Dorfplatz

Fröhliches Geplauder über Freuden, Sorgen, (virtuelle und reale) Zusammenkünfte und Erlebnisse.

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Dialekt.

50 Antworten [Letzter Beitrag]
25. Januar 2012 - 11:26
ruedi l

 

 Chabis. - Mit Chabis kommentieren wir Unsinn, Blödsinn, Unglaubliches. Es ist ein kurzes Wort, kein böses, durchaus noch nett gemeint, etwa so wie leichtes Kopfschütteln. Wenn das Kind eine Geschichte erzählt, die uns unwahrscheinlich vorkommt, bezeichnen wir das als Chabis. Gewiss keine schweren Sachen. Nichtigkeiten eher. Chabis heisst auch eine Gemüsepflanze. Gern habe ich ihn als feingeschnittenen saftigen Weisskabissalat.

Answers

iloma

ohni chüschtigem Späck?

Bölle, Chnobli und ohni Peperoncini?

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

Quelle

und dann wäre da noch

die Frage der Farbe, rot, blau oder weiss?

bei mir gehört dies auch alles rein mit noch etwas Kümmel, iloma

kaninchen

Nennt man

den  blauen  auch Chäbis ?  Bei mir gibt´s heute grad "Blaukraut" geschmort.  Gemischt hab ich die beiden Salatköpfe noch nie, aber eine Schüssel Weißkraut-Salat neben einer Schüssel Blaukraut-Salat sieht auf dem gedeckten Tisch auch  hübsch aus. Vom Kümmel nehme ich beim Weißkraut lieber Abstand,  (vom Speck eher nicht),  den  (Kümmel, nicht den Speck)  ziehe ich als Likör vor.

Georg Borer

Kümmel

Kümmel soll gut sein gegen Blähungen, die nach dem Verzehr von Kabis und Kohlgewächsen entstehen können.

iloma

Chümmi!!

ihr sagt es, jetzt weiss ich auch das wieder! Danke euch! Was ich aber bisher nicht wusste, dass nur gemahlener Chümmi seine Wirksamkeit entfalten kann. Gerösteter ist auch fein im Geschmack. So mische ich halt alles, Pulver und Körnli, dann hab' ich den "Foifer und das Weggli" :-)

@ Kaninchen

Auch du kannst die "Fünf Cent und das Wecklein" haben, vor und nach dem Krautsalat ein kleines oder feines Kümmel-Likörchen? Wohl bekomm's !:-)

und Rotchabis, Blauchabis, Weisschabis.... alles Chabis!

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

pablito

Chabis

Und Surchabis ? (Sauerkraut).

pablito

kaninchen

Surchabis

Eine  "Kraut"  (so nennen uns die Engländer)  schreibt : very good !

ruedi l

Jufle. Wer juflet, der hat

Jufle. Wer juflet, der hat gewissermassen sein inneres Huhn losgelassen und zugleich geköpft,

und zum Stress, den er eh schon hat, kommt noch der Stress der völligen Kopflosigkeit hinzu.

Und Letztere hält bekanntermassen ein Huhn nicht davon ab, noch lange kreuz und quer in der Gegend

herumzuflattern. Ein armer Tropf, der Mensch im Gjufel.  Oder auf Hochdeutsch: Heftig in der Gegend herumfurwerken.

jubi

jufle

Heiss nicht nur "heftig in der Gegend herumfuhrwerken", sondern es bedeutet auch beeilen.

"Its muesch aber rächt jufle, süsch isch dr Zug wäg"

Gruss jubi

Andreas Kühner

Oder auch ...

nume nid gschprängt, aber gäng e chli hü, heisst auch, nid jufle. Beides isch guets Bärntütsch.

Auf  Hauchdeutsch etwa so: nur nicht übereilen, aber doch vorwärts.

