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Schneeschuhwanderung Sur - Kanonensattel - Bivio / 15.01.2012

5 Antworten [Letzter Beitrag]
16. Januar 2012 - 23:08
Sidea

 

Meine Tochter hat Lust auf eine Schneeschuhtour. Hach, was freut mich das! Sie ist allerdings im Moment nicht ganz fit, mag nicht allzuweit fahren (sie kommt vom Engadin her), also fahre ich ihr entgegen. Da wird es natürlich wieder die Alp Flix. Wenn es nicht gut geht, können wir es dort geniessen, sonst wandern wir weiter über den Kanonensattel nach Marmorea oder im besten Fall nach Bivio.

Wir treffen uns also in Bivio, von wo wir mit einem Auto nach Sur zurück fahren. Schon die Anreise ist wunderschön.

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Ausgerüstet mit LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät), Schaufel und Sonde gehts los. Wir wollen nicht den Wanderweg hoch, dafür braucht es keine Schneeschuhe. Aber wir müssen erst weiter oben abzweigen, also schneiden wir den ersten Bogen des Weges ab. Das geht zwar nicht schneller, ist aber interessanter.

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Es hat sehr viel Schnee, das Spuren ist ziemlich mühsam. Es hat viele Tierspuren, zum Teil sind die armen Viecher auch recht tief eingesunken. Oben, wieder auf dem Wanderweg, müssten wir jetzt rechts, in den Wald. Ich sehe keine Spur. Das wäre kein Problem, ich kenne den Weg, habe den auch schon gespurt. Aber ich denke an das Wild, das wir da vielleicht aufscheuchen würden und wir entschliessen uns, den offiziellen Trail zu nehmen. Also geht es vorerst doch noch ein Stück dem Wanderweg entlang.

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Bei der nächsten Kurve geht es über die Brücke und auf der Schneeschuhspur weiter. Der Weg führt in einer Waldschneise dem Bach entlang hoch. Es geht leicht, weil gespurt. Ich habe nichts dagegen, hat es doch sehr viel Schnee, der Zaun versinkt darin und darunter. Und ich habe eisige Hände, wie gewohnt...

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Bald sind wir aus dem Wald, auf der Höhe der Alp.

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Cuorts ist in Sicht. Hier kommen wir auf den gespurten Wanderweg.

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Wandermöglichkeiten gibt es hier oben viele, im Moment allerdings etwas eingeschränkt... Auf der Alp Flix haben drei Familien ihren Wohnsitz, leben also das ganze Jahr hier. Dazu kommen die Wirtsleute, die jedoch im Tal wohnen und im Winter nur an den Wochenenden oben sind.

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Via Tgalucas und Tga d'Meir kommen wir - immer auf dem gut gepfadeten Winterwanderweg - nach Tigias, wo es auf der Restaurant-Terrasse eine Kaffeepause gibt.

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Die Aussicht ist gewaltig!

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Wir machen nicht lange Pause, dann gehts weiter nach Salategnas

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In Salategnas ist im Sommer der eigentliche Alpbetrieb. Hier sind die Ställe, hier wohnt das Alppersonal und hier wird auch gekäst. Einige Ferienhäuser hat es natürlich auch.

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Die Siedlung ist gut verkabelt.

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In Salategnas beginnt es dann auch wieder zu steigen und wir müssen jetzt selber spuren.

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Es wird sehr steil und vor allem geht es im Schatten weiter. Ich ziehe vorsichtshalber meine Überhandschuhe an, aber gegen die kalten Füsse kann ich nichts machen.

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Bald haben wir es geschafft, sind auf der Höhe und wieder an der Sonne

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Natürlich will ich wie immer den Abstecher auf "meinen Hoger" machen. Vorsichtshalber frage ich meine Tochter. Sie ist zwar ziemlich müde (sie muss Antibiotika nehmen), aber ansonsten fühlt sie sich ok und ist einverstanden mit den zusätzlichen Höhenmetern. Es sind ja nicht viele.

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Die Mühe hat sich gelohnt, die Aussicht ist fantastisch und der verspätete z'Mittag schmeckt doppelt gut!

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Von da sind wir gekommen

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Und in diese Richtung geht es weiter

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Vorher geniessen wir noch die Sonne und die Aussicht. Das heisst, so richtig geniessen kann ich erst, nachdem meine Zehen schmerzhaft wieder aufgetaut sind. Danach aber umso mehr!

