverständlich.
Die WG Eichorn sucht noch einen neuen Mitbewohner !
Die sinnvolle Alternative zum Altersheim wird weiter Schule machen !
Answers
Zum Wohnen im Alter gibt es
Zum Wohnen im Alter gibt es hier eine Studie der Uni Basel:
http://humgeo.unibas.ch/publications/publikationen-einzelseiten/staedtis...
Interessant ist der Abschnitt über die Wohn-Präferenzen der älteren Bevölkerung. (Geringe Akzeptanz von WG und sogenanntem intergenerationellem Wohnen.)
Eine ähnliche Studie wurde im Kanton Baselland gemacht, mit vergleichbaren Resultaten was die Präferenzen anbetrifft.
Kurt
Wohnen im Alter
Die von Kurt Engelbrecht genannte Studie ist sehr interssant und sicher auch gut auf viele andere städtische Gegenden in der Schweiz übertragbar.
Das möglichst unabhängige und frei wählbare Leben ist natürlich der Wunsch fast alle Menschen in allen Generationen. Das dabei auch die Lebensform als Einzelperson, als Paar oder in einem kleinen Familienverbund eine grosse Rolle spielt, ist ebenfalls unbestritten. Solange 'es im Leben eben gut funktioniert', stellt sich die Frage einer veränderten Wohn-und Lebensform meistens gar nicht. Das alt-bewährte wird als gut und richtig empfunden. Neue Überlegungen müssen dort anfangen wo sich der Alltag verändert, sei es durch die Tatsache plötzlich als Einzelperson leben zu müssen, teilweise hilfsbedürftig zu werden oder der Einsamkeit und der alleinigen Verantwortung zu entfliehen.
Da sind Alternativen zu den bisherigen Lösungen gefragt. Was einige Zeit vielleicht noch mit externer Hilfe (Familienangehörige, Freunde, Spitex usw.) zu bewältigen ist, muss oft gezwungenermassen eine bessere, definitivere Lösung finden. Alterswohnheim, Altersheim oder eben Wohngemeinschaft mit Gleichalterigen, oder Generationenhaus. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten sind natürlich noch wenig bekannt, es gibt noch wenige persönliche Erfahrungen dazu zu hören und zu lesen. Das gemeinsam genützte Hilfeleistungen die gleichzeitig für mehrere Haus-/WG-Bewohner nötig sind gemeinsam organisiert werden können, ist ein Beispiel für den praktischen Nutzen. Das im Wohnbausektor auch vermehrt auf Nutzung durch ältere Menschen Rücksicht genommen werden sollte, ist wünschenswert.
Diese Veränderungen stecken noch in den Kinderschuhen. Es sind erst wenige, individuelle Projekte in Betrieb. Momentan lassen sich solche erst in einem privaten Plan verwirklichen. Aber, wer weiss, kann das nicht eine lebenswertere Variante für unsere 'alten Tage' sein, in 10 oder 20 Jahren ?
Ich hatte vor einiger Zeit
Ich hatte vor einiger Zeit Gelegenheit, eine Alterswohngruppe zu besuchen in einer Stadt mit 23'000 Ew.
Zehn Personen wohnen in zwei 5-Zimmer-Wohnungen in einem Wohnblock der 70ger-Jahre (Wozi 25 qm, Elternzimmer 18 qm, Kinderzimmer 10 - 12 qm), die baulich miteinander verbunden sind. Es ist Pflegepersonal vorhanden. Organisatorisch ist die Gruppe mit einem Pflegeheim verbunden.
Ein Wohnzimmer dient als Aufenthaltsraum, das andere als Ess- und Aufenthaltsraum. Somit bleiben 8 Zimmer für die 10 Bewohner und das Personal. Eine Küche dient als Materialraum und als Büro für das Personal.
Es gibt zwei Badezimmer und zwei separate Toiletten.
Es wird in der Wohnung gekocht von externem Personal.
Die Bewohner sind in unterschiedlichem Grad mobil.
Es gelten die städtischen Pflegeheimtarife.
Mein Eindruck: Sehr beengt, kaum Privatsphäre, relativ teuer gemessen am Komfort.
Kurt
aa
Ich habe den Eindruck, dass hier wieder einmal "auf Teufel komm raus" neue Wohnformen eingeführt und schmackhaft gemacht werden sollen, die nicht den Bedürfnissen entsprechen. WG ist für Junge, die nicht so auf den Dreck achten, die meistens auswärts sind (Beruf+Ausgang=70% Abwesenheit, Rest ist schlafen), die kaum eigene Möbel haben ausser ihrem iPOD. Das ist halt nicht das Behaglichkeitsverständnis für Ältere.
Die angesprochenen Alterswohnungen mit einer Hilfe-Infrastruktur sind eigentlich das Ideale, aber kosten doppelt so viel wie eine Wohnung, auch wenn man die vorhandenen Dienstleistungen kaum benützt. Also allenfalls ein Traum für Normalverdienende. Die Wohnungen sind klein und eben sehr teuer.
Intergenerationell=sich gegenseitig auf die Nerven gehend!
