Zwar kenne ich diese Unternehmen nicht. Aber für einen Preis von NUR 299 Franken 7 Tage in einen 4 bis 5 Sterne Hotel in Antalya Ferien zu machen kann ich echt nicht glauben. Allein schon ein Billigflug ausserhalb der Saisonen kostet 250 bis 300 Franken.
In der Regel sind solche Angebote verdeckte Werbefahrten wo man Teppich-Schmuck-Lederfabriken usw. besucht. Durchschnittlich kauft jeder Teilnehmer über 2'000 Euro Waren ein. In der Regel überzahlt.
Gleichwertige Angebote gibt es ausserhalb der Saison schon für nur 150 Franken. Oftmals besitzen solche Unternehmer / Anbieter Fluggesellschaften, Hotelketten und die bereits erwähnten Fabriken und machen eine interne Mischrechnung welche letzendlich rentiert.
Auch der Vorsatz vieler Teilnehmer nichts zu kaufen, scheitert in der Regel in der Ferieneuphorie. Wer glaubt die Türkei sei ein Billigland ist auf dem Holzweg. Die Durchschnittspreise sind zwar etwas billiger als in Deutschland. (Preis für ein Bier 2-3 Euro, eine Flasche Wein 28 bis 50 Franken und mehr. Benzin/Diesel fast 3 Franken Lit. Hotelpreise 4-5 Sterne Hotels 50 Euro Basis Doppelzimmer pro Person).
Der Reisemarkt mit diesem "Schnäppchentourismus" floriert aber immer noch ausgezeichnet.
Wenn du diese Reise denoch machen willst, würde ich mich bezüglich Werbefahrten genau erkundigen und auch ein detailiertes Programm verlangen.
Wir wollten mal eine Erfahrung mit einer solchen organisierten Reise machen und haben genau diese Türkei-Reise gebucht, vom 28.5. bis 4.6.2011, also echt aktuell.
"Finger weg" würde ich nicht direkt sagen, es kommt einfach drauf an, was man erwartet. Für uns war's eine gute Erfahrung, gut aber in Anführungszeichen, denn das Resultat ist, dass wir nie mehr eine solche Reise buchen werden, sondern lieber wie üblich alles auf eigene Faust unternehmen werden. Vordergründig ist dies sicherlich die teurere Variante, aber letztendlich ist eine unerfreuliche Reise viel zu teuer.
Wenn das Interesse besteht, würde ich einen kleinen Reisebericht darüber schreiben, nicht "zerstörerisch", sondern realistisch aus unserem sukjektivem Empfinden.
Jean Pierre, ich würde gerne einen Reisebericht lesen, darüber was Ihr bei den Werbefahrten erlebt habt.
Ich selber habe zur Zeit grad auch noch eine Frage. Kennt jemand von den SWblern die Castell Reisen?
Auch sehr günstige Angebote z.B. mit dem Car. Beim Ferienaufenthalt wird man allerdings zu einer Fahrt mit Produkte Präsentation eingeladen. Die Reise würde mich sehr reizen aber ich habe deswegen schon meine Befürchtungen.
Wir wollten also, wie bereits erwähnt, die Erfahrung einer vollständig organisierten und eher kostengünstigen Reise machen.
Der Preis der Kulturreise lautete „ab CHF 299“, aber diesen Preis gab’s nur für wenige Rand-Daten (November/Dezember), wir bezahlten CHF 450 pro Person.
Die Gesellschaft umfasste etwa 80 Personen, alles Schweizer, aufgeteilt in 2 Gruppen mit je ihrem Guide und ihrem Car. Die Gruppe entpuppte sich als gute Gruppe, ohne die sonst üblichen "Ausreisser".
Im vorgängig gut studierten Prospekt hiess es, dass man vor Ort das „Nachtessen-Package“ buchen könne. Stutzig machte uns aber dabei, dass in diesem fakultativen Package auch die Führungen und Eintritte sind – strange ! Auf jeden Fall planten wir, dieses Package nicht zu buchen, da wir lieber auf eigene Faust türkisch essen wollten. Zudem war auch der Nachmittags-Trip vom ersten Tag in Antalya fakultativ. Irgendwelche weitergehenden Infos zur Reise waren nicht zu erhalten.
Nach der verspäteten Ankunft in Antalya, um ca. 1 Uhr morgens, klappte alles bestens und wir wurden ins Hotel gefahren. Dieses befand sich weit ausserhalb Antalya, über 40 km, mitten in der „Pampa“, im Grünen, kein Haus und kein Dorf weit und breit. Das Hotel war eine Riesenanlage aus 6 grossen Häusern, aber es war OK. Und so war es dann auch auf der gesamten Reise, gute Hotels, aber immer weit draussen.
Am nächsten Morgen gab’s eine Info-Tagung im Hotel. Und da wurden uns Packages verkauft :
Package 1 für den Nachmittags-Trip mit Mittagessen
Package 2 für die Nachtessen und Führungen
Package 3 für die restlichen Mittagessen
Totalpreis aller Packages etwa über CHF 300.
Der fakultative Nachmittags-Trip entpuppte sich als Anhängsel an eine 2-stündige Übersichtsfahrt mit Mittagessen und diejenigen, die dieses Package 1 nicht buchten, mussten halt über 3 Stunden sozusagen am Strassenrand auf die Rückkehr des Cars warten. Auf die Frage zum Standort der jeweiligen Hotels ergab es sich ganz klar, dass es praktisch unmöglich sein würde, auf eigene Faust abends noch irgendwohin zum Essen zu gehen. Deshalb buchten alle Teilnehmer dieses Package 2. Auch bei den Mittagessen müssten jene, die das Package 3 nicht buchten, einfach halt irgendwo warten, bis alle Essenden abfahrtsbereit seien. Es ergab sich, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer dieses Package nicht buchten und wir bestanden darauf, dass wir jeweils in diesen Restaurants mit einem Getränk auch sitzen durften. Es waren immer Restaurants mit x Cars auf dem Parkplatz und sie lagen irgendwo weit ausserhalb jeglicher Zivilisation. Unter’m Strich : Nötigungen soweit das Auge reicht. Und das hat an der Info-Tagung fast zu Ausschreitungen geführt, empörte Teilnehmer gegen schreienden Guides, ein toller Reisebeginn !
Zu den Verkaufs-Shows : Wir mussten uns an der Teppich-Show beteiligen, da diese unterwegs geschah. Alles machte einen fachlich professionellen Eindruck, verkäuferisch ganz toll aufgezogen. Kaum war die Show des Besitzers beendet, wurden alle Paare von „ihrem“ Berater begrüsst und bearbeitet, alle perfekt Deutsch sprechend. Wir machten unserem Mann klar, dass wir’s sehr interessant fänden, aber dass wir keinen Teppich kaufen würden. Wir bummelten durch das ganze Haus, schauten uns alles an, immer begleitet vom ununterbrochen sprechenden Verkäufer und immer wieder durch den vorbeigehenden Chef kontrolliert. Am Ende verabschiedeten wir uns höflich und warteten draussen auf die Weiterfahrt. Die Paare, die sich irgendwie „käufig“ erwiesen, wurden sofort einzeln in einem eigenen Raum isoliert, wo ihnen massenweise Teppiche gezeigt wurden.
Die Schmuck- und Leder-Shows haben wir nicht erlebt, da wir am letzten Tag nicht mit der Gruppe unterwegs waren, sondern auf eigene Faust vom Hotel mit Taxi nach Antalya fuhren und uns die Stadt anschauten. Von den anderen Teilnehmern, die erst gegen 19 Uhr völlig geschafft im Hotel ankamen, erfuhren wir aber, dass es echt penible und endlos dauernde Shows waren und dass die Stadtbesichtigung von Antalya deswegen völlig ausfiel.
Noch was zum Essen : Wie erwähnt buchten wir gezwungenermassen das Nachtessen-Package und kamen im Genuss des Buffets im jeweiligen Hotel. Auf Anhieb sah dieses ganz toll aus, bis zu 20 Vorspeisen. Beim Näherkommen entpuppten sich diese zu 70% als Oliven in allen Formen und Farben, dazu irgendwelche kalte Gemüse-Pampen (wie es sich am nächsten Tag ausstellte, Reste vom Vortages-Hauptgang) und etwas Grünzeug. Der Hauptgang – und das entpuppte sich als der Gag und Grundlage für Witze und Sprüche während der ganzen Reise – bestand immer und ausschliesslich aus Poulet in irgendeiner dicklichen Sauce, der obenerwähnten Gemüse-Pampe und Kartoffeln. Wir haben nie türkische Fleischspezialitäten oder Fisch gesehen, dies in einem Land, das von Meeren umgeben ist. Das Dessertbuffet umfasst die üblichen klebrigen und süssen türkischen Sachen.
Auch das Morgenessen war höchstens medium-well : Weit und breit kein einziges Früchtchen und für ein Gläschen Orangensaft mussten 2 Euros hingelegt werden - und dies in einem Land, in dem es von Früchten nur wimmelt !
Die interessante Fahrt führten uns von Antalya durch die Berge an die Westküste nach Efes. Alle Besuche und Führungen in den Kulturstätten waren sehr gut und spannend. Bedauert haben wir nur, dass die Rückfahrt am vorletzten Tag über genau dieselbe Strecke führte und wir eigentlich hofften, dass wir den Weg der Küste lang nach Antalya nehmen würden.
Türkei ist ein sehr schönes und spannendes Land und aus unserer Sicht völlig problemlos auf eigene Faust zu erkunden. Für uns war es eine lehrreiche Reise und Erfahrung einer Reiseart, auf die wir in Zukunft weiterhin verzichten werden.
vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht. Ich musste schon schmunzeln als ich ihn las. Genau dasselbe ist uns vor drei Jahren in der Türkei auch passiert.
Vor 7 Jahren habe ich für mich eine individuelle Reise nach Bodrum gebucht. Eine ganze Woche machte ich Ausflüge und Besichtigungen, z.B. für 5 Franken bin ich mit dem öffentlichen Autobus ca 60 km gefahren obschon mir im Hotel von einem Alleingang abgeraten wurde. Hühner flatterten im Bus herum, sogar eine Ziege durfte mitfahren. Es duftete vom Feinsten. In einem grössern Dorf wollte ich den Gemüsemarkt besichtigen.
Dort lernte ich eine junge Türkin kennen, die englisch sprach. Sie nahm mich mit in ihr Büro und stellte mich dem Direktor vor. Nach einem langen, lustigen Gespräch wurde ich eingeladen mit ihm, seiner Sekretärin und einem Chauffeur mit der schwarzen Limousine eine Ausgrabungs- stätte zu besichtigen. Sie bezahlten für mich den Eintritt und sogar ein Getränke wurde mir spendiert. Am Abend brachten sie mich zur Bushaltestelle.
Das ist die türkische Gastfreundschaft. Ein solches Erlebnis beibt unvergesslich. So kann jeder wählen welche Art Ferien er erleben möchte.
Uebrigens, die Türkei ist ein wunderschönes Reiseland.
amara
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
Wir wollten also, wie bereits erwähnt, die Erfahrung einer vollständig organisierten und eher kostengünstigen Reise machen.
Der Preis der Kulturreise lautete „ab CHF 299“, aber diesen Preis gab’s nur für wenige Rand-Daten (November/Dezember), wir bezahlten CHF 450 pro Person.
Die Gesellschaft umfasste etwa 80 Personen, alles Schweizer, aufgeteilt in 2 Gruppen mit je ihrem Guide und ihrem Car. Die Gruppe entpuppte sich als gute Gruppe, ohne die sonst üblichen "Ausreisser".
Im vorgängig gut studierten Prospekt hiess es, dass man vor Ort das „Nachtessen-Package“ buchen könne. Stutzig machte uns aber dabei, dass in diesem fakultativen Package auch die Führungen und Eintritte sind – strange ! Auf jeden Fall planten wir, dieses Package nicht zu buchen, da wir lieber auf eigene Faust türkisch essen wollten. Zudem war auch der Nachmittags-Trip vom ersten Tag in Antalya fakultativ. Irgendwelche weitergehenden Infos zur Reise waren nicht zu erhalten.
Nach der verspäteten Ankunft in Antalya, um ca. 1 Uhr morgens, klappte alles bestens und wir wurden ins Hotel gefahren. Dieses befand sich weit ausserhalb Antalya, über 40 km, mitten in der „Pampa“, im Grünen, kein Haus und kein Dorf weit und breit. Das Hotel war eine Riesenanlage aus 6 grossen Häusern, aber es war OK. Und so war es dann auch auf der gesamten Reise, gute Hotels, aber immer weit draussen.
Am nächsten Morgen gab’s eine Info-Tagung im Hotel. Und da wurden uns Packages verkauft :
Package 1 für den Nachmittags-Trip mit Mittagessen
Package 2 für die Nachtessen und Führungen
Package 3 für die restlichen Mittagessen
Totalpreis aller Packages etwa über CHF 300.
Der fakultative Nachmittags-Trip entpuppte sich als Anhängsel an eine 2-stündige Übersichtsfahrt mit Mittagessen und diejenigen, die dieses Package 1 nicht buchten, mussten halt über 3 Stunden sozusagen am Strassenrand auf die Rückkehr des Cars warten. Auf die Frage zum Standort der jeweiligen Hotels ergab es sich ganz klar, dass es praktisch unmöglich sein würde, auf eigene Faust abends noch irgendwohin zum Essen zu gehen. Deshalb buchten alle Teilnehmer dieses Package 2. Auch bei den Mittagessen müssten jene, die das Package 3 nicht buchten, einfach halt irgendwo warten, bis alle Essenden abfahrtsbereit seien. Es ergab sich, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer dieses Package nicht buchten und wir bestanden darauf, dass wir jeweils in diesen Restaurants mit einem Getränk auch sitzen durften. Es waren immer Restaurants mit x Cars auf dem Parkplatz und sie lagen irgendwo weit ausserhalb jeglicher Zivilisation. Unter’m Strich : Nötigungen soweit das Auge reicht. Und das hat an der Info-Tagung fast zu Ausschreitungen geführt, empörte Teilnehmer gegen schreienden Guides, ein toller Reisebeginn !
