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Velo fahren und Gefahren

35 Antworten [Letzter Beitrag]
6. Juni 2011 - 15:55
Christine Kaiser

Nachdem unser Hund gestorben ist, haben wir uns (70 und 73) Velos gekauft, damit wir uns wieder ausreichend Bewegung beschaffen. Es sind «Velos de ville», auf denen man aufrecht sitzt und die auch recht gut laufen. Sie haben aber enorm effiziente Bremsen und der Schwerpunkt liegt meines Erachtes zu hoch. Leider bin ich schon zweimal beim plötzlichen Bremsen vornüber gestürzt, musste ein Riesenhämatom behandeln und habe jetzt Sorge, dass ich mir dabei einmal die Knochen breche, was bei uns in Winterthur gerade mit einer 70-jährigen Frau passiert ist. Bei mir ist es besonders die Bremse, die auf das Vorderrad wirkt, die den Absturz über den Lenker  bewirkt.

Frage an die velofahrenden Seniorinnen und Senioren: Lässt man die Vorderradbremse einfach lockerer einstellen? Oder gibt es eine Marke, vielleicht mit tieferem Rahmen, die besonders für Senioren geeignet ist? Ich überlege mir, das Velo gegen eine andere Marke einzutauschen. Hat jemand Erfahrung mit Velofahren und kennt sich aus? Christine

 

 

Answers

Sidea

.

Ich bin fleissige und geübte Velofahrerin und habe somit Euer Problem nicht. Was ich aber in meiner "Velokarriere" gelernt habe: es ist nicht egal wo man sein Velo kauft und reparieren lässt. Ich habe auch durch Schaden klug werden müssen, habe aber inzwischen einen sehr guten, kompetenten Velohändler gefunden, der sich mit der Materie auskennt. 

Also, mein Rat wäre, dass Ihr Euch auch einen guten Velohändler sucht. Am besten einen, der sich nur mit Velos beschäftigt und auch welche repariert. Dem schildert Ihr Euer Promlem und der sollte Euch auch gut beraten können. Spontan und als erste Massnahme würde ich auch sagen, die Vorderbremse lockerer einstellen und vor allem mehr hinten bremsen. Aber wenn Du das Gefühl hast, dass der Schwerpunkt zu hoch ist, dann ist ein anderes Velo vielleicht doch besser. Ideal wäre natürlich, wenn Du Probefahren könntest!

Ich wünsche Euch, dass Ihr das richtige Velo findet und viel Freude am Velofahren habt.

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler

 

 

 

muriel

Bei uns in Bellenz treffe ich immer wieder auf

ältere Velofahrer, die sehr tief sitzen. Der Vorteil dieser Velos ist schon beim besteigen zu erkennen. Ausserdem haben die Velos hinten einen grösseren Korb für das einkaufen. Wie schon Sidea schrieb, es wäre von Vorteil, wenn ihr eure Velos bei einem guten Händler kauft, der die Velo auch notfalls reparieren kann.

Leider gibt es in einer Grossstadt immer weniger solcher Velohändler. Wir haben einen hier um die Ecke und der macht ein Heidengeld, da er der Einzige ist weit und breit.

Gruess
muriel

Giovanni

Liebe Christine

Mich hat deine Aussage verwundert, du seiest wegen dem Bremsen nach vorn vom Velo gestürzt. Offensichtlich hat dich niemand instruiert, wie man ein Velo bremst.
Dein Velo hat sicher eine Vorderrad- und eine Hinterradbremse. Es ist also sinnvoll, dass du zum Verlangsamen der Fahrt oder auch zum Anhalten beide Bremsen benütztest. Dabei muss dies mit etwas Gefühl erfolgen, wobei es weniger ausmacht, wenn man die Hinterradbremse etwas stärker betätigt als die Vorderradbremse. Auf alle Fälle ist zu vermeiden, dass man so stark bremst, dass dabei ein oder gar beide Räder blockiert werden.
Fast bei allen menschlichen Aktivitäten ist immer anzustreben, dass sie mit Mass und mit Gefühl ausgeübt werden.
Beim Radfahren befindet man sich im sogenannt labilen Gleichgewicht. Da ist es unbedingt nötig, dass man nichts übertreibt, weder das Treten der Pedale noch das Bedienen der Bremsen.
Ich wünsche dir viele schöne und vor allem unfallfreie Fahrten mit deinem Velo

 

 

 

Christine Kaiser

Velofahren

Zunächst herzlichen Dank für Eure Antworten und die Anteilnahme.