Die Kinder machen einen Höllenlärm weil die heutigen Eltern meistens alles erlauben, im Treppenhaus ist ein Chaos von Kindersachen, alles ist mit Kinderwagen, Kindervelölis etc. verstellt. Dieser Zustand ist gut, wenn man eigene Kinder im Haus hat, aber nicht wenn man älter ist und ruhebedürftiger. Stellt man sich da vor, dass die frechen und unfreundlichen Teenager die Alten im Rollstuhl herumstossen, ihnen die Einkäufe besorgen oder die Wohnung putzen? Die sind selten daheim, ausser in ein paar Nachtstunden. Sie kommen nachts um 3Uhr mit lärmenden Autos angebrauchst, schnörren auf der Strasse laut herum mit laufendem Motor und wecken die nicht mehr gut schlafenden Alten. Gibt es eine Alters-WG die gut funktioneirt, wird sie in jedem Hefli ununterbrochen präsentiert um den Eindruck zu erwecken, dass das eine häufige Situation ist. Meistens fällt sie nach ein paar Jahren auseinander weil eine harmonisch zusammenpassende Gruppe sehr selten zu finden ist.
Ich möchte auch keine Wohnung in einem Haus, das Gemeinschaftsräume hat die von den Hausbewohnern verwaltet werden. Da ist einerseits immer eine Sauerei (von den Andern). Es gibt Gruppenbildung wobei die eine Gruppe diese Räume für sich beansprucht und die andere kann einfach mitzahlen. Ausnahmen gibt es auch, aber die sind leider selten, weil der Mensch nicht passend gestrickt ist für solche Situationen.
Ich stelle mir das......
Wohnen im Alter nicht als etwas "Abnormales" vor. Da werden alte Menschen immer aufgefordert, die eigene Wohnung oder das Haus zu verlassen, wenn sie nicht mehr so stark oder mobil sind, dass sie alles alleine bewältigen können.
Aber gerade dieser Umstand, fort zu müssen von einem Ort, der einem durch viele Jahre hindurch Heim und Hafen war, ist das, was beängstigt. (Immer, so fern man nicht schwerst pflegebedürftig ist und sehr krank).
Ideal wäre von meinem Standpunkt aus, so etwas ähnliches wie die Spitex, jedoch einigrmassen den finanziellen Möglichkeiten angepasst, so dass jene, die solche Dienste in Anspruch nehmen müssen, es noch selber bezahlen könnten.
Ein Zusammenschluss von dem, was man früher Putzfrauen nannte, die auf selbständiger Basis eine Klientel betreuen inkl.Einkaufen für ihre Kunden. Das wäre für viele ältere Menschen die Möglichkeit, im eigenen Haushalt weiter leben zu können, zu wissen, dass sie weder die Krankenkasse noch sonst welche Ämteer belasten, und trotzdem die entsprechende und nötige Hilfe haben, die ihnen den Alltag erleichtert.
Da aber so eine solche Gruppe Dienstleistender einfach normal verdienen würde, auch weil keine grossen administrativen Spesen anfallen würden, also niemand ein GESCHÄFT damit machen könnte, wird so eine HILFE leider eine UTOPIE bleiben für viele alte Menschen, die glücklich wären, könnten sie sich ihr restliches Leben auf eine simple und normale Art gestalten.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Alt werden
Je länger, je häufiger fällt mir auf, dass man heute nicht mehr alt wird. Die zeigen uns doch immer wieder Gesichter ohne Fältchen und frisch gestrichen. Um zu portraitieren eignen sich meiner Meinung nach, doch hauptsächlich die alten Gesichter aus ehemaligen Zeiten.
Das mit dem........
alt sein oder jung sein ist doch etwas Unmögliches, weil es sich ständig ändert. Jeder "Alte" war einmal jung und jeder "Junge" wird einmal alt, es sei denn, ihm sei es bestimmt, abzutreten, bevor er das erreicht hat, was man auch mit Greis/in bezeichnen kann. Es wird immer nur auf den Jahrgang geschaut, dabei ist das biologische Alter einer Person fast nie mit dem tatsächlichen Lebensalter gleich zu setzen.
Ein Alter kann sehr frisch und jugendlich wirken und "moderne" oder gar futuristische Ideen haben - ein Junger ist eventuell schon mit dreissig total alt, abgenutzt, verlebt, vernebelt. Das gilt für beide Geschlechter.
Deshalb finde ich es dumm und "generationenfeindlich" (um auch einmal diese Bezeichnung zu verwenden), wenn andauernd davon geschrieben oder geredet wird. Es lässt sich nicht ändern. Es braucht auch keine Toleranz dafür, es braucht Verständnis für die verschiedenen Situationen, Einfühlungsvermögen, nicht zuletzt auch deshalb, weil jede/r irgend einmal an diesem Zielband ankommt. Ob man sich nun dagegen sperrt oder es gelassen annimmt. Die Grenzen sind fliessend, für jede Person ein wenig anders - aber immer diese Generationengrenzen zu betonen, das macht das Zusammenleben nur viel schwieriger. Der Grossteil der Menschen lässt sich auf diesem Sektor meist sowieso nur von seinen Gefühlen und Vorurteilen führen. Er sieht etwas und meint, das sei die Wahrheit, die Realität. Dabei ist es nur seine ureigene Vorstellung und Interpretation dessen, was er meist sogar "fürchtet".
Das gilt für beide Pole der Lebensskala - jung und alt.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Alterspolitik
Liebe etna, da schreibst Du aber ganz flüssig und fast überzeugend. Ich zweifle trotzdem an gewissen Fähigkeiten der unterschiedlichen Gehirne, die eine natürliche, mehr oder weniger grosse Distanz zwischen verschiedenen Altersgruppen schaffen. Die Frage ist nur wie elegant beide Seiten damit umgehen.
Das ist ja.......
genau das, was ich damit sagen will, liebe Ida. Die Gehirne "reagieren" jedes auf ihre Weise darauf. Je nachdem, auf welche Erinnerungen sie dabei, automatisch reagieren. Würde man, bevor man impulsiv oder intuitiv reagiert, eine Pause einschalten und zuerst denken und erst dann reagiren, und gewisse uneeingestandene und ebenso automatische Ängste ausschalten, käme mindestens in der Hälfte der Fälle etwas anderes, wahrscheinlich besseres, heraus.
Und vergessen sollte man auch nicht, dass nicht nur bewusste und unbewusste Erinnerungen und Vergleiche an diesen Prozessen beteiligt sind, sondern auch die geistige und spirituelle Ausrichtung des involvierten Menschen. Was aber wieder eine separate Sparte ist, die da sicherlich mitspielt.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Ist Alterspflege Privatsache?
Als Ergänzung zu euren interessanten Betrachtungen mache ich auf den Artikel auf der Eingangsseite aufmerksam, mit dem Titel: Ist Altenfpelge Privatsache.
Ein Pressebericht der Caritas Schweiz.
hier
aa
Ich habe den Eindruck, dass da höheres Alter undPflegebedürftigkeit gleichgesetzt wird. Es wird nirgends von Prozentsätzen geschrieben. Die meisten sterben schliesslich ohne Aufenthalt in einem Pflegeheim. Es wäre auch interessant zu sehen, ob dieser Anteil ev. abgenommen hat. Ich könnte es mir sehr gut vorstellen. Meines Erachtens gibt es auch eine übertriebene Pflegementalität indem Todkranke immer wieder mit beliebigem Aufwand aufgepäppelt werden, obwohl ihnen das Leiden schon lange verleidet ist. Gerade hilflose Schwerstkranke werden gar nicht mehr gefragt sondern einfach übertherapiert. In diesem Sinne wäre eine Pflegeaufwandsrationierung in einem gewissen Mass schon sinnvoll und kommt dann wohl automatisch, wenn die Kosten nicht mehr tragbar sind. Die erwähnte Zweiklassenpflege kann also auch ein Vorteil sein für die Klasse, die man nicht unnötig lange leiden lässt.
Wenn also der Kanton Waadt über 100 Mio einspart mit einer besseren Versorgung zu Hause, dann kann das auch den Grund haben, dass man zu Hause mehr Chancen hat zu sterben wenn einem das Leiden verleidet ist. Am schlimmsten trifft es die schwerkranken Pflegebedürftigen, wenn sie im Spital sind. Da werden an ihnen die schrecklichsten Operationen ausgeführt ohne jegliches Mitleid mit ihnen. Sie wandern sozusagen von einer Narkose in die andere mit unsibnnigen Kosten von rasch 100'000.- pro Patient innert wenigen Tagen vor dem Tod.
Wer in aussichtsloser Lage
Wer in aussichtsloser Lage nicht künstlich am Leben erhalten werden will, kann eine Patientenverfügung verfassen, die das so bestimmt. Das muss allerdings geschehen, solange man noch urteilsfähig ist.
Kurt
Patientenverfügung
Danke für das Thema Kurt Engelbrecht. Ich verfasse alle 2 bis 3 Jahre eine neue und verteile sie grosszügig an meine Nachkommen, in der Hoffnung, dass meine Wünsche respektiert werden. Aber daran hapert es, a) weiss ich nicht wie ich alles einschliessen kann was ich mir wünsche und b) ob es auch so akzeptiert wird, sowohl von den Angehörigen, als auch von den Ärzten. Z.B. will ich nicht unter einem Stein begraben sein (auch nicht unter dem David von Florenz), sondern möchte, so als letzter Herzenswunsch, dass man meine Asche in den Rhein streut, so als Nostalgiegründen.
Ich denke, Verfügung hin oder her, sie machen eh, was sie wollen, alle. All diese vorgefertigten Patientenverfügungen, welche ich mir angeschaut habe, entsprechen nicht ganz meinen Vorstellungen. Und wenn ich einmal anfange selbst zu formulieren, versteht das sowieso kein .....
Hat jemand Tipps? Oder bin ich schon wieder auf dem falschen Dampfer, Thread meine ich.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
Da machst Du......
wahrscheinlich einen kleinenWirrwarr zwischen Patientenverfügung und Testament.
In die Patientenverfügung gehören nur die Wünsche, wie man als kranker Mensch, z.B. im Spital, zu behandeln ist, sofern man dies nicht mehr selber sagen kann. z.B., dass keine lebensverlängernden Massnahmen ergriffen werden dürfen, wenn die Lage auf Gesundung ausgeschlossen ist etc.
Sofern ich selber das richtig kapiert habe.
Im Testament kannst Du alles erwähnen, was Du haben möchtest. Und am besten ist es, dieses dann bei der dafür in Frage kommenden Behörde zu hinterlegen, oder bei einem Anwalt.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Ja stimmt schon
etna, das ist mir später auch eingefallen, dass ich nicht auf das Wesentliche eingegangen bin. Manchmal galoppieren meine grauen Zellen einfach so davon.
Natürlich geht es mir auch hauptsächlich darum, wie kann ich verhindern, dass nicht Massnahmen getroffen werden, die nur mein Leiden verlängern. Ich habe verschiedene Entwürfe aus dem Internet heruntergeladen und musste feststellen, dass sie einfach nicht meinen Vorstellungen entsprechen. Da man ja auch selbst formulieren könnte, merke ich, dass das auch wiederum nicht so einfach ist. Meine Eltern, ohne Patientenverfügung natürlich, wurden beide, obwohl hochbetagt und schwerkrank, an alles mögliche angehängt. Das obwohl ich ganz genau wusste, dass sie das eigentlich nicht wollten. Meine Mutter half sich dann selbst und meinen Vater konnte man nicht mehr fragen. Man hat mir die Verantwortung übergeben mit drohendem Zeigefinger. Die Enscheidung musste ich dann doch nicht selber treffen. Dies alles möchte ich meinen Kindern und mir ersparen. Dafür suche ich eine wirklich unmissverständliche Formuierung. Was dann mit meiner Asche geschehen soll, ist Detail.
Ich habe gehört, dass es reicht, wenn die Patientenverfügung regelmässig nachgeführt wird mit Datum und persönlicher Unterschrift. Und es ginge auch ohne Anwalt. Manchmal möchte ich meinen Söhnen es auch noch mündlich klarmachen, was ich will, also auch dass sie genau wissen, wie ich darüber denke, falls sie tatsächlich zu entscheiden hätten. Aber sie möchten einfach nicht darüber reden.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
Das, was man........
Patientenverfügung nennt, kann man, soviel ich weiss, auch in der Apotheke (oder beim Arzt) beziehen und dann ausfüllen. Das kann man einfach auf sich tragen, für den Fall der Fälle.
Das Hinterlegen eines Testamentes würde ich aber schon machen, das kann man bei uns in Basel auch auf dem Erbschaftsamt erledigen. Das kostet dann eine Gebühr (wo wohl gibt es noch etwas gratis?). Aber dann ist sicher, dass niemand das Testament, so er es in der Wohnung findet, einfach vernichtet, wenn ihm sein Inhalt nicht passt.
Man kann es übrigen ändern so oft man will, hat dann aber die Schreiberei und die Lauferei aufs Erbschaftsamt, um es auszutauschen.... und natürlich kostet das jedesmal einen Zusatzbatzen, für die Mühe, das hinterlegte Couvert zu holen und dann wieder zu versorgen.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Patientenverfügung
Liebe iloma
Wenn ich Dich richtig verstanden haben möchtest Du
über Dein Lebensende eine klare Situation schaffen.
Vorallem wünschst Du keine lebensverlängernden und
operative Eingriffe. Mit der Patientenverfügung kannst
Du dies ganz genau bestimmen. Lass es von Deinen
Söhnen unterschreiben und datiere das Dokument.
Es ist für die Nachkommen nicht immer leicht darüber
zu sprechen, aber ich persönlich finde, dass auch sie
sich damit befassen müssen. Versuche doch mit ihnen
gemeinsam darüber zu sprechen, und formliere es als
ein grosses Anliegen von Dir, das werden sie sicher
akzeptieren.
Wenn Du das Dokument verfasst hast, mache Kopien
und gib jedem Sohn ein Exemplar. Du kannst auch Deinem
Hausarzt eine Kopie geben.
Genau in diesem Sinn habe ich für mich alles geregelt.
Jetzt wünsche ich mir ganz fest, dass alles so geschehen
wird wie ich dies festlegte.
Ich wünsche Dir gute Gespräche mit Deinen Söhnen.
Liebe Grüsse amara
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
aa
Patientenverfügungen kann man eben auch einfach ignorieren oder verschwinden lassen. Das wird von staatlicher Seite leider nicht verhindert. Zudem kann man sie nicht in eine zentrale Spitälerdatenbank eingeben wo sie von allen Ärzten guten Willens gefunden und befolgt werden könnte. Eine Formulierung "wenn keine Aussicht auf Gesundung besteht" ist ziemlich wertlos, denn das wird kein Arzt bestätigen.
Patientenverfügung
Auch wir fanden es relativ kompliziert, eine knapp und sinnvoll formulierte Vorlage für eine Patientenverfügung zu finden: Viele Vorlagen sind mehrseitige Hefte, die noch nach Angaben zur Hinterlassenschaft und zu Beerdigungsformalitäten fragen - das wollten wir nicht.
Nachdem der Zürcher Stadtarzt Wettstein an einem Referat erklärte, er trage seine Patientenverfügung immer mit in seinem Portemonnaie, verloren einige wohl auch sehr gut gemeinte Vorlagen für uns an Wert.