Zu den Verkaufs-Shows : Wir mussten uns an der Teppich-Show beteiligen, da diese unterwegs geschah. Alles machte einen fachlich professionellen Eindruck, verkäuferisch ganz toll aufgezogen. Kaum war die Show des Besitzers beendet, wurden alle Paare von „ihrem“ Berater begrüsst und bearbeitet, alle perfekt Deutsch sprechend. Wir machten unserem Mann klar, dass wir’s sehr interessant fänden, aber dass wir keinen Teppich kaufen würden. Wir bummelten durch das ganze Haus, schauten uns alles an, immer begleitet vom ununterbrochen sprechenden Verkäufer und immer wieder durch den vorbeigehenden Chef kontrolliert. Am Ende verabschiedeten wir uns höflich und warteten draussen auf die Weiterfahrt. Die Paare, die sich irgendwie „käufig“ erwiesen, wurden sofort einzeln in einem eigenen Raum isoliert, wo ihnen massenweise Teppiche gezeigt wurden.
Die Schmuck- und Leder-Shows haben wir nicht erlebt, da wir am letzten Tag nicht mit der Gruppe unterwegs waren, sondern auf eigene Faust vom Hotel mit Taxi nach Antalya fuhren und uns die Stadt anschauten. Von den anderen Teilnehmern, die erst gegen 19 Uhr völlig geschafft im Hotel ankamen, erfuhren wir aber, dass es echt penible und endlos dauernde Shows waren und dass die Stadtbesichtigung von Antalya deswegen völlig ausfiel.
Noch was zum Essen : Wie erwähnt buchten wir gezwungenermassen das Nachtessen-Package und kamen im Genuss des Buffets im jeweiligen Hotel. Auf Anhieb sah dieses ganz toll aus, bis zu 20 Vorspeisen. Beim Näherkommen entpuppten sich diese zu 70% als Oliven in allen Formen und Farben, dazu irgendwelche kalte Gemüse-Pampen (wie es sich am nächsten Tag ausstellte, Reste vom Vortages-Hauptgang) und etwas Grünzeug. Der Hauptgang – und das entpuppte sich als der Gag und Grundlage für Witze und Sprüche während der ganzen Reise – bestand immer und ausschliesslich aus Poulet in irgendeiner dicklichen Sauce, der obenerwähnten Gemüse-Pampe und Kartoffeln. Wir haben nie türkische Fleischspezialitäten oder Fisch gesehen, dies in einem Land, das von Meeren umgeben ist. Das Dessertbuffet umfasst die üblichen klebrigen und süssen türkischen Sachen.
Auch das Morgenessen war höchstens medium-well : Weit und breit kein einziges Früchtchen und für ein Gläschen Orangensaft mussten 2 Euros hingelegt werden - und dies in einem Land, in dem es von Früchten nur wimmelt !
Die interessante Fahrt führten uns von Antalya durch die Berge an die Westküste nach Efes. Alle Besuche und Führungen in den Kulturstätten waren sehr gut und spannend. Bedauert haben wir nur, dass die Rückfahrt am vorletzten Tag über genau dieselbe Strecke führte und wir eigentlich hofften, dass wir den Weg der Küste lang nach Antalya nehmen würden.
Türkei ist ein sehr schönes und spannendes Land und aus unserer Sicht völlig problemlos auf eigene Faust zu erkunden. Für uns war es eine lehrreiche Reise und Erfahrung einer Reiseart, auf die wir in Zukunft weiterhin verzichten werden.
Leider bin ich erst jetzt auf deinen amüsanten Reisebericht gestossen. Ja auf diese Werbefahrten fallen jährlich zig-tausnde rein.
An der Ferienmesse in Zürich konnte man einmal bei einem türkischen Reiseveranstalter an einem Glücksrad drehen. Hab da aus Gwunder mitgemacht und wie könnte es anders auch sein, auf Anhieb eine Woche Rundreise gewonnen.
Man musste nur die Flughafen und sonstigen Taxen selber zahlen etwa 200 Franken. Meine Frau hätte ich auch mitnehmen dürfen zum verbilligten Pries von etwa 350 Franken und auch 200 Franken.
Das Ganze also für etwa 700 Franken Zusatzkosten ! Dazu kamen noch 2 bis 3 fakultative Mittagessen. Natürlich auf eigene Rechnung.
Kleingedruckt im Programm waren natürlich handwerkliche Besichtigungen, Teppichknüpferei, Lederbetriebe und Schmuckbetriebe.
Wirklich ein "toller Preis" diese Reise !!!!!!
Nebenbei erwähnt zahlt man für den Charterflug nach Antalya etwa 350 Franken. ( Fr. 700. 2 Pers.) Super Hotel mit HP 2 Pers. 600 Franken. Also etwa 500 bis 600 Franken mehr.
Die Rundreisen kann man selber an Ort und Stelle mit dem Mietwagen machen. Miete pro Tag 25 Euro inkl, Vollkasko.
Nebebei erwähnt verstehe ich, dass etliche Reisende enttäuscht waren, dass die Rückreise von Efes nach Antalya nicht der Küste entlang ging.
Der Grund war, dass hierfür man aber fast die doppelte Zeit braucht, obwohl der Weg etwas kürzer ist. Die Strasse an der Küste entlang ist zwar traunhaft schön aber sehr kurvebreich.
Aber anstelle des Mietwagens kann man die ganze Türkei sehr einfach mit den grossen supermodernen (Mercedes) Komfortbussen machen.
Die Busse fahren zu jeder Tages und Nachtzeit. Busunternehmen gibt es soviele wie ein Sack voll Flöhe. Und gut sind sie alle. Die Strecke von Antalya nach (Efesus) kostet etwa 14 Schweizerfranken, inkl. Getränke und Knabberzeug welches einem an Board serviert wird.
Bei einem Preis von 299 Franken für eine Woche Kulturreise bimmeln bei mir alle Glocken. Da kann einfach vieles nicht stimmen, zumal vor etwa 5 Jahren der billigste Charterflug ausserhalb der Saison gegen 450 Franken gekostet hat.
Heute liegt dieser Flugpreis Zürich - Antalya um die 300 Franken. Also nur Flug exkl. Hotel und Mahlzeiten.
Kultureisen sind in der Regel alles andere als Billigreisen. Aber auf diese Masche fallen immer noch 10'000 tausende Touristen rein.
Selber habe ich eine augefeilte, chice und erstklassige Kultureise in die Osttürkei vor 3 Jahren zusammengestellt, max. Teilnehmerzahl 20 Personen. Reiseführer sind hauptsächlich Archeologen, welche auch perfekt deutsch sprechen. Die Hotels habe ich selber ausgesucht, dh. selber besichtigt. Ein "must" war auch, dass in den Hotelzimmern mindestens 2 deutsche TV Sender vorhanden sein mussten, was in der Osttürkei nicht immer so simpel einfach ist.
Vor allem auch der gesundheitliche, medizininsche Aspekt musste sichergestellt sein, da man ja nie weiss ob jemand einen Herzinfarkt erleidet, sich einen Knochen bricht, oder sich sonst ein gesundheitliches Problem ergibt während der Reise bei einem Teilnehmer. Das Gesundheitsdipositiv, Aerzte, Krankenhäuser, alles drumherum Krankenwagen, Rettungshelikopter usw. stand. So eine Reise, Linienflüge, Komfortbus, alle Besichtigungen, Reiseleitung, Stewardess im Komfortbus, (Ausbildung Krankenschwester), inkl. Vollpension und alle alkoholfreien Getränke inbegriffen kostet etwa 12 x 299 Franken für 14 Tage.
(Es versteht sich natürlich von selbst, dass keine einzige Werbeveranstaltung im Programm ist.)
Angeboten wurde diese Reise von einem Schweizer Touroperator mit Reisegarantieversicherung.