Unsere Velos haben wir bei einem ausgewiesenen Velo-Händler gekauft, der nichts anderes macht als Velos betreuen und verkaufen. Er hat meinem Mann klugerweise auch dazu geraten, ein Damen-Velo zu nehmen, damit er mit zunehmendem Alter keine Probleme beim Auf- und Absteigen bekommt. Mein Mann fand das zuerst gar nicht so lustig, jetzt aber ist er froh drum, dass er sich dafür entschieden hat.

Ich aber bin noch nicht so froh mit dem neuen «Velo de ville». Es ist mir zu hoch (trotz Damen-Rahmen) und - wie gesagt - die Bremsen sind zu gut. Zurzeit fahre ich wieder auf meinem alten, tiefen Country Bike,  nach vorn gebeugt, wobei die Arme viel Gewicht auf den Lenker übertragen.

Vielleicht muss ich wirklich erst einmal lernen, dass man die Bremsen an den neuen Velos nur sehr vorsichtig betätigen darf.  Die linke Bremse, die auf das Vorderrad wirkt, ist jedenfalls mit Vorsicht zu geniessen. Aber wer denkt daran in der Schrecksekunde einer Gefahrenreaktion? Ich werde bald wieder  mit dem neuen Velo üben, bin aber nach wie vor der Ansicht, dass ich auf dem Rahmen zu hoch sitze und dass durch das Aufrecht-Sitzen (zwar sehr gut für den Rücken) zu wenig Gewicht auf dem Vorderrad liegt. Sobald die Vorderrad-Bremse stark betätigt wird, wirft der Gaul vermutlich weiterhin die Reiterin  ab. Und wer hat nicht wenigstens ein bisschen Osteoporose im Alter von über 75 Jahren?

Gibt es keine Velos, dies sich speziell für Senioren eignen? Dann würde ich mein immer noch neues Velos (bis auf ein paar Schrammen von den Stürzen) eintauschen.

Ich frage mich übrigens auch, welche Erfahrungen Senioren auf dem e-Bike machen, wo die Geschwindigkeit ja noch höher ist, wenn man  plötzlich abbremsen muss, weil eine Katze über die Strasse rennt. Gibt's da kein Problem?

 

Giovanni

Liebe Christine

Wenn du das Gefühl hast,  dein neues Fahrrad sei dir zu hoch, empfehle ich dir, nochmals deinen Velohändler aufzusuchen und ihm dein Problem darzustellen.
Es gibt Fahrräder mit verschiedenen Rahmenhöhen. Dazu kann man auch Lenker und Sattel zusätzlich verstellen. Es sollte also möglich sein, dir dein neues Velo so einzurichten, dass es zu deiner Körpergrösse passt. Fahrräder muss man wie Massanzüge bewusst anschaffen, sonst wird's kritisch.

Dein Mann ist nicht der einzige, der sich aus Sicherheitsgründen ein Damen-Fahrrad angeschafft hat. Vor wenigen Monaten habe ich mein bisheriges Herrenrad, das sich immer noch in gutem Zustand befand, an die Velobörse gebracht, die unser Frauenverein jedes Jahr durchführt, und dort einen Abnehmer gefunden. Dafür habe ich bei einem qualifizierten Velomechaniker ein Damenfahrrad gekauft. Ich liess mich von ihm beraten. Das Rad hat den höchstmöglichen Rahmen, und Sattel sowie Lenker wurden meiner Körpergrösse entsprechend angepasst.
Ich bin mit der Anschaffung hochzufrieden, obwohl ich recht tief in den Geldbeutel greifen musste. 

muriel

Hallo Christine, lies nochmals meinen

Beitrag weiter oben. Es gibt Velos für Senioren und das sollte dein Velohändler wissen. Jünger wirst du nicht, denk an die Zukunft.

