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S'isch äben e Mönsch uf Ärden.

6 Antworten [Letzter Beitrag]
26. November 2011 - 13:37
erweig

Das Guggisberger Lied

23520   's isch äben e Mönsch uf Ärde - Simelibärg!
  - Und ds Vreneli ab em Guggisbärg
  und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Bärg -
  's isch äben e Mönsch uf Ärde,
  dass i möcht bi-n-ihm si

  Und mah-n-er mir nit wärde,
  vor Chummer stirben-i.

 U stirben-i vor Chummer,
  so leit me mi i ds Grab.

 


Dört unden i der Tiefi,23521
da steit es Mülirad.

Das mahlet nüt as Liebi,
die Nacht und auch den Tag.

Das Mühlirad isch broche,
mys Lyd(e), das het en Änd

 

 

 

So erzählt man sich in Guggisberg die Geschichte der unglücklich Verliebten:

Der Hof „Linde“ in Guggisberg war die Heimat von Vreni, das früh den Vater verloren hatte. Der Ammann von der “Zelg“ wurde Beistand für Witwe und unmündige Tochter. Wie es damals so üblich war, bestimmten die Eltern dass beider Kinder, der Ammannssohn und Vreneli, heiraten sollten. So würden die zwei stattlichen Höfe vereint. Aber die Liebe war schneller. Vreneli hatte bereits eine andere Wahl getroffen. Simes Hans-Joggeli vom Wahlenhaus änet dem Berg sollte es sein und kein Anderer. Dem wohlhabenden Ammannssohn gefiel das aber gar nicht, er wollte seine Rechte dem Schattseitenbauern handgreiflich klarmachen. Aber er unterlag dem Stärkeren und bewusstlos blieb er liegen. Hans-Joggeli glaubte ihn tot und verzweifelt floh er um in fremden Kriegsdiensten der Bestrafung zu entgehen. Das Vreneli aber blieb zurück mit seiner Liebe, seiner Sehnsucht und Treue. Es sei an seinem Kummer früh verstorben, so heisst es.

Die Geschichte könnte sich zwischen 1660 und 1670 zugetragen haben. Im Jahr 1715 wird nämlich im Rodel ein „Simes Hans-Jaggi“ als Wittwer mit zwei Söhnen verzeichnet Er war wohl aus dem fremden Land zurück gekehrt und wohnte im Wahlenhaus hinter dem Guggershorn.

Das ergreifende Lied wird 1741 erstmals erwähnt und 1908 von Otto v. Greyerz im „Röseligarten“ aufgezeichnet. Seither ist es in jedem Schweizer Liederbuch zu finden.

Das ist der Lindenhof die Heimat von Vreni, heute Museum im Umbau bis Mai 2012

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Guggisberg mit dem Guggershörnli

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Der Vrenelibrunnen mit der Kirche

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Am Stöcklifenster sollen  bei geschlossenen Läden diese Trachtenleute die Anwesenheit der Bewohner vortäuschen.

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Hier mag wohl das Vreneli nach dem heimlichen Liebhaber Ausschau gehalten haben

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In der alten Kirche wurden 1983 zwei bemalte Fenster von Max Brunner zum Thema Liebe eingebaut. Auf der Südseite "Der verlorene Sohn" aus der Bibel

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und an der Nordwand das "Vrenelifenster"

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Wenn es wieder warm ist und alles blüht, wird das Museum wieder offen sein und ein Ausflug dahin in das schöne Guggisbergerland ist sehr zu empfehlen.

........................................................................

Quellen:
Vreneliseite

Otto v. Greyerz

Gemeinde Guggisberg

Gruss Erwin

Answers

Hans Jörg Klemenz

Schöner Beitrag

Schöner Beitrag, Erwin. Danke.

Hans Jörg

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Carpe diem

Maja Petzold

Und das Guggisberg-Lied

Und das Guggisberg-Lied gehört doch auch dazu, hier eine Version gesungen vom Guggisberger Chor.

Danke, Erweig, für diese Idee im sonnigen November. Für mich, gebürtig aus dem "grossen Kanton", ist dies das allerschönste Schweizer Volkslied, das ich kenne.

ruth-erika

Guggershörnli

..s isch e länge Wäg uf ds Guggershörnli,i t's a long way to go...kennt jemand dieses Spottlied noch ? (it's a long way to tipperary)
Erwin - wie wärs im nächsten Frühling mit einem Guggershörnli-Bärehöck  ?  :-) :-)Ich war seit ca 62 Jahren nicht mehr dort und erinnere mich nicht ob es stotzig ist oder nicht ! Wir reden noch darüber. Danke für die Bilder und die Info. ruth-erikad

Vorlieben für:
Katzen,Musik,Florenz,Kochen
Basteln und Einrichten
 

etna

Ja, ich mag.....

mich daran erinnern - da kam etwas vor mit "Goodbye Schwarzwasserbrügg - s'isch e long way, zum Guggishörnli, s'isch grad glych wytt, wie zrügg!

Das waren noch Zeiten............... ich glaub, es war grad nach den Kriegsjahren, oder?

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

erweig

Der Link von Maja Petzold...

...öffnet ein schönes Youtube- Filmchen. Der Kirchenchor von Guggisberg singt das Lied und unsere Bäre-Höck Freundin Lydia Beyeler singt mit.

Danke für eure Kommentare.

Gruss Erwin
Marianne Loser

Guggisberg

Danke Erwin für diesen wunderschönen Beitrag.

An das  das Lied: ‘it's a long way to tipperary’ erinnere ich mich sehr gut. Dieses Lied wurde in Klassen- und Skilagern oft gesungen und weckt Erinnerungen…..