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Für Rolf. Ohne ihn und seinen Beitrag im Geographierätsel hätte ich weder Macun entdeckt, noch diese Tour gemacht. Danke!
Ja, ich schlafe gerne aus am Morgen und nein, ich fahre nicht gerne weit. Aber heute ist alles anders. Ich stehe schon vor sechs Uhr auf und will über den Julier und bis Zernez fahren, laut Routenplaner fast eineinhalb Stunden. Um viertel vor sieben starte ich, am Horizont ist ein heller Streifen sichtbar. Es sieht nach gutem Wetter aus.
Es hat kaum Verkehr, ich komme gut vorwärts. Ein Stück vor Zernez zeigt sich mein erstes Ziel, der Piz Munt Baselgia. Auf den muss ich rauf, dahinter ist das Land meiner Träume.
Meine Ausrüstung ist die gleiche wie vorgestern. Zusätzlich habe ich noch meine allerwärmsten Socken dabei. Und Steigeisen, man weiss nie... Ich möchte nicht, dass das Unterfangen an einem bisschen harten Schnees oder Eis am falschen Ort scheitert.
In Zernez kann ich beim Bahnhof parkieren. Bevor ich starte muss ich aber dringend mal und ein Kaffee wäre auch nicht schlecht. Im Restaurant kann ich meine gegensätzlichen Bedürfnisse befriedigen. Ich ignoriere den Sonntagsblick auf dem Tisch, nehme nur ein Gipfeli, das geht schneller. Dann im Auto Socken und Schuhe wechseln und los!
Ich gehe durchs Dorf, es schlägt halb neun. Unterhalb der Kirche beginnts zu steigen. Es ist kalt. Eiskalt. Ich hoffe, dass die dicken Socken meine Füsse einigermassen warm halten. Die Hände sind schon fast gefroren, trotz der Handschuhe. Aber die Überzüge mag ich jetzt nicht darüber ziehen. Ich hofffe, dass es bald wärmer wird.
Und, wer sagts denn, ich bin halt ein Glückspilz, habe wieder mal ein Affenschwein! Nach einer Vietelstunde bin ich schon in der Sonne! Damit hatte ich nicht gerechnet. Da werden auch die Hände schnell wärmer. Der Weg verläuft zwar im Wald, aber der ist nicht so dicht und die Sonne scheint immer wieder durch. Es ist ein angenehmes Gehen.
Ich bin schon recht hoch, geniesse die angenehme Wärme und die immer besser werdende Aussicht
Zernez ist immer noch im Schtten.
Langsam komme ich gegen die Waldgrenze. Hier wachsen hauptsächlich wunderschöne Arven.
In einer Kehre fällt mir ein Schild auf. Zuerst sehe ich nur "Macun" und viel Rot. Ich erschrecke. Ich hatte auf der Seite des Nationalparks kurz nachgeschaut und da stand, dass der Weg "geschlossen" sei. Für mich stellte sich die Frage, ob geschlossen mit einem Verbot gleichzusetzen ist, oder ob das einfach heisst, dass der Weg nicht mehr kontrolliert und eventuelle Schäden nicht mehr behoben werden. Dann schaute ich noch auf der Seite von Engadin Tourismus und da stand nichts von Verbot oder Ähnlichem. Also beschloss ich, es zu wagen. Natürlich könnte es auch sein, dass es zu viel Schee hat, das wäre dann halt Pech, denn Wintersport und damit auch Schneeschuhlaufen, ist im Nationalpark nicht erlaubt. Aber umkehren kann ich ja immer.
Und jetzt bin ich da und sehe dieses auffallende Schild an einem Pfosten und vorläufig kann ich nur "Macun" entziffern. Steht da, dass das Gebiet jetzt gesperrt ist?
Etwas näher lese ich, dass hier die "Bergstation" des Macun-Shuttle ist und eine Handy-Nummer für eventuelle Talfahrer. Ich bin erleichtert und gehe weiter.
Das gekrächze der Tannenhäher auf den Arven begleitet mich. Die abgenagten Arvenzapfen liegen zuhauf auf dem Weg. Kurz danach bin ich endgültig aus den Bäumen.
Nach einer Pause geht es weiter in die Lawinenverbauungen. Unzählige sind es. Wenn ich hochschaue sehe ich nichts anderes.
Zuerst ärgere ich mich über diese "Naturverschandelung". Klar, es braucht sie, da bin ich ja einverstanden, sie schützen Zernez. Aber wieso muss der Wanderweg genau da durch gehen? Das ist doch alles andere als attraktiv, das ist schlechte Reklame fürs Engadin. Den Wanderern müsste man doch möglichst unverbaute, unverfälschte Natur bieten! Finde ich... sollte man!?