Tschüss und liebi grüessli

muriel

12182

Christine Kaiser

Tiefe Velos

Muriel, weisst Du zufällig, wie solche tiefen Velos heissen? Du meinst aber nicht etwa kleine Reisevelos, die man zum Camping braucht mitnimmt?

Ja, Giovanni, ich muss nochmal prüfen, ob ich Lenker und Sattel tiefer einstellen kann.

 

Sidea

Comfortbikes

Ich habe gegoogelt und bin hier  auf Comfortbikes gestossen. Dies könnte ev. für Dich passen. Das ist zwar ein Onlineshop, aber unter "über uns" gibt es Adressen und offenbar kann man nach Terminabsprache auch vorbeigehen. Denn probefahren müsstest Du schön können, meine ich. 

Ich wünsche Dir, dass Du das für Dich passende Velo findest!

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler

 

 

 

muriel

Nur schnell

muss zum Arzt. Nein ich meine keine Faltvelos für Campingwagen. Die Deutschen in Locarno in den Ferien benützen solche Seniorenvelos. Kenne leider den Namrn nicht.

Was meinst du mit diesen Velos für heute und in Zukunft?

http://www.veloladen.ch/shop/index.php?cat=c80_Alltags-3Rad.html&XTCsid=vsuhsopl2he305egp9den5nkt7 

 

Christine Kaiser

Velofahren

Ein Dreirad! Ich glaube, das wär zurzeit nichts für mich, obwohl ich als Kind mein Dreirad über alles geliebt habe.

Ich glaube, ich muss erst mal - sobald Zeit - den Sattel und Lenker auf die tiefste Stellung bringen und schauen, ob ich mich dann wohler fühle. Inzwischen fahre ich auf meiem guten alten Freund, dem 20 Jahre alten Country bike.

Seid bedankt für Eure hilfreichen Kommentare.

 

Monika Eichmann

E-Bikes und Normalovelo

Liebe Christine, ich fahre seit Jahren Velo, auch grössere Ausflüge mit dem Velo. Ich hatte ein sehr gutes Velo (Marke V. mit Tiefeinstieg) Und obwohl dieses sehr gut fuhr, bin ich im letzten Jahr (auch mein Mann) auf ein Elektrovelo umgestiegen. Es ist ein Irrtum, dass dieses viel schneller fährt, nur wenn man schneller tritt, dann läuft es auch schneller. Wir finden diese Velo's sehr bequem und geniessen es auch im Gegenwind zu fahren. Natürlich sind diese auch schwerer und man muss die Bremsen, zuerst die Hinterradbremse, gleichzeitig vorsichtiger die Vorderradbremse  bedienen. Grad ihr in Winterthur hättet ja ein ausgesprochenes gutes Radwegnetz und da macht es sicher viel Spass mit dem Rad. Auch unsere neuen Räder haben einen sogenannten Tiefeinstieg und Sattel und Lenker liessen sich auf unsere Bedürfnisse einstellen.Solltest Du Dich für eine E-Bike interessieren, dann mache Dich bei verschiedenen Anbietern schlau, es gibt sehr sehr viele auf dem Markt, auch wegen der Ausdauerleistung der Akkus.

Nun viel Vergnügen bei eurer nächsten Velotour ohne Blessuren.

Christine Kaiser

Elektrovelo

Liebe Monika, ich habe schon ein neues Velo gekauft. Das kann ich nur unter grossem Verlust wieder eintauschen. Ehrlich gesagt, für ein E-Bike hatten wir vor einem Jahr auch gar kein Geld. Aber vielleicht rüsten wir später auf. Es muss ja nicht unbedingt ein Flyer sein.

Wenn uns heute jemand fragt, ob wir ein E-Bike fahren, sage ich immer scherzeshalber: «Das kaufen wir erst, wenn wir alt sind.» (Wir sind über 70.)  Wobei ich gestehen muss, dass ich häufig den Berg hinauf schiebe, immer nach dem Motto: «Wer sein Velo liebt, der schiebt.»