Fündig wurden wir auf Internet bei der Vorlage der Ärzte Baselland, in welcher unsere Anliegen einigermassen knapp formuliert enthalten sind (kann heruntergeladen werden, selbstverständlich gratis).
Diese Vorlage haben wir unserem Hausarzt gezeigt, der sie unseren Verhältnissen entsprechend für gut befand.
Unsere Frage, ob in unserem Alter eine Organspende noch sinnvoll sei, verneinte er - höchstens die Hornhaut des Auges wäre noch brauchbar.
Patientenverfügung
Danke an alle, da kann ich eigentlich alles brauchen, was ihr mir an Tipps mitgegeben habt.
Aber nur noch amaras Bemerkung, dass es auch eine Unterschrift der Nachkommen braucht, war mir neu. Wäre es möglich, dass die Verfügung beim Fehlen der Unterschrift meiner Söhne, ignoriert werden könnte (wels Einwand hat seine Berechtigung sowieso)?
Und weiss jemand, ob der Kantönligeist soweit geht, dass z.B. die Vorlage der Baslland Aerzte im Kanton Zürich keine Gültigkeit hat? Hat da jemand Erfahrung?
Beim nächsten Hausarztbesuch muss ich das mal ansprechen, wenn ichs nicht wieder vergesse.
Im Portemonnaie trage ich nur ein Kärtli, worauf steht, dass eine Patientenverfügung besteht, aber nicht die ganze Verfügung. Demnach habe ich meine alte (alle 2 Jahre neu) Verfügung an einem Ort wo alles vorhanden ist, was meine Söhne wissen müssen, Zahlungsverpflichtungen, Bankunterlagen und eben die Patientenverfügung (eine Kopie haben sie bei sich zuhause). Die Schwiegertochter meint, mein Sohn hätte sie noch nicht einmal durchgelesen. Sieht man sich mal, dann wird halt lieber über Erfreulicheres geredet.
Ich kann nur hoffen, dass die Patientenverfügung auch dann gefunden wird, wenns mir noch etwas nützt.
Über Sinn und Zweck einer Organspende braucht sich zum Glück in meinem Fall niemand mehr den Kopf zu zerbrechen.
Festgestellt habe ich, dass es grundsätzlich unterschiedliche Haltungen in dieser Frage gibt. Bei mir wollen die Kinder nichts davon hören, in meiner Bekanntschaft ist es umgekehrt, da drängen die Kinder und der Vater will nichts davon wissen. Es heisst dann nur, ja ich weiss...und damit hat es sich dann auch. Unverständlich für mich.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
aa
Es wäre eigentlich gut, wenn man eine solche Verfügung im Internet deponieren könnte und dann im Portemonnaie nur Name und Passwort haben müsste. Das könnte ja ein Dienst von Seniorweb sein.
aa
Brigitte
Diesern text der Basler Ärzte finde ich widersprüchlich. Da steht:
"Auch wenn auf lebensverlängernde Massnahmen verzichtet wird, wünsche ich eine bestmögliche Behandlung
(sogenannte Palliativmedizin) meiner Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Depression,"
Wie soll man denn sterben ohne irgendwelche Beschwerden?
@ wels
ganz einfach. An einem Herzschlag.
Mein Vater starb bei bester Gesundheit mit 90 Jahren auf einem Sonnenspaziergang. Schön für ihn, nicht wahr.
Wir fanden dann sehr rasch seine bestens vorbereiteten und geordneten Papiere und Angaben für die Beerdigung.
Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt
Patientenverfügung und Anweisungen für den Todesfall
Ich habe mir die erwähnte baselbieter Patientenverfügung heruntergeladen und genau durchgelesen. Sie scheint mir weitgehend zweckmässig und enthält eigentlich alles, was hinein gehört.
Für mich selber habe ich eine Verfügung geschrieben, was geschehen soll, wenn ich wegen Krankheit nicht mehr selber entscheidungsfähig bin, ferner eine Anweisung, wie man verfahren soll, wenn ich gestorben bin.
Wir haben nur einen Sohn. Mit ihm haben wir das Nötige besprochen. Die geschriebenen Verfügungen sollen ihm lediglich als Handeichung dienen. Als verbindlich betrachte ich vor allem die Patientenverfügung. Dagegen kann er nach meinem Tod immer noch verfahren, wie er es für richtig hält.
Herzschlag
ganz einfach. An einem Herzschlag.
Mein Vater starb bei bester Gesundheit mit 90 Jahren auf einem Sonnenspaziergang. Schön für ihn, nicht wahr.
Wir fanden dann sehr rasch seine bestens vorbereiteten und geordneten Papiere und Angaben für die Beerdigung.
Schön nicht nur für ihn, letzten Endes auch für euch, Andreas. Ich hatte nicht dieses Glück, auch wenn mein Vater sehr rasch starb. Ich musste mich um die Beerdigung, um meine Mutter und den Nachlass kümmern mit Bankkonten und Ämtern in verschiedenen Ländern. Mehrmals lag ich wütend und heulend zu Hause am Tisch und wusste nicht wie weiter. Nach Monaten intensiver Arbeit hat sich alles zum Besten gewendet, gottlob. Aber es war ein Kraftakt, den ich niemandem wünsche.