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt

ruedi l

Es gnüegelet. "Es reicht"

Es gnüegelet. "Es reicht" heisst es streng deutsch. Eine klare Durchsage und ein Befehl. "Es gnüegelet" ist gemütlicher als "Jetzt ist aber genug" kann auch gegen sich selbst gerichtet sein und nimmt sprachmalerisch hübsch das Völlegefühl auf- und vorweg. Wenn es gnüegelet sollte man besser aufhören - sonst bringt man das eigene oder ein fremdes Fass zum Überlaufen. Weniger ein Befehl als ein Wunsch - 
ruedi l

Südere. Schon als Kind lernt

Südere. Schon als Kind lernt man die Wonnen des Südens kennen, wenn man zu Beispiel in einen saftigen Pfirsich beisst

und der klebrig-süsse Saft einem wohlig über die Finger fliesst und auf den Pulli tropft. Dann süderet die Frucht, und

die Mutter klagt: " Merksch eigentlech niid, dass ufs Liibli süderisch?" Auch die Wunde am Knie, die mehr schlecht als recht verheilt,süderet fröhlich, wenn das Wundwasser oder gar der Eiter austritt; da macht man dann am besten ein Pflaster drauf, auf die saftige Sauerei.  - De Sabberi de süderet. - Es gibt aber auch den unzufriedenen Meckeri, der ist auch ein Süderi.
jubi

Südere

Die Wunde am Knie kann aber auch "söifere" wenn noch Wundwasser oder Eiter austritt. Ein Kleinkind, von dessen Mund Wasser tropft, "söiferet".

Ich denke, Ruedi, wenn Du schon Dialektausdrücke bringst, solltest Du erwähnen, aus welcher Gegend sie stammen. Ich als Berner habe mit Deinen Ausdrücken kein Problem, aber auch im Kanton Bern wird längst nicht überall die gleichen Ausdrücke verwendet.

Soll dieses Thread auch wirklich lebendig werden, so sollten Leser aus anderen Regionen schreiben, wie in ihrem Dialekt der Erwähnte Ausdruck lautet.

Gruss jubi

Rolf Löber

Dialekt

Südere, soiferet und in Züri "goifere" für de Spoitz (Goifer), wo us em Muul chunt. Dieser Ausdruck kann nicht für Wundaustritte verwendet werden.

Gruess, Rolf

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Lernen und Entdecken macht mir Freude. Es ist spannend für mich, Neuem zu begegnen. Gern gebe ich mein Wissen weiter an Menschen, die danach fragen. * * * * * * * * * * * * * * *

Rolf Löber

Dialekt

Südere, soiferet und in Züri "goifere" für de Spoitz (Goifer), wo us em Muul chunt. Dieser Ausdruck kann nicht für Wundaustritte verwendet werden.

Gruess, Rolf

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Lernen und Entdecken macht mir Freude. Es ist spannend für mich, Neuem zu begegnen. Gern gebe ich mein Wissen weiter an Menschen, die danach fragen. * * * * * * * * * * * * * * *

jubi

Göifer

Danke Rolf

Das ist doch viel spannender, wenn die verschienden Dialektausdrücke miteinander verglichen werden.

Da ich schon viele Jahr im Kanton Zürich "unterwegs" bin, kenne ich natürlich "Spöitz" und "Göifer". Der Berner sagt eben "Söifer" und daher das Verb, "söifere".

Gruss jubi

amara

Spöitz

Woher kommt denn der Ausdruck: Spöitz
"sie het mi agspöitzt". Oder: "dä het ke Spöitz" (wenn er langsam ist)

Ich bin Seeländerin und brauche diesen Ausdruck auch.

Gruss amara

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain

Quelle

Spöitz

Ich kenne den Ausdruck "Spöitz" auch als Geld. I ha kei Spöitz me. Ich habe kein Geld (Kleingeld) mehr

Andreas Kühner

Eine gewisse Vermischung findet eben auch statt

amara a écrit :
Woher kommt denn der Ausdruck: Spöitz "sie het mi agspöitzt". Oder: "dä het ke Spöitz" (wenn er langsam ist) Ich bin Seeländerin und brauche diesen Ausdruck auch. Gruss amara

Auch im Seeland hiess das früher Spöifer (Spucke). Dialekte mischen sich natürlich mit den Menschen. Manchmal setzen sich die Zürcher durch (Spöitz) manchmal (eher selten) Andere.

Solange wir unsere schönen Schweizer Dialekte mischen, ist das eine natürliche Angelegenheit, finde ich.

Wenig Freude macht mir die nict mehr umkehrbare Mischung mit Denglisch-Brocken.

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt

kaninchen

.......................

Andreas Kühner a écrit :

 

 

 

Wenig Freude macht mir die nict mehr umkehrbare Mischung mit Denglisch-Brocken.