Mit der Vorderradbremse werde ich künftig vorsichtiger sein. Es ist inzwischen in W'thur schon wieder eine ältere Frau mit dem Velo gestürzt, nachdem ein Auto nach rechts ausscherte und sie vermutlich auch auf beide Bremsen gegangen ist. In solchen Schrecksekunden denkst Du vermutlich nicht an die Dosierung Vorderrad/Hinterrad.

Immerhin scheint mir, dass sonst niemand hier Probleme mit den neuen, enorm effizienten Bremsen hat. Das ist interessant zu erfahren. Ich werde - wie schon gesagt - weiter üben.

Veilchen

Vorderradbremse

Ich fahre schon meiner Lebtag mit dem Velo. Ich habe 3 Velos. Eines für die grösseren Touren und für die Stadt zum einkaufen. Es ist mein Lieblingsvelo. Das 2. ist als Ersatzvelo gedacht, da sitze ich gerade und bequem aber für Touren ist es nicht sonderlich geeignet. Dann habe ich seit einiger Zeit ein Elektrovelo, mit welchem ich sehr wenig fahre, da es im Grossverkehr gefährlich ist, weil es schwer ist und nicht so wendig wie  meine zwei anderen Velos. Wahrscheinlich habe ich mich auch noch nicht so daran gewöhnt. Für eine kürzere Tour ist es vielleicht gut, weil für grössere Touren der Akku nicht reicht. Dann wird es aber anstrengend mit dem Flyer. Bei allen 3 Velos ist der Rahmen meiner Körpergrösse angepasst. Ein guter Velohändler und eine Probefahrt zahlt sich aus.

Mit allen 3 Velos bremse ich rechts = Hinterrad  und ganz vorsichtig und schwach mit der linken = Vorderradbremse. Niemals bremse ich nur mit der Vorderradbremse, denn das ist gefährlich.

Da es immer gefährlicher wird auf den Strassen, ist es für mich sehr wichtig, dass ich mit meinem Velo vertraut bin.

 

 

Christine Kaiser

Hallo Veilchen, Du bist ja

Hallo Veilchen, Du bist ja mit 3 Velos eine richtige Velo-Kapitalistin. :-)

Inzwischen habe ich mit meinem Velohändler gesprochen. Er meint, viele ältere Menschen  seien mit dem E-Bike leicht einmal überfordert, wenn sie mit 20 km/h durch hektischen Stadtverkehr fahren udn in komplexen Situationen das Richtige tun müssen. Deshalb meiden sie mit dem E-Bike die Stadt und fahren lieber damit über Land. Deckt sich ein bisschen mit Deiner Erfahrung.

Vor allem frage ich mich auch, ob die anderen Verkehrsteilnehmer inzwischen darauf eingestellt sind, dass eine Velofahrerin auf dem E-Drahtesel viel schneller auftaucht und vorkommt als gewöhnlich. Und auf einem Velo ist man nun mal viel verletzlicher als in einem Auto. Vor allem, wenn man schon alte morsche Knochen hat, egal wie jung der Kopf noch glaubt zu sein.

Ich habe heute meinen neuen Drahtesel wieder bestiegen und mit meinem Mann eine Tour am Bodensee gemacht, praktisch nur rechts gebremst. Sattel und Lenker sind jetzt tiefer eingestellt. Es ging sehr gut. Wahrscheinlich war beides viel zu hoch. Ich werde mich sicher noch an das Velp gewöhnen.

Aber mein liebstes Velo bleibt das aus meiner Kindheit. Ein Männerrad mit Stange in der Mitte, mit Rücktritt (zum Bremsen) und Gesundheitslenker, ohne Gänge,

nicht sehr hoch, enorm stabil. Man konnte darauf herrlich freihändig fahren und sogar freihändig abbiegen. Manchmal allerdings sprang die Kette ab. Aber das war kein grosses Problem.

