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Hörgerät

8 Antworten [Letzter Beitrag]
8. Februar 2012 - 10:00
agi

Endlich habe ich einen Hörtest "absolviert". Schon länger ist es für mich schwierig geworden, sobald mehrere Personen dabei sind, genau zu hören. Es ist streng und ermüdet mich sehr. Das kann ja nicht die Zukunft sein! So, mein Hörtest zeigt, dass ein Hörgerät in absehbarer Zeit zu meinem Alltag gehört. Dagegen bin ich im Prinzip nicht, aber welches? Die Testerin wollte gleich einen Termin für weitere Abklärungen -das war dann für mich schon ein bisschen zu schnell. Ich überlege mir dabei, soll ich nicht vorher noch bei einem Ohrenarzt meine Ohren abklären lassen, beraten usw. Es gibt ja so viele Anbieter, soll ich bei meinem 1. bleiben - oder noch weitere testen?

Wie weiter? Kann mir jemand dazu noch seine Erfahrungen oder Tipps weitergeben?

Ich wäre sehr froh darüber und sage mal jetzt, vielen Dank dafür.

Herzlichen Gruss

 

Answers

Giovanni

Eigene Erfahrungen

Ich bin schon seit vielen Jahren auf Hörgeräte in beiden Ohren angewiesen. Angefangen hat das in meiner Jugendzeit, als ich als Folge einer Erkrankung - ich weiss nicht mehr woran - einen beidseitigen Gehörschaden erlitt. Das merkte ich weniger als Leute, die mit mir sprachen und feststellten, dass ich sie entweder falsch verstand oder immer wieder zurückfragte.

Als ich mich für die militärische Aushebung stellen musste, wurde festgestellt, dss ich auf dem linken Ohr nur etwa halb so gut hörte wie auf dem rechten. Dennoch wurde - weil ich es ausdrücklich begehrte - meine militärische Tauglicheit festgestellt. In der Folge leistete ich fast 1000 Diensttage. Dabei war man damals noch nicht sonderlich sorgfältig mit dem Vermeiden von Hörschäden durch Schiesslärm. Meine Hörfähigkeit wurde natürlich nochmals vermindert.

Etwa in  meinem fünfzigsten Lebensjahr erlitt ich eine Mittelohrentzündung, die bewirkte, dass ich auf dem linken Ohr praktisch taub wurde. Weil ich meine Berufstätigkeit nicht aufgeben wollte, erhielt ich von der IV zwei Hörgeräte. Seither - innert fast dreissig Jahren - wurden sie dreimal durch jeweils stärkere ersetzt. Dazu leistete die Invalidenversicherung ihren Beitrag.

Ohne Hörgeräte wäre ich heute von allen Möglichkeiten der Konversation ausgeschlossen. Ich kann nur empfehlen, dass man sich bei Hörverlust  bei einem Ohrenarzt meldet und damit die entsprechende Hörhilfe in Anspruch nimmt. Meines Wissens bekommt man im Rentenalter allerdings nur ein Gerät. Will man beide Ohren damit ausrüsten, so muss man das zweite selber bezahlen. Wer schon vor dem Erreichen dieses Alters über zwei Geräte verfügte, ist da besser dran, denn es gilt die Besitzstandwahrung. Es kann aber sein, dass man für den optimalen Hörkomfort noch selber etwas aufwenden muss. So ist es jedenfalls bei mir der Fall.

Monika Eichmann

Liebe Agi

Da kann ich dir nur raten, zuallererst einen Ohrenarzt zu konsultieren. Da er mit guten Messgeräten die richtigen Werte erzielen kann. Er gibt Dir dann sicher Empfehlungen welchen Hörgeräte-Akustiker Du besuchen kannst. Es gibt eben solche und solche. Giovanni hat mit seiner Feststellung,, wer zahlt was und wann, richtige Auskunft gegeben. Es ist sicher empfehlenswert so früh als möglich sich mit diesem Thema zu befassen, denn selber merkt man erst sehr spät, wann der richtige Zeitpunkt für eine Versorgung (ich meine natürlich mit Hörgeräten) wirklich nötig ist. Es braucht dann sowieso eine gewisse Angewöhnungszeit.

