Debatten über aktuelle politische, gesellschaftliche und soziale Themen.
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„Menschen benutzen Politik nicht nur dazu, ihre Interessen zu fördern, sondern auch dazu, ihrer Identität zu definieren. Wir wissen, wer wir sind, wenn wir wissen, wer wir nicht sind und gegen wen wir sind“, schreiben Philipp Löpfe und Werner Vontobel in ihrem Buch „Aufruhr im Paradies“ gleichermassen treffend wie zutreffend.
Leider zeigt sich das auch im Seniorweb, in den Kolumnen und in den Foren: Viele sind nicht in der SVP, aber dafür stramm gegen die SVP. Andere sind in der SVP und dafür stramm gegen alles Linke.
Man definiert seine Identität über seine Parteizuneigung beziehungsweise Abneigung. Ziemlich kläglich und erbärmlich, vor allem bei Menschen im fortgeschrittenen Alter.
Answers
Willst Du damit provozieren, Roberto ?
Mir waren und sind Parteien so ziemlich WURSCHT !
Ich brauche sowas nicht, um meine Identität zu definieren. Ich habe meine Meinung und vertrete diese, egal in welchem Parteien-Spektrum sich diese bewegt - auch wenn irgendwelche Schreiberlinge denken, es besser zu wissen.
Jean-Pierre
Das würde heissen, dass man
Das würde heissen, dass man im Alter keine dezidierte Meinung mehr haben darf, wenn man nicht einer erbärmlichen, resp. kläglichen Geisteshaltung bezichtigt werden will.
Das scheint mir doch ein ziemlich schwerer Hammer.
Kurt
aa
Parteien sind mir generell zu parteiisch, daher bin ich, bloss aus Solidarität, in der WEP (Wels' Einfisch-Partei).
Natürlich soll man
Genau das wollte ich sagen: Man soll seine eigene Meinung haben (stramme Parteisoldaten, die mit Parteilogo am Hemdkragen oder auf der Brust herumlaufen, haben eher keine). Und was ich -etwas provokativ formuliert- auch sagen wollte: Im fortgeschrittenen Alter sollte einem das Parteigezänk eher "wurscht" werden. So wie es Jean-Pierre schreibt.
Parteien
Genau das wollte ich sagen: Man soll seine eigene Meinung haben (stramme Parteisoldaten, die mit Parteilogo am Hemdkragen oder auf der Brust herumlaufen, haben eher keine). Und was ich -etwas provokativ formuliert- auch sagen wollte: Im fortgeschrittenen Alter sollte einem das Parteigezänk eher "wurscht" werden. So wie es Jean-Pierre schreibt.
Die Realität zeigt aber ein deutlich anderes Bild - wenn man sieht, welchen Zulauf bestimmte Parteien von Seniorinnen und Senioren haben. Ältere bevorzugen offensichtlich jene Politiker und Parteien, welche ihnen am besten nach dem Maul schwatzen.
HJK
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Carpe diem
Welchen Zulauf haben sie
Welchen Zulauf haben sie denn? Woher weiss man das? Mich hat noch niemand gefragt. Aber im Ernst - einmal mehr: Alte sind doof?
Kurt
Ältere bevorzugen jene, die ihnen nach dem Maul schwatzen
Jüngere auch. Aber wenigsten gehen sie nicht an die Urne und das Abstimmungskuvert in den Briefkasten zu werfen, ist auch etwas viel verlangt. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.
Wurscht?
Wenn euch das Parteiengezänk sooo Wurscht ist, warum schreibt ihr denn so fleissig darüber. Entweder ist es euch wirklich Wurscht oder dann halt doch nicht so ganz.
PS. Sagte die eine Sau zur andern: "Es ist Wurscht, was aus mir wird."
Identität über die Politik definieren
Ohne Parteien wären wir wohl wieder in Zeiten des Turmbaues von Babel versetzt?
Turmbau von Babel
Sind wir neuerdings auch trotz zahlreicher Parteien. Und nicht einmal im Chindsgi versteht man die Kindergärtnerin, vormals Tante Trudi, die von Gesetzes wegen Hochdeutsch reden soll: "Wir sitzen jetzt in einem Chreisli ab, machen das Täschli uf und essen zum Znüni die Ankenschnitte." Wir können alles, aus Englisch.
Mitarbeit in Behörden
Schon bald nach dem Erreichen der Volljährigkeit trat ich einer politischen Partei bei. Ich betätigte mich aktiv am Parteileben, und zwar keineswegs, um persönliche Vorteile zu erlangen, sondern ich wollte meine politische Überzeugung mit der Mitgliedschaft dokumentieren. Ich bin auch jetzt noch Parteimitglied, schaue aber heute dem Geschehen eher aus etwas Distanz zu.
Zweimal wurde ich von meinen Parteifreunden zur Wahl in eine Behörde vorgeschlagen und dann auch gewählt. Vielleicht wählten mich die Stimmberechtigten faute de mieux. Ich setzte mich in beiden Behörden nach bestem Wissen und Gewissen für die mir aufgetragenen Aufgaben ein, wobei ich weiss, dass ich einiges recht und anderes auch falsch gemacht hatte. Der Rücktritt fiel mir seinerzeit leicht, und ich war nicht unglücklich, wieder zum «gemeinen Volk» der Stimmberechtigten zu gehören. Übrigens hatte in während meiner Behördentätigkeit nie den Eindruck, meine Kolleginnen und Kollegen in der entsprechenden Behörde seien da, um ihren persönlichen Ehrgeiz zu befriedigen. Vielmehr war es ihnen ein Anliegen, ihre Aufgabe im Interesse der Bürgerinnen und Bürger auf das möglichst Beste zu erfüllen. Dass nicht alles gelang und dass Fehler vorkamen, gehört zur menschlichen Unvollkommenheit.
Mich betrübt und befremdet die Haltung von Bürgerinnen und Bürgern – auch von Teilnehmenden an der Diskussion hier -, welche von vorneherein den Verdacht pflegen, die Tätigkeit in der Politik diene lediglich der Pflege des persönlichen Ehrgeizes und des Selbstgefühls. Taube Nüsse gibt es überall, nicht nur unter Politikerinnen und Politikern, sondern auch unter denen, welche sie wählen oder sich auch zu vornehm fühlen, um das zu tun.
aa
Es amüsiert mich schon ein wenig, wenn ich den Spruch von "im Interesse der Bürgerinnen und Bürger " lese. Denn als Resultat aller Politikeraktivitäten sehe ich meistens "im Interesse der Wirtschaftsbosse, der Mächtigen und der Reichen". Giovanni, da musst du aber doch sehr oft in Konflikt mit deinen Parteizielen gekommen sein, wenn du so gehandelt hast. Ich erinnere mich an eine Anfrage an mich, im Schulrat mitzumachen unter der Bedingung, dass ich in die freisinnige Partei eintrete. Das wäre ja bereits die Verhinderung von "im Interesse etc.etc." gewesen und ich habe mich distanziert. Man kann offenbar nicht in eine Behörde gewählt werden ohne sich gesinnungsmässig festlegen und verbiegen zu lassen. Ich sage da nur "Pfui" und bleibe einziges Parteimitglied der WEP.
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Nun nehmen wir einmal an,
wels, ich würde Deiner Partei beitreten. Und ich lasse mich keinesfalls festlegen und verbiegen. Wenn wir beide wiederholt nicht auf einer Wellenlänge schwämmen, was würde dann passieren ? Müßte ich mit einem Ausschluß rechnen ?
Interessenvertretung
Dass ein Politiker oder eine Politikerin Interessen wahrnimmt, ist Tatsache, aber kein Verbrechen. Jede Partei vertritt mit ihren Mitgliedern irgendwelche Interessen, nicht nur solche der sogenannten «Wirtschaftsbosse» sondern durchaus auch solche des «gewöhnlichen» Volks. Das ist menschlich und auch richtig so.
Parteien sind keine Lustbarkeitsorganisationen, sondern sie versuchen mit mehr oder weniger Erfolg, die Ziele zu erreichen, die sie als erstrebenswert betrachten. Keine Demokratie ist vollkommen und in der Lage, ihren Wählerinnen und Wählern das Paradies auf Erden zu schaffen; sie kann sich aber darum bemühen. Das kann man im Widerstreit der verschiedenen politischen Gruppierungen versuchen.