Jetzt haben wir vorgesorgt, damit es nach uns klappen sollte.
aa
Andreas
Ja, das fände ich auch am schönsten. Allerdings möglichst nicht in Ferien im Ausland. Ich wollte eigentlich mit meinem Beitrag auch erwähnen, dass palliative Massnahmen eben auch lebensverlängernd sein können und dass es auch da wieder eine recht schwierige Gratwanderung ist für das Pflegepersonal.
Da hast Du mehr als Recht, wels
allerdings meine ich, jeder Fall ist etwas Einzigartiges und Regeln, auch nur ganz allgemeine, sind weder für das Pflegepersonal, noch für die Angeghörigen einfach zu formulieren. Ausser vielleicht, dass jeder einzlne Fall mit grösstem Respekt vor allen Beteiligten zu behandeln sei. Auch medizinische Interessen haben dabei in den Hintergrund zu treten, meine ich.
Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt
Daran ist doch nichts Widersprüchliches
Brigitte
Diesern text der Basler Ärzte finde ich widersprüchlich. Da steht:
"Auch wenn auf lebensverlängernde Massnahmen verzichtet wird, wünsche ich eine bestmögliche Behandlung
(sogenannte Palliativmedizin) meiner Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Depression,"
Wie soll man denn sterben ohne irgendwelche Beschwerden?
@ wels
An den genannten Beschwerden stirbt man ja auch nicht, sondern an der Krankheit oder weges eines Unfalls. Mit dieser bestmöglichen Behandlung meint man ja nur, dass man mit allen den zur Verfügung stehenden Mitteln (nicht Apparaturen o.ä.) dem Sterbenden hilft auf möglichst sanfte Art hinüberzugleiten, also ohne Schmerzen ohne Atemnot ohne Angst...
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
aa
Iloma
Eine Bekannte ist im Spital an Lungenödem gestorben. Das ist doch auch Ersticken, oder? Ich nehme auch an, dass man da gar nicht helfen kann oder wird man in einem solchen Fall in Tiefschlaf versetzt, damit man vom Sterben nichts spürt? Kann man das in einer Patientenverfügung so festhalten?
Das habe ich erlebt. Eine
Das habe ich erlebt. Eine Person, die nur noch mit Mühe atmen konnte, weil ihre Lunge sich mit Wasser füllte - was man hören konnte - erhielt eine Spritze, "damit sie schlafen kann". Sie starb dann im Schlaf.
Kurt
aa
Kurt
Danke für die tröstliche Antwort. Es könnte mir ja auch so gehen.
Man kann gar nicht
an alles denken, wels, wir wissen halt zu wenig, wenigstens die, welche keine medizinischen Kenntnisse haben.
Wenn dir die Formulierung der Patientenverfügung nicht weit genug geht: Kannst du dich ev. vom Hausarzt beraten lassen?
Genau an dieser Formulierung komme ich auch an Grenzen, weil ich allzu gerne ganz, ganz sicher sein möchte dass nur das mit mir geschieht, was ich auch will, wenn ich mich z.B. dahingehend nicht mehr äussern könnte. Was tun? Ich weiss es auch nicht.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
aa
Iloma
Da ich mich noch nicht mit der konkreten Formulierung einer Patientenverfügung befasse, muss ich auch noch keine Fragen an den Hausarzt stellen. Ich überlege also ohne Eile weiter, was ich machen könnte. Auch die Gesetzeslage sowie der gesellschaftliche Konsens werden sich im Laufe der hoffentlich vielen noch vor mir liegenden Jahre verändern so dass man auch deutlich andere Anordnungen treffen kann ohne gegen Gesetze und Ärzteberufsethik zu verstossen. Ich habe schon andernorts geschrieben, dass die Zunahme der Pflegebedürftigen aus Kostengründen zu einer Anpassung von der Maximalmedizin zu einer menschlicheren Medizin führen kann. Genau wie bei den Anordnungen im Testament lässt sich nicht alles vorhersehen und vorherbestimmen.
@ wels
dann hab' ich dich falsch verstanden. Tut mir leid. Andererseits finde ich, dass man nicht früh genug damit anfangen kann (mit der Patientenverfügung). Das Zeitliche segnen, kann ich auch heute, ohne Vorwarnung... einfach so...
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
Wer kümmert sich um Opa?
[quote=Marianne Loser]
Als Ergänzung zu euren interessanten Betrachtungen mache ich auf den Artikel auf der Eingangsseite aufmerksam, mit dem Titel: Ist Altenfpelge Privatsache.
Ein Pressebericht der Caritas Schweiz.
hier
[/quo
obwohl ich jetzt mal wieder Hannes vorgegebenen Pfad verlasse, sorry...
@ Marianne und andere Interessierte:
Beobachter, Heft Nr. 2, 21. Januar 2011 (Wer kümmert sich um Opa? Immer mehr Pflegfälle: Die Schweiz muss den Angehörigen helfen...)
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
@wels: Sterben im Pflegeheim?