 

 

 

dummy

e-bike

Christine Kaiser schrieb:

 

Inzwischen habe ich mit meinem Velohändler gesprochen. Er meint, viele ältere Menschen  seien mit dem E-Bike leicht einmal überfordert, wenn sie mit 20 km/h durch hektischen Stadtverkehr fahren udn in komplexen Situationen das Richtige tun müssen. Deshalb meiden sie mit dem E-Bike die Stadt und fahren lieber damit über Land. Deckt sich ein bisschen mit Deiner Erfahrung.

Cristine Kaiser,

durch den hektischen Strassenverkehr in der Stadt bist du mit jedem Velo überfordert, Kristine Kaiser - nicht nur mit dem e-bike. Und wer sagt schon, dass Du mit 25 km/h durch die Stadt brausen musst? Auch mit dem Elektrovelo passe ich das Tempo der Situation an - bin ich auf einer verkehrsfreien Landstrasse, kann ich Gas geben - in der Stadt ist jede Vorsicht angebracht. Auch ich bereue, dass ich nicht mehr freihändig fahren kann, sogar ein ausgestreckter Arm bei einer Abzweigung ist nicht ganz unproblematisch. Aber ich geniesse jetzt jede Steigung und Gegenwind. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude beim Velofahren.

Christine Kaiser

Danke

Noch einmal herzlichen Dank, mit etwas Verspätung. Ich habe zurzeit zu viele Musiktermine und bin ständig unterwegs. Du hast recht mit dem hektischen Verkehr.  Wir fahren deshalb auch viel und gemütlich durch Nebenstrassen, wobei man die Stadt mal von einer ganz unbekannten Seite kennenlernt. Vielleicht rüste ich dann noch um auf e-bike. Ist sicher eine gute Sache!

Das Freihändigfahren war lustig, gell?

Hans Koller

Velo-Ergonomie

Allegra Christine,

offenbar fühlst Du Dich auf Deinem neunen Velo nicht wohl. Du schreibst, dass Du das Velo bei einem Fachhändler gekauft hast. Dann hätten eigentlich Deine Probleme gar nicht auftreten dürfen. Er hätte Dir ein Fahrrad, das Deiner Körpergrösse entspricht verkaufen müssen. Dabei spielt die Rahmengeometrie eine wichtige Rolle. Um was es sich dabei handelt, sollte eigentlich Dein Veloverkäufer wissen. Wenn Du Dich schlau machen willst, geh mal googeln. Lass Dich aber nicht "verrückt" machen ob den vielen Daten. Mir scheint, dass Dir der Velohändler ein Fahrrad mit der falschen Rahmenhöhe verkauft hat. Zu hoch, der Schwerpunkt ist am falschen Ort, darum fühlst Du Dich so unsicher. Versuche mal den Sattel so einzustellen, dass Du mit den Zehenspitzen den Boden leicht berühren kannst. Das verändert den Schwerpunkt einwenig und die Kraftübertragung ist optimal. Die Einstellung der Sattelhöhe kannst Du im Stehen vornehmen, indem Du Dich mit einer Hand an einer Wand oder einem Gartenhag festhälst und die Füsse bambeln lässt. Wichtig: Gerade auf dem Velo sitzen, Fussspitzen strecken. Schuhspitze muss Boden leicht berühren. Du kannst die Sattelhöhe aber auch beim Fahren eruieren. Fuss von der Pedale nehmen, dann das gleiche Prozedere vornehmen wie beim Stehen. Beizufügen ist, dass es sich um eine einfache Methode handelt, die man selber gut ausführen kann und sich im Alltag bewährt hat. Vor allem wird bei dieser Methode der Oberschenkel kurz entlastet, was nicht unwichtig ist. Falls Du googeln gehst wirst Du ja sofort feststellen, dass die Rahmengeometrie eine komplexe Angelegenheit ist. Für "Kilometerfresser" natürlich von grosser Wichtigkeit. Aber zu denen gehören wir ja nicht.

Erstaunt bin ich, dass das Bremsen mit dem Vorderrad zu einem Sturz geführt hat. Eigentlich dürfte die Vorderradbremse nur in einem ganz extremen Fall blockieren. Wenn Du so etwas wie eine Notbremsung durchführst, also mit aller "Gewalt und Kraft" ruckartig daran ziehst. z.B. ein Kind springt zwischen zwei Autos Dir direkt vor's Velo. In einem solchen Fall nützt eigentlich nur eine gute  Vorderradfederung etwas. Diese fängt die enormen Kräfte auf und verhindert einen Salto. Zudem schont sie den Rücken und erhöhnt den Fahrkomfort beträchtlich. Falls Du Dein neues Velo eintauschen kannst, würde ich beim Neuen darauf achten und ein Fahrrad mit Scheibenbremsen kaufen. Sie sind punkto Bremssicherheit allen anderen Systemen überlegen. Man gewöhnt sich sehr schnell an das System, braucht zum Bremsen viel weniger Kraft und fühlt sich sicherer. Das sind meine langjährigen Erfahrungen. Aber keine billigen Komponenten am Fahrrad montieren lassen. Das "Velölele" soll ja Spass und Freude machen. Das wünsche ich Dir, nicht nur diesen Sommer lang. salüds Hans

Christine Kaiser

Velofahren und Gefahren

Superratschläge Hans! Entschuldige die Verspätung meiner Antwort. Das mit dem Sattel habe ich bereits gemacht und fühle mich schon viel besser auf dem Drahtesel. Die Vorderachse ist gepuffert. Trotzdem hat es mich zweimal abgeworfen. Für die Scheibenbremsen ist es  zu spät. Punkto Rahmenhöhe habe ich ein kleineres Velo als mein Mann. Ein kleineres gab es nicht. Man vergisst, dass auch die Velohändler ein Interesse daran haben, eine bestimmte Marke zu verkaufen. Aber so schlecht ist mein Velo auch wieder nicht. Ich fahre jetzt vorsichtiger und versuche, die unbekannten Risiken und Tücken  zu überlisten.

In diesem Zusammenhang noch einen Nachtrag zu den Risiken. Folgendes berichtete am 27.7.  unsere lokale Zeitung («Landbote») : Eine 84-jährige Frau wollte mit ihrem E-Bike einer Baustelle ausweichen, indem sie aufs Trottoir fuhr, wobei sie im Dunkeln übersah, dass der Randstein nicht abgeschrägt war. Es kam zum Sturz, die Dame blutete heftig am Kopf. Passanten riefen die Polizei und Sanität. Per Krankenwagen wurde die alte Dame ins Spital gebracht, wo sie die Nacht verbrachte.

Nach einigen Wochen erhielt sie Post vom Polizeirichteramt: Wegen «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs» wurde ihr eine Busse in Höhe von 174 Franken zugestellt. Hätte sie nicht bezahlt, wäre sie einen Tag hinter Schloss und Riegel gekommen.

Wie findet Ihr das?

Giovanni

Die nachträgliche Busse

Liebe Christine, auf deinen Bericht über die verunfallte Dame gibt es ein schönes, oder wenn man lieber will, grimmiges lateinisches Wort:

Fiat iustitia et pereat mundus!

Auf deutsch:
Es lebe die Gerechtigkeit - oder das Recht - wenn die Welt deswegen auch zum Teufel gehen muss!

Dass man stürzt, wenn man über den nicht abgeschrägten Trottoirrand gelangt, dürfte physikalisch plausibel sein. Mit «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs» hat dies aber wahrhaftig nichts zu tun. Die Dame hätte eines gewiegten Rechtsvertreters bedurft, um vom Bussenunsinn bewahrt zu bleiben. Allerdings wären ihr dabei die Kosten hoch über den Bussentarif hinaus geraten.

Dazu ein etwas grimmiger Gedanke: Wir leben zwar in einem Rechtsstaat. Das hat aber mit Gerechtigkeit sehr wenig und mit Vernunft und Billigkeit gar nichts zu tun.

 

dummy

e-bike bei Nacht

Von der Fahrt im Dunkeln mit Elektrovelo rate ich ab aus folgendem Grund: Man ist schneller unterwegs als mit einem "normalen" Fahrrad und wird deshalb auch im hellen LED Scheinwerferlicht zu spät auf ein Hindernis aufmerksam, die Sicht nach vorne ist zu kurz. Eine hingeworfene Bierdose, Pferdemist oder ein holpriger Asphaltflick wirft den Velofahrer aus dem Gleichgewicht.

Christine Kaiser

Widerspricht dem Gerechtigkeitsgefühl

Recht hast Du, Giovanni! Und dass ein höheres Tempo auf dem e-bike mehr Risiken birgt, leuchtet  auch ein, dummy. Zumal man im Alter ja auch im Dunkeln vielleicht ein bisschen weniger gut sieht und  die Reaktionszeit sowieso verlängert ist.

Aber die Sturheit der Gesetzesvertreter gegenüber einer Velofahrerin in so hohem Alter empört das Gerechtigkeitsgefühl, zumal sie durch ihren Sturz und die Folgen bereits für ihre Unvorsichtigkeit gestraft war.

 

Andreas Kühner

Warum ...

... spricht eigentlich niemand davon, dass Trottoir eigentlich Fussgängerweg heisst?

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt

kaninchen

Bürgersteig

Oder Bürgersteig. Aber vielleicht ist das ja nur bairisch, das weiß ich nicht.

dummy

oder Gehsteig

Aber sag das mal einem Schweizer! Auf schwiizerdütsch heisst der Gehsteig eben Trottoir, genau so wie man eine Geldbörse Portemonnaie nennt.

Andreas Kühner

Wie man dem sagt, ist je nach Schnabel anders

... aber bedeuten tut das Ding: Dem zu Fuss Gehenden vorbehalten.

Ich wollte diesen Punkt hier in die Diskussion einbringen und beziehe dies auf die Meldung im Landboten, über die weiter oben berichtet wurde. Die Unart der Radfahrer, sich der Trottoirs zu bedienen, als wären es Radwege. Hindernisse auf der Fahrbahn sind auch Hindernisse für die fahrenden Radfahrer. Sie müssen dann eben warten, oder absteigen und das Velo auf dem Trottoir schieben. Das Risiko, dabei zu fallen ist fast null.

Ich weiss, ich habe völlig verrückte Ideen! Das macht doch niemand mehr. Das ist doch viel zu blöd. Wie kann man auch.

Für Viele ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass man auf dem Fahrrad vor einem Rotlicht auf das Trottoir ausweicht und dann fahrender Weise mit den Fussgängern über den Fussgängerstreifen schnell vorankommt.

Wehe dem Autofahrer, der auf diese Weise die Verkehrsregeln missachtet. Er verliert sofort seinen Führerschein.

Warum nicht auch die Radfahrer? Gelten für die andere Verkehrsvorschriften? Nur die selbstgemachten?  Ich zitiere aus der StVO des Bundes:

Art. 43
1 Wege, die sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern
nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie
Fuss- und Wanderwege, dürfen mit solchen Fahrzeugen nicht befahren
werden.

2 Das Trottoir ist den Fussgängern, der Radweg den Radfahrern vorbehalten.
Der Bundesrat kann Ausnahmen vorsehen.

Einverstanden mit Giovanni bin ich insofern, als die Juristen nicht das Nicht-Beherrschen des Fahrzeuges ahnden sollten, sondern das Nichtbeachten der Verkehrsvorschriften.

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt

kaninchen

....................

Andreas Kühner schrieb:

 

2 Das Trottoir ist den Fussgängern, der Radweg den Radfahrern vorbehalten.
Der Bundesrat kann Ausnahmen vorsehen.

 

In Deutschland dürfen außer Kindern bis 10 Jahre auch  Senioren den Bürgersteig zum Radeln benutzen. Und das nur nebenbei : Mir hat man schon mal gesagt, ich wäre alt genug, über die Straße zu gehen, wenn die Fußgängerampel rot wäre, sprich, alt genug, um selber aufzupassen und nicht die Autofahrer zu stören.

rita amalin surber

die gefahren des radfahrens

der thread ist für weitere beiträge zum thema radfahren wieder geöffnet. dank an alle, die ihren beitrag hier zu einem wichtigen thema gegeben haben und weiter geben werden. die moderatorin.

Kurt Engelbrecht

Wir dürfen wieder!

Wir dürfen wieder!

Also. Da lese ich doch, dass für Radfahrer unter ich weiss nicht wie vielen Jahren die Helm-Tragepflicht gesetzlich "verankert"  werden soll. Nun beobachte ich aber in Natura kaum jemals einen Velofahrer (resp. -In) ohne Helm. Sogar Knirpse kommen auf ihren Trottinettli mit Helm daher, ja sogar zu Fuss in der Migros.

Was also soll dieser Leerlauf des Gesetzgebers?

Kurt

kaninchen

Es gibt auch Stimmen, Kurt,

die vermelden, daß ein Helm bei einem unglücklichen Sturz mehr schaden als nützen kann. Man fällt ja nicht immer genau auf den Hinterkopf. Solche Leute tragen dann keinen Helm,

Kurt Engelbrecht

Wer genau beobachtet,

Wer genau beobachtet, erkennt, dass Radfahrer bei einer Kollision in der Regel kopfvoran auf das Pflaster stürzen und demzufolge sich eher am Vorderkopf als am Hinterkopf verletzen, wenn sie keinen Helm tragen. Wenn die Verletzung dennoch am Hinterkopf ist, sind sie vielleicht verkehrt auf dem Rad gesessen, oder sie sind rückwärts gefahren. Statistisch sind diese Fälle aber nicht relevant.

Kurt

kaninchen

Das hieße sich ja

um des Kaiser´s Bart streiten. Unfälle mit dem Auto enden auch nicht immer so, daß ein Gurt etwas nützt

Kurt Engelbrecht

So isses! Wenn der Kaiser

So isses! Wenn der Kaiser beim Rückwärtsfahren verunfallt, nützen ihm die Gurte nichts, ob er nun einen Bart hat oder nicht. Die meisten Kaiser, die ich kenne, haben aber keinen Bart.

Kurt

garMichael (abgemeldet)

Ich persönlich bin auch Velo

Ich persönlich bin auch ein Velo Fahrer und ich trage immer einen Helm wenn ich unterwegs bin. Ich weiß nicht, ich fühle mich damit sicherer und es ist auch schon zur Routine geworden. Genauso wie der Gurt beim Autofahren.

Lieber GarMichael. Es reicht jetzt!

In den Foren sind Links auf kommerzielle Webseiten unerwünscht. Es ist jetzt das dritte mal, dass wir in einem Deiner Beiträge einen solchen Link entfernen mussten. Wenn Du hier Werbung treiben willst, findest Du die Kontaktadresse und die Bedingungen am Fuss der Webseite unter dem Link «Werbung».

Bei weiteren Versuchen, hier im Forum kommerzielle Links einzustellen, müssten wir Dich für die Foren von Seniorweb sperren. Ich hoffe auf Dein Verständnis.

Peter Fuchs, Webmaster

hansgerd (abgemeldet)

ich selber war lange auf der

ich selber war lange auf der suche nach einem passenden velo. meine frau und ich wollen auf den kurzen wegen bei uns im ort nicht auf ein auto angewiesen sein und zu fuß sind die strecken einfach zu lang. ich hab also lang im internet recherchiert und günstige velos für uns gefunden. bis vor kurzem gab es keine probleme. aber vor einiger zeit hatte ich einen platten, vor ein paar jahren hätte ich das noch alleine reparieren können, aber mit dem alter tut man sich, das muss ich zugeben immer schwerer. naja, gott sei dank wohnt mein sohn mit seiner familie im nachbarort und hat uns das velo repariert.

lieber hansgerd,
wie du obiger mitteilung des webmasters entnehmen kannst, ist kommerzielle werbung in den foren nicht gestattet. aus diesem grund gehört auch dein link nicht in dieses posting und ich bitte dich freundlich, dich daran zu halten. die moderatorin

rita amalin surber

kommerzielle werbung betreffend

wegen wiederholten missbrauchs (kommerzielle werbung) wird dieser thread für weitere postings geschlossen. die moderatorin.