Es ist klar, dass die Ziele der einzelnen Parteien auseiandergehen, so gut, wie auch die Interessen und Lebensziele der Bürgerinnen und Bürger keineswegs identisch sind. Man sollte darum mit Verdächtigungen vorsichtig sein.
Deine Interessen können sich von meinen unterscheiden. Das bedeutet aber keineswegs, dass deine besser oder allenfalls schlechter als meine sind.
Diese Tatsachen sollte man bedenken, bevor man über die Aktivitäten von Parteien herfällt. Es ist immerhin zu bedenken, dass der Begriff «Partei» vom lateinischen «pars», «Teil» kommt. Keine Partei kann darum in Anspruch nehmen, das Volksganze zu vertreten. Die Geschichte hat gezeigt, dass solche Bestrebungen jedesmal zu einer Katastrophe geführt haben. Ich erinnere da an den Nationalsozialismus in Deutschland oder an das kommunistische System in der Sowjetunion und ihren Satelliten.
Es war schon "immer" ein Problem...
Mani Matter hatte es auch schon:
mir hei e verein, i ghöre derzue
und d'lüt säge: lue dä ghört o derzue
und mängisch ghören i würklech derzue
und i sta derzue
und de gsehn i de settig, die ghöre derzue
und hei doch mit mir im grund gno nüt z'tue
und anderi won i doch piess derzue
ghöre nid derzue
und ou was si mache, die wo derzue
tüe ghöre, da standen i nid geng derzue
und mängisch frage mi d'lüt: du lue
ghörsch du da derzue?
und i wirde verläge, sta nümm rächt derzue
und dänken: o blaset mir doch i d'schue
und gibe nume ganz ungärn zue:
ja i ghöre derzue
ETC
Abweichler und Ausgrenzung
Das ist der Grund, weshalb ich mich der Parteipolitik verweigere:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schikaniert-beschimpft-geschnitten/story/13052896
Nur weil das Thema von der verhassten Partei am andern Ende des politischen Spektrums (SVP) besetzt ist, muss es in der eigenen Partei (SPS) totgeschwiegen werden.
Das Umgekehrte gilt natürlich auch: Seit Jahren weist die SP zu Recht auf die Schwachstellen der Schweizer Armee hin, aber da verweigert dafür die SVP jede Diskussion. Es kommt also nicht darauf an, ob ein Thema wirklich ein Thema ist, sondern aus welcher Ecke es kommt. Kommt es aus der falschen politischen Ecke, dann ist es eben a priori kein Thema.
Was ich von den Parteien erwarten würde: Sachpolitik und nicht Parteiengezänk.
1.Mai-"Feier"
Und dazu "Fascho!, Fascho!" rufen.
Nach rechts?
Diese Idioten sehen nicht einmal, dass der Schlag mit der rechten Hand nach links geht ...
Meine Website
Carpe diem
WAAAS, sehe ich da...
z'Winti häts Idiote....?!
Jetzt wundert mich aber gar nichts mehr....
turik und Hans Jörg wie könnt ihr mir das antun..., mit euch rede ich nicht mehr und ich zügle postwendend ;-(((
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
Bitte nicht nicht mehr mit uns reden, iloma
Winterthur ist noch lange nicht Zürich.
Und machen wir doch einfach eine Gegendemo!
Alternaiv gegen Alternativ!
