Meine Freundin Lussy und ihr Ehemann Marcel entschieden sich, Silvester mit weiteren Freunden im Baselbiet zu feiern. Dafür wählten sie eine Pension aus, in welche auch ihr Hund Zorro mitkommen durfte.
Am Silvesterabend feierten sie gemeinsam mit ihrer Freunden und weiteren Gästen den Ausklang des alten Jahres. Lustig ging es zu und her, das Essen war fein, der Wein auserlesen und süffig. Mit Prost, Viva und Salute stiessen sie um 24 Uhr an und feierten anschliessend weiter, während Zorro im Zimmer friedlich schlief. Irgendwann entschieden sich die ersten Gäste ins Bett zu gehen, auch Marcel. Meine Freundin Lussy wie immer, blieb bis zum Schluss. Gegen drei Uhr gingen sie und die letzten Gästen auf leisen Sohlen in ihre Zimmer. Lussy öffnete und schloss leise die Tür zu ihrem Zimmer. Damit Marcel nicht erwachte, zündete sie kein Licht an. Leise zog sie sich aus und tastete sich zum Bett vor. Ihren Schlafanzug, welchen sie schon vorher unter das Kissen geschoben hatte, versuchte sie sachte hervorzuziehen, aber das Kissen war schwer und blieb fest auf die Matratze gedrückt. Ihr erster Gedanke war, dass Marcel quer im Bett liegt. Also wurde sie aktiv und versuchte ihr Kissen unter ihm wegzuzerren und ihn wegzuschubsen. Aber … oh Schreck, das war nicht Marcel! Marcel trug immer einen Schlafanzug und dieser Mann trug nur die Unterwäsche und lag nicht unter der Bettdecke. Ihr zweiter Gedanke, der sie vor Schreck fast in eine Ohnmacht fallen liess, war: "Um Gottes Willen, bin ich im falschen Zimmer?" Der dritte Gedanke: "Nein, ich bin im richtigen Zimmer." Denn ihr Schlafanzug lag wirklich unter dem Kissen! Sie begann den Fremden wach zu rütteln und fragte: "Wer bist Du, wo kommst Du her?" Nun erwachte auch Marcel. „Was ist denn hier los?“ knurrte er im Halbschlaf, und der Fremde neben ihm im Bett: “Wo bin ich denn hier?“
In der Zwischenzeit zog sich Lussy schnell den Schlafanzug an und zündete das Licht an, um sich einen Überblick zu schaffen, welcher sich folgendermassen präsentierte: Marcel unter der Bettdecke, der Fremde neben Marcel mit Zorro auf der Bettdecke. Der Fremde entschuldigte sich, sagte zu Marcel, welcher ihn aus dem Zimmer schubste, es wäre nichts passiert, wirklich nichts. Entschuldigung, Entschuldigung!
Am Morgen beim Frühstück erzählte Monika aus Zimmer 3, welche auch ihren Hund mitgenommen hatte, dass in dieser Nacht jemand an ihrer Tür geriegelt habe, ihr Hund hätte sofort angefangen zu knurren. Dann sei es wieder ruhig geworden.
So kam die Geschichte ans Tageslicht. Dieser Fremde, der gar kein Fremder war, sondern einer dieser Gruppe, musste in der Nacht aufs WC, seine Frau hörte wie er das Bett verliess und schlief weiter. Marcel, der hörte, dass sich seine Zimmertür öffnete und jemand ins Bett stieg, war überzeugt, dass es Lussy sei und schlief weiter…. bis Lussy kam.
Ja, das kann passieren, wenn man nach dem Besuch des WCs in die falsche Richtung dreht und die Tür zum Korridor wählt ….
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So spielt das Leben: Da wäre doch einmal die Gelegenheit zu einer süssen, wunderschönen Nacht, und da dreht jemand das Licht an. Im Nibelungenlied liest sich das doch ganz anders. Als der Siegfried mit der Tarnkappe anstelle Gunthers ---
Natürlich würde ich niemals eine solche Gelegenheit beim Schopf packen.
Aber ein bisschen träumen wird man doch wohl dürfen...
Bernhard
Als Wachthund
... taugt Zorro jedenfalls nicht !
:-))
Aber wo kommt der niedliche Zwerg ins Spiel ? War der Schläfer in Unterwäsche ein Zwerg ?
(Ich weiss: Der Disney-Zwerg heisst Prosit und der Grund dafür ist wahrscheinlich die Farbe seiner Nase - obwohl ich immer den Verdacht hegte, er habe wohl in Wirklichkeit eine Erkältung und deshalb eine rote Nase.)
Osez l’autre dans sa différence !
(Philippe Pozzo di Borgo)