Fazit : Viel Arbeit, Werbekosten, Infoveranstaltungen, selber abgefahrene ins kleinste Detail geplante Reiserouten usw. ausser Spesen nichts gewesen für Schweizer. Totaler Flop halt !
So wurde das Produkt Ende 2010 in Dänemark lanciert. 3 Rundreisen waren innert 5 Monaten gebucht. Auch nicht der Renner, aber immerhin ein Anfang. Das Feedback der Reisenden war enorm.
Nun zurück zum Lehrstück, welches du erlebt hast. Das solche Reisen von Franken " Null bis 299 Franken" angeboten werden können hat folgenden Hintergrund :
Hinter diesen Anbietern stehen türkische Familien, man sagt in der Türkei der Clan. Diese besitzen an manchen Orten Hotelanlagen. Dem genau gleichem Clan gehören Schmuck- Leder - und Teppichfabriken. Ihnen gehören auch Busunternehmen, Restaurants. Auch gehören ihnen türk. Charterfluggesellschaften. Oder sie haben grosse Aktienpakete von Chartergesellschaften. Ihr geschäftliches Netzwerk ist gewaltig gross. Kurz gesagt haben sie einen grossen Mischkonzern.
Ihre Rechnung geht immer noch auf. Sie ködern ihre Kunden auf allen möglichen Kanälen und die Rechnung für sie geht auf.
Nach deutschen Studien lässt jeder Reiseteilnehmer im Durchschnitt rund 2'500 Euro, nebst dem ¨Kleckerbetrag für die Reise liegen an Waren, wo er kauft innert 7 Tagen. Viele Teilnehmer sind halt in Stimmung ! Man kann aber nicht sagen, dass die eingekauften Sachen schlecht sind. Vielleicht überzahlt.
Um hinter diese Kulissen zu schauen, muss man aber schon eine gewisse Zeit in der Türkei leben.
Die Türkei hat viel mehr als Schmuck- Teppich und Lederkultur zu bieten. Solche Reisen gibt es aber nicht für ein Trinkgeld von 300 Franken.
Uns ging's dabei fast in erster Linie um die Erfahrung einer organisierten Reise - und dafür wollten wir nicht das grosse Geld aufwerfen. Wir sind uns des Preises einer Reise sehr wohl bewusst, da wir normalerweise die teure Variante nehmen, alles unvorbereitet, spontan und auf eigene Faust. Wir wussten zudem auch, dass wir ohne Teppich, Schmuck und Leder heimkehren würden, da wir davon nichts brauchen.
Wir haben unsere Erfahrung gemacht und das war gut. Ich habe ja in meinem Reisebericht das Ganze in keiner Weise verteufelt, sondern ganz einfach geschildert, was wir erlebt haben und was uns dabei überrascht hat.
Verteufelt hast du sicher nichts. Habe deinen Reisebericht schon richtig gelesen.
Auch wir zahlen immer wieder mal Lehrgeld, sei es im Ausland oder in der Schweiz. Geht glaub ein ganzes Leben lang so.
Ich selber wollte mit meinem ausführlichen Beitrag nur einige Hintergrundinfos über diese Zusammenhänge weitergeben. Viele denken, dass sie es eigentlich schon wissen und ein grosser Teil fällt denoch immer wieder darauf herein.
Wünsche dir recht schöne Feiertage und alles Gute im 2012.
Als überzeugte Individal Touristen haben wir die Südtürkei mit einem Mietwagen bereist. Durch Zufall sichteten wir unterwegs eine Teppichmanufaktur, vor der ein Reisecar eine Touristengruppe ausspukte, die alle zielstrebig ins Innere der Teppichfabrik verschwanden.
Unser Interesse ist geweckt. Also auf und nach. Kaum sind wir drin, saust ein Verkäufer auf meine Frau und mich zu und will uns die diversen Teppiche vorführen. Meine Reaktion: “Wir benötigen keinen Teppich für unser Heim, sind aber gleichfalls interessiert, was hier so angeboten wird“. Der Verkäufer bietet uns einen Platz auf einer bequemen Polstergruppe an und offeriert einen Tee mit türkischem Gebäck. Meinen Einwand: “Ich kaufe aber sicher keinen Teppich, weil wir einfach keinen benötigen“, nimmt er lächelnd zur Kenntnis. Und schon kommt sein Trabant mit einem riesigen Teppich angerauscht. Lachend sage ich: “Wir brauchen keinen Teppich“. Also Teppich weg und Präsentation eines neuen Teppichs eine Nummer kleiner. Meine Reaktion: “Wir brauchen wirklich keinen Teppich“. In diesem Sinne geht es weiter, jeweils mit einem um eine Nummer kleineren Teppich. Schliesslich wird noch das kleinste Ding als Untersatz auf einen Tisch oder Kommode präsentiert. Ich wiederhole zum x-ten mal: “Wir brauchen keinen Teppich, auch nicht einen Mini“. Und jetzt das erstaunliche. Der Teppichverkäufer weist seinen Trabanten an, keine Teppiche mehr heranzuschleppen und bemerkt verschmitzt lächelnd: “Sie haben ja schon bei ihrer Ankunft gesagt, dass sie keinen Teppich kaufen werden, ich akzeptiere das -- darf ich ihnen noch einen Tee mit Gebäck offerieren“. Nach einem interessanten Gespräch über Gott und die Welt verabschieden wir uns und müssen unser Vorurteil von den schlitzohrigen Teppichverkäufern begraben -- jedenfalls in dieser Teppichmanufaktur!
Kobold
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Wenn man es den Teppichhändler auf deutsch sagt, stirbt die Hoffnung zuletzt bei ihnen.
Wir sagen es ihnen auf türkisch, manchmal trinken wir anstandshalber höchstens einen Tee und unterhalten uns etwas.
Einer hatte mal so schöne grosse Kelim-Bezüge für Sofa-Zierkissen. Er gibt sie uns für 20 statt für 30 Euro das Stück war sein Angebot. Ohne, dass wir feilschten war er schnell bei 15 Euro pro Stück. Endlich hatten wir 4 schöne Stücke ausgesucht. Jetzt kam der Spezial-Preis nur 40 Euro......
Ich nahm 35 TL hervor (ca.16 Euro)......nein, nein sagt er, der Preise ist 40 Euro. Ich sagte ihm, dass wir diese in der Osttürkei für max. 10 TL das Stück kriegen. So verabschiedeten wir uns und gingen die 50 Meter zum Parkplatz. Schade sagte meine Frau, die haben mir so gut gefallen.....Bevor wir ins Auto stiegen rief der Händler tamam und war bei uns......ausnahmsweise gibt er es uns für den Preis, er verdiene aber keinen Kurus mehr....so gab ich ihm das Geld und ein paar Papiertaschentücher damit er sich die Tränen abwischen konnte....und bald lachten wir alle zusammen.
Und viele Touristen denken immer, dass sie in Restaurants dort nur in Euro zahlen können. So zahlen viele Touristen anstatt in TL den genau gleichen 1:1 Preis in Euro's. Und sagen noch hörbar, dass war jetzt aber günstig !
Answers
ETU
Hallo Kurt
Zwar kenne ich diese Unternehmen nicht. Aber für einen Preis von NUR 299 Franken 7 Tage in einen 4 bis 5 Sterne Hotel in Antalya Ferien zu machen kann ich echt nicht glauben. Allein schon ein Billigflug ausserhalb der Saisonen kostet 250 bis 300 Franken.
