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Armut in der Schweiz - Das grosse Problem?

30 Antworten [Letzter Beitrag]
23. Februar 2012 - 0:33
Rosano Verde

27013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Vimentis Umfrage macht alles klar: Armut, Soziale Sicherheit und Einkommensverteilung sind das grösste Problem in der "reichen Schweiz". Sie spinnen, die Helvetier, würde Asterix sagen. Asterix hat immer recht, Blocher fast immer, allerdings nur mit Silber auf Rang 2.

Answers

mupli

Armut in der Schweiz

So ist es und die Armut wird leider weiter zunehmen. Viele langjährige Arbeitnehmer werden wenn sie die 50+ überschritten haben, auf die Strasse gestellt und in die Langzeit-Arbeitslosigkeit geschickt. Dieser Trend verstärkt sich immer mehr.

Dafür wandern immer mehr junge Arbeitskräfte aus dem Ausland in die Schweiz ein. Gemäss Aussagen einiger Politiker ertrage die Schweiz ja eine Bevölkerung von 10 Mio. Bewohner schon.

Ida

Schweizer-Zustände

 

Armut,

Soziale Sicherheit,

ungleiche Einkommensverteilung

sollten nicht unter dem gleichen Balken abgehandelt werden. In der, wie immerzu betont „reichen Schweiz“ dürfte es keine Armut geben.

In einer direkten Demokratie, in der alle Leute eine Schulbildung genossen haben, dürfte es keine soziale Unsicherheit geben.

Einkommensverteilung sollte nicht nach Prestigearbeit eingestuft werden. Die unbeliebtesten Arbeiten sollten hoch bezahlt werden. 

Rosano Verde

Die unbeliebtesten Arbeiten sollten hoch bezahlt werden

Und das werden sie denn auch.

Natürlich ist alles relativ. Ich habe kürzlich ausgerechnet, was mich eine "legale Putzfrau" kostet, und zwar inklusive Unfallversicherung (CHF 100.- pro Jahr), AHV und Steuern (mit Kurzformular angemeldet, daher Quellen besteuert zu Lasten des "Arbeitgebers").

Bei einem Stundenlohn von CHF 30.- kommen da noch gut CHF 6.- pro Stunde dazu, somit für mich total 36.- pro Stunde.

Von solchen Verdienstmöglichkeiten können wohl einige Griechen und Griechinnen nur träumen. Und viele andere auch. Wir aber reden von "Armut".

kaninchen

Darf ich Dich darauf aufmerksam machen,

rosano verde, daß nach Einführung des Euro in Griechenland ein Lokomotivführer nicht mehr 11000 Drachmen, sondern 11000 Euro verdiente ? Und wenn ich daran denke, daß ich als Griechin immer noch die Witwenrente meiner vor 11 Jahren verstorbenen Mutter beziehen könnte ? Du wirst verstehen, daß ich auf "arme Griechen" äußerst allergisch reagiere.  Ich möchte mal behaupten, daß sie sehr gut leben auf Kosten anderer,

dummy

Achtung Rosano, hast was vergessen!

Rosano Verde ha scritto:

Und das werden sie denn auch.

Natürlich ist alles relativ. Ich habe kürzlich ausgerechnet, was mich eine "legale Putzfrau" kostet, und zwar inklusive Unfallversicherung (CHF 100.- pro Jahr), AHV und Steuern (mit Kurzformular angemeldet, daher Quellen besteuert zu Lasten des "Arbeitgebers").

Bei einem Stundenlohn von CHF 30.- kommen da noch gut CHF 6.- pro Stunde dazu, somit für mich total 36.- pro Stunde.

Von solchen Verdienstmöglichkeiten können wohl einige Griechen und Griechinnen nur träumen. Und viele andere auch. Wir aber reden von "Armut".

Ich habe dieselbe Rechnung gemacht und kam auf 37 CHF pro Stunde. Auch die Putzfrau müsste 7 CHF AHV Beitrag pro Stunde einzahlen. Dazu hat sie auch Recht auf Lohn, wenn sie Urlaub macht,  krankgeschrieben oder schwanger, d.h. dadurch unarbeitsfähig würde, evt. während mehrerer Monate!  Dann noch die ganze Abrechnerei. Das alles war mir zu kompliziert. 

