Fussball-WM. Schon monatelang Gesprächsthema Nummer 1. Da liest man: "Wenn der Fussball seine Seele verkauft" und denkt sich Wunder was unter solch trächtiger Überschrift. Dabei wird nur erklärt, dass der Fussball vom Sportereignis zum Wirtschaftsevent verkommen ist; was längst alle wissen.
Dass Stadien von Wettmafiosi heimgesucht werden, war mir neu. Das wäre ja, wie zum getricksten Roulette zu gehen. Das Gerede über Alkoholverkauf oder -verbot, die Zulassung oder Sperrung von Fans. Gleichzeitig räumt man ein, dass, würden die Fans fehlen, die Stimmung und damit die Attraktivität sänken. Erst durch Beteiligung von Fans werde, ähnlich wie bei Rockkonzerten, das Ereignis vollkommen.
Die Überschrift "Fussball geht dem Mann ans Herz" liess mich auflachen. Eine Auswertung zeigt, dass während einer WM plötzliche Todesfälle sprunghaft zunehmen. Stress, Schlafmangel, ungesunde Ernährung erhöhen die Gefahr für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Eine Lausanner Ärztegruppe hat das erforscht und die Fifa attestiert dem Resultat Glaubwürdigkeit. Am grössten ist das Risiko beim Penaltyschiessen. Bei Frauen sind Reanimationseinsätze selten. Ein neuer Aspekt, warum Frauen älter werden. Ha, ha! Eine weitere Studie informiert: Briten (nur Briten?) lieben Fussball zweimal mehr, als ihre Frauen. Hätten sie zu ihren Frauen die gleiche Einstellung, würde sich die Scheidungsrate halbieren.
Fussball (vor über 2000 Jahren in China erfunden), der Sprintsport. Die Spieler rennen nie länger als ein paar Sekunden am Stück. Abbremsen, ausweichen, sich drehen, möglichst mit dem Gesicht zur Kamera. Sich fallen lassen. Gefoult oder Pause? A star is born!
Wenn unsere Nati spielt, werde ich in die Glotze gucken, patriotisch motiviert. Werde meinen Mann löchern mit Fragen wie: "warum rote Karte, Freistoss, Penalty?" Mitleidig wird er antworten: " Willst etwa über Fussball schreiben?" Nein, wäre bei mir so schnell erzählt wie die Biografie eines Neugeborenen. Das "Drumherum" fasziniert. Wenn die Fussballwelt in Technicolor erstrahlt und nicht mehr klar denken lässt.
Allen Fussballfans wünsche ich eine gesunde WM mit leichter Kost und wenig Bier. Herz und Bauch werdens danken.
Margrith Rink - unsere neue Kolumnistin
schreibt über sich:
"lch bin am 15.2.1938 geboren und bei Pflegeeltern und in Kinderheimen aufgewachsen (siehe Flyer). Nach meiner Volljährigkeit habe ich mich mit Hilfe meiner Schwester, welche ich vorher nicht gekannt habe, weiter gebildet und als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Im Jahr 1962 habe ich geheiratet und im Jahr 1965 meine Tochter Gabriella bekommen. Im Jahr 1967 habe ich mich scheiden lassen und bis zum Jahr 1984 als allein erziehende Mutter meine Brötchen verdient. Im März 1984 habe ich meinen jetzigen Mann geheiratet.
Ich konnte die zwei Taschenbücher "Zauber der Kolumne" und "Ein unerwünschtes Mädchen" heraus geben und schreibe Kolumnen und Kurzgeschichten."
Wir heissen unsere neue Kolumnistin bei uns willkommen.
Brigitte Poltera
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