In der Regel sind solche Angebote verdeckte Werbefahrten wo man Teppich-Schmuck-Lederfabriken usw. besucht. Durchschnittlich kauft jeder Teilnehmer über 2'000 Euro Waren ein. In der Regel überzahlt.
Gleichwertige Angebote gibt es ausserhalb der Saison schon für nur 150 Franken. Oftmals besitzen solche Unternehmer / Anbieter Fluggesellschaften, Hotelketten und die bereits erwähnten Fabriken und machen eine interne Mischrechnung welche letzendlich rentiert.
Auch der Vorsatz vieler Teilnehmer nichts zu kaufen, scheitert in der Regel in der Ferieneuphorie. Wer glaubt die Türkei sei ein Billigland ist auf dem Holzweg. Die Durchschnittspreise sind zwar etwas billiger als in Deutschland. (Preis für ein Bier 2-3 Euro, eine Flasche Wein 28 bis 50 Franken und mehr. Benzin/Diesel fast 3 Franken Lit. Hotelpreise 4-5 Sterne Hotels 50 Euro Basis Doppelzimmer pro Person).
Der Reisemarkt mit diesem "Schnäppchentourismus" floriert aber immer noch ausgezeichnet.
Wenn du diese Reise denoch machen willst, würde ich mich bezüglich Werbefahrten genau erkundigen und auch ein detailiertes Programm verlangen.
Herzlichen Gruss
Mupli
Hallo Kurt
Hände weg von dieser Firma. Die ist in Deutschland unter einem anderen Name tätig und hat einen sehr schlechten Ruf. Das ist alles eine große Abzocke.
Wir haben eine ETU-Erfahrung gemacht !
Wir wollten mal eine Erfahrung mit einer solchen organisierten Reise machen und haben genau diese Türkei-Reise gebucht, vom 28.5. bis 4.6.2011, also echt aktuell.
"Finger weg" würde ich nicht direkt sagen, es kommt einfach drauf an, was man erwartet. Für uns war's eine gute Erfahrung, gut aber in Anführungszeichen, denn das Resultat ist, dass wir nie mehr eine solche Reise buchen werden, sondern lieber wie üblich alles auf eigene Faust unternehmen werden. Vordergründig ist dies sicherlich die teurere Variante, aber letztendlich ist eine unerfreuliche Reise viel zu teuer.
Wenn das Interesse besteht, würde ich einen kleinen Reisebericht darüber schreiben, nicht "zerstörerisch", sondern realistisch aus unserem sukjektivem Empfinden.
Jean-Pierre
ETU Reisen und andere Anbieter
Jean Pierre, ich würde gerne einen Reisebericht lesen, darüber was Ihr bei den Werbefahrten erlebt habt.
Ich selber habe zur Zeit grad auch noch eine Frage. Kennt jemand von den SWblern die Castell Reisen?
Auch sehr günstige Angebote z.B. mit dem Car. Beim Ferienaufenthalt wird man allerdings zu einer Fahrt mit Produkte Präsentation eingeladen. Die Reise würde mich sehr reizen aber ich habe deswegen schon meine Befürchtungen.
also hier unsere Eindrücke dieser Reise
Wir wollten also, wie bereits erwähnt, die Erfahrung einer vollständig organisierten und eher kostengünstigen Reise machen.
Der Preis der Kulturreise lautete „ab CHF 299“, aber diesen Preis gab’s nur für wenige Rand-Daten (November/Dezember), wir bezahlten CHF 450 pro Person.
Die Gesellschaft umfasste etwa 80 Personen, alles Schweizer, aufgeteilt in 2 Gruppen mit je ihrem Guide und ihrem Car. Die Gruppe entpuppte sich als gute Gruppe, ohne die sonst üblichen "Ausreisser".
Im vorgängig gut studierten Prospekt hiess es, dass man vor Ort das „Nachtessen-Package“ buchen könne. Stutzig machte uns aber dabei, dass in diesem fakultativen Package auch die Führungen und Eintritte sind – strange ! Auf jeden Fall planten wir, dieses Package nicht zu buchen, da wir lieber auf eigene Faust türkisch essen wollten. Zudem war auch der Nachmittags-Trip vom ersten Tag in Antalya fakultativ. Irgendwelche weitergehenden Infos zur Reise waren nicht zu erhalten.
Nach der verspäteten Ankunft in Antalya, um ca. 1 Uhr morgens, klappte alles bestens und wir wurden ins Hotel gefahren. Dieses befand sich weit ausserhalb Antalya, über 40 km, mitten in der „Pampa“, im Grünen, kein Haus und kein Dorf weit und breit. Das Hotel war eine Riesenanlage aus 6 grossen Häusern, aber es war OK. Und so war es dann auch auf der gesamten Reise, gute Hotels, aber immer weit draussen.
Am nächsten Morgen gab’s eine Info-Tagung im Hotel. Und da wurden uns Packages verkauft :
Totalpreis aller Packages etwa über CHF 300.
Der fakultative Nachmittags-Trip entpuppte sich als Anhängsel an eine 2-stündige Übersichtsfahrt mit Mittagessen und diejenigen, die dieses Package 1 nicht buchten, mussten halt über 3 Stunden sozusagen am Strassenrand auf die Rückkehr des Cars warten.
Auf die Frage zum Standort der jeweiligen Hotels ergab es sich ganz klar, dass es praktisch unmöglich sein würde, auf eigene Faust abends noch irgendwohin zum Essen zu gehen. Deshalb buchten alle Teilnehmer dieses Package 2.
Auch bei den Mittagessen müssten jene, die das Package 3 nicht buchten, einfach halt irgendwo warten, bis alle Essenden abfahrtsbereit seien. Es ergab sich, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer dieses Package nicht buchten und wir bestanden darauf, dass wir jeweils in diesen Restaurants mit einem Getränk auch sitzen durften. Es waren immer Restaurants mit x Cars auf dem Parkplatz und sie lagen irgendwo weit ausserhalb jeglicher Zivilisation.
Unter’m Strich : Nötigungen soweit das Auge reicht. Und das hat an der Info-Tagung fast zu Ausschreitungen geführt, empörte Teilnehmer gegen schreienden Guides, ein toller Reisebeginn !
Zu den Verkaufs-Shows :
Wir mussten uns an der Teppich-Show beteiligen, da diese unterwegs geschah. Alles machte einen fachlich professionellen Eindruck, verkäuferisch ganz toll aufgezogen. Kaum war die Show des Besitzers beendet, wurden alle Paare von „ihrem“ Berater begrüsst und bearbeitet, alle perfekt Deutsch sprechend. Wir machten unserem Mann klar, dass wir’s sehr interessant fänden, aber dass wir keinen Teppich kaufen würden. Wir bummelten durch das ganze Haus, schauten uns alles an, immer begleitet vom ununterbrochen sprechenden Verkäufer und immer wieder durch den vorbeigehenden Chef kontrolliert. Am Ende verabschiedeten wir uns höflich und warteten draussen auf die Weiterfahrt. Die Paare, die sich irgendwie „käufig“ erwiesen, wurden sofort einzeln in einem eigenen Raum isoliert, wo ihnen massenweise Teppiche gezeigt wurden.
Die Schmuck- und Leder-Shows haben wir nicht erlebt, da wir am letzten Tag nicht mit der Gruppe unterwegs waren, sondern auf eigene Faust vom Hotel mit Taxi nach Antalya fuhren und uns die Stadt anschauten. Von den anderen Teilnehmern, die erst gegen 19 Uhr völlig geschafft im Hotel ankamen, erfuhren wir aber, dass es echt penible und endlos dauernde Shows waren und dass die Stadtbesichtigung von Antalya deswegen völlig ausfiel.