Gib die Hoffnung nicht auf, Andreas, die Franzosen mischen nicht, die Italiener mischen nic ht, irgendwann wird auch die deutsche Sprache gescheiter.

etna

***

Andreas Kühner a écrit :

Auch im Seeland hiess das früher Spöifer (Spucke). .

Für Spucke sagt man in Basel "Schpeuete". Etwas anders geartet ist der "Geifer" (geifere), aber im Endeffekt ist es ebenfals der "Spöitz".

 Die beste Art, sich zu wehren, ist sich nicht angleichen. (Marc Aurel)

iloma

An Wunder glauben?

kaninchen, glaubst du wirklich an solche Wunder? Die Deutschen haben schon immer gemischt. Schon damals, als sie glaubten besonders vornehm zu sein, wenn sie französisch sprachen. Einzelne französiche Wörter gab es noch bis vor einiger Zeit, und jeder hat sie verstanden. Jetzt hat man sie eingedeutscht!!!! War das gescheit? Solange der Herr Duden in Mannheim so doof ist, dass er nicht erkennt, wie sinnvoll es ist, ein "Fremdwort" auch so zu schreiben, wie es in seinem Ursprungsland geschrieben wird, so lange habe ich keine Hoffnung. Richtig, die anderen Nationalitäten mischen nicht... warum eigentlich nur die deutschsprachigen, darüber wundere ich mich schon seit langem. Das einzige deutsche Wort in England und USA sei "Kindergarten", sagt man. 

Nein, aus diesem "Chrüsimüsi" der Sprachen kommen wir nicht mehr raus! Sorry!

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

jubi

iloma

Es gibt noch ein weiteres Wort neben Kindergarten wird auch Rucksack in den USA verwendet. Ob in England auch, weiss ich nicht.

Gruss jubi

Quelle

Ja

das "Chrüsimüsi" ist perfekt. Früher schrieb man für den guten alten Geldbeutel die "elegante französische" Version portemonnaie  und heute ist man bereits in die "dialekt"-schreibweise portmone abgerutscht.

ruth-erika

e Löu...

Für Nicht-Berner besonders schön zum Anhören:
           " e Löu, e blöde Siech,e Glünggi u e Sürmu " von Mani Matter.                   @ Iloma: Von wegen Duden und Abkürzungen: " Pommes mit Mayo"
mag ich nicht so sehr, ich bevorzuge pommes-frites ;-) und das ohne
Betonung auf der letztenSilbe ;-)    ruth-erika

Vorlieben für:
Katzen,Musik,Florenz,Kochen
Basteln und Einrichten
 

kaninchen

@ iloma

Gestern kam zu uns ein noch recht junger Mann  ins Haus,  den ich angerufen hatte, weil er meinen Keller entrümpeln soll. Meine Tochter ist mit ihm runtergegangen in den Keller, die Türe ließ sie offen, da höre ich , wie er sagt : "Ist Ihre  Mäm  auch da am Montag ?"   Da kam er bei mir genau an die Richtige - den Auftrag bekam er nicht.  Wo sind wir denn, in USA ? In Deutschland hat das vor Jahren mit dem Denglisch angefangen, weil jeder zeigen wollte, daß er Englisch kann - vor allem die, die es nie gelernt haben.  Wer es wirklich kann, vermeidet das Denglisch - er kennt auch das deutsche Wort dafür. So ist zumindest bei uns in Bayern  mittlerweile die Lage - darauf gründet sich der Hoffnungsfunke.

 

 

 

 

 

 

 

erweig

In den Berner Schulen..

..wird scheint's neuerdings im Musikunterricht das Takt-"Gschpüri" mit folgenden Wörtern vermittelt:

          -dässerle-dässerle / loufe-loufe / staah-

das steht für zwei Triolen, zwei halbe und eine ganze Note. Jetzt gilt es den Begriff  "dässerle" zu erklären. Wer weiss es?

Gruss Erwin
kaninchen

........................

jubi a écrit :

Es gibt noch ein weiteres Wort neben Kindergarten wird auch Rucksack in den USA verwendet. Ob in England auch, weiss ich nicht.

