Alterspolitik

Hinweise und Diskussionen über altersrelevante Anliegen, Projekte und Initiativen sowie Kooperationen mit lokalen, kantonalen und nationalen Alters-Organisationen.

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Alterswohnungen

5 Antworten [Letzter Beitrag]
12. Mai 2011 - 12:30
Gerhard Christen

  

Answers

Ruth Suter

Bezeichnung Alterswohnung

Unter "Alterswohnung" verstehe ich eine Wohnung, die altersgerecht gebaut ist: Keine Türschwellen, keine Badewanne sondern Dusche, Küche mit Schränken die gut erreichbar sowie Apparate (Kochherd, Kühlschrank, Geschirrspül- und Waschmaschine) die leicht zu bedienen sind; eine Alterswohnung muss per Lift erreichbar sein und einen Balkon aufweisen.  Eine altersgerechte Wohnung kann in einem Mehrfamilienhaus sein, das den erwähnten Kriterien entspricht. Meist werden Alterswohnungen durch Gemeinden gebaut, evtl. verbunden mit einem Pflegeheim. In diesem Fall besteht ein ganzer Liegenschaftskomplex nur mit Alterswohnungen. 

Ferner gibt es Altersresidenzen, die nebst Einzelzimmern auch Wohnungen anbieten. Oder Wohnungen mit Service, d.h. im Bedarfsfall wird einem die Wohnung geputzt, die Wäsche gewaschen, das Essen kann man im Restaurant im gleichen Haus einnehmen, usw. - Eine weitere Variante sind Hausgemeinschaften, wo jede Person eine eigene altersgerechte Wohnung hat. Ein Gemeinschafts- und Bastelraum,  Bügelzimmer etc. stehen allen zur Verfügung. Meist sind die Hausgemeinschaften genossenschaftlich organisiert und die Mieter oder Eigentümer sind angehalten, sich an gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen.

Für weitere Auskünfte stehen die Pro Senectute, die Gemeinde vor Ort oder  "Google" zur Verfügung.

Kurt Engelbrecht

keine Definition

Es gibt keine allgemeinverbindliche Definition für "Alterswohnungen", demzufolge ist dieser Begriff auch nicht tauglich. Jedermann kann darunter verstehen, was er will, wie ja auch die Ansprüche von Jung und Alt  an Wohnungen höchst vielfältig sind.

Man sollte viel mehr unterscheiden nach Qualitätskriterien: Wer schlecht zu Fuss oder sonstwie wenig mobil ist, ob jung oder alt, braucht einen Lift und benötigt vielleicht Dienstleistungen, die in der Wohnung erbracht werden müssen  (die allerdings auch von auswärts kommen können, z.B. Spitex).

Ein Detail: Badewannen sind auf jeden Fall eine unpraktische Einrichtung. Man verschwendet viel Wasser; ihre Reinigung ist mühsam, und es besteht eine gewisse Unfall-, bei Kindern sogar Lebensgefahr.

Ich habe letzte Woche an einem Kongress gehört (einmal mehr), dass der Begriff "Alter" (gemeint ist das fortgeschrittene Lebensalter) höchst unscharf ist. Man ist sich noch nicht einmal einig, wann "das Alter" beginnt und - alt sind immer die andern.

Kurt

 

 

 

wels

aa

Alterswohnung ist eigentlich bloss ein Wort, das die Aufmerksamkeit auf ein Angebot für die Älteren lenken soll. Was darunter zu verstehen ist, ist sehr breit gefächert. Gelegentlich ist es auch bloss ein Gag, der eine sehr viel höhere Miete rechtfertigen soll. Wenn z.B. jeden Monat 500.- für "Bereitschaftsdienst für Notfälle" angeboten wird heisst das noch sehr lange nicht, dass dann auch jemand kommt, wenn man den Knopf drückt. Dieser Dienst wird gern an irgendwelche externen Organisationen ausgelagert die auch in Hongkong oder Honolulu lagern können.

Ich würde auf jeden Fall so etwas Pauschales nicht bezahlen sondern eine Wohnung mit Lift und Rollstuhlgängigkeit, Dusche ohne Schwelle (gibt aber eine ziemliche Sauerei) , Balkon ohne hohe Schwelle etc. nehmen und dann nach Bedarf mit der Haushilfe Kontakt aufnehmen.

Ein Riesenproblem bei normalen Wohnungen sind die wohl regelmässig zu schmalen Badezimmertüren und der zu geringe Platz für einen Rollstuhl im Bad.

iloma

Dusche ohne Schwelle

wäre bei der letzten Renovation unserer Wohnung möglich gewesen, hätte man ein offenes Ohr dafür gehabt. Das Haus ist ideal gelegen und für Alterswohnungen geeignet. Lift, rollstuhlgängig und im Gegensatz zu den Neubauten, auch noch bezahlbar. Auf meine Bitte eine Dusche (ich hätte sogar Mehrkosten getragen), hat man noch nicht einmal reagiert. Der Hauswart meinte nur, die Leute sitzen halt lieber in der Badewanne. Dass man mit Duschen Wasser und Energie spart ist das eine und dass man ev. die Hürde des Badewannenrandes nicht mehr schafft, das andere. Was dann? Pflegeheim, trotz einer ansonsten altersgerechten Wohung. Paradox. Ist es ein Trost wenn man denkt, dass auch diese Jungen, welche Fehlentscheidungen zu unseren Ungunsten treffen, auch einmal älter werden?

 

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

Kurt Engelbrecht

Wer im Alter im Rollstuhl

Wer im Alter im Rollstuhl sitzt, ist kaum mehr in der Lage, ein Leben in der eigenen Wohnung zu führen. Der Ehepartner ist meistens auch im höheren Alter und kann die Hilfe, die eine Person im Rollstuhl braucht, nicht mehr erbringen mangels Körperkraft. Nur schon einer immobilen Person beim Aufstehen vom Stuhl zu helfen ist eine Aufgabe für eine Fachperson, selbst wenn dieser Stuhl mit einer elektrischen Aufstehhilfe ausgerüstet ist (Unfallgefahr).

Kurt