Resultat: ich putze selber und erspare mir erst noch das Fitnesstudio.

kaninchen

Das waren noch Zeiten,

bevor diese Regelung auch bei uns in Deutschland eingeführt wurde. Seitdem wird viel schwarz gearbeitet, denn welche Zugehfrau hat Lust, von ihrem Lohn auch noch zu berappen. Bei mir hätte sich mal eine ganz schlaue vorgestellt, sie erschien mir nicht geheuer, sie konnte auch kaum Deutsch, und wenige Wochen später sah ich sie in der Stadt, da hatte sie auch schon einen Bauch. Da hätte ich entweder zahlen oder streiten müssen.

ricky

Ohne Arbeit werden die Menschen brutaler!

Ich möchte nicht immer Beispiele aus Deutschland zeigen, denke aber das die Harz-Situation sicher auch in andere EU-Länder stattfindet. Ich hatte mal einen Kollege aus Mazedonien, er sagte mir, wenn du dort Arbeitslos wirst bekommt du NICHTS! Die Arbeitslosen-Statistiken werden gerne frisiert, man will die Welt ja zeigen wie wenig Arbeitslosen man hat. Dabei sind sie immer noch da, entweder bei der soziale Unterstützung oder eben im Harz IV-Programm. Ich habe mal gelesen dass Herr Harz selber eigentlich sehr enttäuscht war, was aus seinen Vorschlägen wurde :-) Ohne Arbeit geht der Mensch zugrunde

http://www.n-tv.de/politik/Butterwegge-Bilanz-verheerend-article5559506....

etna

Soviel ich weiss.......

gibt es auch eine Limite bei den Löhnen von Haushaltshilfen. Ich hatte meine angemeldet, aber als dann festgestellt wurde, dass die Zeit, die sie bei mir arbeitete, Fr. l.800.- pro Jahr nicht überstieg, brauchte sie nicht mehr angemeldet zu sein. Also konnte ich mir die Arbeit ersparen und sogar noch die Versicherung, die mir zurück erstattet wurde. Und da meine jetzige Hilfe sowieso weniger Stunden bei mir hilft, habe ich sie gar nicht erst angemeldet.

 Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe. (Gottfried Keller)

Kurt Engelbrecht

Armut in der Schweiz ist

Armut in der Schweiz ist relativ. Es gilt als arm, wer weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Haushaltseinkommens (abz. Sozialversicherung und Steuern)  zur Verfügung hat.

Damit dennoch niemand auf ein menschenwürdiges Leben verzichten muss, gibt es die Sozialhilfe, resp. die Ergänzungsleistung. Theoretisch ist in der Schweiz niemand arm.

Kurt

Rolf Löber

Armut in der Schweiz

Ich denke, es gibt eine echte Armut und eine gefühlte Armut.

Die echte Armut ist eindeutig. Das Sozialamt kann helfend einspringen. Und wird auch einspringen, weil die Tatsachen und Umstände eindeutig sind, die einen Rechtsanspruch rechtfertigen.

Unter der gefühlten Armut verstehe ich Folgendes: Aeltere Menschen - Ehepaare oder Einzelpersonen - kommen mit der AHV, der Rente und dem (kleinen) Vermögen bis anhin ordentlich über die Runde. Aus welchen Gründen auch immer, muss die Wohnsituation ändern, weil beispielsweise eine ganz grosse Hausrenovation der Mietwohnung ansteht. Grundsätzlich könnte man wohnen bleiben und irgendwie die mühsame Umbauzeit überstehen. Aber: die Miete steigt durch die (notwendige) Renovation bedeutend im zweistelligen %-Bereich an. Die neue Miete ist nun sehr hoch, zu hoch. Das Budget stimmt einfach nicht mehr. Die AHV und die Rente steigt nicht weiter an, das Ersparte - durchaus im beachtlichen Bereich - wird weniger und weniger. Die Lebenserwartung kann aber durchaus noch 10, 15 oder gar mehr Jahre betragen. Beim Nachrechnen wird bemerkt, dass so wie budgetiert alles Einkommen mit dem Ersparten aber klar weniger als 10 Jahre lang noch reichen wird.

