In einem Kreuzworträtsel wurde nach einem „altrömischer Komödiendichter“ mit sechzehn Buchstaben gefragt.
Sechzehn!
Die ersten zwei Buchstaben seines Namen ergaben sich: C und A und am Ende ein U und S. Das sah schon mal gut und gern nach „altrömisch“ aus. In der Mitte kamen so nach und nach noch ein I und ein T dazu, mehr aber auch nicht.
Die anderen Felder im Rätsel blieben weiss.
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Was wissen andere, was ich nicht weiss?
Da begann, ich kann nicht sagen warum, jenes „fast ununterdrückbare Verlangen“, mehr über einen Menschen wissen zu wollen, dessen Namen ich aber erst noch als des Rätsels Lösung herausbekommen musste.
Das war dann nach langem Recherchieren Tage später endlich geschafft: Caecilius Statius.
Diesen Namen hatte ich noch nie zuvor gehört. Caecilius Statius, ein römischer Komödiendichter, dem es nicht gelungen ist, sich einen Namen zu machen?
Denkste!
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Ich wollte mehr über ihn wissen und erfuhr: Von den Komödien, die er geschrieben hat, sind 42 Titel bekannt.
Leider sind uns aber nur rund dreihundert Verse bzw. Versfragmente überliefert.
Am bekanntesten, so wurde ich belehrt, sind die beiden Stücke «Plocium» [das Halsband] und «Synephebi» [Jugendfreunde].
Die wenigen Fragmente lassen vermuten, dass es sich bei dem einen Theaterstück um eine derbe „Ehe-Posse“ handelt, bei dem anderen um handfeste Generationsprobleme.
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Caecilius Statius wurde um das Jahr 220 v. Ch. in einem Dorf in der Po-Ebene geboren, geriet während eines Krieges in Gefangenschaft, wurde nach Rom verschleppt und dort von einem gewissen Ennius ‚gekauft’.
Ennius selbst, nur wenige Jahre älter als sein Sklave, ging als „Vater der römischen Poesie“ in die Literaturgeschichte ein. Als sein „guter Freund“ förderte er den talentierten Caecilius Statius.
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Dieser benutzte die „klassischen“ griechischen Theaterstücke als Vorlage, machte seine freien Nachdichtungen ‚marktgerecht’ für das römische Publikum, versah sie mit den gerade aktuell-spassigen, auch recht vulgären Pointen.
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Die damaligen Theaterkritiker waren über dessen Komödien geteilter Meinung. Ein gewisser Volcacius Sedigitus zählt Caecilius Statius zu den zehn besten Komödiendichtern seiner Zeit, der Politiker und Schriftsteller Cicero tadelt dessen Latein, das er als bieder charakterisiert.
Cicero zitiert ihn: „Denn niemand ist so alt, dass er nicht noch ein Jahr zu leben gedächte; allein jene Leute bemühen sich auch noch um solche Sachen, die ihnen – wie sie genau wissen – durchaus keinen Gewinn mehr bringen. ‚Er pflanzt Bäume an, die erst der Nachwelt nützen’, sagt unser Caecilius Statius in seinem Synephebi.“
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Zwei Sentenzen, die uns von ihm überliefert wurden, sind mehr als nur bedenkenswert.
Cicero zitiert wohl Caecilius Statius exakt, fügt jedoch - mag sein augenzwinkernd - hinzu: „et multa fortasse, quae volt!“ (frei übersetzt: Und vielleicht auch Vieles, was man wünscht).
Dass Caecilius Statius aber nicht nur ein erfolgreicher, sondern wirklich auch ein grosser Komödiendichter ist, schliesst Cicero nicht aus.
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Bestätigt bekommen habe ich, dass Caecilius Statius „in späteren Jahren“ in Vergessenheit geraten ist. - Uff!
Auf der Suche nach den Gründen kommt Michael v. Albrecht (Forschungsschwerpunkt: römische Literatur) zu dem Schluss: „Die lateinische Literatursprache und ihre Stilideale haben sich anders entwickelt. Urbanität, Reinheit und Feinheit lösten Fülle, Kraft und Farbigkeit ab, ganz besonders in der Komödie.“
Zeitlos sind aber drei weitere Sentenzen des „römischen Komödiendichters.“
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