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Heute Vormittag verwendete ich den Begriff "Schettinos" in meinem Beitrag in TagiOnline-Leserkommentare. Inzwischen wurde der entwickelte Begriff "Schettinos" mehrfach von anderen Leserinnen und Lesern aufgegriffen und in Beiträgen verwendet.
Was fällt Dir dazu ein?
Mein Kommentar im TagiOnline:
Wieviele weitere "Schettinos" gibt es noch, die auf den Meeren herumfahren?
Gruess, Rolf
Answers
Schettino - für eilige Leser
So viel zur "Vita" des italienischen Kapitäns zur See:
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Schettino wurde noch am Samstag verhaftet und sitzt zur Zeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung, Verursachung eines Schiffbruchs und das Verlassen des Schiffs vor.
Doch damit nicht genug. Passagiere der Costa Concordia belasten Schettino schwer. «Was mich am meisten schockierte, war die Tatsache, dass ich den Kapitän den grössten Teil des Abends in der Bar sitzen sah. Er hielt eine schöne Frau im Arm», sagt die holländische Touristin Monique Maurek gegenüber «Daily Mail».
Nachdem die Costa Concordia den Felsen gerammt hatte, hielt es Schettino offenbar nicht für nötig, die Küstenwache zu alarmieren. Zudem soll der Kapitän lange vor dem letzten Passagier mit einer Decke zugedeckt das sinkende Schiff verlassen haben. Er überliess die Crew ihrem Schicksal.
Am Ufer angelangt forderte die Küstenwache Schettino auf, auf das Boot zurückzukehren. Schettino versprach zwar, dass er dies tun werde. Dies geschah jedoch nie. Statt dessen nahm er ein Taxi. «Bringen Sie mich weit weg von hier», soll er laut verlangt haben. Also nahm ihn der Taxifahrer mit zu sich nach Hause und machte ihm Kaffee. Dort habe ihn die Hafenkommandatur angerufen und gefragt, weshalb er nicht an Bord der Costa Concordia sei. «Ich bin da nicht und werde auch nicht dahin zurückkehren», soll der Kapitän geantwortet haben.
unquote
Die Frage, ob es wohl noch viele solche Schettinos gibt, möchte ich nicht abschliessend beantworten. Männer in Uniform, die schöne Frauen in den Armen halten und mit ihnen Cüpli trinken, gibt es sicher zahlreiche, der Cavaliere lässt grüssen. Zum Glück fahren sie nicht alle zur See, sondern gehören grossmehrheitlich zur Spezies der Landratten und beschäftigen sich mit wichtigeren Dingen, vor allem mit der Politik. Wenn sie dort, in krasser Selbstüberschätzung, das Staatsschiff auf ein Riff setzen, so ist dies zwar auch nicht billig, aber für Journalisten und Fotografen weniger lohnend, dies schon deshalb, weil sich die geneigten Leser auch lieber mit einfacheren Problemen beschäftigen. So gesehen füllt Schettino tatsächlich eine journalistische Lücke. Gäbe es nicht Tote und Vermisste, wäre die "Divina Commedia" perfekt.
Ich halte es für durchaus denkbar,
daß "Schettino" zukünftig in den Sprachgebrauch Einzug halten wird so wie die Schildbürger. Ob sich künftighin wohl jeder Schiffsreisende die Frage stellen wird, ob sein Kapitän auch ein Schettino ist ? Ich finde, er hat nicht das Recht zu denken: Lieber eingesperrt als tot.
"Schettinos"
@Kaninchen: Irgendwie war mir der Begriff "Schettinos" (in Mehrzahl) heute Vormittag eingefallen, und ich meine, dass ich wahrscheinlich der Urheber dieses Begriffes bin. Auf jeden Fall las oder hörte ich ihn vorher nie - Ehrenwort! Wäre noch interessant und speziell, wenn sich Deine denkbare Möglichkeit bewahrheiten würde, dass dies ein fester Begriff werden könnte... (ging mir identisch auch schon durch den Kopf...)
