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Etwas gegen tropfende Estrichfenster? Niemals!

13 Antworten [Letzter Beitrag]
17. Januar 2012 - 19:39
Draht

Im ungeheizten Estrich sind die Glasflächen der Dachfenster im Winter am kältesten, dort wird die Luftfeuchtigkeit zu Kondenswasser  und tropft  auf den Boden.  Ich schlug der Hotline-Telefonistin vor, sie möge den Technikern meine Idee weiterleiten: am unteren Rand eine Wasserfang-Leiste anzubringen, damit man erstens des hölzernen Rahmen vor dem Verfaulen schützen und zweitens das abtropfende Wasser mit einem Gefäss auffangen kann. Die Dame weigerte sich: das machen wir nicht!   Und überhaupt, die Fabrik stehe in einem anderen Land.

Vor 20 Jahren schlug  ich einem Ingenieur, der für die Entwicklung von Wäschetrocknern zuständig war, vor, man könnte die Abwärme mittels Wärmepumpe zurückgewinnen: Antwort: Das machen wir nicht. (Und sie bauen auch keine Tumbler mehr, weil andere die Idee mit der Wärmepumpe realisierten.)

Innovation ist überlebensnotwendig, besonders für unser Land.

Answers

Draht

Abhilfe?

Inzwischen überlege ich mir, wie wir die Feuchtigkeit im Estrich und damit das Kondenswasser an den Fensterscheiben in der kalten Jahreszeit reduzieren könnten.

Zur Trinkwassergewinnung in der Wüste braucht man ein grösseres Stück Plasticfolie und ein Gefäss.  Man gräbt ein Loch, das man mit dem Plastic zudecken könnte und stellt das Gefäss hinunter, in die Mitte des Sandlochs. Dann spannt man die Pasticfolie über das Loch und beschwert deren Ränder mit Steinen oder Sand. Auf die Mitte der Folie legt man einen kleinen Stein, so dass er über dem Gefäss eine Vertiefung erzeugt. Wenn in der Nacht  die Luft über dem Sand kalt wird, steigt die Feuchtigkeit auf, kondensiert an der Folie, die Tropfen gleiten gegen deren tiefsten Punkt und fallen ins Gefäss, als trinkbares Wasser. (Ob das schon jemand mit Erfolg so gemacht hat?) Jetzt müsste man das nur noch an ein schräges Estrichfenster anpassen! Was aber, wenn es regnet oder schneit? Dann füllt sich der Folientrichter von aussen, reisst ab und verursacht eine mittlere Überschwemmung. Mal den in Müller und Giaccobo auftretenden „Erfinder“ fragen.

 

 

Rosano Verde

Ich empfehle...

..ein neues Dach, umweltfreundliche Isolation des Dachstocks mit Entlüftung und dreifach Verglasung aller Oblichter und Fenster - oder einen Neubau. Dafür finden sich zur Zeit sehr viele innovative Unternehmer in der Schweiz; und obendrein winkt noch ein Bundesbeitrag aus der CO2-Abgabe-Kasse. Die Hypotheken waren noch nie billiger, vorläufig noch.

Markus

Nasse Estrichfenster

Draht,

Wenn es technisch möglich ist, gibt es auch noch ein sehr kostengünstige Variante. Du bringst einfach ein zusätzliches Glas an, etwa mit einem gut abgedichteten Holzrahmen auf der Innenseite des Fensters. 

Zur Trinkwassergewinnung ist mir gleich das hier in den Sinn gekommen. Manchmal sind die einfachsten und billigsten Lösungen auch die Besten. Vielleicht ist das ja das Poblem - es lässt sich damit kein Geld verdienen.

>>  Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean. (Isaac Newton)  <<

 

tim

Da habe ich geglaubt ...

Zeitungsenten schwimmen nur im Sommerloch, da gibt es anscheinend aber auch ein Winterloch oder es sei denn dass die gegenwärtig herrschende Kälte sonstwas beeinträchtigt ?

Die Wassergewinnung aus Nebel mit speziellen Netzen habe ich schon vor ca. 17 Jahren in Südamerika gesehen.

Hans Jörg Klemenz

Kondenswasser

Draht a écrit :
Im ungeheizten Estrich sind die Glasflächen der Dachfenster im Winter am kältesten, dort wird die Luftfeuchtigkeit zu Kondenswasser  und tropft  auf den Boden.

Draht, hier ein kleiner aber guter Artikel zum Thema Kondenswasser an den Fenstern ... und möglichen Abhilfen. Das beste Mittel ist regelmässiges Lüften um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Kalte Aussenluft ist weniger feucht als Innenluft, selbst bei Nebel oder Regen.

Hans Jörg

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Carpe diem

Draht

Danke!

Mein Problem ist doch nicht so selten, wie ich gemeint hatte, und gut erklärt in  Hans Jörgs Link, Ich habe im Estrich einen Luftentfeuchter, der ordentlich Wasser einfängt. Weil aber der Raum nicht beheizt ist,  verschlechtert sich sein Wirkungsgrad  bei minus 10 Grad oder tiefer. Leider nützt es nichts, wenn ich ein drittes Glas am Fenster anbringe, denn das Unterdach ist nicht ganz dampfdicht, sodass sich die Feuchtigkeit einfach an der nächsten kältesten Stelle  niederschlagen würde. Am besten wäre schon, die darunterliegenden Zimmerdecken dampfdicht zu machen, nur, dass dann in diesen Zimmern die Fensterscheiben vermehrt anlaufen würden. Darum mache ich mich jetzt halt ans Lüften, Querlüften!  

Giovanni

Lieber Draht,...

...deine Lösung mit dem Querlüften ist wahrscheinlich das Sinnvollste und sicher das Billigste.

Kurt Engelbrecht

Vor Jahren haben wir in einem

Vor Jahren haben wir in einem alten Einfamilienhaus den Estrichboden isoliert mit Wärmedämmung (Styropor und Spanplatte kombiniert). Damit stoppt man den Wärmeverlust aus den darunterliegenden Zimmern und verhindert aufsteigende Wärme und Feuchtigkeit. Damit sollte es auch kein Kondenswasser am Estrichfenster geben.

In unserem Fall war die Dach-Unterseite nicht isoliert, was eine natürliche Lüftung des Estrichs begünstigte

Kurt

 

 

 

Draht

Dampfsperre

Kurt, in einem alten Haus legte ich Teppiche auf den Estrichboden und staunte nicht schlecht, als sich zwischen Teppich und Holzbrettern Nässe bildete, worauf ich  diesen Isolationsversuch abbrechen musste. Wahrscheinlich war warmfeuchte Luft durch Ritzen aufgestiegen. Ein Architekt würde vielleicht etwas von "Taupunkt" und "Dampfsperre" sagen.

Ich führte in einer Projektwoche mit Schülern Experimente mit Sonnenenergie durch. Ich bereitete mich darauf vor, indem ich mehrere Tage mit einem reichen Fabrikantensohn Kollektoren baute und auf dem Dach montierte. Das heisse Wasser leitete er in den Keller und füllte damit viele Fässer, zwischen die er zur Isolation Styroporabfälle stopfte. Als ich den Tüftler dann im Winter nochmals besuchte, sagte er, es sei nur im September fast zu warm gewesen im ganzen Haus. Später habe er wieder normal heizen müssen. Er hatte etwas nicht bedacht.

dummy

Dampfsperre

Hier ist das Problem sehr gut beschrieben:

http://planungsgruppe-dach.de/dampfbremse_luftdichtschicht.html

Draht

Eisschrank?

Ich könnte anstelle des Lufttrockners einen kleinen Eisschrank aufstellen. Wenn ich dessen Türe offen liesse, wäre das Innere desselben die kälteste Fläche im Estrich und folglich bald nass vom Kondenswasser.  Der  Apparat müsste etwas schräg stehen, sodass das Wasser in ein Auffangbecken hinaus fliessen könnte. (Es ist das gleiche Prinzip wie im Lufttrockner.)

Sidea

.

Draht, kannst Du denn nicht selber eine Wasserfangleiste anbringen, wie vorgeschlagen? Ausmessen, Blech vom Spengler zuschneiden und biegen lassen, mit kleinen Schrauben befestigen und mit Kitt zum Holz abdichten. Ein bisschen schräg, damit das Wasser in die gewünschte Richtung abfliessen kann. Und wenn Du ein sauberes Gefäss darunter stellst, dann kannst das Wasser auch trinken, sonst halt zum WC-Spülen ;-) 

Übrigens gab's früher auf den Fenstersimsen noch eine Schwitzwasserrinne, wo sich das Kondenswasser sammelte. Haben wir nicht, dafür sind unsere Glasfalzleisten schräg - gegen das Fenster, damit das Wasser auch ja nicht ablaufen kann... :-( 

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler

 

 

 

Draht

Noch ein Jahr

Danke, Sidea, dann gab es also doch einmal serienmässig Schwitzwasserrinnen, die nun wieder aufgetauchte Idee ist also kein Witz.

Wir wollen das Haus in einem Jahr verkaufen, da könnte einem Kaufinteressent  meine in deinem Sinn selbstgebastelte Sammelrinne eher negativ auffallen. Ich lüfte ja nun, wie empfohlen, mehrmals täglich, bis die aktuelle Kälteperiode vorbei ist. Der Lufttrockner scheidet seither deutlich weniger Wasser ab.