Leben

Weniger wäre oftmals mehr

Weniger wäre oftmals mehr

Dieser Satz fällt mir ein, wenn ich die jedes Jahr üppiger werdende Weihnachtsbeleuchtung betrachte.

Rote Lämpchen lassen mich - sorry - sowieso an etwas anderes als Adventszeit denken.  Sie wissen schon..! Dass der Rummel jedes Jahr noch früher beginnt, können wir nicht beeinflussen. Die Geschäfte verordnen uns bereits im Oktober Weihnachtsstimmung. Im Oktober habe ich die ersten Weihnachtssterne, die erste Weihnachtsschokolade gesichtet. Gut, ein Fan von Last-Minute-Geschenken bin ich nicht. Einem Ehemann oder Partner, der 5 Minuten vor Ladenschluss am heiligen Abend in der Confiserie nach einem Schnäppchen sucht, kann man sicher nicht nachsagen: Mit grosser Liebe ausgesucht.

Sie träumt von einem Gutschein der Weight-Watchers, plant für Januar eine Diät, den Beitritt zum Turnverein. Seufzend schleppt sie tagelang übervolle Taschen nach Hause und denkt mit Grauen an die stundenlange Küchen-und Aufräumarbeit. Wäre das ganze Theater doch nur schon vorbei. Warum lassen wir uns Weihnachten und die Vorfreude darauf durch Hektik, Einkaufstrubel und anderes mehr vermiesen? Weniger wäre oftmals mehr. Der alte Vers, welcher mir in die Hand fällt, verdeutlicht das ganz überspitzt. Urteilen sie selbst:

I sächs Tag isches so wit:
Heilige Abig und Chileglüt.
D’Schtrasse läred sich, es dunkled i.
Hinder Fänschter schimmered Chärzeschi.

Wiss deckti Tisch, en guete Wi.
Am Heilige Abig muess das so si.
En Bärg voll Päckli, bunt verschnüert.
Füechti Auge, will’s eim so rüert.

Wiehnachtslieder, meischt nu die erschti Schtrofe.
Dä Rescht vergässe, e Kataschtrofe.
Singe, das hät-mer lang nümme gmacht.
S’tönt e-chli dünn, s’wird e-chli glacht.

D’Husfrau sust hin, d’Husfrau sust här.
schtellt Platte uf, so volle und schwär.
Jede isst zvil, jede packt i.
Am Heilige Abig muess das so si.

Mer häts hinder sich bracht, s’Fäscht isch verbi.
D’Päckli uspackt, s’Gwünscht wider nöd derbi.
Dä Buch dick volle, dä Alkohol fahrt i.
Am Heilige Abig muess das so si.

Muss es das? Die Entscheidung liegt bei uns. Mit dem Gedanken an die, die Hunger leiden, einsam sind, sollten wir dankbar sein, dass das Schicksal es mit uns besser gemeint hat und daran denken“: Weniger wäre oftmals mehr“.

Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Aus meinem Taschenbuch "Zauber der Kolumnen" ISBN 978-3-9523569-8-2, erhältlich im Buchladen od. bei mir für Fr. 20.00.