Gruss jubi

Bei uns heißt das nicht mehr Rucksack, das heißt "facility...usw'".

ruth-erika

"däsele"

lieber Erwin,Frau Bietenhard beschreibt den Ausdruck in ihrem Berndeutschen Wörterbuch so : "däsele"  >   leise auf Zehenspitzen trippeln  - oder - schmeicheln,verwöhnen . Erst dann kam mir in den Sinn dass wir früher auch sagten : das Chliine da chuntt cho z' däsele / täsele, es isch dasumetäselet. Ich hatte diesen Ausdruck schon lange nicht mehr gehört. Liebe täselete Gruess r.e.  

Vorlieben für:
Katzen,Musik,Florenz,Kochen
Basteln und Einrichten
 

amara

"däsele"


Es gibt noch einen ähnlichen Begriff wie das "Däsele",
der heisst "düssele" (auch aus dem Seeland). Düssele
ist lautlos.

Gruss amara

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain

erweig

düssele

düssele wie vorsichtig ,schleichend, leise an ein schlafendes Bebé hingehen um es nicht zu wecken. Und nochmal "däsele" (so ist es richtig geschrieben): Chatzedäseli sind die Spuren der Katzen im Schnee.
An Amara: Hast du dich "bchymet"?

Gruss Erwin
amara

"bchymet" - erholt - wieder gesund


Hallo Erwin,

no nid ganz, aber es chunnt de scho!

Diese Wortspielereien sind sehr interessant und
auch amüsant (schon wieder ein neues Wort!)

Ich wünsche einen wunderschönen, kalten Sonntag

Gruss amara

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain

ruth-erika

bchymet

@ amara, gut dass Du Dich bchymet hast, im Gegensatz zu Dir muderet mein sehr altes Büsi seit zwei Tagen.Im Klartext heisst das etwa - kränkelnd,unwohl,matt,unlustig und desinteressiert-Sein. Einer, der muderet, macht an einer Krankheit herum und fühlt sich himmeltraurig.Ich wünsche allen einen guten und vom  "mudere" verschonten Sonntag             ruth-erika 

Vorlieben für:
Katzen,Musik,Florenz,Kochen
Basteln und Einrichten
 

ruedi l

Schnäfle -

Schnäfle. Ein Kuchen steht da, ganz für sich allein, es ist keine Dessertzeit, nein, er glaubt sich in Sicherheit, aber ach, er ist fein.Keiner kommt an ihm vorbei, ohne ein winziges bisschen von ihm abzuschnäfle,  "absäbeln" würde man auf Hochdeutsch sagenund das geniesserische Schnäfle, brutal ins Militärische wenden.Man schnäflet und schnäflet, immer noch ein bisschen mehr, die Schnittfläche ist zunehemend voller Kanten und schief,und bei jedem Scnitt brösmelet es noch ein bisschen mehr, und am Ende ist eine grosse Sauerei auf dem Tisch und der arme Kuchen total verunstaltet. Aber selbst schuld. Er war eben einfach sehr, sehr fein. 
iloma

Einsprache...

So brutal sind sie dann auch wieder nicht!

Schnäfle oder schnifle isch es auts südweschtdütsches Wort, wo me vo dr Dütschschwiz bis i ds Eusäässische, Dütschalemannischen u Schwääbische kennt, für «schneiden» u «schnitzen». Dr Schnäfler oder Schnifler isch eine gsii, wo mit em Mässer oder Ziemässer het gschaffet, zum Bischpiiu e Räche-, Gablen- oder Cheuuemacher. (Meint DRS1).

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4bel

bödelet (eine dünne Schicht), e chlii, e Schnöigge voll, e Schnurre voll, en Giggernillis (Kleinigkeit), en Mugge-Furz, en Mümpfel, en Speutz in See, es birebitzeli, es Birebitzeli, es Bitzeli, es Fädeli, es Löffeli, es Mikro-Mü, es Mü (aus der Mathematik), es Mugge-Seckeli, es Mümpfeli, es Nüüteli, es Schnäfeli, es Schnäfi, es Schnifeli, es Schnöiggeli (ganz wenig in den Mund nehmen)....

