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Schneeschuhwanderung Schmittner Alp / 16.01.2012

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17. Januar 2012 - 23:00
Sidea

 

Weil das Wetter immer noch fantastisch ist, die Lawinengefahr immer noch auf Stufe 2 und ich frei habe, gehe ich gleich nochmals auf Schneeschuhtour. Es hat zwar eine Weile gedauert, bis ich zur Erkenntnis kam, dass ich die Gelegenheit nutzen sollte. Ich habe ja noch anderes zu tun und auch noch andere Hobbys. Aber das alles muss jetzt halt doch warten. Es ist also ziemlich spät, bis ich endlich starte. Im Auto, vor der Abfahrt, schiesst mir durch den Kopf, dass es doch recht kalt ist und dabei merke ich, dass ich die Jacken vergessen habe... Glück gehabt!

Ich will heute auf die Schmittner Alp, die ist im Albulatal, am Südhang, also schön sonnig. Nach einigem Suchen finde ich in Schmitten den Parkplatz. Mit all dem Schnee habe ich keine Übersicht.

Und dann gehts los. Es beginnt gleich zu steigen.

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Ich habe eine Spur, was mir sehr recht ist. Die Steigung ist angenehm, gleichmässig. Der Aufstieg verläuft im ersten Teil im Wald, der aber sehr licht ist, jedenfalls habe ich immer schöne Ausblicke.

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Kurz vor der Maissensäss Pardela wird es etwas steiler und ich merke, dass ich meine Steighilfe noch gar nicht hochgeklappt habe. Da geht es doch gleich besser. Heute habe ich weder kalte Hände noch kalte Füsse, im Gegenteil, ich schwitze und brauche meinen Buff als Schweissband.

Dann kommen die ersten Hütten von Pardela in Sicht.

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Es ist wunderschön hier. Das letzte Mal, vor zwei Jahren, hatte ich einen andern Aufstieg genommen, aber so gefällt es mir besser. 

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Einen Moment überlege ich mir, ob ich mir nicht eine Bank an einer warmen Hüttenwand suchen und einfach hier bleiben soll. Aber das käme mir dann doch ein wenig billig vor. Ausserdem weiss ich, dass es auf der Alp noch schöner ist und ich es sicher bereuen würde, wenn ich nicht hoch ginge. Also gehe ich weiter

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Zwei Gämsen kommen in grossen Sätzen elegant den Hang runter, queren nicht weit von mir den Weg und verschwinden im Wald. Ich bewundere diese wunderschönen, starken Tiere. Sie sehen aus, als ob ihnen der schneereiche Winter bis jetzt noch nichts anhaben konnte.

Je höher ich steige, um so toller wird das Panorama. Auf der Gegenseite kann ich Jenisberg ausmachen, hoch über Wiesen. Allerdings auf der Schattenseite.

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Schon ab Pardela war die Schneeschuhspur nicht mehr so fest, da waren nicht mehr so Viele unterwegs. Etwas weiter oben hört sie ganz auf. Die haben offenbar umgedreht, die Schneeschuhläufer. Nur noch eine Skispur habe ich. Es wird also mühsamer, nicht grad wie ganz selber spuren, aber doch nicht mehr so bequem wie vorher. Ich merke den Unterschied jedenfalls sehr gut. Aber bald kommen die ersten Hütten der Alp in Sicht.

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Und dann bin ich oben. Wunderschön, ich bin froh hier zu sein, es hat sich gelohnt!

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Bloss auf den kleinen Hoger vor meiner Nase will ich noch, schauen was dahinter ist. Nur, da hat es auch keine Skispur mehr. Und ich merke es! Also eines ist sicher, wenn ich heute alles hätte selber spuren müssen, dann wäre ich nicht hier. Zum Glück ist es nicht mehr weit. Aber auch das lohnt sich.

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Eigentlich möchte ich jetzt gerne gemütlich vor einer Hütte auf einer Bank sitzen, etwas trinken, eine Kleinigkeit essen und die Sonne geniessen. Aber es ist alles tief verschneit, von Bank keine Spur.

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Vielleicht bei der Hütte dort unten! Die liegt sowieso auf meinem Weg. Es kann hier übrigens nicht stark gewindet haben. Der Zaun ist zwar zugeschneit, aber noch gut sichtbar. Ganz sicher kein Hindernis!

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Die Bank ist auch eingeschneit, aber auf der obersten Treppenstufe zum Eingang kann ich mich auf meinen Rucksack setzen und trinken und essen. Ich mache nicht lange, ich möchte möglichst noch bei Sonnenschein wieder in Schmitten zurück sein. Ich habe keine Lust zu frieren. Also mache ich mich auf den Weg über die Ebene. Der Zaun ist übrigens so weit eingeschneit, dass ich beim drüber gehen nichts davon spüre. Ich scharre ein wenig, aber da kommt noch kein Holz zum Vorschein.

Die Berge sind übrigens der Piz Ela, das Tinzenhorn und der Piz Mitgel, die ich normalerweise von der andern Seite kenne.

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So schön flach ist das Spuren kein Problem, im Gegenteil es macht Spass. Und dann will ich in der Falllinie runter, schön steil, bis Pardela.

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Es ist herrlich, der Schnee zum Teil pulvrig. Das macht dann wieder sehr viel mehr Spass ohne Spur! Und es gefällt mir, wenn der Schnee vor mir her tanzt.

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Ab Pardela gehts wieder in den Wald. Jetzt muss ich einfach nur noch runter. Wo es geht laufe ich neben der Spur, denn in der Spur ist es eher unangenehm, hart. Dafür sehe ich jetzt die Bäume ganz anders als beim Aufstieg. Wunderschön, finde ich.

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Und dann entdecke ich sogar noch Abkürzungen. Einmal versperrt ein umgestürzter Baum den Weg, aber auch den kann ich umgehen, wenn es auch sehr steil ist.

Ich bin unten, die Sonne scheint noch! Eine alte Frau ist mit dem Rollator unterwegs. Ich staune, denn die Strassenverhältnisse sind nicht so toll. Wir kommen ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass es ihr Sohn war, der mir gestern mit seinen Skiern eine Spur gelegt hat! 

 

Wer übrigens gerne mal mitkommen möchte auf eine Schneeschuhtour, ist herzlich eingeladen. Ausrüstung für eine Person könnte ich zur Verfügung stellen. Also Schneeschuhe, Stöcke, LVS und Schaufel. Es braucht dann nur noch gute Schuhe, angepasste Kleidung und einen Rucksack. Schneeschuhlaufen ist einfach und es braucht keine Vorkenntnisse. 

Also wenn Du Lust hast, einfach bei mir melden. Hier oder per PN. Ich würde mich freuen! Datum und Tour würden wir noch bestimmen. Nächste Woche Donnerstag und Freitag hätte ich frei :-)

Gruss Sidea

Zu akzeptieren, dass etwas anders läuft als ich es mir gedacht habe, bringt innere Freiheit. Daniel Schönbächler