Bis vor relativ kurzer Zeit gab es noch wenig Literatur über das Thema Alter, von einigen „Klassikern“ abgesehen. Dies hat sich radikal geändert: In den letzten Jahren ist der Büchermarkt der „Altersliteratur“ explodiert. Es erscheinen laufend neue Titel. Es ist schwierig, diese Bücherflut zu überblicken. - Ich versuche im Folgenden, einen Raster (Disposition) zur Einteilung von Altersliteratur zu erstellen, der zur besseren Orientierung dienen kann. Unter den verschiedenen Einteilungskategorien werden jeweils ein paar ausgewählte Titel chronologisch, d.h. in der Reihenfolge ihres Erscheinungsdatums, aufgelistet und teilweise näher beschrieben. Die Auswahl ist niemals vollständig, aber vielleicht doch einigermassen repräsentativ.
1.1. Gerontologisches Fachwissen, Zeitschriften, Dokumentationen
1.2 Handbücher, Wegweiser, Ratgeber
1.3 Einzelbeiträge, Vorträge, Artikel
2. Gesellschaftspolitische, Soziologische und Sozialpsychologische Perspektiven
3. Psychologisch-Therapeutische Perspektiven
4. Philosophische und Theologische Perspektiven
5. Literarisch-Biografische Perspektiven
(Romane, Biografien)
6. Poetische und metaphorische Literatur
(Aphorismen und Gedichte)
Gibt es inhaltliche Beurteilungskriterien?
Wenn wir von der Tatsache ausgehen, dass Altwerden mit Minderungen des körperlichen und geistigen Potentials des Menschen einhergeht und damit mit Sterbeprozessen verbunden ist, so gibt es m.E. diesem Phänomen gegenüber drei grundsätzliche Haltungen bzw. Einstellungen:
1. Defätismus: Verdrängung, , Anti-Aging –„ So tun als ob nicht“
2. Euphemismus: Schönfärberei, Pro-Aging –„ So tun als ob noch“
3. Realismus: Reife Akzeptanz der Fakten, Aging und die Weisheit, das Beste daraus zu machen: „ So tun wie es ist“
Die gesamte Literatur über das Alter und den Alterungsprozess der Menschen könnte auch nach diesen drei Grundkriterien beurteilt werden. Dies ist jedoch ein subjektiver Vorgang und muss jedem Einzelnen überlassen werden.
Auch dieser Einteilungsversuch nach formalen „wissenschaftlichen“ und literarischen Kriterien ist relativ willkürlich. Er dient lediglich als Anregung für jene, die das Bedürfnis haben, sich eine Übersicht zu verschaffen.