Ich bin mir nicht mehr sicher. Heile Welt vorspielen? Es braucht die Verbauungen, sie sind für Zernez überlebenswichtig. Es ist ein Segen, dass es sie überhaupt gibt! Und ich schaue die Dinger plötzlich mit anderen Augen an und versuche sie in mein Landschaftsbild zu integrieren.
Manchmal scheinen sie zu tanzen.
Ich entdecke sozusagen die "Poesie der Lawinenverbauungen". Nie hätte ich mir träumen lassen dass ich mit solch einer Begeisterung Lawinenverbauungen fotografiere...
Und dazwischen
Aber ich bin ja nicht wegen der Lawinenverbauungen hier, also weiter.
Manchmal hat es ein bisschen Schnee, manchmal ist der Weg ein bisschen vereist. Aber es geht gut. Und dann bin ich auf dem Munt Baselgia.
Es ist nicht mehr so weit auf den Gipfel. Hier hat es mehr Schnee und diese riesigen Steinblöcke. Ich gehe vorsichtig, möglichst auf den Steinen, dazwischen versuche mit den Stöcken zu entlasten, denn ich kann nie wissen, was unter dem Schnee ist. Auch ein Stein, oder ein tiefes Loch? Meist hält der Schnee und ich kann bequem drauf gehen. Hin und wieder breche ich aber ein, bis zur Wade oder bis zum Oberschenkel, je nachdem. Es ist ein bisschen mühsam, aber gut zu bewältigen.
Und Hunger habe ich. Schon länger ist da ein Loch in meinem Magen. Ich habe versucht es zu ignorieren, ich will auf dem Gipfel was essen. Aber es geht nicht. Das Loch wird immer grösser, verschlingt all meine Energie. Ich bekomme kaum mehr die Füsse in die Höhe. Es wären nur noch maximal 50 Höhenmeter bis zum Gipfel, das sollte doch möglich sein... Aber ich weiss aus Erfahrung, das bringts nicht. Erstens bräuchte ich sicher die doppelte Zeit, zweitens hätte ich Mühe mich zu Erholen, ich wäre für den Rest des Tages reduziert. Das will ich dann doch nicht riskieren. Ausserdem kann ich hier noch gemütlich sitzen, oben hätte es nur Schnee. Und weniger Wind hat es hier sicher auch. Die Jacke habe ich schon längst ausgezogen, es ist sehr warm. Also mache ich es mir gemütlich, esse, trinke und geniesse.
Es geht nicht lang und das Loch in meinem Bauch verzieht sich beleidigt. Ich fühle mich wieder fit und könnte Bäume ausreissen. Es sind bloss keine da.
Ich packe zusammen und nullkommanichts bin ich auf dem Gipfel. Gespannt schaue ich auf der andern Seite runter: Da ist es, das gelobte Land, das Land meiner Träume der letzten Tage. Ich schaue hinunter und bin zuerst ein bisschen enttäuscht.
Ich hatte mir das anders vorgestellt. Gefrorene Seen zwar, aber weniger Schnee. Es soll ungefähr 20 mehr oder weniger grosse Seen haben auf der Hochebene. Ich kann nur einige erkennen. Und dann weiss ich nicht, ob es nicht doch zu viel Schnee ist, ob ich da überhaupt durchkommen werde.
Dann schaue ich nach links und nach rechts - eigentlich sieht das ganz gut aus, sind doch schöne Berge.
Und überhaupt habe ich jetzt, statt den Berg vor der Nase, eine tolle Aussicht nach Norden. Ich verabschiede mich von den Bergen im Westen, dann nochmals ein Blick ins Oberengadin und mache mich auf den Weg in die Fuorcletta da Barcli.
Der Grat ist nicht ganz einfach zu begehen, grosse Steine und dazwischen Schnee, manchmal bodenlos. Unterwegs kommt mir ein wunderschöner, grosser, schwanzwedelnder Schäferhund entgegen, der mich freundlich schnuppernd begrüsst. Gleich dahinter kommt sein Meister.
Natürlich kommen wir ins Gespräch und freuen uns erst mal an dem superschönen Tag, dem herrlichen Wetter, der schönen Landschaft und überhaupt.