;-)
Behördenarbeit - Parteiarbeit
Lieber Giovanni,
ich denke die Mitarbeit in Gemeindebehörden wid auch von parteilosen Personen gemacht. In unserer Gemeinde hatte es einen "parteilosen" Gemeinderat und einen "parteilosen" Schulpräsidenten. An der Gemeindeversammlung werden Sachgeschäfte behandelt, welche alle angehen (Schulbauten, Verkehrsfragen, Beteiligung an Altersheimen, Kooperation mit andern Gemeinden, Finanzgeschäfte, Steuerfussbeschlüsse, Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden, Kulturleben, Vereinsleben etc.). Eigentlich ist an den Gemindeversammlungen vom "Ideologischen Überbau der Kantonalparteine fast nichts zu spüren". Man kennt sich noch. Einmal nur hat ein "strammer Parteisoldat" an der Gemeindeversammlung gemeint, der Gemeindepräsident habe sich vermehrt nach den Vorgaben seiner Herkunftspartei zu richten und seine Arbeit entsprechend anzusetzen. Das ist gar nicht gut angekommen. Der Gemeindepräsident musste sich dazu selber nicht äussern. Das taten parteilose BürgerInnen für ihn.Also nur ein ärgerliche Zeitverschwendung. Aber es gibt neuerdings auch Bürgerinnen, welche nur für "ihr" Thema an die Gemeindeversammlung kommen (z.B. Parkplatzgebüren) und danach gleich wieder aus der Versammlung laufen, wie wenn die anderen Themen (z.B. Budgetdebatte) nicht wichtig wären. Ein komischen Verständnis von Gemeinde (Gemeinsame Sache).
Anders in den Gemeinden, in welchen Parlamente die Bevölkerung vertreten und die Sachgeschäfte erledigen sollten. Da kommen mangels Sachverstand die "Ideologen" mehr zur Geltung. Es gibt FraktionssprecherInnen, die die Meinung der Fraktion wiedergeben sollen. Die übrigen sitzen da, und es gibt solche, die vier Jahre lang nie etwas sagen, ausser kurz vor den Wahlen. Im Kantonsparlament von Zürich z.B. habe ich den Eindruck, es gehe manchmal eher darum, Leute aus anderen Parteien schlecht zu machen, und Sprüche zu klopfen, als die Aufgaben zu lösen, für welche man vor der Wahl versprochen hat, sich einzusetzen. Auch das Politiker von Zürich Land meinen, sie müssen sich zu Geschäften und Personen aus der Politik der Stadt Zürich oder Winterthur äussern und "Forderungen" stellen, ist eine Unsitte.
"eher Wurscht"??
Das Parteiengeplänkel ja, Politik aber nein! Leider werden wir in den kommenden Monaten eine Vielzahl von "Strassentheatern" über uns ergehen lassen müssen. Fakt aber ist: Unsere Politik wird zunehmend von ein paar vermögenden "Allezeitwissern" bestimmt. Zeitungen und Fernsehen warten sehnlichst auf deren Millionen. ("Berlusconiismus") Bei Abstimmungen aber bleiben die Jungen der Urne fern. Grund: Was können wir schon bewegen, ändern, bei einer solch finanziellen Übermacht?
Wer muss sich da nicht ein paar Gedanken machen?
Lieber Sterngucker
Deinen Bemerkungen zu meinen Stellungnahmen habe ich nichts beizufügen, denn sie treffen absolut zu.
Es ist richtig, dass in vielen - vor allem kleineren - Gemeinden Parteilose Behördenämter ausüben und dies hochprofessionell. Man sollte aber deswegen diejenigen, welche einer Partei angehören, nicht von vorneherein verteufeln. Das machst du auch nicht. Mich betrübt aber, dass dies in einigen anderen Beiträgen geschieht. Ob Mitglied einer Partei oder nicht, wer in eine Behörde gewält worden ist, von dem erwartet man, dass sie oder er die auferlegten Pflichten nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen.
Alter-naiv
Winterthur ist noch lange nicht Zürich.
Und machen wir doch einfach eine Gegendemo!
Alternaiv gegen Alternativ!
;-)
so seh' ich mich schon manchmal, meistens... aber >alter-aktiv< wäre ja auch noch eine Variante!
Mached mer eifachs Bescht druuus... ;-)))
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
>alter-aktiv<
Genau! Eröffnen wir eine Tuningbude zum Tieferlegen von Rollatoren!
Die Politik wird von vermögenden "Allezeitwissern" bestimmt
Diese scheinen mir (leider) sehr in der Minderzahl. Unsere Politiker sind Gewerkschafter, Juristen, Lehrer, frustierte Hausfrauen (die zu Besserem geboren sind), Grossmütter und Grossväter und ein paar jugendliche Visionäre. Die Visionärinnen werden regelmässig schwanger, was ich gut finde. Dann treten sie aus der Politik zurück oder kandidieren nur noch als Nationalrätinnen.