Die Frage, ob mehr Personen im Pflegeheim/Spital sterben oder nicht, hat mich beschäftigt. Sieht man sich die Statistiken an, dann stirbt die Mehrheit in einem Heim/Spital. Nun kenne ich aber zahlreiche Fälle, in denen eine Person nach kurzem Spital/Heimaufenthalt verstorben ist. Diese erscheinen unter "Im Spital/Heim verstorben", was an sich korrekt ist. Abe es wird ein falscher Eindruck erweckt. Der Verstorbene lebte ja zu Hause bis auf die letzten Wochen. Man müsste also angeben, wo sich der Mensch im letzten Jahr vor seinem Tod mehrheitlich aufgehalten hat, dann würden die Zahlen "im Spital verstorben" stark zurückgehen. Leider gibt es keine solchen Erhebungen. In einer deutschen Stadt wurde das einmal untersucht und man kam zum Ergebnis, dass etwa die Hälfte mehrheitlich zu Hause war. DieWahrscheinlichkeit, dass ich nicht im Spital oder Pflegeheim enden werde betragen also 50%.
Ernst Wolfer
aa
Ernst
Vielen Dank für deine interessante Information. Auch ich habe schon verschiedentlich gehört, dass Leute nur kurze Zeit im Pflegeheim waren vor ihrem Tod. Das kommt wohl meistens daher, dass sie nach schwerer Erkrankung ungeheilt aber stabil aus dem Spital entlassen werden und es dann nicht mehr schaffen. Das ist z.B. nach Hirnschlag mit schweren bleibenden Schäden fast die Regel.
Zitat aus NZZ-Online
Zitat aus NZZ-Online 10.12.07:
"(ap) Nur ein Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren leben in Pflegeheimen. Bei den über 80-Jährigen steigt die Quote bei den Männern auf zwölf und bei den Frauen auf 22 Prozent, wie die jüngste veröffentlichte Statistik der sozialmedizinischen Institutionen 2006 zeigt. Bei den über 95-Jährigen lebt die Hälfte im Pflegeheim. 70 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sind Frauen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 992 Tage."
Das wird sich bis heute kaum geändert haben.
Kurt
Ich denke...
...dieser Artikel gemäss Link aus TagiOnline ist hier richtig platziert und es wert, gelesen zu werden.
Gruess, Rolf
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Lernen und Entdecken macht mir Freude. Es ist spannend für mich, Neuem zu begegnen. Gern gebe ich mein Wissen weiter an Menschen, die danach fragen. * * * * * * * * * * * * * * *
Danke Rolf !
Dieser Artikel ist wirklich lesenswert und stellt die Denk- und Lebenseinstellung (und Möglichkeiten) der heutigen Nichtmehr-Berufstätigen in ein positives Licht. Und, er bestätigt auch den Anfangsgedanken den ich im ersten Beitrag aufgeschrieben habe: "Alt werden ist ein herrliches Ding, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heisst. Älter werden heisst eben nicht nur loslassen - sondern auch immer wieder anfangen." Martin Buber, Theologe (1878 - 1965)
aa
das vom Buber gefällt mir gar nicht. Er unterstellt mit seinem Spruch den abgenützten, behinderten und chronisch Kranken Alten die mehr und mehr inaktiv werden sie seine faule Hunde weil sie nicht mehr Neues anfangen können.
Zitate
anwenden, will auch gelernt sein. Man kann alles drehen und wenden wie man will. Einfach so, wie es einem grad in den Kram passt. Einfach nicht ernst nehmen, wels. Je nach Lebenssituation stimmt das Eine oder das Andere. Kommt auch darauf an, in welchem Jahrhundert etwas geschrieben wurde. Heut ist heut und gestern war gestern. Nichts hat sich im Laufe der Jahre so verändert, wie das Empfinden und Erleben der "Alten" und Kranken, weil ja heute auch der medizinische Fortschritt eine Rolle spielt. Es spielt auch eine Rolle, welche Art der Behinderung und in welchem Alter sie auftritt, welche Art der chronischen Erkrankung usw. Jegliches Verallgemeinern und Floskeln jeglicher Art sind immer fehl am Platz. Erst das eigene Erleben befähigt den Menschen zur richtigen Sicht auf die Dinge, genau so wie auch nur Ärzte, welche selber die eine oder andere Krankheit haben, Verständnis für das Leid der Kranken aufbringen. Alles andere ist nur Bla, Bla, Bla...
Hannes meint wohl etwas anderes... es geht einfach nur um den älter werdenden (und sehr oft auch noch weitgehend gesunden) Menschen nicht aber um den, oftmals schon früh, chronisch Kranken.
Noch'n Zitat zur Wahrheit (eines Zitates)
Wahrheit
Es ist das Los des Menschen, daß keiner die Wahrheit hat: sie haben sie alle, aber verteilt ... Johann Heinrich Pestalozzi -
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
aa
iloma
Genau so ist es
Die Aussage "Während es im Regelfall den älteren und alten Menschen bis zum 80. Lebensjahr gesundheitlich gut geht" von Hollstein finde ich auch daneben. Damit wertet er die Alten ab die nicht seinem Regelfall entsprechen der in Wirklichkeit ein glücklicher Sonderfall einer gesundheitlich privilegierten Minderheit ist.
wels, wo sind die Grenzen?
Ich frage mich oft, warum es für Menschen eigentlich Regelfälle und Sonderfälle braucht.