Mein Gegenüber ist nicht so begeistert davon, dass Macun jetzt Nationalpark ist. Übrigens erst seit dem Jahr 2000. Er sei früher oft in dem Gebiet gewesen, seit es Nationalpark ist, nicht mehr. Einerseits dürfte er den Hund nicht mitnehmen, denn Hunde haben Parkverbot. Andererseits hat er es wie ich, er ist auch oft und gerne abseits der Wege unterwegs, was im Nationalpark nicht geht. Deshalb ist es für ihn nicht mehr interessant. Ansonsten, informiert er mich, dürfe man unterwegs sein, solange man die Wege sehe. Das heisst, wenn alles verschneit ist, darf man nicht, ebenfalls nicht in der Nacht, denn Taschenlampen oder sonstiges Licht sind auch nicht erlaubt. Aber jetzt sehe man die Wege, befindet er. Die Markierungspfosten schauen ja noch aus dem Schnee. Er muss es wissen, er arbeitet im Park. Und sooo viel Schnee habe es nicht, da käme ich schon durch. Da im Hang sei es ein bisschen mehr, dafür käme ich auch schneller vorwärts, könne ich doch rutschen. Unten, beim Bach, da könne es Eis haben, aber doch, vermutlich könne man ausweichen.
Ich freue mich natürlich über diese Auskunft. Dann gehen wir unserer Wege.
In der Fuorcletta steht dann wie bei jedem Parkzugang eine Infotafel. Ich darf nichts mitnehmen. Weder Blumen, noch Steine oder Holz, einfach nichts aus der Natur. Ich darf die Wege nicht verlassen, keinen Wintersport betreiben, nicht mit dem Velo fahren, kein Feuer machen, keinen Hund mitführen... Nur wann ich in den Park darf und wann nicht, steht nirgends. Mir solls recht sein. Mit gutem Gewissen mache ich die ersten Schritte hinein. Vorher habe ich vorsichtshalber noch die Gamaschen angezogen.
Den ersten steilen Hang steige und rutsche ich im Schatten runter. Der Schnee ist fast überall recht locker und ich sinke immer wieder ein, oft bis zum Oberschenkel . Das ist aber nicht weiter schlimm. Und eine Spur hat es auch, ich finde also den Weg...
Unten am Steilhang bleibe ich stehen, drehe mich einmal um mich, schaue mich um. Bald werde ich wieder an der Sonne sein.
Ein Stück weiter bleibe ich wieder stehen, drehe mich einmal um mich, oder auch zweimal, schaue, staune, gehe weiter.
Das wiederholt sich so ca. alle hundert Meter. Immer wieder drehe ich mich um mich, immer wieder sieht es anders aus und es gefällt mir je länger je besser. Es ist fast eine Art Tanz. Eigentlich, überlege ich mir, ist es ganz gut, dass ich nicht vom Weg abweichen darf. Sonst würde ich wohl kaum mehr aus dieser Hochebene rauskommen...
Tierspuren überall. Gämsen und Steinböcke, nehme ich an.
Und es ist einfach nur schön...
Irgendwann muss ich mich losreissen, weiter, der Tag dauert nicht ewig. Gleichzeitig ist das für heute auch der Abschied von der Sonne.
Und dann bin ich ausserhalb des Parks. Noch ein letzter See im Schatten. Brav mache ich meine Fotos vom Weg aus, bis ich realisiere, ich darf wieder gehen wo ich will...
Also einmal drum rum.
Die Hütte, die in der Nähe des Sees steht, kann man wohl nicht als solche bezeichnen, das ist doch ein recht massives Berghaus. Allderdings etwas schattig gelegen. Keine Ahnung was es sein soll. Eine Alphütte wohl kaum, sieht mehr nach Militär aus, finde ich.
Ja, und dann komme ich zu einem Wegweiser mit Zeitangabe. Lavin 3 Std. steht da. Ups, es ist zehn vor drei. Um fünf Uhr ist es schon fast dunkel. Um zehn vor Fünf würde ein Zug fahren. Ist das zu schaffen? Keine Ahnung. Der Zug wohl kaum, aber ich sollte runter kommen, bevor es tiefe Nacht ist.
Ich gebe Gas. Es hat noch etwas Schnee auf dem Weg, was mir entgegenkommt. Da lässt es sich viel schneller gehen als auf dem steinigen Pfad. Nur wo es eisig ist muss ich ausweichen, aber das ist nicht oft.
Ziemlich lange kann ich vom Schnee profitieren, dann ist fertig. Dafür kann ich dann einfach die vielen Zick-Zacks gerade runter abkürzen.
Hin und wieder schaue ich zurück. Doch, ich bin schon ein rechtes Stück unten. Von da oben links bin ich gekommen.
Das Bächlein fasziniert mich. Glasklare gefrorene Eisblasen, unter denen ich das Wasser fliessen sehe.