Der gemeinsame Nenner ist - das trifft zu -, dass sie es besser wissen, jede und jeder besser als die andern, eben bis sie dann schwanger werden oder nicht mehr gewählt werden oder aus Altersgründen auf eine Wiederwahl nolens volens "freiwillig" verzichten.
Bis jetzt sind wir mit diesem System gut gefahren. Vielleicht auch dank dessen, dass ein paar "vermögende Allezeitwisser" ihr gutes Geld in politische Kampagnen und nicht nur an der Börse investiert haben.
Die Zukunft bleibt interessant. Die Gegenwart etwas weniger.
Enttäuscht von Politik
An einer Gemeindeversammlung unverhofft als Stimmenzähler gewählt, musste ich später das Protokoll unterzeichnen. Es war parteiisch formuliert, ich weigerte mich und sprach mit einem Votanten, Herrn S., der darin abschätzig kommentiert worden war. Zusammen gründeten und förderten wir in vielen Sitzungen und Spenden für Werbeaufwand eine unabhängige Ortspartei mit Statuten und schönen Planungszielen. Wir erreichten, dass der gesamte Gemeinderat ersetzt wurde.
Einer der Abgewählten war Bauvorstand gewesen und besass die eine Hälfte eines Zweifamilienhauses, S. die andere.
Der neu gewählte Bauvorstand genehmigte Herrn S. einen Anbau, den der bisherige Kraft seines Amtes blockiert hatte. Herr S. baute sofort an - und schlich sich aus der Partei davon. Und ich machte mich und die Partei im Bauerndorf unmöglich, weil ich es vom früheren Gemeindepräsidenten als unkorrekt bezeichnete, dass er seinen Einfluss beim Kanton dazu verwendet hatte, sein eigenes Bauernland in lukrative Bauzone zu verwandeln. Ein einzig verbliebenes Mitglied und ich lösten ein Jahr später die Partei sang- und klanglos auf.
Nach weiteren Erfahrungen mit Behörden- und Parteimitgliedern vergleiche ich die plakatierten Ziele von Politikern mit dem, was sie von Fall zu Fall entscheiden. (Es ist für einen Geldmenschen doch logisch, dass sich die Wahlkampfkosten inkl. Sitzungsstunden rentieren, sonst hätte er sich gar nicht erst „für die Rettung des Volks geopfert“.)
Lieber Draht,...
...dein Bericht hat mich beeindruckt. Du hast dich engagiert, und zwar meines Erachtens richtig und mit viel Zivilcourage.
Es ist leider nicht zu bestreiten, dass immer wieder versucht wird, private und öffentliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Dass es dir und deinen Parteifreunden gelungen ist, den gesamten Gemeinderat zu ersetzen, ist erstaunlich und lobenswert. Offensichtlich kann es in einer Gemeinde vorkommen, dass die Verquickung von öffentlichem und privatem Interesse so massiv gehanhabt wird, dass sie von den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr goûtiert wird.
Es kommt hin und wieder vor, dass neu gegründete Ortsparteien, die nicht «Filialen» von Kantonalparteien sind, wieder untergehen oder höflicher gesagt, sich auflösen, wenn sie ihre Ziele erreicht haben oder wenn sie mit ihren Bestrebungen erfolglos geblieben sind. Das ist im konkreten Einzelfall bedauerlich, gehört aber offenbar zum politischen Geschehen in einer Gemeinde. Ich bin in der Stadt Zürich aufgewachsen und habe als Erwachsener in drei verschiedenen Gemeinden des Kantons gelebt und in allen dreien erlebt, dass sich neuere politische Gruppierungen hin und wieder als Eintagsfliegen erwiesen.
Es fällt auch nicht nur Mitgliedern von Behörden schwer, das Allgemeininteresse vom Privatinteresse zu trennen. Auch politische Vorstösse aus dem Kreise der Gemeindeglieder sind nicht immer nur vom allgemeinen Interesse getragen. Da «menschelt» es hin und wieder hüben und drüben. Man muss auch im politischen Leben mit der menschlichen Unvollkommenheit leben, sind wir doch alle «um ein Geringes weniger als Engel», um wieder einmal ein Psalmwort zu zitieren.