Kultur

Stan Getz – der grosse Jazz-Melodiker

Stan Getz – der grosse Jazz-Melodiker

Zum 20. Todesjahr: Er war mehr als nur einer von vielen Cool-Tenorsaxophonisten…

Bild: Flickr/rspeur

Heute, am 2. Februar dieses Jahres wäre Stan Getz, der weltberühmte Musiker des neuen Jazz 84 Jahre alt geworden. Das VERVE-Label, für das Getz im Laufe von mehreren Jahrzehnten zahlreiche Klassiker einspielte, nahm im Jahr 2002 den 75. Geburtstag des Künstlers zum Anlass, seiner mit einer Reihe neuer Compilations zu gedenken. Er starb am 6. Juni 1991 in Malibu, also nahezu vor 20 Jahren…

Professionell mit 16 Jahren

Der am 2.2.1927 in Philadelphia als Stanley Gayetzky geborene und als Sohn jüdischer Emigranten in der Bronx New Yorks aufgewachsene Musiker begann seine professionelle Laufbahn 1943 als Alt- und Tenorsaxophonist im Orchester von Jack Teagarden und war danach Mitglied nicht minder hochkarätiger Bigbands wie jenen von Stan Kenton, Jimmy Dorsey, Benny Goodman und – nach einem Intermezzo mit seinem eigenen Trio – Woody Hermans legendärer Second Herd…

 Mit dreissig Jahren schien Stan Getz auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu stehen. Für die Presse war die Inkarnation des modernen Jazz, den Veranstaltern brachte er volle Kassen. Er wurde als „der einflussreichste Tenorsaxophonist seiner Generation“ und als „dauerhafter Besteller for Norgran Records“, wie Norman Grantz`Plattenlabel vorübergehend hiess, bezeichnet.

 „Girl Of Ipanema“, weltbekannte Komposition

Der sensible und schwierige Eigenbrötler war mehr als nur einer von vielen Cool-Tenorsaxophonisten, die die Früchte anderer ernteten. Er offenbarte sich als einer der grossen Melodiker des neuen Jazz und als ein Musiker, dem es gelang, mit seiner Platte „Jazz Samba“ (mit Gitarrist Charlie Byrd) 1962 die Nummer Eins der Popcharts zu erreichen, ohne seine künstlerischen Ideale zu verletzen. Stan Getz/Joao Gilberto-Aufnahmen, mit dem Komponisten Antonio Carlos Jobim am Piano, brachte nicht nur der den Hit „Girl Of Ipanema“ hervor, sondern auch „Corcovado“ und „Desafinado“. Sie hielten sich 96 Wochen in den Charts, gewannen vier Grammies; die „coole“ Aesthetik des Bossa Nova, teilweise von Cool Jazz beeinflusst – gefiel…

 Letzte „Schwanengesänge“

In Dänemark gab Stan Getz kurz vor seinem Tod seine letzten Konzerte. Mal mit einem Quartett. mal im Duo mit Pianist Kenny Barron – die CD „Stan Getz – Café Montmartre“ bietet nun die absoluten Highlights der Getzschen Jazzaufnahmen. „Ich dachte, dass dieses Konzert eines meiner letzten sein könnte und sagte mir deshalb insgeheim: „Jetzt muss ich wirklich versuchen, mein Bestes zu geben. Ich bildete mir ein, dass es mein musikalischer Schwanengesang werden würde“, erzählte Stan Getz nach dem Auftritt, den er – gesundheitlich bereits schwer angeschlagen – am 6. Juli 1987 in Kopenhagener Café Montmartre gab und das später auf den beiden Alben „Anyversary“ und „Serenity“ der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Stan Getz wurde nur 64 Jahre alt…