Einfluss aufs Einkommen haben ältere Menschen kaum mehr. Die Kosten im Umfeld jedoch steigen und steigen. Das bezeichne ich als gefühlte Armut, welche in sehr naher Zukunft eintreffen könnte bzw. wird.

Lösungen?

Gruess, Rolf

Lernen und Entdecken macht mir Freude. Es ist spannend für mich, Neuem zu begegnen. Gern gebe ich mein Wissen weiter an Menschen, die danach fragen /  Meine Webseite: www.loeber.ch (Portraitfotografie & Einrahmungen) - Administrator GA-CLUB

Draht

Kriechen - drohen

Wer auf Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen angewiesen ist, fühlt sich bei der Behörde nicht wohl, er hat das Gefühl, er müsse sich dafür entschuldigen.

Klar, es gibt forsch auftretende Leute, die drohend Unterstützung verlangen, obwohl sie es nicht nötig hätten, Schwarzarbeiter, Simulanten, Arbeitsscheue, welche die Sozialbehörde auch gegenüber echten Armen misstrauisch machen.

Ida

Armut in der Schweiz

 

Genau, mit den gleichen Einsichten wie dummy, tröste ich mich bei den ach so unbeliebten Hausarbeiten damit, dass ich mir dabei Fitnessübungen vorstelle.

Auch Rolf Löbers Beitrag mahnt mich an die steigenden Öl- bezugsweise Benzinpreise, denn damit werden wohl auch auf der ganzen Welt, auch die notwendigsten Güter im Preis steigen. 

Ursi Joos

Armut in der Schweiz

Verglichen mit wirklicher Armut wie in einem Drittweltland jammern wir in der Schweiz auf einem sehr hochen Niveau. Ein Niveau das wir uns auch aus ökologischen Gründen in Zukunft gar nicht mehr leisten können, wenn wir global gesehen überleben wollen (Energieverbrauch, Umweltverschmutzung, ökologisches Gleichgewicht der Erde).

@Rolf: Lösungen sehe ich darin, vermehrt auf unsere Phantasie, auf soziales Engagement, auf Freiwilligenarbeit, auf neue Wohnformen, auf Tauschbörsen wie Senioren helfen Senioren - kurz auf unsere Solidarität besinnen, anstatt Probleme mit Geld aus privaten oder staatlichen Mitteln lösen zu wollen.

rigirama

also

meine Putzfrau hat eine kleine GmbH gegründet (im Handelsregister eingetragen). Damit erspare ich mir alle Umtriebe, nehme ich mal an. Oder gibts da auch ein Problem ?

Rolf Löber

GmbH

@rigirama: Deine Putzfrau ist somit Angestellte in ihrer eigenen Firma. In den Dir verrechneten (Stunden)Ansätzen sind alle Sozialkosten (AHV, Versicherungen, Ferienanspruch) enthalten. Sie führt eine Firma, welche alle diese Sachen intern organisieren muss und die Kundschaft - also auch Dich - von sämtlichen Sozialkosten entbindet. Der Stundenansatz plus vielleicht Transportweg und Transportkosten bilden Deinen absoluten Endpreis, den du zu zahlen hast - sofern Du damit einverstanden bist und ihre Leistungen in Anspruch nehmen willst. Falls Deine Putzfrau mehrwertsteuerpflichtig ist, so beinhaltet der Stundenansatz usw die MwSt (zZt 8%). Sie darf NICHT am Schluss noch die MwSt hinzufügen, denn DU bist eine Privatperson und keine Firma. Nur von Firma zu Firma darf die MwSt am Schluss noch dazugerechnet werden, da die leistungsnutzende Firma die MwSt als Vorsteuer in der Regel voll abziehen darf Weitere Details zur MwSt würden hier aber zu weit führen...