Noch was zum Essen :
Wie erwähnt buchten wir gezwungenermassen das Nachtessen-Package und kamen im Genuss des Buffets im jeweiligen Hotel. Auf Anhieb sah dieses ganz toll aus, bis zu 20 Vorspeisen. Beim Näherkommen entpuppten sich diese zu 70% als Oliven in allen Formen und Farben, dazu irgendwelche kalte Gemüse-Pampen (wie es sich am nächsten Tag ausstellte, Reste vom Vortages-Hauptgang) und etwas Grünzeug.
Der Hauptgang – und das entpuppte sich als der Gag und Grundlage für Witze und Sprüche während der ganzen Reise – bestand immer und ausschliesslich aus Poulet in irgendeiner dicklichen Sauce, der obenerwähnten Gemüse-Pampe und Kartoffeln. Wir haben nie türkische Fleischspezialitäten oder Fisch gesehen, dies in einem Land, das von Meeren umgeben ist.
Das Dessertbuffet umfasst die üblichen klebrigen und süssen türkischen Sachen.
Auch das Morgenessen war höchstens medium-well : Weit und breit kein einziges Früchtchen und für ein Gläschen Orangensaft mussten 2 Euros hingelegt werden - und dies in einem Land, in dem es von Früchten nur wimmelt !
Die interessante Fahrt führten uns von Antalya durch die Berge an die Westküste nach Efes. Alle Besuche und Führungen in den Kulturstätten waren sehr gut und spannend. Bedauert haben wir nur, dass die Rückfahrt am vorletzten Tag über genau dieselbe Strecke führte und wir eigentlich hofften, dass wir den Weg der Küste lang nach Antalya nehmen würden.
Türkei ist ein sehr schönes und spannendes Land und aus unserer Sicht völlig problemlos auf eigene Faust zu erkunden. Für uns war es eine lehrreiche Reise und Erfahrung einer Reiseart, auf die wir in Zukunft weiterhin verzichten werden.
Jean-Pierre
"Billigreise" in die Türkei
Lieber Jean-Pierre
vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht.
Ich musste schon schmunzeln als ich ihn las.
Genau dasselbe ist uns vor drei Jahren in der
Türkei auch passiert.
Vor 7 Jahren habe ich für mich eine individuelle
Reise nach Bodrum gebucht. Eine ganze Woche
machte ich Ausflüge und Besichtigungen,
z.B. für 5 Franken bin ich mit dem öffentlichen
Autobus ca 60 km gefahren obschon mir im Hotel
von einem Alleingang abgeraten wurde. Hühner
flatterten im Bus herum, sogar eine Ziege durfte
mitfahren. Es duftete vom Feinsten. In einem
grössern Dorf wollte ich den Gemüsemarkt
besichtigen.
Dort lernte ich eine junge Türkin kennen, die
englisch sprach. Sie nahm mich mit in ihr Büro
und stellte mich dem Direktor vor. Nach einem
langen, lustigen Gespräch wurde ich eingeladen
mit ihm, seiner Sekretärin und einem Chauffeur
mit der schwarzen Limousine eine Ausgrabungs-
stätte zu besichtigen. Sie bezahlten für mich den
Eintritt und sogar ein Getränke wurde mir spendiert.
Am Abend brachten sie mich zur Bushaltestelle.
Das ist die türkische Gastfreundschaft. Ein solches
Erlebnis beibt unvergesslich. So kann jeder wählen
welche Art Ferien er erleben möchte.
Uebrigens, die Türkei ist ein wunderschönes Reiseland.
amara
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
guter Reisebericht
Wir wollten also, wie bereits erwähnt, die Erfahrung einer vollständig organisierten und eher kostengünstigen Reise machen.
Der Preis der Kulturreise lautete „ab CHF 299“, aber diesen Preis gab’s nur für wenige Rand-Daten (November/Dezember), wir bezahlten CHF 450 pro Person.
Die Gesellschaft umfasste etwa 80 Personen, alles Schweizer, aufgeteilt in 2 Gruppen mit je ihrem Guide und ihrem Car. Die Gruppe entpuppte sich als gute Gruppe, ohne die sonst üblichen "Ausreisser".
Im vorgängig gut studierten Prospekt hiess es, dass man vor Ort das „Nachtessen-Package“ buchen könne. Stutzig machte uns aber dabei, dass in diesem fakultativen Package auch die Führungen und Eintritte sind – strange ! Auf jeden Fall planten wir, dieses Package nicht zu buchen, da wir lieber auf eigene Faust türkisch essen wollten. Zudem war auch der Nachmittags-Trip vom ersten Tag in Antalya fakultativ. Irgendwelche weitergehenden Infos zur Reise waren nicht zu erhalten.
Nach der verspäteten Ankunft in Antalya, um ca. 1 Uhr morgens, klappte alles bestens und wir wurden ins Hotel gefahren. Dieses befand sich weit ausserhalb Antalya, über 40 km, mitten in der „Pampa“, im Grünen, kein Haus und kein Dorf weit und breit. Das Hotel war eine Riesenanlage aus 6 grossen Häusern, aber es war OK. Und so war es dann auch auf der gesamten Reise, gute Hotels, aber immer weit draussen.
Am nächsten Morgen gab’s eine Info-Tagung im Hotel. Und da wurden uns Packages verkauft :
Totalpreis aller Packages etwa über CHF 300.
Der fakultative Nachmittags-Trip entpuppte sich als Anhängsel an eine 2-stündige Übersichtsfahrt mit Mittagessen und diejenigen, die dieses Package 1 nicht buchten, mussten halt über 3 Stunden sozusagen am Strassenrand auf die Rückkehr des Cars warten.
Auf die Frage zum Standort der jeweiligen Hotels ergab es sich ganz klar, dass es praktisch unmöglich sein würde, auf eigene Faust abends noch irgendwohin zum Essen zu gehen. Deshalb buchten alle Teilnehmer dieses Package 2.
Auch bei den Mittagessen müssten jene, die das Package 3 nicht buchten, einfach halt irgendwo warten, bis alle Essenden abfahrtsbereit seien. Es ergab sich, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer dieses Package nicht buchten und wir bestanden darauf, dass wir jeweils in diesen Restaurants mit einem Getränk auch sitzen durften. Es waren immer Restaurants mit x Cars auf dem Parkplatz und sie lagen irgendwo weit ausserhalb jeglicher Zivilisation.
Unter’m Strich : Nötigungen soweit das Auge reicht. Und das hat an der Info-Tagung fast zu Ausschreitungen geführt, empörte Teilnehmer gegen schreienden Guides, ein toller Reisebeginn !
Zu den Verkaufs-Shows :
Wir mussten uns an der Teppich-Show beteiligen, da diese unterwegs geschah. Alles machte einen fachlich professionellen Eindruck, verkäuferisch ganz toll aufgezogen. Kaum war die Show des Besitzers beendet, wurden alle Paare von „ihrem“ Berater begrüsst und bearbeitet, alle perfekt Deutsch sprechend. Wir machten unserem Mann klar, dass wir’s sehr interessant fänden, aber dass wir keinen Teppich kaufen würden. Wir bummelten durch das ganze Haus, schauten uns alles an, immer begleitet vom ununterbrochen sprechenden Verkäufer und immer wieder durch den vorbeigehenden Chef kontrolliert. Am Ende verabschiedeten wir uns höflich und warteten draussen auf die Weiterfahrt. Die Paare, die sich irgendwie „käufig“ erwiesen, wurden sofort einzeln in einem eigenen Raum isoliert, wo ihnen massenweise Teppiche gezeigt wurden.