Uiiii... dann könnte ich ja berühmt werden - und vielleicht steinreich damit bleibe dahingestellt - und Ihr - liebe SWlerinnen und SWler würdet den Urheber aus erster Hand und von ganz nah persönlich kennen... Ich glaub' ich werde diese Nacht nicht schlafen können... ;-)
Gruess, Rolf
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Zu Schettinos ...
... fällt mir nichts ein. Noch nicht und das wird solange bleiben bis die Untersuchungen abgeschlossen und alle Fakten bekannt sind. Emotional gefärbte Erlebnisberichte von Betroffenen, ausgeschmückt von der Sensationspresse sind erfahrungsgemäss mit Vorsicht aufzunehmen. Interessant auch, man spricht nur vom Kapitän. Wenn der Kapitän eines in Not geratenen Liners ausfällt, aus was von Gründen auch immer, gibt es noch bestens ausgebildete Offiziere in verschiedenen Chargen, die bestens geschult und in der langjährigen Ausbildung gelernt haben, wie man sich in solchen Situationen verhält und verantwortlich sind für eine professionelle und geordnete Evakuierung der Passagiere. Sollte sich der Kapitän wirklich abgesetzt haben, stellt sich die berechtigte Frage: Wo haben sie sich diese Offiziere aufgehalten und was haben sie unternommen?
Als Landratte und hin und wieder auch Kreuzfahrer auf den Weltmeeren, allerdings nur auf “Linerlein” mit Maximum 200-300 Passagieren an Bord, würde mich das schon noch interessieren!
Kobold
Vorschrift und Verpflichtung
Der Kapitän geht immer als letzter von Bord. Dies ist kommentarlos hinzunehmen, auch von Dir, lieber Kobold.
Es gilt die "Unschuldsvermutung"
So wie immer.
Allerdings, wenn ein Kapitän, mal ganz abgesehen vom Schmusekurs in der Schiffsbar, ein modernes Kreuzfahrtschiff, 5 Jahre alt, manuell gesteuert, auf ein Riff setzt, weil er ohne trifftigen Grund mit einem Abstand von 150 Metern an einer ihm bestens bekannten Insel vorbei fährt - und dann von der Küstenwache telefonisch mehrfach zur Rückkehr auf das havarierte Schiff aufgefordert werden muss (weil er sich als einer der Ersten aus dem Staub gemacht hat) - dann habe ich, ehrlich gesagt, echte Zweifel an dessen Unschuld. Pro memoria: Das Schiff war 290 Meter lang, 35 Meter breit und kostete 500 Millionen Franken - so jedenfalls war es versichert.
Zufälle gibt es….
Dabei ist er nur zufällig in ein Rettungsboot gestürzt. Da hat er aber noch Glück gehabt. Er hätte ins Wasser stürzen können und vermutlich kann er nicht schwimmen.
>> Eine Lüge schleppt zehn andre nach sich. <<
Ach so...
Dabei ist er nur zufällig in ein Rettungsboot gestürzt. Da hat er aber noch Glück gehabt. Er hätte ins Wasser stürzen können und vermutlich kann er nicht schwimmen.
>> Eine Lüge schleppt zehn andre nach sich. <<
der arme Schettino "wurde Opfer seiner Gedanken".....
aa
Dazu könnte man noch den Begriff "Schettinoverhaftung" hinzufügen. Der hat nämlich bloss Hausarrest. Wenn in der Presse "Verhaftung" steht kann das auch eine Zwangseinladung zu einer Kaffeerunde mit den Polizistenkollegen in Italien sein, je nach Parteizugehörigkeit und sonstigen Mitgliedschaften bei gewissen in Italien unbehelligten "Familien".