@anaconda: Einverstanden. Alle diese organisatorischen Massnahmen auf privater Ebene sind sehr wichtig und nützlich. Dennoch muss eine gewisse Menge Geld jeden Monat verfügbar sein für Wohnkosten, Krankenkasse, Verpflegung, Kleidung, usw. Speziell in städtischen Lebenssituationen - ohne eigenen Grund und Boden, Haus, Stockwerkeigentum - geht's einfach nicht ohne Geld. Viele Kantone kennen auch den Eigenmietwert bei der Einkommenssteuer, was die Einkommenssteuer in eine höhere Progressionsstufe anhebt und folglich höhere Steuern zur Folge hat. Solche und andere Kosten können durch Nachbarschaftshilfe nicht aufgebracht werden. Hingegen all die Ausflüge und Besichtigungen, welche den Alltag verschönern und Geselligkeit bieten, davon sollten noch viel mehr Menschen Gebrauch machen. "Wir" vom Seniorweb sind da Vorreiter und haben verstanden, was dieser Austausch bringen kann.

Gruess, Rolf

Lernen und Entdecken macht mir Freude. Es ist spannend für mich, Neuem zu begegnen. Gern gebe ich mein Wissen weiter an Menschen, die danach fragen /  Meine Webseite: www.loeber.ch (Portraitfotografie & Einrahmungen) - Administrator GA-CLUB

rigirama

vielen Dank

@Rolf, für die ausführliche Erläuterung, MwSt hat sie nicht verlangt. Dann ist das wohl die beste Lösung für mich und erst noch ganz legal.

Ursi Joos

Mehr Lust statt jammern

@Ida Genau Du bist auf dem richtigen Weg: mit Lust und Phantasie dem Unausweichlichen eine neue positive Qualität geben. Du könntest Dich auch mit einer Freundin zusammentun und ein Putzclub gründen, bei dem ihr gemeinsam abwechselnd beide Wohnungen durchputzt, ein Putzfest veranstaltet usw. Anregungen findest Du auch auf http://www.mitenand-putzen.ch.

@Rolf Natürlich braucht es Geld, wenn Miete, Heizung und Steuer explodieren - aber auch hier ist Umdenken gefragt. Nach der Pensionierung ist es nicht zwingend notwendig am alten, durch die Arbeit bedingten Wohnort zu kleben. Ich für meinen Teil bin in meine Ferienwohnung gezogen und habe so ein Teil der Mietkosten reduziert. Viele ältere Mitbürger wohnen nach Auszug der Kinder in für sie zu gross gewordene Wohnungen - warum nicht eine Mansarde der  8-Zimmer-Villa an einen Studenten vermieten oder ihn gratis wohnen lassen, im Austausch gegen Haus- oder Gartenarbeit. Ich weiss, das alte Schlummermutter-Modell scheint nicht mehr gefragt zu sein, würde aber dem Generation im Dialog-Projekt auf natürliche Weise nahe kommen. Anstelle von öden Altersheimen stelle ich mir betreute Wohngruppen vielleicht in der Nähe eines Kindergartens oder einer Kinder- Tagesstätte vor, wo freiwillige Leih-Grossmütter mit den Kleinen basteln und Guetsli backen, anstatt einsam vor dem Fernseher zu hocken und Socken für den Missionsbazar zu stricken. Bin ich mit solchen Ideen eine unverbesserliche Utopistin?

Kurt Engelbrecht

Ich wundere mich, dass man

Ich wundere mich, dass man sich für Frauen, die sieben oder acht Lebensjahrzehnte hinter sich haben, keine andere Tätigkeit vorstellen kann als "Guetsli backen" und "basteln" mit Kindern.

