Mich nerven diese anonymen Automaten. Ich spreche lieber mit Menschen. Sonst könnte ich mich ja direkt in einen Passbild-Automaten setzen. Allerdings sitzt mir dort immer ein Knülch gegenüber, den ich von Irgendwoher flüchtig kenne. Ich glaube, ich habe ihn auch schon rasiert.
Flugzeuge und gewisse Firmen haben etwas gemeinsam, beide kennen Warteschleifen. In der Luft überbrücken sie die Zeit mit Filmen, die kein Mensch sehen will, die Firmen spielen dem Anrufer Musik in die Ohren, Musik die keiner hören will. Zeitlich unterscheiden sich die Schleifen kaum.
Damit die Anrufer nicht einschlafen während der Musik, wird diese in regelmässigen Abständen unterbrochen: „Bitte haben sie noch etwas Geduld, sie werden so bald wie möglich bedient“.
Sitzen alle Angestellten beim Kaffee, kommt Band Nummer zwei zum Einsatz: „Unsere Mitarbeiter sind zur Zeit alle besetzt, sie werden so bald wie möglich bedient“
Wie gesagt, ich hasse Telefonbeantworter, mich nerven die doofen Sprüche. Wenn ich höre „Reingefallen, ich bin gar nicht zuhause, aber du kannst deinen Senf aufs Band sprechen, vielleicht melde ich mich dann“, vergeht mir die Lust und ich hänge auf.
Heute hat doch jeder ein Handy und sollte somit immer erreichbar sein. Wozu also diese lächerlichen Beantworter. Wenn ich meine Ruhe haben will, hebe ich einfach nicht ab, Basta.
Neulich rief ich meinen Freund Räto an, er war nicht am Apparat, eine weibliche Stimme flötete in mein Ohr:
„Sie sind verbunden mit der Combox der Nummer soundsoviel, bitte hinterlassen sie eine Nachricht“. Wie komme ich dazu, ich kenne diese Combox gar nicht, sie wurde mir noch nie vorgestellt. Ich wusste gar nicht, dass mein Freund eine neue Angestellte hat. Wer garantiert mir, dass diese Dame meine Mitteilung auch weiterleitet. Der Name ist ja nicht gerade vertrauenerweckend. Kommkasten, Gehschrank. Ich versuche es bitte später.
Manchmal tönt es auch aus dem Hörer:
„Der mobile Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“. Was will mir die nette Dame mit dieser Mitteilung sagen, ist das eine versteckte Andeutung, episodische Synonyme für vorübergehend sind doch notdürftig, periodisch. Ist der bewegliche Mitwirkende eventuell nur sporadisch hin und wieder vorübergehend. Gibt es auch immobile Teilnehmer. Wenn ja, können die trotz ihrer Unbeweglichkeit telefonieren.
Für deutsch drücken sie Taste Eins. Für technische Fragen Taste vier. Haben sie Probleme drücken sie die sechs. Sind sie langsam genervt, hängen sie sich oder den Hörer auf.
Ich muss Schluss machen, mein Telefonbeantworter blinkt. Bin gespannt, wie viele Anrufe gekommen sind. Telefonate nehme ich schon lange nicht mehr persönlich entgegen, ich lasse beantworten. Sie können mir jederzeit eine Nachricht hinterlassen.
Die Glosse von Kurt Myltz hat viele Gags und lässt mich schmunzeln. Trotzdem gehöre ich in das Lager derjenigen, die Telefonbeantworter schätzen - und nützen.
Wenn ich eine Meldung schnell loswerden möchte, der oder die andere aber nicht zu Hause ist, dann muss ich dank Telefonbeantworter nicht x-mal immer wieder vergeblich anzurufen versuchen. Ich hinterlasse meine kurze Botschaft, dass ich zum Beispiel den Zug verpasst habe und daher eine halbe Stunde später komme. So einfach kann es sein dank Technik.
Und wenn ich nichts hinterlassen, sondern mit dem anderen sprechen will, dann lege ich einfach wieder auf, wenn der Anrufbeantworter kommt. Ganz einfach - und ohne mich aufzuregen. :-)
habe den eintrag gelesen und muss sagen.....
meine familie (wir ) hatten seit anfang an so einen beantworter als unsere tochter in USA weilte
betr. zeitverschiebung waren wir so stets miteinander verbunden sprech-hör-und erreichbar
als ich dann plötzlich ungewollt alleine weiter leben musste ...liebte ich diesen sogenannten Tel.A.B.
er schütze mich vor den ..(die sogen. Abhänger + Belästiger )...Festnetz...wohlverstanden !!
habe mich dann auch aus dem elektr.Tel. nehmen lassen...
und habe somit mein Tel.wohlgefühl das isch euch auch allen wünsche.... Handy ...nur Notfall ;-}
Ich amüsierte mich nicht nur über die neue Glosse, nein, meine eigenen Reaktionen auf die unflätigen Anrufe surrten laut und deutlich durch meine Hirnzellen.
Meine Reaktion auf die diversen "Antwortsysteme" ist ganz plump: Ich lege den Hörer nieder.
Auf die neue Glosse nächsten Donnerstag freue ich mich schon jetzt!
Das Telefon ist uns Meister geworden. Es verfolgt uns mittels Handy sogar auf dem Weg ins Clo, es klingelt zu unaussprechbar erotischen Zeiten, es ist allgegenwärtig und hat sogar meine Verfügbarkeit im Griff: Bin ich gerade unabkömmlich, kann sich der unerwünschte Anrufer in die Combox schleichen. Und weil ich nicht weiss, wie man diese löscht, bleibt er denn auch da drin eingesperrt. (Hoffentlich)
Wie war es doch vor Zeiten bequem. Hatte man den Wunsch, jemanden anzurufen, ging man zum Kasten an der Wand, nahm den Hörer ab, drehte die Kurbel und sagte ins Mikrophon auf dem Kasten: "Verbindung bitte."
Und wurde verbunden.
Noch früher gab es Buschtelefon (über Trommeln) oder Rauchzeichen. Je nach Hektik des Trommelns wusste man gleich, ob es sich um eine kleine Kundgebung handelte oder um eine grosse Revolution. Und wenn die Rauchzeichen allzu lange dauerten, konnten sie auch einen Buschbrand bedeuten, statt eines Anrufs.
Jedenfalls wurden wir nicht ständig genervt durch Telefongesellschaften, die uns ein neues Abo verkaufen wollen, ohne nachzusehen, dass wir ja genau ihr neues Abo bereits besitzen. Und ohne Warteschlaufe.
Am liebsten habe ich die vielen Ungeduldigen, die beim zweiten Klingeln bereits wieder aufhängen und jene, die sich nicht einmal melden, wenn sie falsch verbunden sind.
Ich lobe mir die Zeit, als Brieftauben Noah anzeigten, dass die Sintflut vorüber war. Vielleicht kamen sie drei Monate zu spät, aber sie kamen. Und Noah und seine Tiere waren ja auch noch nicht so in Eile wie wir.
Bernhard
Bernhard Schindler Redaktor Seniorweb alt. stv. Chefredaktor Zofinger Tagblatt
Telefoneantworter JA oder NEIN