Die Schmuck- und Leder-Shows haben wir nicht erlebt, da wir am letzten Tag nicht mit der Gruppe unterwegs waren, sondern auf eigene Faust vom Hotel mit Taxi nach Antalya fuhren und uns die Stadt anschauten. Von den anderen Teilnehmern, die erst gegen 19 Uhr völlig geschafft im Hotel ankamen, erfuhren wir aber, dass es echt penible und endlos dauernde Shows waren und dass die Stadtbesichtigung von Antalya deswegen völlig ausfiel.
Noch was zum Essen :
Wie erwähnt buchten wir gezwungenermassen das Nachtessen-Package und kamen im Genuss des Buffets im jeweiligen Hotel. Auf Anhieb sah dieses ganz toll aus, bis zu 20 Vorspeisen. Beim Näherkommen entpuppten sich diese zu 70% als Oliven in allen Formen und Farben, dazu irgendwelche kalte Gemüse-Pampen (wie es sich am nächsten Tag ausstellte, Reste vom Vortages-Hauptgang) und etwas Grünzeug.
Der Hauptgang – und das entpuppte sich als der Gag und Grundlage für Witze und Sprüche während der ganzen Reise – bestand immer und ausschliesslich aus Poulet in irgendeiner dicklichen Sauce, der obenerwähnten Gemüse-Pampe und Kartoffeln. Wir haben nie türkische Fleischspezialitäten oder Fisch gesehen, dies in einem Land, das von Meeren umgeben ist.
Das Dessertbuffet umfasst die üblichen klebrigen und süssen türkischen Sachen.
Auch das Morgenessen war höchstens medium-well : Weit und breit kein einziges Früchtchen und für ein Gläschen Orangensaft mussten 2 Euros hingelegt werden - und dies in einem Land, in dem es von Früchten nur wimmelt !
Die interessante Fahrt führten uns von Antalya durch die Berge an die Westküste nach Efes. Alle Besuche und Führungen in den Kulturstätten waren sehr gut und spannend. Bedauert haben wir nur, dass die Rückfahrt am vorletzten Tag über genau dieselbe Strecke führte und wir eigentlich hofften, dass wir den Weg der Küste lang nach Antalya nehmen würden.
Türkei ist ein sehr schönes und spannendes Land und aus unserer Sicht völlig problemlos auf eigene Faust zu erkunden. Für uns war es eine lehrreiche Reise und Erfahrung einer Reiseart, auf die wir in Zukunft weiterhin verzichten werden.
Leider bin ich erst jetzt auf deinen amüsanten Reisebericht gestossen. Ja auf diese Werbefahrten fallen jährlich zig-tausnde rein.
An der Ferienmesse in Zürich konnte man einmal bei einem türkischen Reiseveranstalter an einem Glücksrad drehen. Hab da aus Gwunder mitgemacht und wie könnte es anders auch sein, auf Anhieb eine Woche Rundreise gewonnen.
Man musste nur die Flughafen und sonstigen Taxen selber zahlen etwa 200 Franken. Meine Frau hätte ich auch mitnehmen dürfen zum verbilligten Pries von etwa 350 Franken und auch 200 Franken.
Das Ganze also für etwa 700 Franken Zusatzkosten ! Dazu kamen noch 2 bis 3 fakultative Mittagessen. Natürlich auf eigene Rechnung.
Kleingedruckt im Programm waren natürlich handwerkliche Besichtigungen, Teppichknüpferei, Lederbetriebe und Schmuckbetriebe.
Wirklich ein "toller Preis" diese Reise !!!!!!
Nebenbei erwähnt zahlt man für den Charterflug nach Antalya etwa 350 Franken. ( Fr. 700. 2 Pers.) Super Hotel mit HP 2 Pers. 600 Franken. Also etwa 500 bis 600 Franken mehr.
Die Rundreisen kann man selber an Ort und Stelle mit dem Mietwagen machen. Miete pro Tag 25 Euro inkl, Vollkasko.
Nebebei erwähnt verstehe ich, dass etliche Reisende enttäuscht waren, dass die Rückreise von Efes nach Antalya nicht der Küste entlang ging.
Der Grund war, dass hierfür man aber fast die doppelte Zeit braucht, obwohl der Weg etwas kürzer ist. Die Strasse an der Küste entlang ist zwar traunhaft schön aber sehr kurvebreich.
Aber anstelle des Mietwagens kann man die ganze Türkei sehr einfach mit den grossen supermodernen (Mercedes) Komfortbussen machen.
Die Busse fahren zu jeder Tages und Nachtzeit. Busunternehmen gibt es soviele wie ein Sack voll Flöhe. Und gut sind sie alle. Die Strecke von Antalya nach (Efesus) kostet etwa 14 Schweizerfranken, inkl. Getränke und Knabberzeug welches einem an Board serviert wird.
Das war aber keine "Werbefahrt", ...
... sondern nannte sich "Kulturreise" - und für uns war's ein gutes Lehrstück.
Jean-Pierre
Kulturreise
... sondern nannte sich "Kulturreise" - und für uns war's ein gutes Lehrstück.
na ja, Jipégé, eben Teppichkultur, Lederkultur und Schmuckkultur, ist doch auch etwas ;-)))
299 Franken
Bei einem Preis von 299 Franken für eine Woche Kulturreise bimmeln bei mir alle Glocken. Da kann einfach vieles nicht stimmen, zumal vor etwa 5 Jahren der billigste Charterflug ausserhalb der Saison gegen 450 Franken gekostet hat.
Heute liegt dieser Flugpreis Zürich - Antalya um die 300 Franken. Also nur Flug exkl. Hotel und Mahlzeiten.
Kultureisen sind in der Regel alles andere als Billigreisen. Aber auf diese Masche fallen immer noch 10'000 tausende Touristen rein.
Selber habe ich eine augefeilte, chice und erstklassige Kultureise in die Osttürkei vor 3 Jahren zusammengestellt, max. Teilnehmerzahl 20 Personen. Reiseführer sind hauptsächlich Archeologen, welche auch perfekt deutsch sprechen. Die Hotels habe ich selber ausgesucht, dh. selber besichtigt. Ein "must" war auch, dass in den Hotelzimmern mindestens 2 deutsche TV Sender vorhanden sein mussten, was in der Osttürkei nicht immer so simpel einfach ist.
Vor allem auch der gesundheitliche, medizininsche Aspekt musste sichergestellt sein, da man ja nie weiss ob jemand einen Herzinfarkt erleidet, sich einen Knochen bricht, oder sich sonst ein gesundheitliches Problem ergibt während der Reise bei einem Teilnehmer. Das Gesundheitsdipositiv, Aerzte, Krankenhäuser, alles drumherum Krankenwagen, Rettungshelikopter usw. stand. So eine Reise, Linienflüge, Komfortbus, alle Besichtigungen, Reiseleitung, Stewardess im Komfortbus, (Ausbildung Krankenschwester), inkl. Vollpension und alle alkoholfreien Getränke inbegriffen kostet etwa 12 x 299 Franken für 14 Tage.