Und dann bin ich bei der Alp Zezina. Nicht ganz eine Stunde habe ich gebraucht und laut Wegweiser geht es noch eineinhalb Stunden bis Lavin. Die Hälfte habe ich also. Ha! Es könnte reichen, auch für den Zug! Einfach nicht mehr fotografieren...
Der Weg ist jetzt breiter, mir dem Auto befahrbar. Ein Stück weit geht es gut, dann ist das Strässchen auf einer Länge von ca. 10 Metern mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Ich muss hangwärts ausweichen. Das passiert danach immer wieder, was mein Vorwärtskommen natürlich ein wenig bremst. Dann gibts eine Abkürzung, einen Fussweg, dem Bach entlang. Da ist es kälter, es hat mehr Wasser und entsprechend auch noch noch mehr Eis. Das Ausweichen ist nicht immer einfach.
Ich bin nicht mehr ganz so zuversichtlich, was meinen Zeitplan betrifft. Dann hört es endlich auf mit dem Eis, dafür dient jetzt wieder der Fahrweg als Wanderweg. Der hat natürlich nicht viel Gefälle, macht seinen Zick-Zack über Kilometer... So viel Zeit habe ich nicht. Ich kürze ab, weglos, in der Falllinie runter, durch den Wald. Es geht überraschend gut, der Boden ist schön weich. Hin und wieder kreuze ich das Strässchen.
Weiter unten habe ich die Übersicht verloren. Vom Gegenhang sehe ich durch den Wald nur wenige Flecke, unbebaut. Ich weiss nicht so recht ist Lavin jetzt mehr links oder rechts? Links vermutlich, also nehme ich jetzt das Strässchen, ich bin ja bald unten und muss die Brücke erwischen. Dann kommt doch noch ein Zick und später wieder ein Zack. Ich ärgere mich ein wenig, da hätte ich nochmals abkürzen können. Inzwischen renne ich fast.
Dann bin ich auf der Brücke. Ich habe noch zehn Minuten, bis der Zug fährt, der Bahnhof ist oben im Dorf, ich muss noch ein Billet haben, vermutlich hat es nur einen Automaten, das dauert dann...
Ich pressiere den Berg hoch. Immerhin ist der Weg zum Bahnhof gut beschildert. Und ich schaffe es! Juhuuuu. Ich habe genug Zeit, muss sogar noch warten. Langsam wird es dunkel.
Die Fahrt nach Zernez ist nicht lang. Dort gönne ich mir zuerst einen Kaffee, bevor ich mich auf die Heimfahrt mache. Das ist dann der mühsamste Teil der Tour.
Aber es hat sich gelohnt. Das Aufstehen früh am Morgen, die lange Autofahrt, die mühsame Heimfahrt in der Nacht. Ich würde es wieder machen. Es war eine grandiose Tour! Und ich will nochmals hin, wenn es keinen Schnee mehr hat.
Answers
Macun im Spätherbst/Frühwinter...
Sidea, ich bin beeindruckt! Toll, dass Du diese Tour noch machen konntest. Für mich dachte ich beim Schreiben des Tips im Geographierätsel, dass die allernächsten Tage die allerletzte Gelegenheit im 2011 wohl wären - bevor das Wetter und Klima endgültig auf Winter umschlagen. Und dann eben - wie geschrieben, so etwa ab Juli 2012 erst wieder.
Ich bin beeindruckt von Deinen Bildern, Deinem Text und... Deiner Expresstour "daneben"...! Nur schon das Aufsteigen ohne Taxidienst ist ja happig, das Durchqueren der Hochebene verlangt nach Zeit, der Abstieg dann sowieso. Und das alles unter diesen Bedingungen. Dank Deiner grossen Erfahrung und Fitness war das für Dich möglich. Ich gratuliere Dir!
Ich hatte schon recht, als ich schrieb, dass ich nicht so wiesenflink wäre, um mit Dir die angebotene Freitagstour zu machen. Und ich nehme jetzt nicht mehr an sondern weiss es: Du bist wieselflink und topfit. Ohne das hättest Du diese anspruchsvolle "Wanderung" nicht geschafft - zumal nicht an den kurzen Tagen in dieser Jahreszeit. Hut ab!
Ich freue mich, dass ich Dir einen Hinweis geben konnte, den Du mit viel Elan und Freude in eine Bergtour umsetzen konntest. Ich freue mich mit Dir!
En herzliche Gruess, Rolf
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Macun
Hallo Sidea und Rolf
Inspiriert durch Rolf, hast du eine wuderbare Tour unternommen. Ich kenne das Unterengadin fast nur aus Sicht vom Auto aus, natürlich auch mit den nötigen "Zwischenhalten". Dank deinen wunderbaren Aufnahmen von den Lawinenverbauungen ob Zernetz, durfte ich sie einmal aus aller nächsten Nähe betrachten. Ich bewundere deine Unternehmenslust und die wunderbare Dokumentationen. Als Geist der Berge kommt es mir vor, als währe ich dabeigewesen.
Es grüsst Dich und Rolf
Berggeist
Zernez
Zernez, kenne ich als Ausgangspunkt für meine Herbst-Wanderungen im Nationalpark und meiner mehr, oder sagen wir eher weniger sportlichen Loipenerfahrungen. Die Lawinenverbauungen erinnerten mich an ein schlimmes Erlebnis. Ich war nicht selbst betroffen, aber vergessen kann ich es nie. Den "Engadiner" hab ich auch nie geschafft, nur damit das klar ist!
Auch auf die Berge wandern, geschweige denn Bergsteigen oder Klettern, dass das jemand macht, war mir viele Jahre fremd. Hinaufschweben und die Aussicht geniessen, ja. Eher zufällig und ziemlich unfreiwillig wagte ich es in einem eher fortgeschritteneren Alter mit auch eher kleineren Sachen halt und oft unter Fluchen und Stöhnen (wie kann ich nur...? das mach ich nie, nie mehr...!) Aber oben angekommen waren solche Gedanken weg. Egal was, ob einfach schöne Aussicht, Nebelmeer, die vielen Sterne... Man ist nahe beim Himmel und man fühlt sich fast so frei wie ein Vogel. Inzwischen geht es halt doch wieder nur noch mit Bähnli ... wie zu Anfang oder eben ich geniesse die vielen schönen Fotos im SW. Ganz speziell jetzt auch von dir, liebe Sidea, in "Bild mit Worten" so anschaulich und nachvollziehbar, ich hab' das Gefühl ich bin dabei! Dafür danke ich dir herzlich!!!
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *
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So, ich bin wieder da und möchte mich erst mal ganz herzlich bedanken für Eure Kommentare.
Rolf, zuerst nochmals herzlichen Dank für Dein Rätsel, ohne das hätte ich Macun wohl nie entdeckt. Und Dein Link zu Engadin Tourismus war es wohl, der mich hoffen liess dass ich noch "darf" und mich das Wagnis eingehen liess. Und dann, auch wenn ich auf Dich einen wieselflinken Eindruck mache, möchte ich doch, dass Du weisst, dass ich, wenn ich schon Mitwanderer einlade, auf diese auch Rücksicht nehme. Ich kann mich sehr gut anpassen und habe das auch schon oft getan. Es macht mir Freude andern zu zeigen wie schön es bei uns ist. Und das braucht Zeit :-)
Berggeist, es ist nicht schwer Unternehmungslustig zu sein, wenn man noch kann. Ich geniesse es einfach so lange es geht und setze alles daran, dass dies noch möglichst lange dauert. Ansonsten freue ich mich, wenn Du das Unterengadin auch aus der Höhe kennenlernst.
Iloma, auch ich habe schon geflucht und gestöhnt. Umso schöner ist es wenn man es geschafft hat, wenn man an seine Grenzen gegangen, sie vielleicht sogar ein bisschen überschritten und damit verschoben hat. Ich glaube, das ist es, das Grenzen Verschieben, was das Gefühl von Freiheit vermittelt. Es müssen vermutlich nicht unbedingt Berge sein. Einfach die eigenen Grenzen erkunden, sie in einer Richtung ein bisschen ausdehnen, auch wenn sie uns von einer anderen Seite vielleicht bedrohlich nahe kommen. Das gibt uns dann, mindestens in einer Richtung, wieder etwas Freiheit. Ich hoffe, dass Dir das nach wie vor gelingt und freue mich, wenn Du auf meinen Wanderungen dabei bist.
Gruss Sidea
Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler
Einfach wundervoll
Dieser Prachtstag, diese Prachtsaussicht, diese Prachtstour!
Wie du das alles gemeistert hast und wie spannend erzählt..
Ich beneide dich um das Glücksgefühl welches sich nach solch einem Tag abends einstellt! Ich glaube, es sind Gefühle welche nur nach Bergtouren möglich sind.
Beinahe hätte ich vergessen, wegen der Lawinenverbauungen. Gut hast du sie so gründlich fotografiert, wer hat denn schon Lawinenverbauungen aus der Nähe betrachten können...
Herzliche Grüsse, Trudy zum Blog