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Wir leisten uns den Luxus von drei Zeitungsabos noch bis Ende Jahr, weil wir uns im Dezember 2010 nicht auf ein Leibblatt einigen konnten: die NZZ wegen des breiten Auslandteils, den Tagi wegen der Sportnachrichten und unsere Lokalzeitung aus Pflichtbewusstsein.
Nun hat die NZZ 12 Seiten Börsenninformationern in so kleiner Schrift, dass ich eine Lupe bräuchte, um sie zu lesen, wenn sie mich denn überhaupt interessierten. Und sie ist weniger spannend geschrieben als der Tagi.
Der Tagi kopiert genau seit 1.1.2011 (damals hatten wir gerade das Abo bezahlt) im Lokalteil die Informationen aus unserer Lokalzeitung ZSZ (allerdings ohne die amtlichen Informationen unserer Gemeinde). Aber er bringt übers Wochende ein sehr gutes Magazin.
Die ZSZ, unsere Lokalzeitung informiert uns etwas ausführlicher über unsere Region als der Tagi, aber sie verwechselt Oft Orte und Leute, schreibt falsche Vornamen - kurz die Autorinen und Autoren kennen sich in unserer Gemeinde überhaupt nicht mehr aus. Im allgemeinen finden wir das Wichtigste eben doch im Tagi.
Nun flattern wieder die Abonnementrechnungen ins Haus, und bei den Redaktionen beginnt das Gezeter, dass die Leser wegbleiben. Wie verständlich ....
Auch ich werde wohl die morgendlichen gemütlichen Lesestunden beim Kaffee gegen einen Besuch im Fitness-Zenter eintauschen, und auf Zeitungs-Abos verzichten, bloss - auf welche?
Answers
aa
wir haben seit Jahren eine grössere Zeitung, die wenigstens noch 1 Seite über unseren Wohnort bringt. Leider wird sie dauernd um mehrere % teurer und immer dünner. Im Sommer ist sie das Papier kaum mehr wert wegen den paar mickrigen Seiten. Informationen hätten die doch genügend, sind bloss zu faul, sie abzudrucken. Bald ist sie auf dem Umfang der Gratiszeitungen, aber ohne Lokalseite. Sie vertritt auch eine asoziale Partei die mir nicht passt. So sind eigentlich vor allem ungefärbte objektive Berichterstattungen interessant.
Qualität kostet
Sind Journalisten und Redaktoren Kostenverursacher oder Leistungserbringer, die eine Zeitung erst wichtig für die Leser machen?
Sind redaktionelle Texte bald nur noch Füller zwischen den Inseraten?
Sind Leser bald nur noch Konsumenten von Gratiszeitungen?
Liebe Brigitte,
Bitte, behalte das Abonnement wenigstens der Lokalzeitung. Auch wenn sie vielleicht Vornamen verwechselt oder andere Patzer macht (Du meine Güte, wie oft musste ich mich für meine Fehler schämen – aber damals gab es noch kein beinahe so wahres wie vollständiges Informationsangebot im Internet). Die Lokalzeitung sollte das bringen, was vor der Haustüre geschieht. Wenn immer weniger Leute abonnieren, wird die Zeitung uninteressant für die Inserenten. Mit weniger Inserenten muss die Redaktion verkleinert werden. Kleinere Redaktion gleich weniger gut recherchierte Artikel. Und weniger Präsenz bei Veranstaltungen. Ein Teufelskreis. Es sollte andersrum gehen: Mehr Informationen, bessere Qualität schaffen mehr Inserenten, diese garantieren das Bestehen der Zeitung und der Qualität des Angebots.
Gratisanzeigen brauchen in der Regel keine qualifizierte Journalisten, sie leben vom Agentur-Material.
Ob Du den Tagi behalten willst oder die NZZ – da kann ich Dir nicht raten. Was aber würdest Du von einer Zeitung halten, die Dir auf Wunsch mit dem Auslandteil der NZZ, dem Inlandteil des Tagi und dem Lokalteil der Lokalzeitung und der Wirtschaftsseite der Financial Times bestellen könntest? Das gibt es bereits. Allerdings ist das Abonnement für mich als Rentner schlicht zu teuer!
Liebe Adventsgrüsse Bernhard
Die Lokalzeitung soll weiter bestehen
Danke, Bernhard, für deine Meinung - sie entspricht auch meinen Gefühlen, denn die Lokalzeitung kann eigentlich nichts dafür, dass sie von der Tamedia aufgekauft wurde, und dass diese wieder einzelne Artikel übernimmt und im Tagi publiziert. Wir haben uns nun entschieden, auf jeden Fall die Lokalzeitung zu behalten. Die vorwiegend jungen Autorinnen und Autoren geben sich grosse Mühe, spannende aktuelle Artikel schreiben, und sie schreiben gut. Dass sie sich nicht so gut auskennen in der örtlichen Geografie und in der Lokalpolitik wie wir Alten, müssen wir ihnen wohl nachsehen.
Das Kombi-Abo mit allen Lieblingsseiten habe ich mir auch angesehen, für dessen Preis kann ich praktisch alle unsere bestehenden Abos behalten.
Eine ganz glückliche Adventszeit wünsche ich auch dir.
Herzlichen Gruss
Brigitte
Unsere Lokalzeitung
Unsere Lokalzeitung und der Tagesanzeiger bringen täglich einige identische Beiträge, mit denselben Bildern. Deshalb, und weil wir bald aus der Gegend wegziehen, habe ich den Abo -Vertrag mit der Lokalzeitung kurz vor Brigittes Feststellung gekündigt. Ich kam mit immer so verar...t vor, wenn ich denselben Text im andern Blatt fand. Jetzt, wo ich Brigittes und Bernhards Erklärungen gelesen habe, reut es mich ein wenig, dass ich so gehandelt habe. Ich habe bisher keine Reaktion des Verlags bekommen, und eigentlich wünsche ich mir, dass mir jemand sagt, die Doppelspurigkeit werde künftig eher vermieden.
aa
Bernhard
Wenn dann die Lokalzeitung für den Lokalteil einen Deutschen anstellt diskreditiert sie sich halt selbst.
Kommt darauf an
wels, das muss nicht unbedingt negativ sein..., kommt auf die Einstellung des entsprechenden Journalisten an.
Zitat Brigitte Poltera:
... Dass sie sich nicht so gut auskennen in der örtlichen Geografie und in der Lokalpolitik wie wir Alten, müssen wir ihnen wohl nachsehen...
Nein, das müssen wir nicht, weder von CH-Journalisten noch von anderen, meine ich. Obwohl ich weiss, dass man auch den Zeitungen nicht mehr alles glauben darf, irgendwie erwarte ich doch, dass die Journalisten, wenn sie nicht alles wissen, zumindest richtig recherchieren.
Die Lokalzeitung lese ich wegen der Lokalnachrichten, weil es mich interessiert was hier läuft.
Der Tagi, die NZZ und andere sind ja unterschiedlich politisch gefärbt. Da muss man sich halt entscheiden. Aus Gewohnheit entscheide ich mich am Wochenende für den Tagesanzeiger wegen des TagiMagi. Gelegentlich auch für das NZZ-Folio. Mal dies mal das... die Abwechslung tut gut, nichts ist schlimmer als die Gewohnheit.
Gruss, iloma
* * * Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse * * * *