Umwelt

Ist Stress verantwortlich für Bienensterben?

Ist Stress verantwortlich für Bienensterben?

Ein gutes Viertel der 2,4 Millionen Bienenvölker in den USA und einige Tausende in Kanada haben sich quasi über Nacht in Nichts aufgelöst. Nach den Ursachen wird geforscht.  

Wahrscheinlich hätten sie zu viel Stress, folgert Kevin Hackett, Forscher im US-Landwirtschaftsministerium (USDA), aus den Untersuchungen der vergangenen Monate. In den USA arbeiten seit Ende 2006 zahlreiche Forscher auf Hochtouren daran, das Rätsel um das mysteriöse Bienensterben zu lösen, heisst es in einem Bericht des Internetdienstes proplanta.de.
 
 In diesem Jahr habe eine Krise noch verhindert werden können, sagt Hackett gegenüber der Deutschen Presseagentur DPA. Für das kommende Jahr prophezeit der Forscher ernste Probleme. Jeder dritte Bissen, der in den USA verzehrt werde, sei der der Bestäubung von Obst, Gemüse oder Nüssen und Mandeln durch Honigbienen zu verdanken. Autopsien schliessen einen verdächtigten Bienenfeind inzwischen aus: Die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe ist nicht, oder zumindest nicht allein, für das Massensterben verantwortlich, sagte die Bienenforscherin Diana Cox-Foster. Derzeit sucht ein Labor des USDA im Bundesstaat North Carolina unter 117 chemischen Substanzen nach einem möglicherweise mitschuldigen Pestizid.
 
 Wahrscheinlich schwäche eine Kombination verschiedener Ursachen die Bienen, meint der Insektenforscher Steve Sheppard von der Staatlichen Universität von Washington. Einen grossen Stress-Faktor sieht er in dem Einsatz von Bienen in oft Tausende von Kilometern auseinander liegenden Anbaugebieten: Amerikanische Imker kreuzen vom Frühling bis in den späten Herbst mit Riesenlastern durchs Land und setzen ihre summende Fracht saisonbedingt mal in Florida und bald darauf in Alaska oder Maine zum Bestäuben aus. Der Einsatz jeweils nur für eine bestimmte Pflanzenart zwinge die Bienen auch zur einseitigen Ernährung - und schwäche ihre Abwehrkräfte weiter, warnt Sheppard.
 
 Für Theorien, nach denen gentechnisch veränderte Pflanzen oder auch der Elektrosmog von Mobilfunktürmen ganze Kolonien in den USA auslöschen, gibt es bisher keinen Beweis. In diesem Jahr werde die amerikanische Landwirtschaft den Verlust der Bestäuber durch Teilung von Bienenstöcken noch ausgleichen können, meint der USDA-Experte Hackett. Allerdings dürften die Preise schon jetzt empfindlich anziehen. Laut Hackett lassen sich die Imker den Einsatz ihrer Bienen in Blaubeerfeldern in diesem Frühjahr mit 80 US-Dollar statt wie bisher 40-US-Dollar pro Bienenstock bezahlen. Honigbienen tragen bis zu 80 Prozent zur Bestäubung von insgesamt 90 Nahrungsmitteln bei - Äpfeln, Avocados, Blau- und Erdbeeren, Kiwis, Kirschen, Melonen, Sojabohnen und Zitrusfrüchten, sogar einigen Getreidesorten und Luzerne. Ohne ihre Mithilfe sehe es um die Versorgung der US-Bevölkerung schlecht aus, warnt Hackett. 

 

Bienensterben in der Schweiz:

Seit den Wintern 02/03 registriert man in der Schweiz Verluste, die über den 10% liegen und bis 25% gehen.

Es hat jedoch schon immer solche Phasen (60er Jahre) von grossen Winterverlusten gegeben. Das Phänomen ist also nicht absolut neu. Allerdings steht noch nicht viel Datenmaterial zur Verfügung, um genauere Vergleiche ziehen zu können.

Unsere Imker beobachten die Situation nicht ohne Sorge, haben doch einzelne unter Ihnen schon ganze Bestände verloren.

Link: 

http://www.apis.admin.ch/

 

Quelle: Eidgen. Forschungsanstalt Liebefeld/ Hr. Gallmann, Bild: visipix.ch

 

 

 


 

 

Kommentare

Bild des Benutzers rita amalin surber

Ist Stress verantwortlich für Bienensterben?

Auch bei uns im Zürcher Unterland vermisse ich die Bienen. Auf meinen Balkonpflanzen haben sie sich noch nicht sehen lassen. Wohl zuweilen eine Wespe.