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Nachher gehts weiter zum Sattel und in Richtung Alp Natons. Ab dem Sattel gehts runter und wir geniessen es! Im Pulverschnee ist es wie schweben...

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Bald sind wir auf der Alp. Den Bach haben wir überquert ohne etwas von ihm zu sehen!

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Ein Blick zurück zum Kanonensattel und auf unsere Spuren

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Unter uns der Marmorerasee

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Wir halten uns nicht auf, gehen gleich weiter in Richtung Bivio. Wir möchten möglichst wenig im Schatten laufen müssen, denn sobald die Sonne weg ist, wird es kalt. Ab hier gibt es auch wieder einen offiziellen Schneeschuhtrail, der von Bivio her ausgesteckt ist.

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Viel Sonne kann es hier nicht haben, sonst wären die Tannen nicht mehr so stark verschneit.

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Die Sonne ist weg, wir merken es sofort. Die Stimmung ist speziell, wir fühlen uns wie im Märchenland.

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Der Weg nach Bivio zieht sich, aber dann sind wir auf dem Wanderweg, das erste Haus taucht auf, wir haben es beinahe geschafft.

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In Bivio wärme ich mir an einem Kaffee die Hände und freue mich, dass mindestens die Füsse angenehm warm geblieben sind.

Es war wunderschön und ich freue mich schon auf die nächste Tour mit meiner Tochter. Hoffentlich bald...

 

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler

 

 

 

Answers

etna

Eine wunderschöne

Schneewanderung habt ihr gemacht.. So etwas Ähnliches habe ich nur einmal in meinem Leben machen können, aber der Schnee, zusammen mit der Sonne und den Tannen - das habe ich nie vergessen.

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

Walter Diener

Super, Super.........

Superwetter, Superschnee, Supertour und auch noch eine Superreportage von einer Schneeschuhtour zweier Superfrauen. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen, aber ich glaube nicht, dass ich die Tour momentan geschafft hätte. (Bin etwas "verschnuderet").

Weitere Berichte werden, wohl nicht nur von mir, mit bestem Dank gerne erwartet.

Liebe Grüsse

Walter alias Baeremanni

Walter Diener                 

walter.diener@bluewin.ch

Berggeist

Schneeschuhwanderung

Was für eine Überraschung durfte ich heute Vormittag auf dem Forum "Reisen" erleben. Sidea mit Tochter auf einer eindrücklichen "Schneeschuhwanderung"

Um die Wanderung genüsslich mitzuerleben, habe ich mir sofort einen grossen Kaffee gebraut mit zweimal "Grappa" als Beilage, für jede Frau einen, und natürlich auch einen für mich.

Was für ein Erlebnis. Wie gewohnt,ein eindrücklicher Text ,schöne Fotos von Mutter und Tochter geknipst, die in Erinerung bleiben werden.

Ich bedanke mich mit einem Allegra

Berggeist

 

 

Sidea

Danke

für Eure Kommentare, sie freuen mich wie immer :-)

etna, Schneeschuhe sind ja erst die letzten Jahre so richtig aufgekommen. Früher gabs die vielleicht für Jäger, waren aber als Sportgeräte nicht bekannt. Erst jetzt können auch Nicht-Skifahrer die Natur im Winter und abseits der Winterwanderwege geniessen. Da glaube ich gerne, dass Du sowas nicht mehr vergisst. 

Walter, ich hoffe, dass Du bald wieder fit bist! Wenn Du Lust hast mal mitzukommen, darfst Dich gerne melden. Und der nächste Bericht ist ja schon geschrieben!

Berggeist, eigentlich hätte ich doch den Grappa gebraucht, gegen die kalten Füsse! Also da muss ich in Zukunft aufpassen, dass ich nicht mit allzuvielen Frauen auf Tour gehe, sonst liegst Du dann unter dem Tisch, wenn Du für jede einen Grappa trinkst ;-) 

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler

 

 

 

muriel

Sidea, nun muss ich dich korrigieren

Schneeschuhe gibt es seit langem nur nicht in diese Form. 1986 habe ich mit einer Gruppe im Jura eine 4 stündige Schneeschuhwanderung gemacht. Nur waren diese aus einem Holzgeflecht.

Diese Kunststoffdinge sind schon neueren Datums.

Gruss und en guete Tag
muriel