Wichtig ist zu wissen, dass Du recht oft den Akustiker aufsuchen musst, bis die Anpassungen stimmen, bis es für DICH stimmt, da muss man hartnäckig dran bleiben.

Gut lose wünscht Dir Monika

Draht

agi, nicht zuwarten!

Ein lieber Freund wartet immer noch. Es will es nicht wahrhaben, dass er ein Hörgerät braucht. Wenn wir miteinander sprechen, stellt er lieber  Fragen,  deren Antworten er dann an meinem Gesichtsausdruck erraten kann. Wenn ich ihm etwas erzählen will, versucht er zu erraten, um was es geht und unterbricht mich dann schnell wieder, um wieder etwas fragen zu können. Es ist, wie wenn er über das Gehör nichts mehr aufnehmen könnte. Immerhin liest er viel. Das Gehirn verliert allmählich die Fähigkeit, gesprochene Worte verstehen.  - Je länger er zuwartet, desto weniger nützt ihm das Hörgerät.

Giovanni

Allzulanges Warten

Die Aussagen von Draht treffen absolut zu.

Wenn der Ohrenarzt empfiehlt, sich nach Hörgeräten umzuschauen, so tut man gut daran, diese Empfehlung möglichst rasch zu befolgen. Bis man Hörgeräte so eingestellt hat, dass sie optimal funktionieren und bis der Benützer ihre Handhabung wirklich beherrscht, braucht es einige Zeit.

Ich selber benötigte für meine ersten Hörgeräte - das ist schon mehrere Jahre her - rund ein halbes Jahr, bis ich den Eindruck hatte, sie seien wirklich das, was ich nötig hatte. Seither habe ich einige Garnituren von Hörgeräten neu erhalten, und ich brauchte stets einige Wochen bis Monate, bis ich meinte, sie vollständig und optimal nutzen zu können.

Hemmungen davor, sich um Hörgeräte zu bemühen, sind stets am falschen Platz. Man leistet sich selber keinen Dienst mit dem Zögern und man belastet auch die Gesprächspartnerinnen und -partner, wenn man nur mit Mühe an einer Konversation teilnehmen kann.

Wenn es ums Tragen einer Brille geht, fackelt man nicht lange. Es ist darum nicht zu verstehen, warum man mit dem Benützen von Hörgeräten zögert.

kaninchen

Die Erfahrungen,

die ich mit Männern gemacht habe, die ein Hörgerät brauchen, ist diese : Ihre Eitelkeit hält sie davon ab, sich ein Hörgerät zuzulegen. In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß man nie etwas hört von Frauen und Hörgeräten.  Wie verhält es sich denn damit ?

aitana

Open-fit

mein Problem ist dass ich zwar gut höre aber Vieles schlecht oder falsch verstehe, ich habe Tinnitus, mein Ohrenarzt sagt mir dass ich eine andere Art von Hörgerät brauche eben ein Open-fit. Ich lebe in Spanien und weiss darum nicht allzugut Bescheid über solche Geräte. Kann mich jemand über dieses Gerät informieren?

@Kaninchen, mir macht es nichts aus ein Hörgerät oder auch zwei zu tragen, ich habe mir vorsorglich die Haare um die Ohren etwas länger wachsen lassen.

liebe Grüsse

aitana

agi

Höhrgerät

für Giovanni, Monika und Draht

Vielen Dank für Eure Ratschläge. Sie haben mich sehr bestärkt, dran zu bleiben! Zuerst suche ich mir mal einen guten Ohrenarzt und dann wird eins zum anderen kommen. Der Hörgerät-Service Anbieter, wo ich den Test gemacht habe, der muss jetzt halt noch ein wenig warten... Ich bin zwar davon überzeugt, dass ich nicht zuwarten kann, aber die liebe Eitelkeit liegt doch schon äs bitzeli im Hinterkopf! Oh - hätte ich doch einen Busch von Haar!!

Nochmals herzlichen Dank und allen gut Ohr

 

Ida

Hörgerät

 

agi, Deinen Erfahrungsverlauf mit dem Hörgerät würde mich schon weiterhin interessieren. Sind nun die Geräte, die man im Ohr tragen kann, vergleichbar in der Qualität mit den grösseren Geräten, die man hinter dem Ohr trägt? Sind die etwa kompliziert und benötigen noch zusätzlich eine „Reglerstation“? Handmanipulation?