Rosano:
Zu deiner Unschuldsvermutung könnte man noch die "Gestorbenheitsvermutung" hinzufügen die die Tatsache des Todes von mehreren Passagieren genauso pervertiert wie die Unschuldvermutung eines klar schwer Schuldigen.
Vada a bordo, cazzo!
Nachdem man in Italien bereits T-Shirts mit diesem Aufdruck kaufen kann, ist einmal mehr die Geschäftstüchtigkeit der "cari amici del Sud" unter Beweis gestellt. Zum Glück gibt es Google, so dass man sich sprachlich mit wenigen Klicks weiterbilden kann; ein weiterer von mir erfolgreich verwendeter Suchbegriff war "Schettino merda". Ob es "Schettino" zum Unwort des Jahres 2012 schaffen wird, ist völlig ungewiss. 2011 ist bereits vergeben und lautet "Döner-Morde", eine im Umfeld der Bild-Zeitung geprägte Wortschöpfung.
Zwischenzeitlich nimmt vor der Insel Giglio das Schicksal seinen Lauf: Froschmänner der Armee öffnen den Rumpf der Costa Concordia gewaltsam mit Sprengstoff, zivile Höhlentaucher begeben sich ins Innere des Wracks, sehen wenig und finden kaum etwas, dieweil der famose Kapitän Schettino immer neue Lügengeschichten durch seinen Anwalt verbreiten lässt. Da stellt sich nun tatsächlich die Frage, was man sich unter einem "Schettino" vorstellen soll? Im Italienischen, aber auch im Englischen, fällt es nicht leicht, dies in einem träfen Wort auszudrücken. Im Deutschen ist dies einfacher, weil man zwei und mehr Substantive aneinander reihen kann, um neue Wortschöpfung zu kreieren. Zur Auswahl stehen deshalb auf den ersten Blick: Scheisskerl, Dreckskerl und Schlappschwanz. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
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Ich will Schettino keineswegs in Schutz nehmen, denn wie er sich verhalten hat, das kann man mit anständigen Worten kaum beschreiben. Aber beim Anhören der Telefonate, die der Hafenkapitän von Livorno mit ihm führte, kam es mir vor, als wäre Schettino wie "neben sich selber gestanden". Seine Widerrede tönte, als könne er sich überhaupt keine Rechenschaft über das Vorgefallene geben - er tönte wie ein verängstigter Mongoloider, der überhaupt keine Ahnung hat, was um ihn herum vorgeht. Ich fragte mich sofort, ob er wohl "besoffen" sei oder unter Drogen stehe. Was ja nun nicht der Fall gewesen sei.
Ich muss hinzufügen, dass ich diese ganzen Geschichten, soweit möglich, live am ital.Fernsehen mitverfolgt habe, also auch die Telefonate wurden, anfangs etwas verkürzt, aber später in ganzer Länge durchgegeben. Und ich kann es immer noch nicht richtig fassen, wie der Kapitän und anscheinend auch weitere Offiziere, in dieser Situation reagiert haben.
Schlimm war ja die totale Absenz von Mitteilungen an die Passagiere, ausser der anfänglichen Black-out-Lüge. Es hätte nur schon geholfen, mitzuteilen, wie nahe an Land man war, um sie zu beruhigen, denn die Menschen auf der hochliegenden Seite des Schiffes wussten dies nicht und wähnten sich sehr weit von jeglichem Ufer entfernt. Auf jener Seite sah man weder die Insel Giglio noch einzelne Felsen, nur Wasser. Und es war Nacht. Und unglaublich ist auch, dass nicht das "Personal" die Schaluppen bediente, sondern die Passagiere, Frauen mit Kindern, alte und behinderte Menschen, mussten sich selber helfen und wurden von den kräftigeren nicht unterstützt sondern aus dem Weg geschoben um sich selbst zu retten. Siehe Kapitän und höhere Grade.
Es wird wohl in Zukunft nicht mehr heissen "Salvataggio" für Rettung, sondern "Schettinaggio".
Unfassbar, wie eine Handvoll Feiglinge einer ganzen Nation und vielen sehr tüchtigen Menschen schaden kann.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Eine Handvoll Feiglinge
Wo Feiglinge sind, gibt es auch Helden. Wir möchten das so - und das Fernsehen ebenfalls. Im Vordergrund steht deshalb der "Comandante della Capitaneria di Porto di Livorno, Gregorio De Falco", der in der kritischen Phase der Havarie per Handy ein paar aufmunternde Worte zu Schettino gesprochen hat, die zwar nichts nützten, aber dennoch in die Schifffahrtsgeschichte eingehen werden. Heldenstatus haben auch die Taucher und demnächst wohl auch die Exponenten jener holländischen Firma, welche 2'400 Tonnen Diesel aus dem Rumpf der Costa Concordia abpumpen sollen, ein Job, der mehrere Wochen dauern dürfte.
Etwas nachdenklich stimmt in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es in der heutigen Zeit offenbar genügt, wenn Männer und Frauen in einer kritischen Situation bereit sind, ihre Pflicht zu erfüllen - oder vielleicht noch ein klein wenig mehr. Helden des Alltags; wir brauchen sie. Man kann es auch positiv sehen. Also tun wir es.
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Wo Feiglinge sind, gibt es auch Helden. Wir möchten das so - und das Fernsehen ebenfalls. Im Vordergrund steht deshalb der "Comandante della Capitaneria di Porto di Livorno, Gregorio De Falco",
Im Vordergrund steht nicht nur Gregorio De Falco, sondern all die Männer und Frauen, die tatkräftig geholfen haben, sowie die Einwohner der Insel Giglio. Da bin ich vollständig damit einverstanden. Aber dies kann leider nicht ungeschehen machen, was versäumt wurde, als es darauf ankam, die nötigen Massnahmen sofort einzuleiten, und zwar durch den Kapitän des Schiffes höchstpersönlich, als man ohne Gefährdung sämtliche Schaluppen hätte wasssern können. Niemand hätte im Wasser landen müssen bei Finsternis. Aber dies hat von niemandem verhindert werden können, auch bei noch so prägnanten Telefonbefehlen, als man an Land auf die Vorgänge auf See aufmerksam gemacht wurde. Nicht durch ein Mayday des Schiffes, sondern durch die Handys der Passagiere, die sich selber bei den Behörden an Land erkundigten, wo sie überhaupt seien und auch die Carabienieri auf die Vorgänge aufmerksam machten. Und auch ein paar zufällige Augenzeugen an Land konnten Alarm auslösen bei den Behörden. Das Schiffskomando machte nichts, es vertuschte und verharmloste. Wenn man da nicht auch von Feigheit sprechen darf..............
Das kann auch durch viele Helden der Arbeit am Unglücksort nicht umgekehrt werden, vor denen grösste Hochachtung am Platze ist.
Gerade weil es mir ein Anliegen ist, dass man alle Bemühungen der Helfenden, der Bevölkerung, der Behörden im richtigen Licht sieht, und nicht als erstes die abschätzigen Wertungen über Land und Leute von Italien fällt, die meist hier als erstes kommen, ob bei Unglücken, ob bei Sportveranstaltungen, egal bei was kommt ja als erstes immer dieses alte Vorurteil, gerade deswegen sollte man auch genau hinschauen und sehen, bei wem und was die Fehlhandlungen liegen.
Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)
Urheberrecht
ich meine, dass ich wahrscheinlich der Urheber dieses Begriffes bin. Auf jeden Fall las oder hörte ich ihn vorher nie - Ehrenwort!
Rolf, Du solltest unbedingt das Urheberrecht dieses Ausdruckes beantragen, dann würde es jedesmal, wenn jemand "Schettinos" nicht nur schreibt, sondern auch nur ausspricht (oder denkt???), in Deinem Sparsäuli klingeln. ;-) Stärnefeufi, was liegt da nicht alles drin!
Dummy ganz neidisch ....
Begriff "Schettinos"
@dummy: tja dummy. Die Hoffnung ist ja da - aber da ich doch schon etwas über 25 Lenze zähle und einiges an Lebenserfahrung habe, mag ich nicht so recht dran glauben... ;-) Aber das Sparsäuli kann ich ja alleweil schon einmal bereitstellen.
Gruess, Rolf
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Bei allem Verständnis
für die muntere Art, wie Ihr hier über das Urheberrecht eines Begriffes diskutiert, habe ich doch eine Bitte.
Denkt daran, dass Schettino ein Eigenname italienischen Ursprungs ist, den noch viele andere, unbescholtene Menschen tragen. Wir diskutieren hier in der Öffentlichkeit.
Nur als Beispiel, ohne persönlichen Bezug und ohne Absicht frage ich, wie würden wir im SW reagieren, wenn der seiner Aufgabe nicht gewachsene, im Schock der Erkenntnis seiner Fehler kopflos geflohene Kapitän dieses Schiffes Löber heissen würde? Und wenn wir dann nachher auf einer öffentlichen Website lesen würden, Löbers werde zum stehenden Begriff, ja gar Unwort des Jahres gewählt?
Rolf, ich hoffe auf Dein Verständnis und darauf, dass Du dies nicht als persönlichen Angriff verstehst.
Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt
Ich möchte nicht Schettino heissen
„Schettino – pezzo di merda“. Zur Zeit hat man bei Google mit diesem Suchbegriff 6'680 Treffer. Daraus erhellt, dass „Schettino“ im Internet – und das ist „die Welt“ – klar negativ besetzt ist. Das ist natürlich eine Momentaufnahme, kann sich aber über die Zeit zu einem „stehenden Ausdruck“ verdichten, selbst dann, wenn es viele Menschen mit diesem Familiennamen gibt, die völlig unauffällig und korrekt durchs Leben gehen. Das ist dann eben Pech; man kann es aber nicht verhindern, falls es passiert; denn wenn sich „Schettino“ im Sprachgebrauch festsetzt, dann ist es ein „Fakt“ (vormals Tatsache). Gegen Völkerrecht würde es nicht verstossen.
Und es wäre sicher nicht das erste Mal. Ein „Judas“ ist ein Verräter, ein „Casanova“ ein Schürzenjäger, ein „Machiavelli“ ein Machtmensch. Selbst der einst populäre Vorname „Adolf“ ist sehr aus der Mode gekommen, aus nahe liegenden Gründen. In der Schweiz nennen sich dies „Unglücklichen“ meistens Dölf – und können es trotz allem zum Bundesrat bringen, denn letztlich zählen innere Werte.
Es ist aber auch möglich, dass ein Name positive Emotionen auslöst: Ein Picasso, ein Einstein oder neuerdings ein Löber genannt zu werden, lässt die Umwelt vor Ehrfurcht erschaudern. Hoffen wir mal, es möge so bleiben.
Ich möchte nicht Schettino heissen
Sicher, Rosanao, was Du hier schreibst ist Tatsache, oder eben Fakt.
Aber müssen wir von SW zum Pech dieser Menschen beitragen? Das war meine Aussage.
Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt
"Schettinos" - erweitere Gedanken dazu
@Andreas: Deine Gedanken sind tiptop eingebracht und sorgfältig formuliert. Dein Beitrag gefällt mir.
@Rosano Verde: Deine Erweiterungen sind wertvoll. Dein Beitrag zeigt Zusammenhänge auf und gefällt mir ebenfalls.
So formuliert und so erweitert sind meiner Meinung nach die Beiträge der Arena in einer positiven aber auch kritischen Art geschrieben, welche Zusammenhänge aufgezeigen und somit auch abrunden.
Gruess, Rolf
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Eina Lanze für die Seeleute
Ich habe serieuse Seeleute kennengelernt ,auf einer Schiffahrt auf dem Rhein nach Holland und zurück und darf nach meinen Beobachtungen sagen, diese Kapitäne, Steuermänner, Schiffseigner, würden keine Fahrt antreten, ohne Technik und Ladung peinlich genau kontrolliert zu haben, sich über die Verkehrslage informiert zu haben. Denn es herrscht viel Verkehr auf dem Rhein. Und der Rhein selber bleibt nie stehen. Es gilt Sandbänke und Verkehrszeichen, Schleusenanweisungen, und Baustellen zu beachten. Kreuzungsmanöver werden per Fahnen und Funkverkehr "abgesprochen". Die Manöver müssen "sitzen". Denn es wird viel Gefahrengut transportiert. Der Rhein ist eine Lebensader für den Handel. Die Rheinschiffer sind so etwas wie eine "innere Gemeinschaft". Man kennt sich, hilft sich. Und man ist stolz auf seinen Beruf.
Da hätten "Wagnisse" und Aufschneidereien , welches zur Havarie in Italien geführt haben, keinen Platz.
Ich würde trotz allem wieder auf einer Kreuzfahrt mitfahren oder mit einem Containerfrachter, als Gast von Spanien nach Amerika mitfahren.
Ob das Wort "Schettino" bei den Schiffsleuten als Schimpfwort einbürgern könnte, wird sich zeigen.
Gedanken - nur Gedanken
Blinde Passagiere: "Menschenschmuggel auf luxuriösem Niveau" und "Einschleusen in den EU-Raum" - diese Gedanken bringe ich einfach nicht aus meinem Kopf. Das verschwundene, private Notebook des Kapitätäns - hatte es wohl die entsprechende "Buchhaltung" auf der Festplatte...? Gedanken, nur Gedanken - aber eben Gedanken.
Gruess, Rolf
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Bella figura
Die Gedanken sind frei. Allerdings scheint es, dass es auf der Costa Concordia sehr viel menschlicher zuging, als wir "Nordlichter" dies vermuten und, trotz angeregter Fantasie, für möglich halten. Hier ein Zeitungsbericht aus Rom:
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Neue Einzelheiten über die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" wurden jetzt veröffentlicht. Die Offiziere an Bord durften eine gewisse Anzahl an so genannten "Freunden" und "Freundinnen" kostenlos an Bord mitnehmen, die in der Regel nicht in den Passagierlisten auftauchten, wobei es ein offenes Geheimnis war, dass einige der "Damen" osteuropäische Prostituierte gewesen sein sollen.
Während das Schiff vor der Insel Giglio auf einen Felsen fuhr, soll sich die 25-jährige, attraktive Dominika Cemortan bei Francesco Schettino auf der Brücke aufgehalten haben; auch sie war in den Passagierlisten nicht registriert.
Dominika Cemortan stammt aus Moldawien. Angeblich wollte Kapitän Francesco Schettino seiner Begleiterin die Lichter von Giglio bei der Annäherung an die Küste zeigen. Wie romantisch! Die Polizei sucht Dominika Cemortan als wichtige Zeugin für die tatsächlichen Vorgänge auf der Brücke zum Zeitpunkt des Unglücks.
Ein Überlebender der Katastrophe hatte auf Rai 3 berichtet, dass er Schettino mit zwei Frauen beobachtet hatte. Der Kapitän habe gegen 21.15 Uhr das Restaurant am Oberdeck betreten und zwei Damen herzlich umarmt. Die eine sei brünett, die andere blond gewesen. Bei letzterer könnte es sich um die gesuchte Dominika handeln, über die zweite ist bisher nichts bekannt.
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Das Wort
"Schettinos" würde es auf die Seefahrt und auch anderswie angewendet ist es aus meiner Sicht ein herablassendes Wort um jemand in Misskredit zu bringen, hängt es doch mit einem fast unglaublichen und grobfahrlässigen schwerem Unglück zusammen.
Wäre eigentlich üble Nachrede oder Ehrverletzung.
Das Wort "Schettinos" als Hinweis für Firmen oder Personen gehört abgeschafft und verdient jetzt schon die Bezeichnung "grösstes Unwort des Jahres"
Einfach mal meine Gedanken zur Sache und deren Anwendung.
Das Unwort des Jahres
Die Feststellung, «Schettino» werde zum Unwort des Jahres, gibt mir schon zu denken. Wir schon geschrieben wurde, gibt es in Italien vermutlich einige Menschen, die diesen Namen tragen. Sollen sie deswegen von vorneherein in ein schiefes Licht gebracht werden?
Ich muss auch bekennen, dass ich ein klein wenig Verständnis für das Fehlverhalten des Kapitäns habe. Es wird von ihm und seiner Entourage einiges behauptet, von dem kaum jemand weiss, ob es zutrifft oder nicht: Erlustierung mit weiblichen Gestalten, nicht auf der Kommandobrücke vorhandensein, überhastete Flucht und im Stiche lassen von Schiff, Passagieren und Besatzung...
Dass der Mann falsch gehandelt hat, ist nicht zu bestreiten. Das mag in seinem Charakter liegen. Das kann aber auch davon kommen, dass er angesichts der Katastrophe schlicht nicht mehr fähig war, klar zu denken, sicher zu entscheiden und entsprechend zu handeln. Diesbezüglich ist er kaum der einzige Mensch, dem dies geschah. Niemand von uns weiss, wie wir an seiner Stelle reagiert hätten. Ich meine sogar, für uns sei es ein Glück, dass wir nicht als Richtende über ihn urteilen müssen.
Danke ...
... Giovanni -- genau so sehe ich es auch. Nach heutigen Erkenntnissen hat sich der Kapitän masslos überschätzt und als er realisierte was er angerichtet hat, den Kopf verloren. Das aufgenommene Gespräch mit einem Hafenoffizier spricht für sich. So verhält sich kein Mensch, der noch einigermassen vernünftig denken kann. Und Kapitän eines grossen Liners wird man nicht so ohne weiteres, auch nicht mit Vitamin B. Bis man ganz oben auf der Leiter, respektive auf der Brücke steht, müssen zukünftige Kapitäne einiges an harter Ausbildung durchlaufen. Erst das Nautik-Studium, dann die Karriere an Bord. Bis man zum Kapitän befördert wird, vergehen häufig sieben Jahre habe ich mir von Insidern sagen lassen. Und wer es schafft, kann stolz auf sich sein, mit der Gefahr allerdings, sich auch wegen der hochkomplexen Technik in jeder Beziehung überlegen zu fühlen. Voraussichtlich ist das auch Francesco Schettino passiert. Warten wir also mal die Ergebnisse der Untersuchungen ab. So oder so, dieser Mann wird in Seemannskreisen auf Lebenszeit geächtet bleiben und nie mehr einen Luxusliner durch die Weltmeere steuern.
Kobold
Der Andere
der Geschichte machte ist wohl Theodor Fontanes "John Maynard"! Wer kennt dieses Gedicht nicht.
Es dreht mir heute noch im Kopf, ämel mindestens die ersten Zeilen.
Hier ist der vollständige Text.
Liebe Grüsse
WillY
Aus meiner Fotowerkstatt Mein Fotoalbum
..............
Was braucht´s der Worte mehr !
Uff
ja, was hab ich "geknortzt" bis ich dieses Gedicht auswendig konnte! Mein Lehrer war da unerbittlich.
Schettino hat seit gestern einen neuen Job
Wie ich soeben erfahren habe, soll sich Kapitän Schettino erfolgreich für einen Job als Bus Driver in den USA beworben haben...
...ja, die Handschrift stimmt...
...ebenfalls Schlagseite Steuerbord. Der Fall scheint sehr klar zu sein...!
;-) Rolf
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