...wie soll das mit einem Säbel gehen ?:-)))

> säbeln < ugs. für ungeschickt, unsachgemäss schneiden

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

ruedi l

Ich sage auch gerne: Jetz

Ich sage auch gerne: Jetz isch aber gnueg Heu dune! , Es langet! Es tuet's! Finito, capito? , Häsch de letscht Zwick a de Geissle! Jetz hät s foif vor Zwölfi gschlage!, Jetz isch de Ofe uus!, Jetz isch fertig luschtig! Jetz isch guet Nacht am Sächsi! Jetz isch Matthäus am letschte!, Jetz schlaat s Drizähni! oder: Schluss – Aus – Amen!

WillY

Jetz verbiissis!

Dieses kurze Sprichwort habe ich irgendwo in einer Werbung am TV aufgeschnappt und ist unterdessen zu einem geflügelten Ausdruck geworden, wenn ich "endlich" mal einen Entschluss gefasst habe. Manchmal dauert es bei mir eben länger, bis der sog. Kairos (im Unterschied zum Chronos) gekommen ist. Der Kairos, der Zeitpunkt, das ist eben "jetz"!

Liebe Grüsse
WillY

ruedi l

Pflotsch. Wenns taut oder

Pflotsch. Wenns taut oder regnet, dann wird der Schnee zu schmutzigem, rutschigem, übellaunigem Pflotsch, und besser

 könnte man dieser unangenehme Matsch Zustand von Wasser auch gar nicht bezeichnen, denn das schwerfällige

schmatzende Wort beschreibt lautmalerisch  sehr exakt das Geräusch, das sich ergibt beim Aufeinander treffen von Schuh und Pflotsch.

Sprich laut: De Pflotsch pflotscht  :-))  gell, du höst es, eben lautmalerisch.

Chappeli

Dialekt

pfucha

Wenn man etwas nicht gerne tut, oder nicht gerne isst, dann pfucht man darob.

Auch wenn einem etwas nicht gefällt, pfucht man.

WillY

Und wo pfucht man, Chappeli?

Diesen Ausdruck habe ich noch nie gehört. Wo spricht man denn so pfuchig? Und wie würde es in anderen Gegenden heissen?  Ess ich nicht gerne, z.B. Knoblauch, dann sage ich "Wäh". Ist das gepfucht?

Liebe Grüsse
WillY

mupli

Fremde in der Schweiz welche deutsch lernen

Mit den Dialekten ist es vor allem schwierig für Fremde welche hier in der Schweiz deutsch lernen.

Unsere Schwiegertochter aus dem asiatischen Raum geht an 2 Nachmittagen je 3 Sunden in den Deutsch - Kurs. Sie macht zwar erfreuliche gute Fortschritte...im Hochdeutsch. Bei den "Schyzerdütsch - Dialekten" versteht sie meistens nur Bahnhof !

Ich kann ihr gut nachfühlen, den mir ergeht es genau gleich in der Türkei mit den unzähligen türkischen Dialekten. An den Dialekt in unserer Gegend habe ich mich inzwischen gewöhnt, obwohl dieser noch zusätzlich mit der Yöruksprache vermischt wird. Keine hundert Kilometer weiter spicht man wieder einen ganz anderen Dialekt - da steht man manchmal echt an und ein falsches Wort kommt raus ohne es zu wollen.

Glücklicherweise wird dies bei Fremden entschuldigt, den das Wort Ausländer gibt es zum Glück nicht.

Aber immerhin werden meine Hirnzellen täglich aktiviert. Irgendwie denke ich, ist es halt ein Gedächnistraining für mich und die Kommunikation mit den Leuten ist schön und manchmal auch lustig.

jubi

Ausländer

mupli a écrit :

...

Glücklicherweise wird dies bei Fremden entschuldigt, den das Wort Ausländer gibt es zum Glück nicht.

....

Was ist jetzt am Wort "Ausländer" so schlimm, dass es das "glücklicherweise" im Türkisch nid gibt? Da soll ein Wort, das nichts anderes macht, als eine Tatsache zu bezeichnen, plötzlich abwertend sein. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Es entspricht doch der Tatsache, dass ich in jedem Land, dessen Staatsbürgerschaft ich nicht besitze, Ausländer bin.

Gruss jubi

mupli

schlimm ist es ja nicht

Schlimm ist es ja sicher nicht - aber halt nicht im Sprachgebrauch.

Alle auch die Einheimischen sind Fremde und wenn sie nur 100 KM entfernter wohnen. Ausländern sagt man höchstens Amerikaner, Deutsche usw. aber nie Ausländer. Wichtig ist, dass man akzeptiert wird.

Andere Länder andere Sitten halt.

Ida

jubi

 

Und wie ist es denn damit? Vor ca. 2 Tagen, sollte ich nach einer Strasse suchen und da ertappte ich mich „hochtütsch“ zu sprechen. Du könntest sagen  >sälber tschult!< aber eben, da habe ich mich voreilig angepasst. So verlieren wir ganz unbemerkt unsere Sprache!

ruedi l

"Schöggeli".  Wer beim

"Schöggeli".  Wer beim Schoggi-Essen ein schlechtes Gewissen bekommt, soll es mal mit einem Schöggeli probieren. Auspacken, rein schieben, geniessen und dann in den Spiegel schauen. Natürlich alles noch wie vorher! Nur die Laune ist besser, denn Schoggi tut gut, viele Studien haben das bewiesen, und ein Schöggeli tut noch besser .

Denn das - li verkleinert nicht nur, es verharmlost auch. So ein Schöggeli kann keine Sünde sein. Kalorien klingen anders. Da darf man sich gerne  noch

ein zweites und drittes erlauben  :-)

Ida

Schöggeli

 

Ich versündige mich am liebsten mit Pralineeeees und meine Bekannte vom grossen Kanton versucht dasselbe mit Praliinen.

iloma

Der groosse Kanton

ist seeehr gross... anderenortes sind es tatsächlich auch Pralineeees! Ich weiss wovon ich rede, denn dort, von wo ich komme,  redete man viel früher schon gaaanz vornehm französisch (vor meiner Zeit allerdings). Deine Bekannte, ida, kommt wohl ganz vom hohen Norden..., da ist sowieso sparachlich alles anders.

Doch das mit dieser Verkleinerungsform in der Schweiz, amüsiert mich immer wieder. Ich kenne jemand, der geht manchmal "öppis Chlinis go näh"... oder dörf's Bierli si oder gar es Muggesäggli von irgendwas? Erschrocken war ich aber früher, als eine Mutter zu ihrem Kleinen sagte: "Chumm Peterli, go's Müüüüli abwüsche!"

Gruss, iloma

* * *  Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind geweht, sah ich das Glück mir winken, glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse  * * * *

 

Maniola

Semmeli und Brügeli

Als ich vor langer Zeit vom Osten in die Mitte der Schweiz kam, wollte ich in einer Bäckerei ein Semmeli und ein Brügeli kaufen. Die Verkäuferin verstand mich nicht und ich musste mich, obwohl immer noch im Deutschschweizerischen Raum, mit den Händen verständigen (zeigen). Aha ...... das Semmeli und Brügeli heisst hier "Branchli (Bronschli gesprochen) und Mutschli". Auf deutsch: Schokoladenstängelchen und kleines weisses Brötchen.

Ida

Fremdsprachen sollte man lernen.

 

Ja, ja einst vor Zig- Jahren als wir noch in unseren Tälern, schön durch Berge getrennt, jeder sein Süppchen alleine kochte, wusste man viel weniger was sich ennet am Bergli abspielte. Da verschlug es mich, („total emanzipiert“) nach Zermatt. Dort hörte ich Leute sprechen und ich wusste natürlich, dass sich da zwei Schweden auf Schwedisch unterhielten, bis man mich aufklärte, dass es sich um Wallisertütsch handle. 

Andreas Kühner

Ja, das Wallisser Tiitsch

Auf einer Velotour mit Vater gelangten wir müde und abgeschafft gegen den Wind in Gampel an. Der Curé, resp. Hochwürden war auf dem Heimweg und Papa fragte ihn, wie wir am raschesten mit dem Velo nach Goppenstein fahren könnten. "Chumen i nit" war die Antwort. Wir wollten gar nicht, dass er mitkommt. Wir wollten hin, um mit dem Zug durch den Lötschberg zu fahren.

Na eben, er sagte auf gut Deutsch Das könnt ihr nicht. Weil eben viel zu steil um mit dem Velo, von anno dazumal, zu fahren. Kurz und bündig sagte er uns einfach. Es geht nicht. Chumend ihr nid

Ohren können das Gute hören, Augen das Schöne sehen, wenn das Hirn dies zulässt