(Es versteht sich natürlich von selbst, dass keine einzige Werbeveranstaltung im Programm ist.)
Angeboten wurde diese Reise von einem Schweizer Touroperator mit Reisegarantieversicherung.
Fazit : Viel Arbeit, Werbekosten, Infoveranstaltungen, selber abgefahrene ins kleinste Detail geplante Reiserouten usw. ausser Spesen nichts gewesen für Schweizer. Totaler Flop halt !
So wurde das Produkt Ende 2010 in Dänemark lanciert. 3 Rundreisen waren innert 5 Monaten gebucht. Auch nicht der Renner, aber immerhin ein Anfang. Das Feedback der Reisenden war enorm.
Nun zurück zum Lehrstück, welches du erlebt hast. Das solche Reisen von Franken " Null bis 299 Franken" angeboten werden können hat folgenden Hintergrund :
Hinter diesen Anbietern stehen türkische Familien, man sagt in der Türkei der Clan. Diese besitzen an manchen Orten Hotelanlagen. Dem genau gleichem Clan gehören Schmuck- Leder - und Teppichfabriken. Ihnen gehören auch Busunternehmen, Restaurants. Auch gehören ihnen türk. Charterfluggesellschaften. Oder sie haben grosse Aktienpakete von Chartergesellschaften. Ihr geschäftliches Netzwerk ist gewaltig gross. Kurz gesagt haben sie einen grossen Mischkonzern.
Ihre Rechnung geht immer noch auf. Sie ködern ihre Kunden auf allen möglichen Kanälen und die Rechnung für sie geht auf.
Nach deutschen Studien lässt jeder Reiseteilnehmer im Durchschnitt rund 2'500 Euro, nebst dem ¨Kleckerbetrag für die Reise liegen an Waren, wo er kauft innert 7 Tagen. Viele Teilnehmer sind halt in Stimmung ! Man kann aber nicht sagen, dass die eingekauften Sachen schlecht sind. Vielleicht überzahlt.
Um hinter diese Kulissen zu schauen, muss man aber schon eine gewisse Zeit in der Türkei leben.
Die Türkei hat viel mehr als Schmuck- Teppich und Lederkultur zu bieten. Solche Reisen gibt es aber nicht für ein Trinkgeld von 300 Franken.
alles völlig richtig !
Uns ging's dabei fast in erster Linie um die Erfahrung einer organisierten Reise - und dafür wollten wir nicht das grosse Geld aufwerfen. Wir sind uns des Preises einer Reise sehr wohl bewusst, da wir normalerweise die teure Variante nehmen, alles unvorbereitet, spontan und auf eigene Faust. Wir wussten zudem auch, dass wir ohne Teppich, Schmuck und Leder heimkehren würden, da wir davon nichts brauchen.
Wir haben unsere Erfahrung gemacht und das war gut. Ich habe ja in meinem Reisebericht das Ganze in keiner Weise verteufelt, sondern ganz einfach geschildert, was wir erlebt haben und was uns dabei überrascht hat.
Jean-Pierre
Kulrureise
Hallöchen
Verteufelt hast du sicher nichts. Habe deinen Reisebericht schon richtig gelesen.
Auch wir zahlen immer wieder mal Lehrgeld, sei es im Ausland oder in der Schweiz. Geht glaub ein ganzes Leben lang so.
Ich selber wollte mit meinem ausführlichen Beitrag nur einige Hintergrundinfos über diese Zusammenhänge weitergeben. Viele denken, dass sie es eigentlich schon wissen und ein grosser Teil fällt denoch immer wieder darauf herein.
Wünsche dir recht schöne Feiertage und alles Gute im 2012.
Teppichpräsentation!
Als überzeugte Individal Touristen haben wir die Südtürkei mit einem Mietwagen bereist. Durch Zufall sichteten wir unterwegs eine Teppichmanufaktur, vor der ein Reisecar eine Touristengruppe ausspukte, die alle zielstrebig ins Innere der Teppichfabrik verschwanden.
Unser Interesse ist geweckt. Also auf und nach. Kaum sind wir drin, saust ein Verkäufer auf meine Frau und mich zu und will uns die diversen Teppiche vorführen. Meine Reaktion: “Wir benötigen keinen Teppich für unser Heim, sind aber gleichfalls interessiert, was hier so angeboten wird“. Der Verkäufer bietet uns einen Platz auf einer bequemen Polstergruppe an und offeriert einen Tee mit türkischem Gebäck. Meinen Einwand: “Ich kaufe aber sicher keinen Teppich, weil wir einfach keinen benötigen“, nimmt er lächelnd zur Kenntnis. Und schon kommt sein Trabant mit einem riesigen Teppich angerauscht. Lachend sage ich: “Wir brauchen keinen Teppich“. Also Teppich weg und Präsentation eines neuen Teppichs eine Nummer kleiner. Meine Reaktion: “Wir brauchen wirklich keinen Teppich“. In diesem Sinne geht es weiter, jeweils mit einem um eine Nummer kleineren Teppich. Schliesslich wird noch das kleinste Ding als Untersatz auf einen Tisch oder Kommode präsentiert. Ich wiederhole zum x-ten mal: “Wir brauchen keinen Teppich, auch nicht einen Mini“. Und jetzt das erstaunliche. Der Teppichverkäufer weist seinen Trabanten an, keine Teppiche mehr heranzuschleppen und bemerkt verschmitzt lächelnd: “Sie haben ja schon bei ihrer Ankunft gesagt, dass sie keinen Teppich kaufen werden, ich akzeptiere das -- darf ich ihnen noch einen Tee mit Gebäck offerieren“. Nach einem interessanten Gespräch über Gott und die Welt verabschieden wir uns und müssen unser Vorurteil von den schlitzohrigen Teppichverkäufern begraben -- jedenfalls in dieser Teppichmanufaktur!
Kobold
Teppichhändler
Wenn man es den Teppichhändler auf deutsch sagt, stirbt die Hoffnung zuletzt bei ihnen.
Wir sagen es ihnen auf türkisch, manchmal trinken wir anstandshalber höchstens einen Tee und unterhalten uns etwas.
Einer hatte mal so schöne grosse Kelim-Bezüge für Sofa-Zierkissen. Er gibt sie uns für 20 statt für 30 Euro das Stück war sein Angebot. Ohne, dass wir feilschten war er schnell bei 15 Euro pro Stück. Endlich hatten wir 4 schöne Stücke ausgesucht. Jetzt kam der Spezial-Preis nur 40 Euro......
Ich nahm 35 TL hervor (ca.16 Euro)......nein, nein sagt er, der Preise ist 40 Euro. Ich sagte ihm, dass wir diese in der Osttürkei für max. 10 TL das Stück kriegen. So verabschiedeten wir uns und gingen die 50 Meter zum Parkplatz. Schade sagte meine Frau, die haben mir so gut gefallen.....Bevor wir ins Auto stiegen rief der Händler tamam und war bei uns......ausnahmsweise gibt er es uns für den Preis, er verdiene aber keinen Kurus mehr....so gab ich ihm das Geld und ein paar Papiertaschentücher damit er sich die Tränen abwischen konnte....und bald lachten wir alle zusammen.
Und viele Touristen denken immer, dass sie in Restaurants dort nur in Euro zahlen können. So zahlen viele Touristen anstatt in TL den genau gleichen 1:1 Preis in Euro's. Und sagen noch hörbar, dass war jetzt aber günstig !