Jeder Mensch ist ein Einzelner. Einzigartig. Nur die wenigen eineiigen Zwillinge sind nicht ganz einzigartig. Aber selbst dort gibt es kleine Unterschiede, die nur sie selber spüren.
Also gibt es doch weder den Regelfall noch die Ausnahme, denke ich mal.
Und wenn schon Durchschnittsmenschen konstruiert werden, wo sind die Grenzen zum abseits des Duchschnittes Liegenden? Wer legt die Grenzen fest?
Ich meine eben, alt sein, älter werden, alt scheinen, ist immer eine nicht definierbare Ansichtsache.
Persönlich finde ich mich glücklich, weil ich erst mit dem Älterwerden moralisch, geistig und seelisch unabhängig werden durfte. Keiner schreibt mir mehr vor, was ich wie zu tun habe. Ich darf jetzt nein sagen, aber auch ja. Ich darf dagegen sein, auch wenn es meinen (früheren) Arbeitgeber betrifft. Vieles könnte ich noch vom glücklichen alt Sein sagen.
Ein Traum würde wahr, wenn man alt bleiben könnte. Aber Träume werden selten wirklich. Wir werden eben doch immer älter und die Zeit, glücklich sein zu dürfen wird immer kürzer.
Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt
aa
so ist es. Das Problem liegt wohl darin, dass wir ALten von Jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschfaftlern immer neu klassiert und bewertet werden. Auf deren oft mit Steuergeldern bezahlten Ergebnisse hört dann die Politik obwohl diese Bewerter und Einteiler gar nicht das nötige EInfühlungs- resp. Vorstellungsvermögen für die Situation von uns haben.
Ebenfalls übernimmt dann die Presse, die am liebsten alles auf ein paar Schlagworte reduziert, diese oft falschen Aussagen wie z.B. "alle Alten sind reich" weil irgend so ein Deutscher die Altersguthaben bei unserer Pensionskasse als Vermögen definiert.
Wir Rentner sind ein Ärgernis!
Wir sind reich, unternehmungslustig, machen den Pendlern die Plätze im ÖV streitig, verursachen horrende Krankheitskosten für die die Jungen mit ihren Prämien aufkommen müssen, beziehen AHV für die die Jungen “krampfen” müssen, sind nicht bereit in Not geratenen Pensionskassen wieder auf die Beine zu helfen und zu allem Übel, gefährden wir mit unserer Fahrweise den Verkehr, entnehme ich permanent der Presse.
Zum letzten Ärgernis: Fahrtauglichkeitsprüfstellen für Senioren werden gefordert. Endlich tut sich was. Diese gefährlichen Rowdys müssen weg von der Strasse. Von Beherrschen der Fahrzeuge keine Spur, ganz im Gegensatz zu unzähligen Jugendlichen, die PS-Boliden benutzen, die schneller fahren als sie denken können! Und dann die Schleicher der grauhaarigen Zunft. Halte ich mich mal, zugegeben nicht immer, an die gesetzlichen Höchstgeschwindigkeiten, werde ich permanent auf Autobahnen und manchmal auch Innerorts überholt. Das Argument vieler Jugendlicher: <<Diese Schleicher haben uns provoziert und darum ist es zu einem Unfall gekommen!>>, hat schon etwas in sich, vorausgesetzt man betrachtet das Ganze aus dieser Perspektive!
Kobold
aa
Dies Fahrtauglichkeitsprüfstellen wären schnell überfordert, sind diese Stellen doch aktuell nicht einmal in der Lage, die obligatorischen Tests für Neulenker anzubieten.
Ich denke, wir müssen uns einmal entschliessen, 1 Jahr lang nicht krank zu sein und schon bricht der Stellenmarkt auf dem Gesundheitswesen total zusammen. Dann werden sicher Aktionen "3 Operationen zum Preis von 2" angeboten mit Gratisverlängerung des Spitalaufenthalts um 3 Wochen. Diese Jungen haben ja keine Ahnung dass wir ihr grösster Arbeitgeber sind und sie unsere Renten zu 100% in irgendeiner Form erhalten.
Silber-Chüngel auf 4-Raduntersatz
Ich glaube, die werden in Bälde aus der Mode sein. Heute ist Alzheimer Mode. Das kann nicht oft und ausführlich genug beschrieben werden, mit Betonung auf Pflegemangel.
aa
von Alzheimer leben mindestens 10 Berufe sehr gut.
Man kann nicht oft genug
davon reden. Erst kürzlich hat eine Bekannte den Fahrausweis abgegeben aus diesem Grund.
Wir werden immer älter und darum gibt es auch mehr Alzheimerpatienten. Es nützt ja nichts, die Augen davor zu verschliessen. Auf diesem "Markt" gibt es immer noch zu wenig gute "Angebote". So wie es zurzeit aussieht, kann man ja, je früher man es erkennt, Medikamente geben, welche hinauszögernd wirken. Es ist ja jedem selbst vorbehalten ob er den Kopf in den Sand stecken will oder nicht. Oder wäre es besser, man würde sagen: "Ach, der oder die ist halt dement... da kann man halt nichts machen" oder "ist ja sowieso egal" oder was auch immer, den Leuten dazu einfällt.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *