Hier können kurze Erzählungen und Tipps über Eure Reisen veröffentlicht werden.
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Entlang der Küste von Gotland 2011
Anschliessend an den Bericht von 2009 und 2010 möchte ich einen neuen, kleinen Küstenabschnitt von Gotland zeigen. Dieser Teil liegt zwischen den von den Touristen fleissig besuchten Orten wie die Lumelunda Grotte und Lickershamn, etwa 28 km nördlich von Visby. Die Zufahrtstrassen sind eng, von der Durchfahrtsstrasse leicht zu übersehen und sie sind zum Teil als Privatwege bezeichnet. So etwas erweckt die Neugier und bei bedecktem Wetter nähern wir uns auf der Strasse zu Stenkyrkehuk an der Küste, welche auch als Steinküste bekannt ist.
Über eine Wiese mit den dekorativen Grasblumen nähern wir uns der Küste. Der Strand ist von oben her durch die Felsenkante noch verdeckt.
Unten am Strand angekommen breitet sich die Küste kilometerlang gegen Süden und Norden aus. Der Strandwall besteht aus geschliffenen, angeschwemmten Steinen von verschiedenen Bergarten und ist relativ stabil zum Wandern.
Mitten im Steinfeld wächst schon ein kräftiges Grasbüschel.
Andere Besucher geben mit diesem Herz das Gefühl der Stille und Freiheit in dieser bezaubernden Umgebung kund.
Die Ostsee ist heute einigermassen ruhig. Doch das Strandgut von Baumstämmen oder sogar eines Robbenskelett lässt uns die Kräfte der einbrechenden Wellen ahnen.
Bei dem Felsabbruch liegen einige grössere Blöcke im Wege und wie erwartet finden wir hier eine Menge von Fossilen aus der Silur Zeit vor 400 Millionen Jahren. Davon eine verwitterte Steinplatte mit Fossilen.
Neuere Abbrüche mit Fossilen sind weiter oben bei diesem geschichteten Felsen zu finden.
Jeden Winter erfolgen neue Abbrüche und hier liegen Steine mit Fossilen von Korallen und Seelilien herum.
Mitten im Geröll findet man zur Abwechslung zu der rauen Natur die zarten Samen vom Rainkohl.
Nach der Abbruchstelle geht es weiter südlich unter dem 25 Meter hohen Felsen entlang nach Nyhamn. Die Strandzone ist hier schmaler und bei stürmischem Wetter sehr den Wellen ausgesetzt.
Die kleine Fischersiedlung Nyhamn wo die meisten Häuschen davon als Sommerhaus benützt werden.
In der Mitte der Siedlung befindet sich das kleine Fischereimuseum.
Das kleine Hafenbecken von Nyhamn liegt offen gegen das Meer und die kleinen Schiffe werden zu der sicheren Zone zum Strand hinauf gezogen.
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Grüsse von Gotland
hrjung
Answers
Gotland
Es täte mich nicht wundern, lieber hrjung, wenn ich dieser wunderschönen Insel einmal einen Ferienbesuch abstatten täte.
Daran wärest dann aber Du schuld - wegen dieser schönen Bildern und Berichten:)
Liebe Grüsse, Hans Jörg
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Carpe diem
Gotland
Es freut mich, lieber Hans Jörg, dass dir der Bildbericht über diese interessante Insel gefällt. Es ist auch nicht das erste Mal, dass meine Berichte zu einem Besuch von Gotland inspiriert haben. Ich bin mir meiner "Schuld" bewusst und bin bereit mit Rat für einen erlebnisreichen Besuch beizustehen. Sollte die Natur und Geschichte nicht hinreichen, so gibt es, leise gesagt, auch einige Golfplätze. Seit mehr als 50 Jahre durchquere ich die Insel bei verschiedenen Jahreszeiten und es gibt trotzdem immer wieder neue Plätze zu entdecken.
Liebe Grüsse, hrjung
Entlang der Küste von Gotland 2011
Ende Oktober gab es noch einmal die Gelegenheit einen längeren Ausflug zum nördlichsten Teil von Gotland zu unternehmen. Genauer gesagt zu der Insel Fårö ca. 60 Km von Visby entfernt und zum nördlichsten Küstenabschnitt Norsholmen. Die Insel Fårö istdurch einen schmalen Sund von Gotland getrennt. Die Überfahrt mit der kostenlosen Fähre dauert ca. 7 Minuten.
Zu dieser Jahreszeit gehen die Fähren jede 30 Minuten. Auf den Strassen ist wenig Verkehr und dementsprechend gibt es keine Wartezeiten. Auf Fårö angekommen wählen wir eine kleinere Strasse der östlichen Küste entlang nach Dämba und bis zum Leuchtturm ganz oben im NO. Wir fahren diesmal an den bekannten Badestränden von Sudersand vorbei, denn unser Ziel ist Norsholmen.
Eine typische Windmühle beim Gehöft in Dämba.
Wir machen einen kurzen Halt beim Leuchtturm. Der Leuchturm wurde 1847 erbaut und wird seit 1953 elektrisch betrieben. Heute sieht es menschenleer aus, denn die Anlage wird seit 1977 fernbedient. Der im Sommer übervolle Parkplatz ist heute leer und wir können ein Stück der Küste näher erforschen. Ganz im Norden davon breitet sich ein grosser und beliebter Sandstrand aus, zum baden nun doch zu kalt.
Auf dem letzten Stück eines engen Feldweges erreichen wir dieses kleine Fischerhäuschen von wo aus wir unsere Wanderung auf Norsholmen in Angriff nehmen.
Stillleben über der Haustüre.
Wir folgen der Strandlinie über einen schönen, flachen Sandstrand und erreichen den Zaun der das Natur- und Vogelschutzgebiet abgrenzt. In der Zeit vom 15. März bis 15 Juli darf man das Gebiet nur auf dem markierten Weg betreten.
Darum haben wir uns diese Jahreszeit gewählt. Ein Wandern auf den freien Stränden ganz allein ist ein Genuss.
Doch was liegt dort weiter vorne am Horizont? Steinhäufen und eine Betonskelett im Naturschutzgebiet? Das sind die Resten von einem Kalksteinbruch und der Förderanlage von 1916. Der eigentliche Steinbruch liegt etwa 20 Km südlicher und das Material wurde mit einer Eisenbahn zum Ausschiffen bis zum nördlichen Teil von Norsholmen transportiert. Glück oder Unglück, der Betrieb hat sich nicht gelohnt und die Anlage wurde schon 1918 übergeben.
Der Weg führt weiter zum Teil auf den Resten vom Bahndamm. Mitten in der flachen Umgebung liegt dieser grosse Kalksteinblock. Man kann sich fragen wie er hier gelandet ist.
Mit gemischten Gefühlen betritt man diese übergebene Industrieanlage. Von der Entlade-Rampe der Transportbahn führte ein Förderband zum Turmgebäude zum sortieren des Gesteins.
Von den verschiedenen Hügeln aus wurde das Material auf Schienen zu dem weit draussen angelegten Frachtschiff transportiert. Davon ist der letzte Pfeiler noch ersichtlich. Der Pfeiler ist heute ein beliebter Rastplatz für Kormorane. Unmittelbar vor dem Sortierwerk liegt die Drehscheibe für die Transportwagen.
Es herrscht eine Stimmung der Vergangenheit und des Zerfalls und der Blick von einem Hügel nach Norden ist nicht besser. Hier liegen die Resten des 1969 gestrandeten Frachtschiffes Fortuna.
Die nördlichste Spitze von Norsholmen und Fårö. Die hervorstehenden Kalksteinfelsen sind reich an Fossilen.
Auf der nahe gelegenen Höhe liegen die Resten eines Seezeichens, welches heute wegen den neuen Navigationsmitteln keine Bedeutung mehr hat.
Im Sommer ist diese Gegend mit brütenden Vögeln besetzt und da könnte ich mich nicht so frei bewegen. Die einzige Gesellschaft ist die Schafherde bei der Steinmauer von einem ehemaligen Gehöft. Die Aussicht davon gibt als Panorama zum anklicken. Mehr gegen Westen gesehen gibt es noch einige Fischerhäuschen und weiter am Horizont das Küsten Gebiet von Langhammars mit den Rauken wird unser nächster Anhalt.
Zurück geht es über den Sandstrand mit dem angeschwemmten Seetang. Ein gutes Zeichen dafür dass sich die stark verschmutzte Ostsee langsam erholt.
Wenn man schon auf Fårö ist, so gehört der Besuch des Raukenfeldes bei Langhammars dazu. Die Rauken sind die Kalksteinsäulen welche nach der Erosion übrig blieben. Die Lage und die Formen sind sehr unterschiedlich und hier bei Langhammars stehen sie frei in einem Klappersteinfeld an der Küste. Hier hat man von der Höhe einen schönen Blick über die Küste und von unten bestaunt man die eindrucksvollen Figuren.
Für den Rückweg wählen wir die neu angelegte Strasse der Küste und dem grössten Raukenfeld bei Digerhuvud entlang. Hier führt die Strasse ganz nahe an den Rauken vorbei und bei mehreren Rastplätzen gibt es die Möglichkeit die Rauken zu besteigen. Die Wellen zeigen hier ganz deutlich wie steil der Strandabbruch in die Tiefe geht. Wegen den starken Wasserströmen ist hier das Baden nicht zu empfehlen.
Diese Küste streckt sich noch weiter nach Süden und es gibt davon mehrere sehenswerte Abschnitte, welche für kommende Ausflüge vorgesehen sind.
Der folgende Bericht von Suder wird noch bearbeitet.
Freundliche Grüsse,
hrjung
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Sundre
Vor der Rückreise nach Stockholm reicht die Zeit zu noch einem Ausflug, diesmal in den Süden von Gotland. Dieser Landesteil ist als Sundre bekannt. Hauptsächlich eine flache Gegend mit vielen Landwirtschaftsbetrieben. Die Bauern waren nebenbei auch Fischer und bauten an der nahen Küste Fischersiedlungen. Diese liegen zerstreut an der Küste und sie sind oft nur auf schmalen Feldwegen zu erreichen. Heute wollen wir die Siedlungen Tomtbod, Funtlings und Grundården näher erforschen. Die Fahrt beginnt an der Westküste und führt quer durch die Herbstlandschaft zu der Ostküste.
Die grösste Ortschaft auf Sundre, Hemse lassen wir rechts liegen und kommen an dem von uns weniger besuchten Burs vorbei. Ein kleiner Ort und die relativ grosse Kirche ladet zu einem näheren Besuch ein. Die Kirche in Burs wurde um 1200 erbaut und ist eine von den ca. 100 Kirchen auf Gotland. Laut Beschreibung wurde sie 2001 restauriert und sie soll einige wertvolle Gegenstände besitzen. Leider ist sie im Moment geschlossen und ein neuer Besuch ist aufs nächste Jahr vorgesehen.
Bei allen grösseren Kirchgemeinden liegt im Anschluss bei der Kirche das Wohngebäude für den Pfarrer. Dazu gehört oft ein Bauernhof und so ist er hier der Bedeutung entsprechend richtig gross.
Nach diesem kurzen Anhalt geht es weiter in Richtung Tomtbod. Wir finden die Abzweigung von der Landstrasse und erreichen die Fischersiedlung mit den kleinen einfachen Häuschen. Ältere Häuser sind noch aus Stein und mit Steinplatten bedecktem Dach gebaut. Die Ostsee ist hier nicht so tief und die Hafenanlage besteht hier aus den für jeden Besitzer eigene, einfache Pieren.
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Es herrscht heute reger Betrieb. Der Fang liegt sortiert und es werden uns Flundern zum Kauf angeboten. Wir bevorzugen jedoch die gerauchten Flundern. Die Netze werden zum trocknen und reinigen aufgehängt.
Um die Fischsiedlungen vor Neubauten zu schützen so dürfen diese Häuschen nur von den Anwohnern benützt werden und sie werden selten vermietet.
Auf der Weiterfahrt nach Flunting besuchen wir die Kirche von Grötlingbo, an welcher wir so oft vorbei gefahren sind. Auch diese Kirche wurde in der Zeit von 1200 bis 1360 in Etappen erbaut. Infolge der Krisenjahre wurde der Turm nicht in der ganzen Höhe fertig gebaut. Darum diese abweichenden Proportionen am Baustil. Neben der Kirche liegt auch hier der Hof für den Pfarrer. Die Eingangsportale sind reichlich mit Sandsteinfiguren versehen.
Im Innern sind die Deckengemälde gut erhalten und restauriert. Im Chor hängt das Triumphkruzifix von 1200. Die Kanzel stammt von 1548 und sie ist die älteste, erhaltene Kanzel auf Gotland. Die Altartafel von 1669 ist aus Sandstein bearbeitet und der Taufstein stammt von 1249.
Dieser Anhalt hat sich gelohnt. Zur Abwechslung erreichen wir auf einem asphaltierten Strässchen das Fischerdörfchen Flunting. Der Hafen wurde hier 1967 ausgebaut, darum das neuangelegte Strässchen.
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Auf dem Weg weiter südlich erreichen wir die schmalste Stelle von Gotland, zwischen Ost- und Westküste 2,5 Km. Hier wenden wir nach Nordwest zum Fischerhafen von Grundården. Die Küste ist hier sehr flach und hier werden laufend neue Windkraftanlagen aufgebaut.
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Damit sind die Ausflüge entlang der Küste von Gotland für 2011 zu Ende.
Freundliche Grüsse
hrjung
Was ist das?
Hallo hrjung,
Tolle Bilder einer wunderbaren Landschaft, die Du uns da zeigst.
Eine Frage hätte ich noch. Wozu wurden/werden die langen Masten (z.B. auf Bild 12 im Schaukästchen) benutzt?
Gruss Markus
Masten
Hallo Markus, schön dass dir diese Landschaft gefällt. Die Insel im Meer und die Berge in der Schweiz sind für mich zwei Aufenthaltspunkt welche einen balancierten Ausgleich schaffen.
Die Masten sind die Markierungen für die Hafeneinfahrt. Die kleineren Masten trugen Sturmlaternen und sie sind jetzt durch elektrische Lampen ersetzt worden.
Dieses Leuchtfeuer im Fischereimuseum Kovik ist ein Vorgänger der Leuchttürme. Solche sind heute noch bei vielen Fischersiedlungen der Küste entlang anzutreffen, aber nicht mehr in Betrieb. Oben auf der ca. 20 M langen Stange ist ein eiserner Korb angebracht. Die Stange ist an der etwa 8 M hohen Stütze befestigt und kann nach unten gekippt werden. Als Brennmaterial wurden Wurzelstöcke verwendet.
Herzliche Grüsse
hrjung
schön war deine Reise
nach Gotland, Hrjung. Danke, dass du uns auch die Karten zeigst, so findet man sich eher zurecht. Ich schätze das sehr und sollte zur Nachahmung empfohlen werden.
Nach Gotland die Schweiz?
Gruess nach Schweden
muriel
Logisch und einfach
Danke, hrjung, für die Erklärung. Früher haben die Leute noch mit einfachen Mittel ihre Probleme lösen können.
Wurden dort Stock- oder Klippfische getrocknet?
>> Angeln ist die einzige Art von Philosophie, von der man satt werden kann. (Peter Bamm) <<
Fischerei auf Gotland
Markus, auf Gotland werden die Fische nicht zum trocknen aufgehängt wie das zum Beispiel in Norwegen und an der Westküste von Schweden der Fall ist. Fische die nicht frisch auf den Markt kommen, werden eingesalzen oder weiter verarbeitet. Dorsch, Lachs und Flundern werden unterschiedlich warm oder kalt geräuchert. Die Ostseeheringe auch als Sill oder Strömming bekannt werden mit Essig, Zwiebeln und Kräutern eingemacht. Alle sind beliebte Spezialitäten und geben ein abwechslungsreiches Fischmenü. Das industrielle Fischen in der Ostsee wird laufend diskutiert und durch Fangquoten geregelt. Die grösseren Schiffe sind auf einige ausgebaute Häfen verteilt.
Klintehamn im Oktober 2011
Herzliche Grüsse
hrjung