Kurt

Ursi Joos

@Kurt Engelbrecht: frau kann sich sehr wohl anderes vorstellen

Es geht hier nicht um die Tätigkeit an sich, sondern um einen Gegenentwurf zu den Ghettosisierungs- und Institutionalisierungstendenzen in unserer Gesellschaft. Ich möchte die "Alten" wieder aktiv in der Gesellschaft tätig sehen, notfalls auch mit Guetslibacken. Ich für meinen Teil würde mit 80 lieber in Deinem besagten Flugzeug nach Lima sitzen und mit den "Botafogos"  aus voller Brust die "marchinhas de carnaval" singen , sowohl "caipirinha" als auch "pipí de anjo" trinken. Auf Dein Wohl hombre!

Sterngucker

Die "Institution" Zimmerherr oder Zimmerfräulein ....

... gibt es nicht mehr oft. Oder vielleicht noch auf dem Land.  Ich selber wohnte als Lehrling 1960 als "Zimmerherr" in einem Haus, wo die "Schlummermutter"  drei Zimmer mit fliessendem Wasser an Zimmerherren vermietete. Dort in Männedorf verbrachte ich die Lehrjahre und die ersten zwei Jahre als ausgelernter Orgelbauer. Wenn es diese ZimmervermieterInnen  nicht gegeben hätte, hätte mancher Lehrling  wegen  unpassenden Zugverbindungen nur in der Nähe ein Lehre machen können. Heute kann der gleiche Ort mit dem gut funktionierenden ÖV gut erreicht werden.Man braucht das Zimmer nicht mehr.

>Jetzt zur Armut:  Ich denke auch, dass für alleinstehende ältere Personen , welche nur von der AHV und Zusatzleistungen leben sollten, gar keine kleinen, zahlbaren Wohneinheiten vorhanden sind. Zimmervermieter gibt es fast nicht mehr.  Es gibt keine Wohnungen mehr ohne "Komfort". Die Hausgärten verschwinden. Der "gehobene Wohnstandard"  ist für Kleinverdiener und junge Familien unbezahlbar. Natürlich gibt es die Sozialhilfe. Das ist gut so. Aber eine Gesellschaft, kann nicht so funktionieren, dass eine wachsender Teil der arbeitenden Bevölkerung zum Sozialamt gehen muss, weil mit 42 Stunden Arbeit, zuwenig verdient werden kann, um zu überleben. Auf Neudeutsch heissen diese Leute "Workingpoor".

Es gäbe eine praktische Möglichkeit, Workingpoors unterzubringen. > Fertighäuser, wie sie z.B. das rote Kreuz schon  in Erdbebengeschädigten Gebieten aufbaute. Aber das würde in der Schweiz an tausend Hürden scheitern. (Man will bei uns die Armut physisch nicht sehen). Auch in einem Wohnwagen darf ich nicht - als Wohnsitz - wohnen, Obschon das ginge. Denn in der Schweiz gibt es eine Volkgruppe, welche explizit die Erlaubnis hat, in Wohnwagen zu wohnen. Es sind die Schweizerischen Fahrenden und die Schausteller. Für die gibt es in vielen Gemeinden fest reservierte Plätze.

Also , warum nicht "gehobene" Wohnwagensiedlungen für pensionierte Alleinstehende? Aber nein, würde man sagen, Wohnwagen sind doch nur für Ferien gedacht.

Sterngucker

Deindustrialisierung als eine weitere Ursache für Armut

Zitat aus:  "Jobs statt Arbeit" von Gerard Duménil und Dominique Lévy

...In Amerika fiel der Anteil an der Industrieproduktion in den jahren 1960 - 1980 von 26% des Bruttoinlandproduktes auf 19% . Bis 2007 sank es bis kurz vor der Finanzkrise auf 11%.  Präsident Obama plädiert jetzt auf das "Insourcing"  als Gegenstück des "outsourcings". Obama meint damit in seinem Leitbild die Rückführung der industriellen Produktion in die USA. In einigen Bereichen sind nämlich die Lohnkosten in China bereits so am steigen, sodass diese Produkte auch wieder "zuhause" gewinnbringend hergestellt werden könnten.

...Einen ähnlichen Verlauf nahm die Deindustriealisierung auch in Frankreich und Deutschland. In der Zeit von 1980 bis heute von 36% auf 23% . Die Folge war die Präkaresierung der Arbeit. Der Anstieg der "Niedriglöhner" steigt in Deutschland seit 1990er jahre unaufhörlich an. 1909 lagen 5.7 Mio Arbeitnehmer unterhalb der statistisch definierten Lohnuntergrenze von 9,76 Euro/Stunde. Auch der Von 7,3 Mio Beschäftigen Männer und Frauen ist der sog "Minijob" die einzige Erwerbstätigkeit. Zur Präkarisierung gehört auch die Zeitarbeit, die "Scheinselbständigkeit". Bei BMW sind von 80'000 Beschäftigte gut 11000   ( ca.14% ) Leiharbeiter. In ganz Deutschland arbeiteten laut Bundesagentur für Arbeit 910000 Bescchäftige von 17400 Verleihbetrieben. Ende ZitaT.

- Ich wage zu sagen, dass Europa und USA mit der Auslagerung der Industriearbeit die neue Armut selber erzeugt haben. Die Neoliberale Finanz- und Wirtschaftsidee kann also auch zum eigenen Untergan führen. Deutshcland hat zwar die Kernstücke der Produktion  im Land behalten. USA eher nicht.

- Wie es in der Schweiz steht, weiss ich nicht.

Ich beobachte aber den Verkauf von dutzenden Traditionsbetrieben ins Ausland. Japan kaufte zwischen 2010 bis heute in der Schweiz: Landis&Gyr, Uster Technologies, Nycomed, Oerlikon Solar, Kaba Atomatics Door Busines, Uhrwerkhersteller La Joux-Perret.  Damit gehen auch die Patente, Herstellungspläne über Nacht fort von hier.

- Was bedeutet dies für die Scchweiz?

 

 

Kurt Engelbrecht

Trotz der

Trotz der Deindustrialisierung nimmt die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz nicht zu. Warum? Ich denke, das ist dem generell hohen Ausbildungsgrad auf allen Stufen und dem immer noch sehr guten Schulwesen zu verdanken. Es erlaubt, dass auch "Fabrikarbeiter" andere als "Fabrikarbeit" machen können, wenn das nötig ist. Ich frage mich allerdings, ob man sich dessen "zuständigenorts" voll bewusst ist, wenn ich über die Sparprogramme im Bildungswesen lese.

Kuret

 

 

Borki

Volksvertreter?

mupli ha scritto:

So ist es und die Armut wird leider weiter zunehmen. Viele langjährige Arbeitnehmer werden wenn sie die 50+ überschritten haben, auf die Strasse gestellt und in die Langzeit-Arbeitslosigkeit geschickt. Dieser Trend verstärkt sich immer mehr.

Dafür wandern immer mehr junge Arbeitskräfte aus dem Ausland in die Schweiz ein. Gemäss Aussagen einiger Politiker ertrage die Schweiz ja eine Bevölkerung von 10 Mio. Bewohner schon.

Und dieselben Politiker sorgen vor – für sich:

 

Parlament zeigt sich grosszügig zu sich selbst

 Die SVP ist enttäuscht über den heutigen Entscheid des Nationalrates, die Entschädigung der Parlamentarier zu erhöhen. Dies bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Berufsparlament und weg von Bürgernähe und Bodenhaftung. Die SVP verlangt, dass die Höhe der Entschädigungen in Zukunft im Gesetz festgelegt wird.

Die höhere Entschädigung der Bundesparlamentarier bringt jährliche Mehraufwendungen von 1,33 Millionen Franken. Erst vor eineinhalb Jahren wurden die Entschädigungen für die Fraktionen grosszügig angehoben. Damit bewegen sich National- und Ständerat immer weiter in Richtung Berufsparlament. Das Prinzip eines Milizparlaments, bei dem die Parlamentarier neben der politischen Arbeit einer beruflichen Beschäftigung nachgehen, wird damit mehr und mehr in Frage gestellt. Die Nähe zum Berufsalltag der Bürgerinnen und Bürger sowie die Bodenhaftung gehen damit verloren. Die SVP lehnt diese Entwicklung ab. Sie hat deshalb bereits in der letzten Session zwei Vorstösse eingereicht, mit welchen einerseits die Höhe der Entschädigungen künftig auf Gesetzesstufe festgelegt und damit dem Referendum unterstellt werden soll und andererseits der Entscheid über eine Erhöhung vom Beginn auf das Ende der Legislatur verlegt wird. Damit entscheidet nicht das neue Parlament über seine eigenen Bezüge, sondern das alte Parlament im Hinblick auf die folgende Legislatur.

Bern, 12. Juni 2012

 

dummy

Kernstücke der Produktion

Sterngucker ha scritto:

Deutschland hat zwar die Kernstücke der Produktion  im Land behalten. USA eher nicht.

Dann wundert es mich aber, dass mein deutsches Auto in den USA produziert wurde surprise

etna

Ich habe.......

über diese Erhöhung der Entschädigung für Parlamentarier auch gelesen und es ist mir ziemlich "säuerlich" aufgestossen. Da sitzen diese betuchten Damen und Herren in Bern zusammen, lesen teilweise Zeitung oder sind sonst abwesend, sind privat auf der guten Seite des Lebens, resp. Geldbeutels, bekommen erst noch für ihre teilweise nicht gerade Superentscheidungen auch noch ziemlich viel Geld, auf das sie gar nicht angewiesen wären. Und erhöhen sich die Bezüge auch noch selber.

Und seit wie lange ist die AHV nicht mehr erhöht worden? Und um wie wenige Fränkli, die nicht einmal ausreichten, die K-Kassenprämien Erhöhung abzufangen?

Man muss sich nicht wundern, dass Unzufriedenheit herrscht beim "Volch", diese Mehrbesseren (nicht nur im Parlament) machen es vor, immer noch mehr zu wollen als man schon hat, um es auf die hohe Kante zu beigen, währenddem die unteren Schichten, die das Geld zur Belebung der Wirtschaft bräuchten und auch ausgäben, einfach immer übergangen werden.

 Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe. (Gottfried Keller)

Borki

Etna

Da bin ich voll und ganz deiner Meinung und ich verschaffe meinem Unmut jeweils Luft mit dem Wahl- und Abstimmungszettel.

Kobold 70

Warum die Aufregung? ...

... um die Entschädigungen für unsere Parlamentarier. Egal ob Politiker auf nationaler, kantonaler und nicht selten auch auf kommunaler Ebene, diese Vollblutpolitiker tragen eine unglaubliche Verantwortung dem Bürger gegenüber. Und diese Bürde muss entsprechend honoriert werden. Zugegeben, manchmal läuft etwas schief und dann schiebt man die Verantwortung ab. Diejenigen die die Verantwortung übernehmen müssen, schalten dann auf stur und werfen den Ball wieder zurück. Mit anderen Worten, niemand ist Verantwortlich. Und das funktioniert in der Praxis gar nicht so schlecht. Schliesslich bezahlt der Bürger mit seinen Steuern die Zeche!

Auch unsere Gemeinderäte in Bern finden sie verdienen zu wenig. Das gemeine Volk hat 2004 beschlossen: 200’000 Franken sind genug. Heute verdienen alle Gemeinderatsmitglieder 224'594 Franken, etwas mehr als die Initiative seinerzeit forderte. Weil sich jetzt der Gemeinderat eine Lohnerhöhung um 20 Prozent gönnen wollte, gab es in den Medien und in der Vernehmlassung teils geharnischte Reaktionen. Dem hat der Gemeinderat Rechnung getragen und die eigenen Löhne nun stark nach unten korrigiert. Neu sollen die Gemeinderäte “nur“ noch 245'000 Franken erhalten. Ich habe volles Verständnis für die Forderungen. Wie soll ein/e Gemeinderat/in mit lächerlichen 224’594 “Fränkli” über die Runden kommen? Mit 245’ 000 Franken kann man sich bei sparsamen Haushalten vielleicht sogar mal etwas gönnen!

Noch etwas zu den Salären unserer Spitzenmanager bei den Bundesbetrieben Swisscom, SBB, Post und der Ruag, die zwischen 1- und 2- Millionen liegen. Verglichen mit einem Bundesratslohn von rund 500’000 Franken nicht schlecht!

Begründet werden diese Saläre damit, dass Topkader sich für ein “Salärchen” von einigen 100 tausend Franken nie bewerben würden. Ich habe da allerdings meine leichten Zweifel. Ich bin überzeugt, dass ein guter Headhunter auch intern bei der Swisscom, SBB, Post und bei der Ruag und wenn es unbedingt sein muss, auch extern bestqualifizierte Mitarbeiter finden würde, die für einen CEO Posten geeignet wären und sich mit einem Salär zwischen 200’000 bis max. 500’000 Franken zufrieden geben würden, weil man damit über die Runden kommt, respektive gar nicht so schlecht Leben kann.

Dasselbe gilt auch in der Privatwirtschaft obwohl es dort bei global tätigen Unternehmen wie Novartis, Roche, Nestlé, ABB & Co etwas schwieriger zu realisieren wäre.

Kobold 

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.

dummy

Vielleicht

sollten wir uns jetzt ein Beispiel von François Hollande nehmen: er verspricht seinen eigenen Lohn um 30 % zurück zu stufen und andere Grossvediener werden ähnlich betroffen sein, wenn ich den Zeitungen glauben soll. 

Das wäre doch schon mal ein Anfang.

Rosano Verde

Geld allein macht nicht unglücklich

Na endlich: Das Theater im Élysée-Palast geht wieder weiter. Alles ganz und gar nicht solide, kein bisschen bieder und schon gar nicht „ganz normal", wie François Hollande es auszudrücken beliebte.

Was Valerie Trierweiler, die neue First Lady, jetzt bietet, hat hohen Unterhaltungswert, denn sie ist eifersüchtig und hat ihrer Vorgängerin im Ehebett des Président, Ségolène Royal, öffentlich die Pest an den Hals und das baldige politische Ende gewünscht. Wie viel ihr François verdient, ist jetzt völlig irrelevant. Denn eine andere bange Frage beschäftigt neuerdings die Grande Nation: Ist denn Valerie noch ganz bei Sinnen, hier öffentlich einen Zickenkrieg zu inszenieren?

Die Lage ist äußerst delikat. Die Ex von Hollande ist immer noch eine der ganz Großen in der sozialistischen Partei. Logisch, dass sie dauernd ihrem früheren Lebensgefährten und Parteigenossen begegnet, mit dem sie vier Kinder hat. Wenn die beiden sich in der Öffentlichkeit also die typischen Küsschen links, Küsschen rechts geben, bekommt François zuhause Ärger.

Am Abend des Wahlsiegs zischte Valerie ihren François, der Ségolène gerade die Hand gegeben hatte, denn auch vor laufenden Kameras an: "Küss mich, aber richtig" - was er auch brav befolgte. Logisch, dass unter diesen Umständen Ségolène Royal nicht Mitglied der Regierung werden konnte. Da hätte sie François ja bei jeder Kabinetts-Sitzung gesehen - und nicht nur das.

Kommt Zeit, kommt Rat.

Fazit: Wer in Frankreich auf 30% seines Lohnes verzichtet, hat schwer lösbare „Weibergeschichten“. Und jene, die es nicht tun, eben auch.

dummy

Twittergate

 

Wenn man jemanden "abschiessen" möchte, twittert man am besten mit einem Scudmissil, heisst es nun in Frankreich. Das "ewige Küssen", auch richtig, taugt eben nicht, besser, man macht den steifen Arm und wendet sich ab.

Dass François Ségolène keinen Platz in der Regierung anbieten konnte, war gleich jedem klar, das roch zu stark nach französischem Filz, wenn auch die Franzosen diesbezüglich schon einges geschluckt haben. Hingegen war Vorstand in der Assemblée Nationale ein Thema, jetzt ist es anscheinend hinfällig geworden.

Warten auf nächste Episode von Dallas.